Plätzchenduft liegt in der Luft

KurzgeschichteAllgemein / P12
03.12.2018
03.12.2018
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Plätzchenduft liegt in der Luft


Wow, ich glaube es nicht, dass ich nach so langer Zeit mal wieder ein Oneshot zu Jess und Becker hochlade. Aber ich bin vor einigen Tagen wieder so reingerutscht und habe mir noch mal die vierte und fünfte Staffel von Primeval angesehen. Und ja, mich hat das Jecker-Fieber wieder gepackt. Und so entstand dann diese Kleinigkeit.
Ich hoffe ich liege nicht all zu sehr daneben und diese Thematik passt zu den beiden.
Ich bitte sehr um konstruktive Kritik^^

Lg
Schwarzvogel




Weihnachten stand kurz vor der Tür. Eine Zeit die Jess liebte. Überall herrschte eine besinnliche und friedliche Stimmung, die Häuser wurden mit warmen Lichtern geschmückt und der Winter zog alles in seinen Bann. Und grade in dieser Zeit liebte sie es den Menschen, die ihr wichtig waren eine Freude zu bereiten. Und das hatte sie auch dieses Jahr wieder vor.

Der Teppich in ihrem Wohnzimmer war übersät mit aufgeschlagenen Backbüchern und in mitten dieser saß Jess im Schneidersitz und besah sich ein Rezept genauer. Das aufgeschlagene Buch lag in ihrem Schoß und mit ihrem dunkelrot lackiertem Zeigefinger fuhr sie konzentriert die Zeilen entlang und las. In ihrer anderen Hand hielt sie eine rosa Jumbotasse in Strickoptik, die ihren mittlerweile nur noch lauwarmen Kakao beinhaltete.
Jess selbst trug einen flauschigen rosa Hausanzug und dicke weiße Socken. Ihre braunen langen Haare trug sie in einem unordentlichen Dutt.
"Welche Plätzchen soll ich denn nun backen?", seufzte die junge Frau und nahm einen Schluck ihres Kakaos.
Jess wollte unbedingt für ihre Kollegen backen doch sie wollte nicht irgendwelche Plätzchen backen, nein sie wollte besondere backen. Das Problem an der ganzen Sache war nur, dass sie gefühlt tausend Backbücher hatte und in jedem davon gab es ein, zwei Rezepte die sie für gut befand. Sie hatte jetzt also die Qual der Wahl.  
Sie seufzte noch einmal und entschied sich schließlich dazu ein Auswahlverfahren anzuwenden.
"Ene Mene Miste..." so begann sie schließlich ein Rezept nach dem anderen aus dem Rennen zu werfen und irgendwann war nur noch ein Rezept übrig.
"Dann werden es Kokos-Marzipan-Taler" Entschieden stand sie mit dem Buch in ihrer Hand auf und brachte es in die Küche wo sie es aufgeschlagen auf die Tischplatte legte und sich die benötigten Zutaten auf einen Zettel schrieb. Einkaufen würde sie allerdings erst morgen Nachmittag, wenn ihre Schicht im ARC vorbei war, und am Wochenende würde sie dann die geplante Backorgie starten.

Eineinhalb Stunden noch und sie hatte Feierabend, dann war ihre Schicht, die sie heute morgen um 6:30 Uhr begonnen hatte vorbei und sie konnte nach Hause fahren und das große Backen beginnen. Da freute sie sich die letzten zwei Tage drauf.
"Hey Jess. Emily und ich wollen nach Feierabend zum Weihnachtsmarkt in den Hydepark, kommst du mit?" Abby riss sie aus ihren Gedanken und sah sie abwartend an. "Tut mir Leid, aber ich habe heute keine Zeit, ich bin verplant."
"Aha, verplant?! Was machst du denn schönes?", zwinkerte die wasserstoffblonde Frau. "Ich weiß zwar nicht was sich da gerade in deinem Kopf abzeichnet, aber das was ich vor habe, geht dich gar nichts an." Jess steckte ihrer Freundin die Zunge raus um ihr zu signalisieren, dass sie das nicht wirklich ernst meinte, ihr trotzdem nicht verraten würde was sie später tat. Doch ihre Arbeitskollegin ließ nicht locker.
"Hat das Ganze vielleicht mit einem gewissen Sicherheitschef namens Becker zu tun?"
"Was hat mit mir zu tun?" besagter Sicherheitschef kam gerade die wenigen Stufen herunter und ging auf die beiden Frauen, die mit dem Rücken zu ihm am ADD standen beziehungsweise saßen, zu.
Bevor Abby irgendetwas falsches sagen konnte ergriff Jess das Wort. "Wenn wir das nur wüssten Becker! Aber Connor verhält sich sehr komisch und er hat angedeutet, dass es was mit dir zu tun hat. Vielleicht solltest du mal mit ihm reden."
"Verhält sich Connor nicht immer komisch?", fragte Becker mit einer hoch gezogenen Augenbraue zurück. Was tischte Jess ihm denn da auf?
"Ähm naja... Wolltest du etwas bestimmtes oder warum bist du hier?"
So abrupt wie die junge Feldkoordinatorin das Thema wechselte musste irgendetwas im Busch sein, irgendetwas was die beiden Frauen ihm nicht sagen wollten. Aber gut, kamen sie zurück zum Wesentlichen.
"Lester will, dass wir morgen Abend im ARC sind. Irgendeine sehr wichtige Lieferung."  
"Und warum müssen wir das machen? Es gibt genug anderer Mitarbeiter die das auch übernehmen könnten.", beschwerte Abby sich.
"Da musst du Lester fragen.", antwortete Becker und ging wieder zurück an seine Arbeit.

Endlich zuhause ließ sie ihre Tasche auf ihren Küchenstuhl fallen und betätige die Kaffeemaschine, ehe sie im Schlafzimmer verschwand und sich eine gemütliche Jogginghose und einen Pullover überzog. Schnell noch ihre Haare zu einem Dutt hoch gebunden und das Backen konnte beginnen. "Okay, ich brauche Mehl, Butter und Zucker." Nach und nach holte sie die Zutaten aus den Schränken und legt sich alles griffbereit auf die große Küchenzeile. "Ach Mensch, wo ist denn jetzt das Anis geblieben?" Nachdem sie das Gesuchte nicht in ihren Schränken fand durchwühlte sie ihre Einkaufstaschen die in einer Ecke zwischen Wand und Schrank lagen. Jess wurde fündig und stellte auch die letzte Zutat auf die Arbeitsplatte. Bevor sie aber schließlich begann den Teig vorzubereiten schnappte sie sich ihre Kaffeetasse, befüllte diese mit dem schwarzen Getränk und goss noch einen großen Schluck Milch dazu. Schnell noch Weihnachtsmusik angemacht und es konnte losgehen.


Becker saß in seinem Auto und fuhr nach Hause. Dabei hatte er immer wieder die junge Feldkoordinatorin in seinem Kopf. Was für ein Quatsch hatte sie ihm da vorhin erzählt? Er hatte genau mitbekommen, dass Jess und Abby über ihn gesprochen hatten und um ehrlich zu sein war das nicht das erste Mal, dass er so etwas mitbekam. Schon oft hatten sich die beiden Frauen, und meistens war Emily auch noch dabei, ungestört gefühlt und über ihn gesprochen. Oft hörte er nur noch wie sein Name in dieser Runde viel und sobald er diese erreicht hatte wurde zumindest eine von den Anwesenden rot. Und das war meistens Jess. Doch das Jess rot wurde war nichts neues. Oft beobachtete er die leichte Röte auf ihren Wangen wenn er zugegen war. Und natürlich bemerkte er auch ihre heimlichen Blicke, immer dann, wenn sie dachte er würde sie nicht beachten, nicht sehen.
In diesen Situationen musste er sich doch stark zusammen reißen um nicht zu grinsen und sich so zu verraten. Denn insgeheim... Nein stopp! Hör auf zu denken, schimpfte er sich selbst. Er brummte irgendetwas unverständliches und bog mit dem Auto auf den Parkplatz vor seiner Wohnung.


Vier Bleche mit lecker duftenden Kerzen darauf lagen verteilt in ihrer Küche während Jess diese wieder aufräumte und etwas Ordnung in diese brachte. Sie hatte es tatsächlich geschafft. Sie war fertig mit backen. Jetzt noch zu Ende aufräumen und sie konnte die Plätzchen in die verschiedenen Tüten füllen und sich dann endlich in ihr Bett verkriechen.


Das Team hatte erfolgreich einen Einsatz beendet und während Matt, Becker, Abby, Connor und Emily zurück zum ARC fuhren verschwand Jess in die Untiefen des Gebäudes und verteilte ihre Plätzchentüten. Sie stellte eine auf den Schreibtisch von Abby im Tiersektor. Connors Tüte platzierte sie in seinem Labor und Emilys stellte sie zusammen mit Matts Tütchen auf dessen Schreibtisch in seinem Büro. Bei Becker überlegte sie noch. Vielleicht sollte sie seine Plätzchen lieber in die Waffenkammer stellen. Bestand doch die wahrscheinliche Möglichkeit, dass er die dort eher fand als in seinem Büro. Aber sie entschied sich dagegen, denn sie wusste nicht wie verfressen Beckers Soldaten waren. Sie wollte schließlich nicht, dass irgendein anderer diese Tüte bekam.

Das restliche Team hatte das ARC schließlich wieder erreicht. Jess hatte bereits begonnen ihren Einsatzbericht zu schreiben. Dem würden dann später Matt und Becker ihre Beobachtungen und Erfahrungen hinzufügen, ehe er abgeheftet wurde und im Aktenschrank landete.
Während sie schrieb und alle anderen ihren Tätigkeiten im ARC wieder nachgingen kamen nach und nach ihre Kollegen zu ihr um sich für das Weihnachtsgebäck zu bedanken. Alle hatten bereits ein Plätzchen probiert und waren von dem Geschmack begeistert. Connor nahm sie strahlend in die Arme. "Ich danke dir Jessi, vielen, vielen Dank. Die sind soo lecker!"
"Habe ich doch gerne gemacht.", lachte Jess und erwiderte die Umarmung ihres Kollegen.
Alle hatten nun ihre kleinen Geschenke gefunden, sogar Lester hat seine Tüte bekommen und sich anständig bei ihr bedankt. Nur einer war noch nicht bei ihr gewesen um ihr zu danken. Becker. Entweder er hatte die Tüte noch nicht gefunden, weil er noch nicht in seinem Büro war oder hielt sich wie immer zurück, dankte ihr mit einem kurzen Nicken auf dem Gang oder sonst etwas.
Sie seufzte und sah auf ihre Uhr. Lester hatte sie für 18 Uhr alle in sein Büro bestellt. Es ging wohl um diese mysteriöse Lieferung die heute noch ankommen sollte.


"Wie sie schon wissen erwarten wir eine überaus wichtige Lieferung heute. Deswegen war es mir wichtig, dass sie diese Lieferung entgegen nehmen und sich um alles weitere kümmern.", eröffnete Lester das Meeting.
"Um was handelt es sich denn?", neugierig wandte Connor sich an seinen Chef.
"Sein sie nicht so neugierig Temple. Das werden sie schon früh genug erfahren.", herrschte Lester und fuhr mit seinem Vortrag fort.
"Der Minister selbst hat sich stark gemacht damit das ARC die Gelder für diese Anschaffung bekam. So viel kann ich ihnen sagen, es wird jedem Einzelnen die Arbeit einfacher machen. Und jetzt stehen sie da nicht länger so rum, machen sie sich an die Arbeit!"

Zu sechst machten sie sich auf den Weg zur Ladezone, wo bereits ein LKW und dessen Fahrer auf sie wartete.
"Mr. Anderson?", fragte er in die Runde und besagter trat vor und unterschrieb einige Papiere.
"Dann wollen wir mal ausladen."
Gesagt, getan.
Am Ende standen alle mit größeren und kleineren Paketen dort und waren gespannt was im Inneren dieser war. Jess und Connor hatten mit die kleinsten Pakete.
"Warum haben wir so kleine Pakete und Becker so ein großes?", empörte sich Connor und sah jedes einzelne Paket an.
"Los kommt jetzt. Wir sollten uns an die Arbeit machen, ich will nämlich heute noch nach Hause.", entschied Matt und alle gingen zurück in ihre Bereiche des ARCs.

Jess saß am ADD und hatte ihr Paket bereits geöffnet. Ein optimiertes Programm für den ADD war darin ebenso wie neue und verbesserte Blackboxen mit den dazugehörigen Kommunikationsgeräten.
Anerkennend pfiff Jess als sie das neue Programm auf dem Hauptrechner installierte. Es beinhaltete mehrere Schritte und das erste dauerte bereits eine dreiviertel Stunde.
Auch Connor arbeitete in seinem Labor an seinem Laptop. Mit der neuen Ausrüstung konnte er seine Anomalieforschung auf ein höheres Level steigern.

"Hey Jess, wir fahren jetzt nach Hause, kommst du auch?" wollte Abby von ihr wissen als sie gefolgt von Connor, Matt und Emily zu ihr trat.
"Seid ihr alle mit euren neuen Sachen etwa schon fertig?", fragte die Jüngste in der Runde ihre Kollegen. Alle nickte zustimmend.
"Oh man, bei mir dauert es noch etwas. Das neue Programm ist in der Installation sehr zeitintensiv, aber wenn es dann mal drauf ist, wird der ADD noch leistungsfähiger sein wie zuvor."
Nach einer kurzen Abschiedsrunde saß sie nun wieder alleine an ihrem Rechner. Kaum eine Person war noch da. Wenn der Abend beziehungsweise die Nacht nahte wirkte das ARC sehr verlassen, wobei auch zu später Stunde immer noch ein paar Mitarbeiter anwesend waren. Jess seufzte und konzentrierte sich weiterhin auf die Zahlen und Buchstaben die auf den Bildschirmen flackerten. Irgendwann lief schließlich der letzte Installationsschritt und ehe dieser beendet war, ging Jess in die Teamküche um ihr gebrauchtes Geschirr wegzuräumen.


Mit einer Tasse Kaffee und der Plätzchentüte vor sich saß Becker am Tisch welcher sich in der Teamküche befand. Er war heute kaum in seinem Büro gewesen und hatte das kleine Geschenk von Jess erst vor nicht all zu langer Zeit dort gefunden. Er hatte gelächelt als er es dort stehen sah und nahm es schließlich in die Hand um in der Küche, bei einem Kaffee, eines dieser Plätzchen zu probieren. Doch bevor er sich ein Plätzchen aus der Tüte nehmen konnte, trat deren Bäckerin die Küche.
"Du bist ja auch noch hier.", wunderte sich Jess, sah ihn an, ehe ihr Blick zur Tüte wanderte und dann schließlich zurück zu ihm. "Oh du hast die Plätzchen gefunden. Ich hoffe sie schmecken dir."
"Ich habe sie gerade erst gefunden. Hatte viel zu tun, vor allem mit der neuen Ausrüstung die wir bekommen habe. Danke für die Plätzchen." Bei den letzten vier Wörtern sah er ihr fest in die Augen und lächelte leicht,
"Dank mir lieber noch nicht. Du hast von den Keksen noch nicht probiert, vielleicht schmecken sie dir gar nicht.", lächelte Jess und versuchte ihre Nervosität zu überspielen.

Jess wandte sich von dem Captain ab und spülte ihre Kaffeetasse die sie heute die ganze Zeit über benutzt hatte. Während sie an der Spüle stand hörte sie das Rascheln der Tüte und grinste breit. Sie freute sich, dass Becker hier und jetzt eines ihrer Plätzchen probierte.
Sie trocknete gerade ihre Tasse sowie ein paar andere Sachen ab als sie Beckers Stimmer vernahm.
"Jess? Ist da Anis drin?"
Angesprochene drehte sich um und sah Becker an. "Ja da ist Anis drin, was ist denn los?" Doch kaum hatte sie diese Frage gestellt sah sie wie sich seine Gesichtsfarbe änderte und er begann schwerer zu atmen.
"Oh mein Gott Becker! Was ist los?" mit einem Satz war sie an seiner Seite, nahm sein Gesicht in ihre Hände und sah eindringlich an.
"Ich..." Becker atmete tief und schwer ein. "...bin allergisch."
Jess Augen wurden groß. "Gegen Anis?!"
Becker nickte.
"Oh mein Gott, was soll ich denn jetzt tun? Hast du irgendein Medikament dagegen?"
Becker schüttelte den Kopf und konzentrierte sich auf seine Atmung.
Die junge Feldkoordinatorin überlegte fieberhaft was sie jetzt tun sollte.
"Okay. Wir gehen zur Krankenstation da finden wir schon was." Sie griff nach dem Arm des Captains und zusammen machten sie sich auf den langen Weg zu Krankenstation. Eigentlich war der Weg dorthin gar nicht so lang, aber jetzt kam es ihr so vor als würden sie nie dort ankommen.
Becker der immer schlechter Luft bekam begann zu Husten, seine Schritte wurden langsamer.
"Hey, jetzt bloß nicht schlapp machen, wir haben es gleich geschafft!"
Und tatsächlich Jess sah schon die Tür zu dem Raum, in den Becker sie damals gebracht hatte als sie einen anaphylaktische Schock wegen eines Käferbisses hatte. Und jetzt brachte sie ihn dorthin.
Jess stieß die Tür auf und Becker ließ sich auf einen Stuhl nieder und hatte immer mehr Mühe damit genügend Sauerstoff in seine Lunge zu pumpen. "Okay warte, ich schaue mal was ich hier finde." Jess wandte ihm den Rücken zu und öffnete die Schränke in denen die Medikamente gelagert wurden. Sie kramte sich gerade durch die Döschen und Ampullen als Becker anfing zu Husten und zu keuchen.
"Scheiße Becker, halte ja durch ich habe es gleich!"
Da! Endlich hatte sie gefunden was sie suchte. Ein Bronchien-erweiterndes Medikament für den Inhalator.

Mit dem richtigen Medikament in der Hand hetzte sie zu ihm rüber und sah ihn sein erstarrtes und panisches Gesicht. Sein Mund war geöffnet. Er versuchte weiterhin Sauerstoff aufzunehmen, aber jede Anstrengung nutze nichts. Seine Bronchien waren soweit angeschwollen, dass nichts mehr hindurch kam.
Sollte er wirklich so sterben? An seiner banalen Anis Allergie? Ohne die Möglichkeit gehabt zu haben mit Jess zu sprechen. Ohne die Möglichkeit gehabt zu haben ihr von seinen Gefühlen zu erzählen.
Panik lag in Jess´Augen als sie auf ihn zu kam. Sie legte ihre Hand auf seine Wange und legte den Inhalator, den sie kurz nachdem sie das Medikament gefunden hatte, präpariert hatte auf seinen Mund und seine Nase. Es dauerte eine Weile doch irgendwann bemerkte Becker die abschwellende Wirkung und er bekam von mal zu mal immer mehr Luft. Behutsam legte er seine Hand auf ihre, die immer noch auf seiner Wange ruhte. Er umfasste sie und drückte sie leicht um ihr zu signalisieren, dass es ihm besser ging.
Erleichter seufzte Jess aus und nach einiger Zeit konnte sie die Maske des Inhalators von seinem Gesicht nehmen. Gott sei Dank, es ging ihm besser, er bekam wieder Luft.
Sie legte den Inhalator zur Seite, unterbrach dabei aber kein einziges Mal den Blickkontakt zu Becker. In seinen Augen las sie so viele Emotionen. Emotionen die sie manchmal nur ansatzweise und immer nur viel zu kurz in seinen Augen sah.
Da war Panik, Sorge, Mitgefühl, aber vor allem auch Liebe.
"Becker.", hauchte sie, denn er hielt immer noch ihre Hand an seiner Wange.
"Ja Jessica?", fragte er leise und zog ihr Gesicht nahe an seines, ehe er sanft seine Lippen auf ihre legte und sie küsste.
Jess Augen weiteten sich vor Überraschung doch sie erwiderte den Kuss. So lange bis sie von ihm abließ damit er wieder Luft holen konnte.
"Warum weiß ich nicht, dass du gegen Anis allergisch bist?", fragte sie ruhig und mit leiser Stimme. "Jetzt weißt du es und ich hoffe du weißt was ich für dich empfinde.", antwortete er ebenso leise. Ihre Gesichter waren sich dabei immer noch so nahe, dass Jess seinen Atem auf ihren Lippen spüren konnte. Für einen kurzen Augenblick schloss sie ihre Augen und nickte. Als sie ihre Augen wieder öffnete flüsterte sie: "Ich liebe dich auch." und verschloss seine Lippen mit ihren.


"Guten Morgen.", grüßte Emily als sie zu ihren Freunden und Kollegen in die Küche trat. Es waren alle versammelt und Matt reichte ihr eine Tasse Tee. "Ach ja Jess, danke dir noch einmal für die Plätzchen, die waren wirklich sehr sehr lecker.", lächelte sie und Connor sowie Abby und Matt stimmten ihr zu.
"Wie fandest du die Plätzchen denn Becker?" wollte Connor wissen, schließlich war er der Einzige, der dazu noch nichts gesagt hatte.
"Zum Sterben gut.", sagte er ernst und beobachtete Jess wie sie sich an ihrem Kaffee verschluckte und anfing zu husten.
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