Kick it like Wolfsburg Teil 2

GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
02.12.2018
10.12.2018
8
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In den nächsten Wochen wurde es wirklich ruhiger und Kessi und ich spielten uns wieder zusammen ein. Mein Problem war das die Pläne für das neue Hotel unterschrieben sind und ich Kessi noch nichts mitgeteilt habe. Dies wollte ich eigentlich heute Abend machen, aber da sie sich leicht am Knie beim Training heute verletzt hat, hat Alex sie doch noch kurz ins Krankenhaus gefahren, um schlimmeres auszuschließen. Am Montag hatte ich mit Lukas einen Termin, da unsere letzten Termine immer verschoben werden mussten, um wegen meinem Wechsel zu reden. Nun lief ich in Kessi ihrer Wohnung auf und ab und wartete. Sie war schon fast zwei Stunden im Krankenhaus und ich hoffe einfach, dass es nichts Schlimmes ist. Endlich drehte sich der Schlüssel im Schloss und die Tür öffnete sich. Kessi kam mit undefinierbarer Miene herein. „Hey, Schatz alles gut.“ Besorgt sah ich sie an. „Nicht wirklich.“ Ich nahm ihr die Jacke ab und hängte sie an den Garderobenständer. Meinem Fuß geht es schon wieder ganz gut, so dass ich morgen für Kessi spielen werde, auch wenn ich da ein Risiko eingehe, da meine Verletzung noch nicht ganz verheilt ist. „Was ist los? Ist es dein Knie?“ Sie nickte. „Ich muss mich erneut daran operieren lassen. Alex meinte es würde reichen, wenn ich das nach der EM nächstes Jahr mache, aber ich komme nicht da herum.“ Ich nahm sie in den Arm und küsste sie auf die Stirn. „Wo wäre die OP.“ „In München und da müsste ich auch mindestens noch 3 Monate bleiben, wegen der Reha und so weiter. Es könnte wieder bis zu 5 Monaten dauern, bis ich überhaupt wieder hier nach Wolfsburg käme.“ Sie sah mich traurig an und ich stockte als ich realisierte was sie sagt und grinste. „Was grinst du, du verstehst schon dass wir uns 5 Monate nicht sehen können.“ „Nein, warte komm her lass uns setzen.“ Ich zog sie ins Wohnzimmer und setzte sie auf die Couch. Meine Unterlagen hatte ich schon hier liegen. „Du weißt ich wollte dir schon die ganze Woche etwas sagen, aber es ergab sich nicht.“ Sie nickte. „Gut, also…“ Ich lief durch die Wohnung und atmete tief durch. „Du weißt ja dass ich in den letzten Monaten hart an einem Projekt gearbeitet hab.“ „Ja, aber warum machst du es so spannend.“ „Ja, warte.“ Ich hob die Hände. „Mum und ich wollten schon lange unser Hotel vergrößern. Im Sinne einer Hotelkette. Zurzeit haben wir jetzt die Genehmigung ein weiteres Hotel hinzuzufügen. Dieses wird in München stehen. Im Sommer sollen die Renovierungsarbeiten abgeschlossen sein und jemand muss dieses Hotel vorerst Leiten und dass werde ich machen. Da sich das über ein Jahr hinzieht, muss ich mich jetzt entscheiden. Für dich oder meine Arbeit eigentlich. Denn ich müsste für ein Jahr nach München ziehen und überlege nun zu den Bayern zu wechseln, aber nur für eine Saison und dann wieder hier zu Spielen. Was bedeutet dass wir wenigstens die ersten 5 Monate zusammen haben, wenn du diese OP machst.“ Ich stoppte in meiner Rede und sah sie nun an. „Warte du wechselst zu den Bayern.“ „Noch nicht, ich hab am Montag ein Termin mit Lukas, wegen den ganzen Organisatorischen und ob überhaupt Interesse besteht. Wir wollten das schon vor Wochen machen, aber bei ihm war es in letzter Zeit so hektisch das wir unseren Termin schon zweimal verschieben mussten. Meine Gedanke war eigentlich das ich über Wolfsburg für ein Jahr ausgeliehen werden würde. Leider muss ich darüber ja erst einmal mit Ralf und dem Vorstand reden, nur ich wollte erst mit dir reden. Denn du musst wissen ich würde all das abblasen, wenn du nein sagst. Unsere Beziehung bedeutet mir alles.“ Ich setzte mich nun neben sie und nahm ihre Hände in meine. „Also warte, hab ich das richtig verstanden ihr wollt ein weiteres Woodstone in München eröffnen. Dort würdest du das Hotel für ein Jahr Leiten und bei den Bayern spielen.“ „So war der Gedanke.“ Ihr Blick wurde nachdenklich. „Ich weiß es ist alles so viel auf einmal, hier hab ich eine Mappe, die kannst du dir ansehen und dir einen Überblick verschaffen. Du musst mir heute keine Antwort geben, les alles in Ruhe durch und sag mir dann was du davon hältst.“ „Wie lange arbeitest du schon daran?“ „6 Monate, aber erst seit anderthalb Monaten ist es im Gespräch.“ „Also bevor wir uns kennengelernt haben.“ Ich nickte. „Ja, ich musste ja erst einmal einen Standort und Immobilie finden und so weiter. Da war Profifußball noch gar nicht im Gespräch. Und danach hab ich das alles etwas verdrängt, aber jetzt wo ich den Vorstand davon überzeugen musste, suchte ich natürlich für all das eine Lösung.“ Wieder nickte sie nur und schlug die erste Seite auf. Ich stand auf und ging in die Küche. Nach einer halben Stunde habe ich das Abendessen fertig und deckte den Tisch. „Kess.“ Sie schaute von der Mappe auf. „Essen wäre fertig.“ Sie nickte und stand auf. Ich stellte alles auf den Tisch und wir fingen an mit Essen. „Darf ich dich was fragen?“ „Ja, natürlich.“ „Hast du das wirklich alles selbst gemacht.“ Sie zeigte auf die Mappe. „Ja, Mum hat zwar etwas geholfen, aber die eigentliche Arbeit hab ich gemacht.“ „Das ist echt erstaunlich. Diese vielen kleinen Punkte die man dabei beachten muss und dafür hast du dein Studium noch gar nicht begonnen.“ Ich zuckte die Schultern. „Naja, dieses Studium ist ja nur fürs Papier. Die Themen und alles kann ich ja schon, aber auch ich weiß nicht alles und muss all mögliche gesetztes Bücher durchwälzen und mit unserem Juristen sprechen. Wenn ich dir ein was sagen kann, Juristendeutsch ist selbst für mich zu hoch. Da ist Jason sein Medizinstudium ja nichts dagegen gewesen.“ „Apropo Jason, er war eben im Krankenhaus und hat mich untersucht. Ihn so zu sehen ist schon ganz schön komisch.“ Ich lachte. „Ja, mit Kittel ist er fast ein anderer Mensch. Er wird ab der Rückrunde mit Alex zusammen unsere Ärzteabteilung Leiten. Ralf hat ein gutes Wort eingelegt und Jason seine Kompetenzen, was Knie und Knochen Verletzungen angeht ist unschlagbar.“ „Von wem habt ihr eigentlich dieses Talent für all dieses Wissen.“ „Keine Ahnung, Jason wollte schon früh lernen und ich hab einfach immer mitgelernt. Schon mit zwei, drei Jahren konnte ich schreiben und lesen. Mit vier kam dann rechnen dazu. Jason brachte mir all den einfachen Stoff der ersten Klassen bei und so hätte ich mit sechs auch gleich ganz in die 5. Wechseln können, aber dies war ein zu großer Schritt, auch wegen der Entwicklung. Ich war zwar durch mein Wissen reifer, als meine gleichaltrigen Mitschüler, aber eben auch immer Wissbegierig und Neunmalklug.  So übersprang ich zuerst die erste und dann die dritte. Auf dem Gymnasium übersprang ich die 6. und machte mein Abi mit 15. Mir war im Unterricht ja trotzdem langweilig, aber durch die ganzen Mobbingversuche wurde ich immer stiller und antwortete nur noch wenn ich direkt gefragt wurde. Meine Noten waren im Einser Bereich. Jason war immer traurig wenn er keine 1 hatte, also ein richtiger Streber, aber ich hatte sogar zwei Fächer wo ich schlecht drinnen war.“ „Echt und was?“ Sie sah mich amüsiert an. „Musik und Kunst. Beides lag mir überhaupt nicht und ich war froh wo ich es nach der 10. abwählen konnte.“ Kessi lachte. „Kunst und Musik, das waren mit meine Lieblingsfächer.“ Ich schaute sie verwirrt an. „Wie kann man diese Fächer mögen.“ „Warum nicht? Gegenfrage wie kann man Mathe oder Physik mögen?“ „Ich mag beide Fächer nicht, aber solange ich den Stoff verstand ging das.“

Am nächsten Morgen blieb ich im Bett und beobachtete Kessi beim Schlafen. Es war noch früh am Morgen und sie lag zur Hälfte auf mir, was meinen Bewegungsfreiraum etwas einschränkte, aber dies stört mich wenig. Meine Hand strich über ihren Rücken und schob ihr Shirt so etwas höher. Meine Gedanken wanderten zu unserem heutigen Spiel. Der 1. FFC Frankfurt war heute bei uns zu Gast und würde als letzter Hinrunden Gegner versuchen uns die erste Niederlage zu bescheren, aber trotz der vielen bekannten Namen wie Bartusiak, Marozsán, Laudehr, Behringer, Bajramai oder Okoyino de Mbabi waren wir gewillt das Spiel nicht kampflos herzuschenken. Dass ich heute spielen werde, wird erst kurz vor dem Spiel bekanntgegeben. Selbst meine Eltern wissen nichts davon, aber auch so sind wir heute sehr ersatzgeschwächt. Neben Kessi und Alex, fehlen uns auch Johanna, Selina, Belle und Jana. Gut das wir die nächsten Woche pause hätten und so einige Verletzten wieder kommen würden zur Rückrunde. Alex war schon wieder in der Reha und auch Selina und Belle sollten in den nächsten Wochen wieder zur Mannschaft stoßen. So im Gedanken merkte ich nicht wie Kessi aufwachte. „An was denkst du zum frühen Morgen schon wieder so hart nach, das du aufgehört hast deine Hand zu bewegen.“ Erst jetzt realisierte ich das meine Hand nicht mehr über ihren Rücken strich. „An das Spiel heute.“ „Bist du sicher, dass es mit deinem Fuß geht, du musst heute nicht spielen.“ Sie schaute mich besorgt an. „Ich weiß, aber es geht schon. Außerdem ist das Spiel heute wichtig, mit einem Sieg führen wir mit zwei Punkten die Tabelle an.“ „Ja, aber es bringt uns nichts wenn du dich wieder Verletzt.“ „Das wird schon nicht passieren, es wird lustig gegen die anderen zu Spielen.“ „Naja, ich hoffe das sagst du auch noch nach dem Spiel.“ Sie kitzelte mich leicht an der Seite und ich wich schnell weit genug von ihr, bevor ich selbst angriff und sie unter mir begrub. So außer Atem merkten wir gar nicht wie nah wir waren, da zog sie mich nach unten und küsste mich. Eifrig erwiderte ich diesen und ließ meine Hände wandern. Ein besseres Warm-Up vorm Spiel kann man sich gar nicht wünschen.


5 Stunden später stand ich vorm Stadion und lief mit meiner Tasche in die Kabine. Einige Mädels waren schon da. Ich ging zuerst noch einmal nach draußen und begutachtete den Rasen. Dort traf ich auf ein paar bekannte Gesichter. „Franzi.“ Lira und Maro umarmten mich. „Hey, ihr wie geht es euch?“ „Gut und dir. Wie geht es deinem Fuß?“ „Ganz ok. Er lässt sich schon wieder gut belasten.“ „Wir haben gehört das du und Kessi wieder zusammen seid.“ „Jep, nach viel Drama hat sie mir dann doch verziehen.“ „Zum Glück, ihr passt einfach so gut zusammen.“ Auch Sassi und Celia kamen zu uns. „Woods, ich hab gerade gehört du spielst heute.“ Ich nickte. „Jep, muss euch doch fertig machen.“ Lachend verschränkte ich die Arme. „Aber dein Fuß?“ „Naja, eigentlich sollte ich heute noch pausieren, aber durch Kessi ihren Ausfall gestern haben wir heute nicht wirklich die Riesen Auswahl auf dem Platz.“ Ich zuckte die Schultern. Wir gingen langsam alle rein und ich ging in meine Routine über. Zuerst zog ich mich um und zog mein langes grünes Funktionsshirt an, bevor mein Aufwärmtrikot folgte. Bei den heutigen Temperaturen von 4 Grad, trug ich auch Handschuhe. Sobald mein Haar sitzt und die Kontaktlinsen liegen, band ich mir meine Schuhe zu und ging mit meiner Trainingsjacke in der Hand nach draußen. Diese zog ich mir ebenfalls über und schnappte mir zuerst einen Ball und jonglierte etwas herum. Es dauerte etwas bis alle Mädels auf dem Platz standen und wir mit dem Warmlaufen begannen. Nach dem Einschießen brach ich das Warmlaufen kurz ab und ließ mir mein Fuß von Alex abtapen. „Bist du sicher dass es geht.“ „Ja, es ist nur die Unsicherheit, die mich zurückhalten lässt.“ Er nickte. Zurück auf dem Platz, fühlte ich mich mit meinem getapten Fuß besser. Darauf traf ich bei meinem letzten Schuss auch gegen Almuth ins Tor. Ich klatschte Ralf ab und lief in die Kabine. Dort zog ich mich um und trank etwas. Um meinen Zuckerspiegel etwas zu erhöhen aß ich noch einen Schokoriegel bevor Ralf, Stephan, Frank, Kessi und auch die anderen verletzten in die Kabine traten. An der Wand stand unsere Aufstellung.
                         Schult

Wensing          Goeßling          Henning          Faißt

                         Woods
     
          Blässe                         Jakabfi          
                              Magull
Müller          

„So Mädels, wir sind zwar heute etwas Ersatzgeschwächt, aber es sollte gehen. Frankfurt hat in den letzten Spielen gerade im Mittelfeld und in der Abwehr große Lücken gezeigt. Diese müssen wir versuchen zu nutzen und hinten müssen wir die Dinger abfangen. Lena, Josi ich möchte das ihr versucht das Celia keinen Ball aufs Tor schießt. Heute ist große Absprache angesagt, ok.“ Wir nickten. „Gut, da Kessi heute als Kapitän nicht fungieren kann, trägt Lena die Binde.“ Er warf diese zu Lena, die aber nicht aufpasste, so fing ich sie in der Luft kurz vor ihrem Gesicht. „Oh, danke.“ Lena sah erschrocken kurz zu mir. Ich half ihr sie umzubinden und dann war es auch schon so weit nach draußen zu treten. Ich stellte mich als letzte auf und schon ging es ins Stadion. Die Frankfurter wurden von Saskia angeführt. Draußen klatschte ich alle ab und sah hoch zur Tribüne. Neben meinen Eltern, Jason, Eva und Henry, saßen auch Charlie, Lilly und ihre Eltern auf den Plätzen neben Alex und Kessi. Etwas weiter vorne saßen Adrian und Melissa. Beide trugen ihre neuen Trikots und winkten mir zu. Lächelnd stellten wir uns auf und warteten auf den Pfiff. Auf in den Kampf.
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