Diary

von blacksuga
GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
02.12.2018
24.08.2019
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14. August 2019

Hoseok hat mich heute beim Training gelobt und gemeint, dass ich richtig gut geworden wäre. Ein Lob. Ein Lob von Hoseok. Ich fasse es immer noch nicht. Keine Ahnung, ob es an meinem Gespräch mit Namjoon lag, aber es ist irgendwie, als hätte jemand einen Schalter bei mir umgelegt und ein Feuer angezündet. Vielleicht ist es auch einfach Wut? Ist ja eigentlich auch egal. Jedenfalls merke ich, wie plötzlich beim Tanzen eine nie gekannte Energien in mir hochkommen ist. Selbst nach dem Training habe ich mich immer noch total fit gefühlt und vor Energie gesprüht. Vielleicht ist es wirklich Wut. Wut auf diese ganze verlogene Scheiße, die um mich rum ist. Wut darauf, dass ich dazu verdammt bin, Theater zu spielen. Dass ich meinen Freund nur heimlich in den Arm nehmen kann. Es ist doch total ungerecht, dass alle Heterojungs mit ihren Mädels umhermarschieren und sie wie Jagdtrophäen präsentieren und ich mich mit Jimin verstecken muss. Wer denkt sich so was aus? Warum ist das in Korea so? In anderen Ländern ist es doch auch kein großes Problem. Wenn ich mir vorstelle, dass es die nächsten Jahre so weitergeht oder sogar mein Leben lang. Will mir überhaupt nicht vorstellen was passiert, wenn es mal rauskommt oder wenn ich es Eomma und Appa erzähle. Das macht mir echt Angst: Jimin wahrscheinlich auch. Es kommt mir vor, als hätte er noch viel größere Angst als ich.

Irgendwie war ich so in Gedanken, dass ich gar nicht gemerkt habe, dass Jimin und ich nur noch die einzigen in der Umkleide und alle anderen schon weg waren. Ob alles in Ordnung wäre, hat Jimin mich gefragt. Alles bestens habe ich nur gesagt. Wollte das wirklich nicht in der Umkleide besprechen. Sind dann los und noch zu Jimin. Als wir so auf seinem Bett saßen, habe ich ihn von meinen Gedanken in der Umkleide erzählt. Er hat mich nur angeguckt und nicht gesagt. Ob wir es irgendwann mal unseren Eltern sagen müssten, habe ich ihn gefragt. Keine Ahnung, meinte er daraufhin und wir es doch auch gar nicht müssten.

Habe dann meinen Kopf auf seine Schulter gelegt und als er den Arm und mich gelegt hat, war auf einmal alles wieder gut. Ich wünschte, es könnte immer so bleiben.
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