Adventskalender 2018

von Shanilka
OneshotAllgemein / P16 Slash
01.12.2018
16.12.2018
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Hey!
Ich hoffe, ihr hattet einen guten Nikolaus!
Heute kommt wieder ein OS von mir. Ich hatte Lust auf das Pairing und es war das erste Mal, dass ich was zu ihnen geschrieben habe. Ich hoffe, das merkt man nicht allzu sehr. ^^'
Viel Spaß!
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Natürlich weiß Merlin, dass er um diese Zeit nichts mehr in den königlichen Gemächern zu suchen hat, es sei denn, es handelt sich um einen Notfall. Was wohl nicht der Fall ist.
Oder vielleicht doch.
Er kann nicht ganz sagen, was ihn mitten in der Nacht hierher geführt hat, bewaffnet mit nicht mehr als einer brennenden Kerze in ihrem Ständer, doch er hat das Gefühl, das Richtige zu tun.
Und das ist doch auch schon etwas, oder nicht?
Leise drückt er die Klinke herunter und öffnet die Türe. Dieses Schloss hat wirklich ein Sicherheitsproblem, er ist problemlos bis hierher gekommen, ohne irgendeiner Wache zu begegnen. Eine Sache, von der er sich vornimmt, sie morgen mal mit Gwaine zu besprechen.
Im Schein der Kerze erkennt er noch nicht viel, doch er hört Arthurs Atem, wie immer laut und nervig. Selbst im Schlaf kennt er keine Zurückhaltung...
Genauso leise wie Merlin herein gekommen ist, schließt er die Tür auch wieder hinter sich und geht dann auf das große Himmelbett zu.
Nichts ungewöhnliches. Arthur liegt auf dem Rücken, tief in seinen Decken vergraben, einzig der blonde Schopf schaut oben heraus. Merlin kann es ihm nicht verdenken, es ist kalt in dem Raum, offenbar ist das Kaminfeuer schon vor einer Weile ausgegangen.
Also schleicht er zu eben jenem und lässt es mit ein paar gemurmelten Worten wieder entflammen. Ein prüfender Blick zurück zu Arthur: Er schläft noch immer seelenruhig.
Merlin hingegen hält inne und überlegt. Das Feuer wird doch sicher nicht der einzige Grund gewesen sein, dass er das dringende Bedürfnis hatte, jetzt hierher zu kommen? Nein, es fühlt sich so an als wäre da noch mehr. Aber was?
Sein Blick geht aufmerksam durch den Raum, zumindest durch den Teil, den die Kerze ausreichend erleuchtet.
Nichts. Etwas Wäsche auf dem Boden, die von woher auch immer kommt. Arthur war schon umgezogen als er gegangen ist, also muss er sie aus irgendeinem Grund aus dem Schrank genommen und dann auf den Boden geworfen haben. Merlin seufzt innerlich, geht zu den Kleidungsstücken und hebt sie auf.
Oh. Das Oberteil kommt ihm nicht bekannt vor, was bedeutet, dass es neu sein muss. Es ist in einem blau von dem Merlin denkt, dass es Arthur gut stehen wird. Warum hat er es dann so achtlos auf den Boden geworfen?
Der Zauberer stellt den Kerzenständer auf dem Schreibtisch ab und faltet die Kleidung, legt sie daneben. Ein Knacken ertönt von dem Kamin und dann erst bemerkt Merlin etwas, das das Blut sofort in seinen Adern gefrieren lässt.
Das in dem Bett ist gar nicht Arthur.

Die Erkenntnis kommt Merlin nicht, weil die Person dort irgendwie auffällig wäre. Nein, alles was er von ihr sehen kann und sogar sein Atem und seine Körperhaltung sprechen für den König.
Nein, was ihn wirklich zu der Erkenntnis gebracht hat, ist, dass Arthur unter dem Bett liegt, mit einem Knebel im Mund, und ihn ansieht.
Das einzig Gute ist, dass er mit dem Rücken zum Kamin liegt, also wird er wohl nichts mitbekommen haben von Merlins... Arbeitserleichterung.
Eine Weile sehen sie sich nur stumm an, doch die Gedanken des Zauberers rasen. Das Wesen muss ein Gestaltenwandler sein, er kann sich erinnern, vor einer Weile mal in dem Buch etwas über sie gelesen zu haben. Weder sonderlich intelligent noch gefährlich. Sie übernehmen die Gestalt ihres Opfers und alles, was die Person ausmacht. Interessen, die Stimme, Vorlieben, Ticks. In der Regel lassen sie das Original dann verschwinden und leben als Kopie. Merlin möchte gar nicht darüber nachdenken, wann und ob er es überhaupt bemerkt hätte, wenn der Gestaltenwandler nicht so unvorsichtig gewesen wäre, Arthur unter dem Bett zu verstecken.
Der deutet jetzt mit dem Blick deutlich zu seinem Schwert, das wie immer in der dazugehörigen Scheide an der Wand lehnt. Kein Wunder, dass Arthur nicht dazu kam, sich zu verteidigen. Diese Wesen sind beinahe gestaltlos bevor sie eine Identität übernehmen und in den ersten Stunden danach ist ihre Kraft übermenschlich, damit sie sich ihres Opfers entledigen können. Der König hatte keine Chance.
Merlin nickt knapp und schiebt sich Richtung Schwert, immer die schlafende Person auf dem Bett im Auge. Erst als er die Waffe sicher in den Händen hält, gleitet sein Blick wieder hinunter. Arthur sieht ihn genervt an, er scheint darauf zu warten, dass Merlin ihn mithilfe des Schwertes befreit. Aber das wird er nicht tun. Zumindest noch nicht.
Stattdessen geht der Brünette auf das Bett zu. Erhebt das Schwert drohend über den Schlafenden und- Nichts. Es ist, als würde sein Körper sich einfach weigern, obwohl sein Verstand doch weiß, dass das nicht sein König ist. Aber das Gesicht, ihm zugewandt und so typisch Arthur schlafend, die blonden Haare, die Position, wie er immer liegt.
Merlin kann nicht.
„Mach schon. Bring es hinter dich und erfahre nie seine wahren Gedanken.“
Merlins Blick schnellt zu dem Gesicht. Wie lange ist der Gestaltenwandler schon wach? Und was sollen diese Worte bedeuten?
Der falsche Arthur öffnet nun seine Augen und fast hätte er schon wieder vergessen, dass er nicht der Echte ist.
„Wovon sprichst du?“
„Ich kenne ihn. Ich weiß alles über ihn... Emerys“ Das letzte Wort ist nicht mehr als ein Hauchen, fast nur ein deutliches Bewegen der Lippen. Arthur grinst schief. „Dinge, die er dir nie erzählen würde. Ich kann sie dir sagen.“
Merlin versteinert, der Blick ist von den blauen Augen gefangen. Er könnte Antworten bekommen auf Fragen, die er sich nicht einmal trauen würde dem König zu stellen. Sicher eine einmalige Gelegenheit.
„Ist“, beginnt er langsam, „ist es... wahr, dass-“ Nein. Merlin schüttelt energisch den Kopf. Wendet den Blick wieder dem Schwert zu, ehe er es hinunter schlägt. Arthur verschwindet in ein paar Dampfwolken und Merlin zittert wie Espenlaub, obwohl es doch gar nicht wirklich der König war.
Nachdem er sich wieder gefangen hat, hockt er sich hin und zieht Arthur mühsam etwas unter dem Bett hervor, ehe er ihn von dem Knebel und den Fesseln befreit. Der König schnaubt.
„Na endlich, Merlin! Warum hat das so lange gedauert?!“
Der Zauberer enthält sich einer Antwort, wirft seinem Herrn nur einen vielsagenden Blick zu ehe er das Schwert dahin zurück bringt, wo es hingehört. Als er sich umdreht, sitzt Arthur auf der Bettkante und reibt sich über seine Handgelenke.
„Sire? Seid ihr verletzt?“
„Nein, es geht schon. Ich bin nicht so ein Schwächling wie du, Merlin.“
Natürlich nicht...
Der Brünette geht ein paar Schritte auf den König zu, bleibt dann aber in gebührendem Abstand stehen.
„Was ist geschehen?“
„Gute Frage. Ich bin aufgewacht unter dem Bett, geknebelt und gefesselt. Also sag du es mir: Was für eine Kreatur war das?“
Arthur hat sie also gar nicht gesehen. Er weiß nicht, dass sie ein Abbild von ihm war. Auf seinen magischen Ursprung kommt er vermutlich nur, weil in dem Zimmer keine Leiche ist. Ob er wohl die Worte des Gestaltenwandlers gehört hat?
Merlin sieht zu der Kerze, die mittlerweile schon ein ganzes Stück heruntergebrannt ist.
„Ein Troll, denke ich. Nach seinem Tod löste er sich in Luft auf.“
Er spürt den Blick des Königs auf sich liegen, doch keiner von Beiden sagt noch etwas. Schließlich räuspert Arthur sich.
„Ich sollte weiter schlafen, morgen warten wichtige Aufgaben.“
Merlin nickt. „Benötigt ihr noch etwas? Ich nehme an, die Kleidung auf dem Boden gehörte dem Eindringling. Ich werde sie auf dem Weg hinaus entsorgen.“
„Gut.“ Nach einem kurzen Moment des Schweigens hebt Arthur die Bettdecke an und legt sich darunter. Merlin greift nach dem Kerzenständer und klemmt sich die Kleidung unter den anderen Arm.
„Ach ja. Merlin?“
„Ja, Sire?“
„Es ist wahr.“
Fast hätte er alles fallen gelassen. Ungläubig starrt er seinen König an.
„Sire?“
„Du weißt schon, was ich meine. Und jetzt geh.“
Merlin fehlen die Worte, perplex stolpert er durch den Raum und dann aus der Tür. Kann Arthur das meinen, was er glaubt? Aber nein, niemals würde er-
Oder doch?!
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