When you're in my arms

von VavaLoves
GeschichteAllgemein / P12 Slash
01.12.2018
09.12.2018
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Guten Abööönd,

hoffe ihr hattet einen schönen Tag und volle Stiefel.

Ohne viel Worte, viel Spaß beim Lesen ;)

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„Was verdammte scheiße ist das denn hier?“, schreit sein Vater. Ich bin wie erstarrt, gucke wahrscheinlich ängstlich drein. „Wer ist dieser Typ und was macht ihr hier?“ Sofort löse ich mich von Moritz und schnappe mir mein Shirt, ziehe es schnell über.
„Ich bin-“, fange ich an, doch wurde sofort unterbrochen. „Hab ich dich gefragt?“, schreit er jetzt mich an, schaut aber durchgehend zu Moritz. „Das ist Nick, mein Freund“, sagt Moritz mit fester Stimme. Inzwischen hat auch er wieder sein Shirt an.

Er stellt sich seinem Vater gegenüber, schaut ihm festen Blickes in die Augen. Sein Vater sieht verblüfft und ungläubig aus. „Was?“, flüstert er leise. „Das Dad, ist Nick Gallagher, mein fester Freund. Ich bin schwul“, sagt Moritz, seine Stimme sogar noch fester als vorher.

„Sag mal willst du mich verarschen?“, schreit sein Vater los. „Ich dachte mir, dass ich extra wegen deinem achtzehnten Geburtstag schon früher von meiner Geschäftsreise komme und du hintergehst mich, indem du mit DEM DA rummachst?“, fragt er abfällig. „Hätte ich es dir sagen sollen?“, fragt Moritz arrogant. „Du hasst Schwule, bezeichnest sie als Schwuchteln. Wie ist das denn dann, wenn der eigene Sohn einer ist?“ „Beschissen ist das!“ „Und genau deswegen habe ich es dir nie gesagt.“

„Du bist nicht mein Sohn! DU BIST NICHT MEIN SOHN!“, schreit Moritz Vater und betont jeden Buchstaben. „RAUS!“, schreit er noch lauter zu mir. Ich setze hastig einen Schritt nach vorne, doch Moritz hält seinen Arm vor mich, deutet mir nicht weiter zu gehen, gar nicht zu gehen. „Wenn du ihn rausschmeißt, gehe ich auch.“

„DANN GEH DOCH!“ „DU BIST EIN ARSCHLOCH VON VATER! AKZEPTIERST DEINEN EIGENEN SOHN NICHT! ICH HABE DICH NIE INTERESSIERT, DIR GING ES NICHT EINMAL UM MICH! NUR DU UND DEIN BESCHISSENES GELD!“, schreit Moritz. „DU WAGST ES SO MIT MIR ZU REDEN, SCHWUCHTEL?“, schreit sein Vater.

Er macht einen schnellen Schritt auf Moritz zu und reflexartig schließe ich die Augen, als ein lautes Klatschen zu hören ist. Moritz Wange färbt sich dunkelrot, die Hand seines Vaters ist zur Faust geballt. „SIE SCHLAGEN IHREN EIGENEN SOHN, WEIL ER SCHWUL IST?“, frage ich aufgebracht. Ihn interessieren meine Worte gar nicht. „DU FASST NIE WIEDER MEINEN FREUND AN, DU EKEL!“

Nach diesen Worten brennt meine Wange. Er hat mich auch geschlagen! Ungläubig schaue ich zu ihm auf, will ihn gerade selber schlagen, als eine zitternde Hand mich festen Griffes hinter sich herzieht, raus aus dem Haus. Draußen lässt Moritz meine Hand los. „Du wartest hier“, sagt er streng. Moritz geht wieder ins Haus und im nächsten Moment höre ich auch schon ihre viel zu laute Konversation.

„WAS WILLST DU NOCH HIER?“ „LÄSST DU MICH WENIGSTENS MEINE SACHEN ZUSAMMEN PACKEN, RICHARD?!“ Es ist stumm und ich habe Angst. Angst um Moritz, Angst vor seinem Vater, ANGST. Nach gut zwanzig Minuten kam Moritz mit einer großen Reisetasche wieder aus dem Haus, oder eben Saftladen oder Gefängnis oder- „Kommst du?“, fragte Moritz und geht zielgerichtet los.

Ich weiß nicht wo er hin will, aber stumm folge ich Mo. Irgendwann sind wir dann am Schweriner Schloss. Den ganzen Weg über schwiegen wir uns an, selbst jetzt sagt keiner von uns auch nur den leisesten Ton.
Das Wetter ist verräterisch, die Sonne scheint kräftig, in ihrer vollen Kraft, auch wenn es schon langsam dunkel wird. Nichts als Stille zwischen uns. Moritz ging immer schneller. Wir haben bis hier wahrscheinlich acht Minuten gebraucht.

Und dann stoppt Mo ruckartig vor mir und schlägt mit voller Kraft seine Faust gegen einen Baum. Schweigen tuen wir immer noch, allerdings ziehe ich ihn weg, als er wieder einschlagen will. Erst wehrt er sich, doch mein Griff ist stärker. Und dann umklammert er mich, presst seinen zitternden und weinenden Körper an meinen, sucht nach Halt.
Und genau den gebe ich ihm. Ich beschütze ihn, halte ihn, mehr nicht, gebe ihm nur den Halt, den er sucht und braucht. „Hey, es ist ok. Gefühle sind männlich und ok. Ich bin so froh, dass du mir deine innersten Emotionen offenbarst, es zeigt dein Vertrauen zu mir. Es ist okay zu weinen, lass es raus.“ Und schon heult er, schluchzt, krallt sich in mein Shirt.
Ich halte ihn einfach und flüstere ihm beruhigende Worte ins Ohr, süße Nichtigkeiten. ‚Whisper sweet nothings to keep you still’, fällt mir der Songtext von Andy Fowlers Lied Sweet Nothings ein.

„Alles wird gut.“ Moritz löst sich von mir und blickt mir mit seinen extrem roten Augen in die meinen. „Wunderschön“, flüstere ich ungewollt. Sofort presse ich meine Lippen aufeinander. Moritz quittiert es nur mit einem sanften Lächeln. „Du auch“, sagt er und lässt ganz von mir ab. Wir gehen weiter in Richtung Einkaufszentrum. Dann stellen wir uns an die Haltestelle und warten auf einen Bus, der über Stralendorf fährt. Es dauert ungefähr eine halbe Stunde, bis der richtige Bus kommt. Die ganze Fahrt über schweigen wir. Nächste Station: Stralendorf. An der Haltestelle steigen Mo und ich aus.

„Jetzt bringst du uns zu deinem Haus“, sagt er. Also gehen wir in Richtung mein zu Hause. „Ich wollte fragen, ob ich vielleicht für eins, zwei Nächte bei dir schlafen kann“, fragt Moritz zögerlich. „Klar, schließlich sind wir ja laut deiner Aussage feste Freunde.“ „Was hätte ich den sagen sollen? One-Night-Stand? Ein Kumpel? Der Typ mit dem ich rummache? Der Typ den ich date?“
„Warum nicht? Das letzte klingt nicht mal so schlecht.“ „Bist du deswegen etwa sauer auf mich?“ „Nein, ich möchte nur nicht, dass es zu irgendwelchen Differenzen zwischen dir und mir kommt und klar stellen, dass ich eben NUR DER TYP BIN DEN DU DATEST.“ „Ist ja schon gut.“

Und schon stehen wir vor meiner Tür. „Da wären wir“, sage ich und hole meinen Haustürschlüssel aus der Tasche. Wir ziehen unsere Schuhe aus und gehen direkt zu meinen Eltern in die Küche. „Hi Mum, hi Dad, das ist Moritz, ein Freund von mir.“ „Hallo Moritz.“ „Hallo Frau Gallagher“, grüßt Moritz. „Nenn mich doch Monika. Das ist mein Mann Klaus.“ „Hallo“, sagt Moritz auch zu meinem Vater und gibt beiden die Hand.

„Mein Zimmer ist oben“, sage ich, damit meine Eltern ihn nicht irgendwas fragen. „Hat mich gefreut Sie kennenzulernen.“  Und schon gehen wir nach oben in mein Zimmer. Als Mo eintritt betrachtet er es lange.
„Sehr schön und so viele Sachen. Es sieht wohnhaft und lebendig aus.“ „Deins ist auch schick, nur halt etwas kahl“, sage ich. „Hah danke.“ „Ach komm, sei nicht so!“ „Wie bin ich denn?“ „Zurückhaltend, schüchtern und abweisend.“

„Sollte ich lieber SO sein?“, fragt er und drückt mich aufs Bett.

Prompt sitzt er auf mir, versucht mich zu küssen. „Nicht! Meine Eltern könnten jeden Moment reinplatzen“, sage ich nervös und schaue Richtung Tür. Er kann mich doch nicht einfach so aufs Bett drücken und versuchen zu küssen. „Dann schließ doch ab“, erwidert er nur und küsst mich wirklich nochmal, leidenschaftlicher und wilder.
Ungewollt seufze ich in den Kuss hinein. Doch ich besinne mich sofort wieder und ziehe Moritz sanft an seinen Haaren zurück.

„Nicht hier“, flüstere ich.
„Wo denn?“, fragte er genauso leise.
„Die Frage ist doch wann“, gebe ich zurück.
„DU hast es ortsabhängig gemacht“, lacht Mo leise.
„Ja ok, aber meine Eltern und Geschwister dürfen nicht zu Hause sein, was so ungefähr nie stattfindet.“
Enttäuscht legt Moritz sich neben mich.
„Also doch ortsabhängig. Dann muss die Gasse wohl reichen“, sagt er enttäuscht.
„Ich mag unsere Gasse, aber morgen Nachmittag können wir die Tür auch einfach abschließen, meine Geschwister wollen nicht oft was von mir, das würde also nicht auffallen.“

Lächelnd gibt Moritz mir einen flüchtigen, fast unscheinbaren Kuss. „Was machst du bloß mit mir?“, flüstere ich. „Was mache ich denn?“, haucht er flüsternd in mein Ohr. Ich spüre seinen Atem in meinem Nacken, was mir eine Gänsehaut beschert. „Du treibst mich in den Wahnsinn!“, flüstere ich und diesmal bin ich derjenige, der unsere Lippen miteinander verschließt.
„Lass uns schlafen“, sagt Moritz Sekunden später. „Ja.“

Während Mo sich an mich kuschelt, kreisen die Gedanken nur so in meinem Kopf.

Was sind wir jetzt eigentlich?
Er ist ja schließlich nicht mein fester Freund.
Liebt er mich überhaupt?
Wahrscheinlich schon.
Liebe ich ihn überhaupt?
Ja.
Heißt das dann, dass ich schwul bin?
Ich habe schon so viele Frauen geküsst, mir hat es gefallen, aber ich habe nie eine geliebt und dann kommt Moritz daher, dem ich jahrelang sehnsüchtig hinterhersehe, seine Blicke nie bemerkte oder ignorierte und lässt mich fühlen, wie kein Mädchen zuvor es geschafft hat.
Was macht er bloß mit mir?
Ich könnte ja auch bisexuell sein, schließlich haben Frauen mich schon ähnliches spüren lassen.

Leise und regelmäßig atmet Mo auf meiner Brust und hält mich fest umarmt. Seine Anwesenheit ist so schön, so beruhigend und löst ein Kribbeln in meinem Bauch aus. Irgendwann bin dann auch ich vom ganzen Grübeln eingeschlafen.

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Hoffe das Kapitel hat dir gefallen, lass doch gerne Feedback da.

Einen schönen Abend des 6. Dezembers :)

Bis Morgen <3

Eure Vava ;*
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