EIN UNFREIWILLIGER ENGEL, 24. TAGE LANG

OneshotAllgemein / P18 Slash
01.12.2018
17.12.2018
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„Nein, das ist auch nichts- Vielleicht so?“ Ich greife erneut nach Hotchs linken Arm und positioniere diesen abgewinkelt hinter Hotchs Kopf. Danach schnappe ich nach der Rose und klemme sie zwischen Hotchs Lippen. Seine Beine gehören auf jeden Fall übereinander geschlagen.

„Hotch, kannst du bitte etwas Mimik in dein verlebtes Mumien Gesicht bringen? Ich benötige einen lasziven Blick.“

„Ich könnte ja auch meinen Reißverschluss öffnen und mir meinen Penis um den Hals wickeln und dabei hockend den Fußboden küssen.“

Ich überlege kurz, schüttle dann aber zweifelnd den Kopf.
„Nein, das mit dem Fußboden kann nichts. Und die Sache mit deinem…äh also mit deinem…. Wie auch immer, wir müssen ja realistisch bleiben,  deine Länge ist wohl kaum der Rede wert, da hat es sich etwas, mit umwickeln. Aber wie setzen wir deine Idee um? Lass mich mal kurz überleg…. AUAAAA!!!“


„Habt ihr das gesehen!!!??? Hotch hat mir gerade eine ganz fiese Kopfnuss verpasst!!“

„Erinnerst du dich jetzt wieder daran, dass diese Zeichnung von mir für Jack sein soll, der dich, was mir persönlich total schleierhaft ist, als seinen Zeichen Buddy ausgesucht hat, damit ihr gemeinsam den heutigen Wettbewerb, welcher am Abend stattfindet, vielleicht gewinnt?“

Ich kann gerade überhaupt nicht denken. Ich sehe nur Sterne. Mein Gott, Hotch scheint tatsächlich nicht sehr angetan von meinen Vorschlägen zu sein. Wie kann das nur angehen?

Okay, von mir aus, wir können es ruhig auf die langweilige Tour machen. Noch immer halb besinnungslos vor Schmerzen, fasse ich nach Hotchs Hand und führe ihn zum Stuhl zurück und gebe ihn mit einer einladenden Geste zu verstehen, dass er Platz nehmen soll. Danach greife ich nach der Rose und drehe sie nachdenklich zwischen Zeige und Mittelfinger. Moment, so könnte es vielleicht gehen.  Vorsichtig platziere ich die Königin der Blumen quer auf Hotchs Kopf.

Jedoch ein beiläufiges Handstreifen von Hotch und die Rose wird förmlich zu Boden geschleudert.

„Ohne Rose, ohne lasziven Blick und ohne Penis Gedöns, klar?“
„Hallo, ich bin Mr Langweilig höchstpersönlich.“
„WIE WAR  DAS EBEN??“
„Glaubt ihr, ich sollte Hotchs Frage besser nicht beantworten? Oh, da kommt ja Jack.“


„HE, SPENCER, BIST DU SCHON FERTIG??? LASS MICH DAS BILD SEHEN!!“
Wie toll tanzt Jack jetzt um mich herum und singt dabei: „ BILD!!! BILD!!! BILD!!!“

Schließlich ist es Hotch, der seinen Sohn stoppt und mich vor einer Schwindelattacke bewahrt, zumal mir der Kopf noch immer dröhnt.


„Jack, Spencer und ich benötigen noch etwas Zeit, aber ich verspreche dir, dass wir rechtzeitig fertig werden, nicht wahr Reid?“
Ich runzle die Stirn und ziehe eine Schnute.
„Realistisch gesehen ist die Chance sehr gering, dass ich es schaffen werde, noch ein recht ansprechendes Bild von dir malen zu können. Zumal wir uns ja gerade mit Jack unterhalten, was uns wieder sehr viel Zeit kostet und AUUUAAAAA!!!!“ Mir schießen augenblicklich Tränen aus den Augen.


„Dad, warum hast du Spencer auf den Kopf gehauen. Und er hat doch recht, oder? Ein Spencer Reid hat immer recht, sagt Spencer.“
Hotch zieht mich zu sich heran und boxt mir derart fest in die Seite, dass mir für Sekunden die Luft wegbleibt.
„Du weißt ja Jack, was für ein Spaßvogel dein Spencer mitunter sein kann. Aber warum zeigst du uns nicht mal deine Zeichnung?“

Schon saust Jack los, um aus seinem Zimmer sein Kunstwerk zu holen.

„DA!!“ Schwungvoll hält er mir sein selbstgemaltes Bild unter die Nase.

„Man Hotch, warum hast du mir denn nicht gesagt, dass wir uns in der abstrakten Malerei versuchen sollen??! Das sieht wirklich großartig aus Jack. Ein Fisch auf zwei Beinen, aus dem überall Algen herauswachsen und dessen Leib von einer rot karierten Schlange umwickelt ist.“


Jack starrt jetzt abwechselnd mich und meine Zeichnung an. Er mutet doch etwas verwirrend an, in diesem Moment.

„Aber das ist doch Dad, mit Kussmund, weil er uns alle so lieb hat und uns eben alle küssen möchte.“
Jacks Lippen beben jetzt, als er weiterspricht.
„Kra…Krawatte…keine Schlange….. HUUUUUU UND KEINE ALGEN DU DOOFI!!!! HAARE SIND DAS!!! WEIL DAD DOCH EIN MANN IST UND DIE HABEN ÜBERALL HAARE DU BLÖDI HUUUU, MIT DIR GEHE ICH NICHT ZUM WETTBEWERB!!!  TANTE PENELOPE SOLL MIT MIR DORT HIN!!!! DAD, TANTE PENELOPE SOLL!!“


Hotch hebt seinen weinenden Sohn jetzt hoch, drückt ihn an sich und redet solange zärtlich auf ihn ein, bis sich dieser wieder halbwegs beruhigt hat.

„Ich werde Penelope gleich anrufen, aber vorher muss ich noch etwas mit diesem jungen Mann hier besprechen.“
Mein Gott, wie theatralisch! Echt, jetzt übertreibt Hotch aber, wie er mich so finster anstiert und mich mit seinem Zeigefinger förmlich durchbohrt.

„Garcia kann gar nicht malen.“, belehre ich Hotch, als sich Jack nicht mehr im Wohnzimmer befindet.
„Auf jeden Fall bekommt sie MEINE Farbstifte nicht, die du mir geschenkt hast.“
Ich rase jetzt förmlich zum Flipchart und zeichne in Windeseile einen Hotch. Danach kommen MEINE Farbstifte zum Einsatz. O ja, das wird ein sehr bunter Hotch!

„Und was sagst du jetzt? Bitte sehr, du, als bunter Hotch.“
„Ich sage, dass du diese zwei redlich verdient hast, weil du Jack zum Weinen gebracht hast. Und natürlich kannst du die Farbstifte gerne behalten, damit wirst du mir ein schönes Bild vom Meer deines eben verlängerten Strandurlaubs anfertigen. JACK!!! KOMM DOCH BITTE, SPENCER HAT EIN GENIALES BILD VON MIR GEMALT!! MÖCHTEST DU DICH MIT IHM WIEDER VERTRAGEN?? ICH PASSE AUCH AUF IHN AUF. ER WIRD NUR NOCH NETT ZU DIR SEIN!! JACK!!!“


„Zwei was verdient, wollt ihr wissen?? Seht ihr nicht die hundert Beulen auf meinem Kopf. Kommt , begleitet mich in die Küche, ich benötige dringend gefrorene Erbsen. Ach so, wie der Wettbewerb ausgegangen ist, wollt ihr wissen. Gewonnen haben Jack und ich nicht. Graham Horstenberg und seine Tochter Geraldine dürfen sich über Malsachen und eine Urkunde freuen. Sie haben irgendetwas mit Brathähnchen gekritzelt. Hotch hat gemeint, das seien Friedenstauben. Klar, mit so einem Geschleime hätten Jack und ich auch gewonnen.

Na gut, so ist das eben. Das nächste Türchen wartet: Es ist JJ. Eine Schere befindet sich im Säckchen.  Was schreibt denn die Gute: Spence, ich bin so im Stress, dass ich es einfach nicht zum Frisör schaffe. Kannst du mir morgen bitte die Spitzen schneiden? Hab dich lieb.“

                                                        Ende: 6. Kapitel