Der Weihnachtsfluch - Ein etwas anderer Adventskalender 2

GeschichteDrama, Familie / P16 Slash
01.12.2018
08.12.2018
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Es war sehr viel kälter hier, als er es sich vorgestellt hatte. Und es gab sehr viel mehr Schnee. In New York hatte er noch nie solche Schneemassen gesehen. Rafael schlenderte über den großen Platz. Die Gebäude wollte er nicht besuchen. Sich brannten Alec und Magnus schon darauf, es mit ihnen zusammen zu machen, aber eigentlich hatte er das Alter doch schon hinter sich, wo er sich von dieser Menge an Lichterglanz würde verzaubern lassen. Er war zu alt, aber er hatte Max Hang zu diesem Lichterzeug nie richtig verstanden. Der kleine Hexenmeister liebte diese Dekorationen und die ganze Atmosphäre und vor ein paar Jahren war es auch noch schön gewesen.... es war einfach ungerecht. Es war ungerecht, das diese Kinder hier alle eine Familie hatten und ihm selbst wurde sie verweigert. Und das nur, weil Alec sich unbedingt ein Hexenwesen hatte aussuchen müssen? Nein... eigentlich gleich zwei. Seit Jahren durften sich Nephilim Partnerschaften in der Schattenwelt suchen, aber Alec Lightwood hatte wohl den Bogen überspannt. Ein Hexenmeister, ein Mann und dazu noch ein wesentlich älterer und mächtigerer Hexer war wohl immer noch etwas anderes. Er stieß den Schnee vor seinen Schuhen weg. Warum hatte er es nicht gemacht wie die anderen auch. Warum hatte er nicht einfach geheiratet und den Hexenmeister als Geliebten behalten? Warum versuchten sie Familie zu spielen, wenn es doch nicht richtig funktionierte? Er schnaubte und hieb wütend auf ein Schild ein, dann erschrak er. Keine Armlänge vor ihm stand jemand.
„Ent.... Entschuldigung.“
Der Mann schob die fehlbesetzte Kapuze seiner schwarzen Jacke nach hinten und sah den Jungen belustigt an.
„Entschuldige dich niemals für deine Gefühle, mein Junge. Du bist ganz offensichtlich wegen irgendetwas wütend und sollest das nicht einfach unterdrücken. Vielleicht hab ich da etwas, was dir helfen kann.“
Er zog etwas aus der Tasche und reichte es Rafael. Der Junge sah die ledernen Handschuhe misstrauisch an.
„Handschuhe?“
„Oh ja. Du wirst sie brauchen. Zieh sie an und dann..... reagieren wir beide uns ein bißchen zusammen ab. Ich bin nämlich auch sauer auf etwas.“
Rafael stutzte, doch dann zog er die Handschuhe über. Sie fühlten sich gut an. Das weiche Leder war warm und umschlossen ihn wie eine zweite Haut.
„Und jetzt?“
Der Mann grinste. Er bückte sich und formte einen Schneeball. Dann hob er den Arm.
„Na los. Nur keine Müdigkeit vorschützen, Kleiner. Wenn du es schaffst, mich auch nur ein Mal zu treffen, hast du etwas gewonnen.“
Rafael runzelte die Stirn. Eine Schneeballschlacht. Er wollte eine Schneeballschlacht machen? Ein Ball sauste dicht an ihm vorbei und Rafael zuckte zusammen.
„Na los! WIRF!“
Rafael war. Er formte immer schneller Bälle und warf sie, fest und schnell, doch er schien nie treffen zu können. Es erfasste ihn wie ein Rausch. Er mußte ihn treffen, wenigstens ein Mal. Er mußte einfach. Doch eine Stunde später war er völlig außer Atem und sank gegen einen Zaun. Der Mann lachte leise.
„Und? Besser?“
Rafael atmete tief durch, doch dann nickte er.
„Gut. Behalt die Handschuhe, du kannst morgen wieder hergekommen, wenn du willst.“
„Danke.....“ Rafael strich über die Handschuhe. Sie waren schwarz und mit einem tollen Muster bestickt. Sicher waren sie teuer gewesen. Aber..... wenn er morgen wieder herkam... und vielleicht traf.... dann könnte er sie sich vielleicht wünschen..... er nickte schnell.
„Ja. Ich komme. Ich komme morgen.“
Er sah auf, doch der Mann war verschwunden. Rafael musterte das Schild. Ein Gepäckschlittenverleih. Er mußte sicher arbeiten. Der Junge wandte sich um. Wie spät war es jetzt? Hatte er die Zeit vergessen? Er hatte nicht mehr auf die Uhr gesehen.... Er schnaubte. Es war egal. Das war toll gewesen. Und wenn er zu spät kam war das eben so. Er ging trotzdem einen Schritt schneller und erreichte das gemietete Blockhaus im selben Moment, in dem Alec, Magnus und Max nach draußen traten. Der Hexenmeister lächelte.
„Na sieh mal einer an. Du bist spät dran, aber es reicht noch. Wir wollten dich gerade suchen gehen.“
Rafael seufzte leise, mied den Blick auf Max und stellte sich neben Alec.
„Wir gehen doch nur Essen, oder? Da hätte ich nicht wirklich was verpasst.“
„Wir wollten auch mal in das Spielzeuggeschäft. Vielleicht etwas cooles zum Spielen finden.“
Max zögerte, doch dann ging er zu Rafael hinüber.
„Rafael..... es tut mir leid. Wegen.....“
„Geschenkt! Reiß dir keinen Zacken aus den Locken. Gehen wir?“
Max verstummte und sah zu Alec hin, der tief seufzte und leicht den Kopf schüttelte. Langsam ging der kleine Hexenmeister zurück zu Magnus und griff nach seiner Hand. Alec legte einen Arm um seinen Partner und sie folgten Rafael, der offenbar schon genau wusste, wo es hinging. Aber er war ja auch länger als die anderen durch die Gegend gestreift. Magnus musterte den jungen Nephilim. Seine Laune schien sich immer noch nicht viel gebessert zu haben. Wenn Sie aus dem Urlaub wieder zu Hause waren würde er selbst beim Rat vorsprechen. Zwar hatte er sich Alec zuliebe bisher bedeckt gehalten, aber wenn er das jetzt nicht tat, würde er es sich ewig vorhalten. Rafael hatte ein schwieriges Alter erreicht. Wenn er sich jetzt nicht strikt auf seine Seite stellte, dann würden sie ihn unter Umständen schwer enttäuschen. Er würde das Vertrauen, das er ihnen bisher geschenkt hatte sicherlich verlieren.
„Da ist das Restaurant, aber es ist voll. Wen ihr also nochmals kaufen gehen wollt, dann macht das vorher.“
„Wenn WIR? Hast du dir nichts für diesen Urlaub zurück gelegt?“
Magnus schmunzelte. Ich meine gesehen zu haben, das ihr beide gespart habt.“
Rafael schwieg. Er hatte keine Lust zu reden. Und schon gar nicht über etwas so unwichtiges.
Sie betraten einen Laden nach dem anderen und je länger sie herumstanden, desto düsterer wurde seine Laune. Das war alles total langweilig. Er musterte eine große Eisenbahn, die immer im Kreis fuhr und wie Max sich hinkniete, um sie genau zu betrachten. Rafael presste die Lippen zusammen. Wie er dasaß und wie sie hinter ihm standen und lachten. Eine Wut stieg in dem jungen Nephilim hoch, die er so noch nie gefühlt hatte. Seine Hände in den Handschuhen juckten. Alec und Magnus waren gerade abgelenkt von einer riesigen Spieluhr. Er reagierte, bevor er selbst es wahr genommen hatte. Der Stoß in Max Rücken war fest und katapultierte den kleinen Hexenmeister mitten in das Modelldorf. Unter seinem Gewicht Knicken die kleinen Bäume ab. Häuser wurden abgerissen und als Max sich erschrocken wieder aufrappelte sah es as, als ob Idee Modell buchstäblich die Bombe eingeschlagen hätte. Er sah erschrocken zu seinen Eltern, dann zu Rafael, der etwas entfernt stand und ihn ansah.
„Was soll das? Warum hast du das gemacht?“
„Was kann ich dafür, wenn du zu dämlich zum Sitzen bist!“
Max starrte seinen Bruder sprachlos an. Er hatte den Stoß genau gespürt und das seine Eltern das gewesen wären, war vollkommen ausgeschlossen. Magnus und Alec führen herum.
„Was...?“
Rafael sah fest auf den kleinen Hexenmeister.
„Er ist nach vorne gefallen und hat alles umgerissen.“
Magnus hob die Hand und beeilte sich, den Schaden zu beheben, bevor die Verkäuferin es mitbekommen konnte. Max sah immer noch zu Rafael und ging dann zu Alec.
„Können... können wir dann essen gehen? Ich mag nicht mehr gucken.“
Alec sah von einem zum anderen. Irgendetwas stimmte nicht. Das sagte ihm sein Instinkt. Dieser Streit zwischen den beiden Kindern war anders als die anderen davor. Etwas schien gehörig schief zu laufen. Sie verließen das Geschäft und ergatterten noch mit Glück einen Tisch im Three Elves. Das Restaurant war brechend voll und sie mussten lange auf ihr Essen warten. Aber zumindest schmeckte es. Es war schon ziemlich spät als sie die Hütte wieder erreichten. Simon und Isabelle würden am anderen Morgen zum Frühstück erst wieder zu ihnen stoßen. Max zögerte, bevor er Rafael langsam in das gemeinsame Zimmer folgte. Alec und Magnus sahen den beiden nach.
„Was für eine Stimmung!“
Der Schattenjäger sank auf die Couch und streckte den Arm aus, damit Magnus sich an ihn lehnen konnte.
„Ich habe mir das auch anders vorgestellt, das kannst du mir glauben.“
Alec schwieg, dann deutete er auf die Zeitung, die mitten auf dem Tisch lang.
„Hast du das gelesen? In den Geschäften hängen ebenfalls Zettel aus. Heute sollen sämtliche Türen und Fenster geschlossen sein. Ob sie einen Schneesturm erwarten?“
Magnus sah überrascht auf die Zeitung. Er hatte noch überhaupt nicht darauf geachtet.
„Neuschnee vielleicht. Aber einen Sturm? Aber wir werden uns daran halten. Aus irgendeinem Grund werden sie das schon geschrieben haben.“
Alec nickte und hauchte einen Kuss auf Magnus Hals. Der Hexenmeister seufzte leise. Dann sah er Alec an.
„Was sollen wir bloß mit den beiden machen?“
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