Six trillion years and an overnight story [Eine Izuo Fanfiktion]

GeschichteRomanze / P18 Slash
Izaya Orihara Shizuo Heiwajima
01.12.2018
01.12.2018
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01.12.2018 1.985
 
In einem kleinen Dorf, im hintersten Fleck Japans, wurde er schon seid vielen langen Jahren gefangen gehalten. Nur noch spärlich bewachten sie ihn, denkend er könne sowieso nicht fliehen. Sie lagen falsch. Natürlich könnte er. Als würden ihn diese ätzenden, hölzernen Gitterstäbe aufhalten, mit Leichtigkeit wäre er in der Lage sie zu brechen, genau wie die schweren Eisenketten an seinen Hand- und Fußgelenken auch wen sein dürrer Körper kaum darauf vermuten lies. Doch würde er nicht fliehen. Nirgends könnte er hin. Sie schimpften ihn ein Monster und er wusste er war eines. Bevor er wieder durch die Straßen gehetzt werden würde, würde er einfach in diesem Loch verweilen und es ertragen. Er wollte doch nur seine Ruhe.

Shizuo Heiwajima war ein Monster. Ein Teufelskind. Vielleicht auch besessen von einem Yokai. Manche nahmen gar an er sei ein Gott der Gewalt. Doch wie auch immer sie ihn sahen, sie hatten Angst, fürchterliche Angst vor ihm und seiner enormen stärke. Mit 14 Jahren hatten sie den Jungen seiner Familie entrissen. Sie fühlten sich stark als sie ihn letzten Endes zu Fall brachten, einen Jugendlichen aus einer einfachen Bauernfamilie,  der noch nichts von der Welt gesehen hatte und wie es aussah auch nichts sehen würde. Eine Art Tempel hatten sie gebaut, einen der ihnen die Kraft geben sollte dieses Monster einzusperren.
Dort versauerte er nun in der Dunkelheit. Nur ab und zu schienen lichter von oben hinein in den Schacht in dem er saß. Sie gaben ihm zu Essen, gerade so genug damit er nicht verhungern würde, selbst wenn sie es ab und zu vergessen würden. Und foltern taten sie ihn. Einmal hatten sie ihm gar alle Nägel heraus gerissen. Zumindest hatten sie es versucht, doch schafften es nicht sehr weit. Einen hatten sie von seinem Finger getrennt bevor Shizuo vor schmerzen  dem Mann beinahe sein Genick brach.
Über die Jahre hatte ihn kaum mehr einer ausser seinen Peinigern zu Gesicht bekommen. Selbst seine Familie nicht. Der junge Mann dachte nicht über sie nach. Es war schmerzhaft und er konnte sich so oder so kaum noch erinnern, alles war nur verschwommen.

Unter den den Dorfbewohnern war er nur noch ein Märchen. Eines um unartige Kinder zu erschrecken.
"Benimm dich oder du wirst dem Beast geopfert!"
Es gab Touristen die nur kamen um den Schrein zu besichtigen und sich erhofften einen Blick auf das Monster zu erlangen.
Letzten Endes war er nur noch ein wages Gerücht, welches sich bis in die umliegenden Städte verbreitet hatte.

Und eben diese Gerüchte fanden ihren Weg zu Izaya Orihara, ein Informant welcher sich auf Grund seiner Arbeit in der nähe des Dorfes befunden hatte.  Eigentlich hatte er kein Interesse an solchen Gruselgeschichten, doch ein Monster in der Gestalt eines Menschen, stark genug um mit einer Hand einen Baum auszureissen war interessant. Es fragte sich ob es Wahrheit oder Dichtung war, was sie da erzählten und so entschied sich Izaya sich dieses Monster genau anzusehen, schliesslich würde es ihm nicht schaden.

Die Wachen im Schrein waren besoffen, beide in tiefen Schlaf verfallen, Kopfe auf dem kleinen Holztisch platziert. Der schwarzhaarige Mann lachte als er einen von ihnen gegen das Gesicht schnippte, doch nur eine spärliche Reaktion erhielt. Nichtmal aufwachen würde er, was für grandiose Sicherheit. Der informant bezweifelte, dass es ein wirkliches Ungeheuer war, welches hinter diesem Raum gefangen gehalten wurde. Mit einem kleinen Seufzer trat Izaya von den beiden Idioten zurück und wandte sich der großen, schweren, hölzernen Tür zu, welche er mit etwas Anstrengung offen schob um sich durch den kleinen Spalt zu schieben. Es war dunkel und der Raum relativ kahl, mit Ausnahme einiger Siegel und einem kleinen Schrein welcher wohl die dämonischen Kräfte gefangen halten sollte. Der einzige Fleck an Licht war die kleine Kerze in der Hand des jungen Schwarzhaarigen. Mit großen Augen trat er auf das im Boden eingelassene Gitter aus massiven, rot bemalten Holzstäben zu, nur um hinab in den dunklen Schacht zu blicken.

Shizuo hatte nicht bemerkt wie hölzerne Sandalen über den Boden über ihm klackerten und stetig näher kamen . Er konnte nicht schlafen und starrte mit leerem Blick an die Wand des Dreckloches in dem er saß, sine Gedanken blank und verloren. Dann ein Lichtschein über ihm, einer der selbst dort unten klar zusehen war. Mit lustlosem Blick sah der braunhaarige Mann auf, ein raues Grummeln entsprang seinen trockenen und aufgerissenen Lippen. Das Licht brannte in seinen Braunen, trüben Augen und er musste sie zusammenkneifen um etwas sehen zu können. Er war erstaunt. Dort über ihm konnte er jemanden erkennen. Jemanden der sich mit beiden Armen an den Holzstäben abstützte und hinab blickte zu ihm, über das Gitter gebeugt. Fast schon rot glühende Augen starrten auf ihn herab, ohne auch nur ein bisschen Angst oder Vorsicht zu zeigen. Es war keine Wache, niemand der ihm Essen brachte und niemand den er jemals vorher gesehen hätte, da war der brunette Mann ganz sicher. Er sah anders aus und soweit er es erkennen konnte trug er bloß einen schlichten dunkelblauen Yukata. Er lächelte Freundlich.

"Und du sollst ein Monster sein?"

Eine helle, aufgeweckte Stimme durchbrach die Stille. Es war das erste Mal seid langer Zeit  das jemand mit Shizuo sprach, ihn direkt ansprach. Er war überrascht, total überrascht und verwundert. Das Monster sagte nichts und starrte nur hinauf. War er hier um ihn zu quälen, würde er ihm wehtun. Alleine der Gedanke sorgte dafür das die Härchen auf dem Nacken des Mannes sich aufstellten.

"Bist du etwa Stumm? Sie haben dir doch nicht etwa die Zunge heraus  geschnitten?"

Der Schwarzhaarige seufzte und zog eine seiner dünnen Augenbrauen hoch.
Nur langsam schüttelte Shizuo den Kopf und leckte sich über seine trockenen Lippen. Was sollte er sagen, die Worte blieben ihm im Hals stecken.

"Dann sag was ist dein Name?"

Er lachte freundlich, lachte das Monster freundlich an. Verwirrung. Der dürre Mann fühlte sich verwirrt und verstand nicht was auf einmal los war. Her schluckte und räusperte sich.

"Heiwajima...Shizuo..."

Die Augen des jungen Mannes leuchteten auf mit purer Freude, und das Grinsen auf seinem schmalen Gesicht weitete sich: „Es freut mich sehr. Was tust du da unten?“
Er schien kein wenig Angst zu haben. Er war komplett ruhig und schien eher erfreut. Die Frage irritierte Shizuo ungemein und Feindseligkeit machte sich in ihm breit. Seine Mundwinkel zogen sich nach unten und er grummelte.

„Was soll denn die bescheuerte Frage? Bist du blind?!“

Seine Stimme war Rau und hörte sich wirklich eingerostet an. Trotzdem war sie laut und unfreundlich, fast schon beängstigend. Doch das alles interessierte den jungen Mann nicht im geringsten und er lachte bloß und fuhr eine Hand durch seine schwarzen Haare.
„Das meinte ich doch garnicht, Shizu-chan. Ich frage mich warum du da unten bist, wenn du doch so stark bist“, er lachte, befriedigt mit dem kleinen Spitznamen den er dem größeren Mann soeben gegeben hatte. Shizuo dagegen war garnicht erfreut davon. Seine Augenbrauen zuckten und er sprang auf so, dass er auf seinen langen dünnen Beinen stand und den fröhlichen Mann erzürnt anstarrte. „Was hast du gesagt du Laus?! Nenn mich nicht so, ich habe doch eben gesagt das mein Name Heiwajima Shizuo ist!“, seine Stimme war lauter als zuvor, doch der Schwarzhaarige seufzte bloß und sah recht uninteressiert auf den Mann im schmutzigen bräunlichen Yukata.

„Sag mal, willst du hier überhaupt raus?“

Sprunghaft wechselte der Mann das Thema, sein Grinsen war verschwunden, ersetzt durch einen gelangweilten Gesichtsausdruck. Shizuo zischte nur: „Das geht dich nen Scheissdreck an!“ Er kreuzte die Arme und riss dabei eher versehentlich die Ketten an seinen Handgelenken durch. „Wer bist du Bastard überhaupt?!“

Erneut glühten die Augen des seltsamen Mannes auf als er sah wie die Ketten einfach so in zwei brachen. Er hatte eine Idee. Das Grinsen kehrte zurück und zog stetig an seinen Mundwinkeln.

„Orihara Izaya, zu deinen Diensten“,er lachte amüsiert als er in einer schnellen Bewegung aufstand und seinen Rücken streckte.

Sein Name schwamm wieder und wieder durch den Kopf des Ungeheuers als er ungläubig hinauf starrte. Was war bloß mit diesem Kerl?! Fragen türmten sich im Kopf des großen Mannes als er nur hören konnte wie Izaya einmal um den Schacht herum lief. Dieser Mann hatte gesehen wie er einfach so dicke, schwere Eisenketten abbrach, wobei alleine sie hochzuheben für einen Normalsterblichen fast schon zu schwer sein sollte und schien nicht einmal im geringsten beeindruckt. Er musste komplett Irre sein alleine hierher zu kommen und jetzt so etwas.

Plötzlich reckte der verrückte Fremde seinen Kopf erneut über den Schacht: „Ich hab mich entschieden! Ich hole dich da unten raus!“

Erneut zuckten die Augenbrauen des Monsters und ein einziges Fragezeichen stand über sein Gesicht geschrieben. „Was?“, war alles was er rausbrachte als er beobachtete wie sich der Schwarzhaarige daran machte die Gitter über ihm zu öffnen.

„Ich hole dich raus und lasse dir die Wahl was du damit anstellst, Shizu-chan. Du kannst tun und lassen was du willst...oder du kommst mit mir“, Izaya hatte damit begonnen die Schwere Kurbel zu betätigen welche die Gitter öffnen sollte.
Der große Mann verstand nur Bahnhof. Warum sollte ein Wildfremder, der wusste das er ein Beast war ihn frei rum rennen lassen. Und mehr noch warum sollte er wollen das er ihm folgt. Es hörte sich an als wäre etwas total Faul und es war einfach nur verwirrend und irritierend. Was wollte dieser Kerl?
„Warum sollte ich mit dir mitgehen wollen?“ Er ignorierte den erneuten Gebrauch des Spitznamens, seine Gedanken viel zu sehr Abgelenkt von dem Angebot das ihm dieser Irre gemacht hatte, diese Laus.

„Weil du sonst nirgends hin kannst, hab ich nicht recht? Du weisst nicht wohin du sollst, du hast niemanden und alle haben Angst vor dir. Deshalb bleibst du lieber hier und versauerst, nichtwahr?“

Es war erstaunlich wie einfach dieser Kerl ihn lesen konnte, wie einfach er das alles durchschaute. Es war einfach seltsam.

„Ich kann dir alles geben was du brauchst. Unterkunft, Geld, Arbeit...einen Platz an den du gehörst“, endlich hatte Izaya es geschafft das schwere Gitter aufzubekommen, nur um erneut in den nun offenen Schacht zu blicken.
„Was sagst du? Hört sich das nicht gut an? Magst du nicht auf mein Angebot eingehen?“, Izaya blickte sich kurz um, nur um die Hängeleiter zu finden die an die zusammengerollt Wand gelehnt stand. Er nahm diese und bewegte sie, band sie an den zwei zugehörigen Pfeilern fest und lies sie darauf herab.

Immer noch stand Shizuo ungläubig da, doch ein seltsames Gefühl machte sich schleichend in seiner Brust breit. Eine Art Hoffnung, etwas was er eigentlich längst aufgegeben hatte. Natürlich wirkte der seltsame Kerl dort oben komplett verrückt, doch im Notfall könne er ihm immer einfach das genick brechen, oder ihn fliegen schicken. Er könnte vielleicht tatsächlich irgendwo hin. Hätte einen Platz. Es war ein guter Gedanke.
Erneut räusperte sich das Monster: „Was wäre für dich dabei drin?“

Izaya lachte bloß und zuckte mit seinen schmalen Schultern: „Wer sagt das etwas für mich drin sein muss? Vielleicht bin ich einfach nur ein zutiefst gutmütiger Mensch.“ Er kicherte über seine eigenen Worte.

„Ich bin interessiert an dir, wirklich interessiert. Ich möchte mehr wissen, auch wenn du kein Mensch bist, du kommst zumindest nahe an einen heran. Ich will dich kennen und ich glaube du wirst mir viel Freude machen...wie eine Art...mh...Haustier“, er grinste weit, zufrieden mit dem Gefundenen vergleich, „Aber keine Sorge ich werde gut auf dich achtgeben...wenn du die Bezeichnung Haustier nicht magst kannst du auch gerne...Bodyguard sein? Wäre das was für dich?“

Die Worte des Schwarzhaarigen kreisten, kreisten, kreisten umher im Kopfe des Beasts. Er hatte nichts zu verlieren, zwar mochte er die Bezeichnung Haustier nicht, doch mit Bodyguard könnte er leben. Kurz schloss er die Augen, überdachte es, nur um dann auf die Strickleiter zuzutreten, nachdem er die letzten Ketten gelöst hatte und hinauf zu diesem komischen Vogel zu steigen.
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