Adventskalender 2018

GeschichteHumor, Romanze / P12
01.12.2018
11.12.2018
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37429
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Alle
21 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
Heute leider etwas später als sonst das 6. Türchen :)
Vielen lieben Dank für die letzten Kommentare.
Ich muss sagen, dass dieses Kapitel bisher mein persönliches Lieblingskapitel ist und auch extrem viel Spaß gemacht hat beim Schreiben :D

Viel Spaß!

Am heutigen morgen liegt Steve gemütlich im Bett. Auf seinem Bauch. Es ist ziemlich früh, als er wach wird und ohne seine Augen zu öffnen seinen Arm ausstreckt um dich näher an sich zu ziehen, aber komischerweise ist dort wo die eigentlich liegen müsstest nichts. Allerdings merkt er, dass das Bett noch warm ist. Er öffnet erst ein Auge und dann das zweite. Nur um festzustellen, dass du nicht da bist. Noch ehe er etwas weiteres hätte tun können oder nach dir hätte suchen können, ertönt ein greller Schrei. Der Schrei geht ihm durch Mark und Bein. Es war ein Schrei von dir. Sofort ist er hellwach, springt aus dem Bett und schnappt sich sein Schild. So schnell ihn seine Beine tragen rennt er in die Richtung, aus der der Schrei kam. Tausend Gedanken schwirren ihm durch den Kopf. Bist du verletzt? Ist jemand eingebrochen? Er kommt ins Wohnzimmer und sieht sich panisch um. Doch das letzte was er erwartet ist dich zu sehen, wie du deine Nase an der Fensterscheibe platt drückst und einfach nur nach draußen siehst.
„Was ist los? Warum hast du geschrien?“, will er noch immer panisch wissen.
Schnell drehst du dich um und hast ein breites Grinsen auf den Lippen.
„Es schneit!“, meinst du aufgeregt, während du beinahe auf und ab hüpfst und in die Hände klatscht.
Steve sieht dich einen Moment fassungslos an, ehe sich auch auf seine Lippen ein Lächeln schleicht. Du hast dich schon lange wieder zum Fenster gedreht und siehst wieder nach draußen. Der Schnee fällt in dicken Flocken auf den Boden. Er sieht auf den umliegenden Dächern sogar schon, dass er auch liegen bleibt.
Dann wandert sein Blick wieder zu dir. Du hast deine Nase wieder an die Scheibe gedrückt, während deine Hände rechts und links von deinem Kopf ebenfalls am Glas liegen. Er liebt es dich so frei zu sehen. Du begeisterst dich für die simpelsten Dinge und genau das fasziniert ihn so an dir. Bei Missionen bist du so ernst und ansonsten der liebevollste und netteste Mensch, den er kennt.
Er stellt sein Schild an der Wand ab und kommt dann zu dir. Er legt dir eine Hand auf deinen unteren Rücken und du drehst deinen Kopf wieder zu ihm. Du hast noch immer ein extrem breites Lächeln auf den Lippen.
„Weißt du noch als wir mit Bucky im Schnee unterwegs waren?“
Du kannst nicht anders als zu lachen. Wie könntest du das vergessen?

Etwas mehr als ein Jahr zuvor
Es ist gerade mal Mitte Oktober, aber es hat schon geschneit, was dich ungemein freut. Du liebst den Schnee. Du hast Steve überreden können, dass er Bucky fragt, ob er mit euch einfach für ein paar Stunden nach draußen will. Bucky ist jetzt seit etwa einem halben Jahr im Tower. Er geht immer mehr auf Menschen zu. Auch auf dich. Du warst eine der ersten Personen, die Steve Bucky vorgestellt hat.
Du weiß was er durchgemacht hat und verstehst natürlich, dass er einfach seine Zeit braucht, aber vielleicht sollte er trotzdem mal wieder an die frische Luft. Du hast ihn seit Wochen nicht mehr draußen gesehen. Vielleicht würde es ihm helfen.
Steve konnte Bucky schlussendlich überreden, sodass ihr jetzt alle im Aufzug steht und in die Lobby fahrt um dann zum Central Park zu laufen.
Ihr alle drei habt dicke Winterjacken, Handschuhe und Mützen an. Steve hat nach deiner Hand gegriffen, während er zwischen dir und Bucky läuft. Bucky hat noch kein Wort zu dir gesagt. Er hat seine Hände in seine Jackentaschen gesteckt und läuft einfach neben euch her, während er seinen Kopf leicht nach unten gesenkt hat.
Er tut dir unglaublich leid, aber du weißt nicht, was du tun sollst um ihm zu helfen. Deiner Meinung nach ist Steve derjenige, der ihm am besten helfen kann. Sie kennen sich schließlich am längsten.
Steve und du unterhalten sich, während ihr versucht Bucky in das Gespräch zu integrieren, doch alles was ihr als Antwort bekommt sind 'Mhhs'. Besser als gar nichts.
Ihr kommt nach ein paar Minuten am Central Park an und lauft einfach weiter. Irgendwann hast du einen Plan. Du lässt Steves Hand los und fällst ein paar Schritte zurück. Du bückst dich und hebst schnell ein bisschen Schnee auf, was du zu einer Kugel formst. Du hattest eigentlich vor Steve am Rücken zu treffen, aber genau nachdem du geworfen hast, machen beide einen Schritt zur Seite und statt Steve triffst du Bucky.
Er bleibt sofort stehen und bewegt sich nicht mehr. Nach ein paar Momenten dreht er sich zu dir um und hat ein schiefes Grinsen auf den Lippen. Du weißt nicht als was du es einordnen sollst. Ist er sauer? Hat er verstanden, dass es nur ein Spaß sein sollte? So schnell kannst du gar nicht schauen, hat er sich nach unten gebeugt, ebenfalls etwas schnell genommen, es zu einer Kugel geformt und es auf dich geworfen.
Du hast überhaupt nicht damit gerechnet. Der Schneeball trifft dich mitten ins Gesicht und das mit so einer Wucht, dass du auf dem Boden ausrutscht und auf deinem Hintern landest. Steves Augen weiten sich, ehe er auf dich zu kommt. Sofort kniet er sich vor dich. Du fasst dir währenddessen an die Nase.
„Autsch“, meinst du leise.
Du nimmst deine Hand wieder weg, aber komischerweise ist an deiner Hand etwas Blut. Bucky Barnes hat es geschafft dir mit einem Schneeball Nasenbluten zu verpassen. Du kannst nicht anders als zu lachen. Bucky steht noch immer wie angewurzelt mit einem erschrockenen Blick ein paar Meter entfernt, während Steve in seinen Taschen nachsieht, ob er noch ein Taschentuch hat. Kaum hat er eins gefunden gibt er es dir, damit es vorsichtig an deine Nase hältst. Bucky kommt jetzt auch auf euch zu.
„(Y/N), e-es tut mir so Leid“, meint er leise.
Du winkst nur ab, während du zu ihm aufsiehst. Noch immer mit einem Lächeln auf den Lippen.
„Ich hatte schlimmeres.“
Steve hilft dir vorsichtig auf, während du noch immer das Tuch an deine Nase hältst. Wahrscheinlich war in dem Schneeball von Bucky Eis oder ein Stein, der dir dann Nasenbluten verpasst hat.
Steve stellt sich vor dich und drückt kurz deine Hand von der Nase um sie sich selbst anzusehen.
„Das sieht nicht gut aus“, meint er besorgt,“dann wollen wir mal zu Helen.“
Du verdrehst die Augen.
„Steve, mir geht’s gut.“
Er sieht dich skeptisch an, während du deine Hand wieder nach oben nimmst und das Tuch weiter an deine Nase hältst.

„Keine Widerrede.“
Erneut verdrehst du die Augen, ehe du Bucky zu euch winkst und ihr euch zu dritt auf den Rückweg zum Tower macht. Steve verfrachtet dich sofort auf die Krankenstation und Bucky will unbedingt mit, weil er ein schlechtes Gewissen hat. Steve sorgt dafür, dass du dich auf eine Trage setzt und holt dann Dr. Cho. Du hältst noch immer das Tuch an deine Nase, während Bucky an der gegenüberliegenden Wand steht, die Arme vor dem Oberkörper verschränkt hat und dich noch immer entschuldigend ansieht. Du kannst nicht anders als nochmal zu lachen, wodurch allerdings deine Nase mehr weh tut.
„Bucky, mach dir keine Gedanken. Passiert ist passiert.“
Sein Blick ändert sich nicht, doch in diesem Moment kommen schon Helen und Steve ins Zimmer.

„(Y/N), was ist passiert?“, will sie wissen, während sie sich Handschuhe anzieht.
„Ich habe einen Schneeball abbekommen. Wahrscheinlich war er vereist oder es war ein Stein oder so darin.“
Du siehst ihr an, dass sie stark an sich hält um nicht loszulachen, was dich auch wieder grinsen lässt.
„Du kannst ruhig lachen. Es ist lustig.“
Helen muss tatsächlich kurz kichern, ehe sie dich bittet das Tuch wegzunehmen. Sie drückt dir vorsichtig mit den Fingern um die Nase herum und auch auf die Nase. Ein schmerzerfülltes Zischen verlässt deinen Mund, was wieder Steves Aufmerksamkeit auf dich zieht, der sich zu Bucky gestellt hat und sich mit ihm unterhalten hat.

„Ich würde es lieber nochmal röntgen wollen, nur um Sicher zu gehen, dass nichts gebrochen ist.“
Du nickst, stehst auf und gehst der Ärztin hinterher. Steve will eigentlich auch mit, aber du hältst ihn auf.
„Steve, ich bin schon ein großes Mädchen“, lachst du,“ich bin in ein paar Minuten wieder da.“
Er kann nicht anders als auch zu lachen, ehe er nickt und wieder zu Bucky geht. Du gehst Helen hinterher, die dich in den Nebenraum mitnimmt. Sie bittet dich, dass du dich auf einen Stuhl setzt, legt dir noch eine Bleischürze um und stellt das Gerät ein. Sie geht in den Nebenraum und keine fünf Minuten später ist sie schon fertig. Sie schickt dich wieder in den Raum von vorher, während sie sich die Röntgenbilder ansieht. Dort haben Steve und Bucky sich jetzt gesetzt. Du gehst auf die beiden zu und Steves Blick wird erschrocken, als er dich sieht.
„Was? Habe ich was im Gesicht?“, lachst du.
„Vielleicht solltest du dir mal deine Nase ansehen“, stellt er klar.
Du ziehst verwirrt die Augenbrauen zusammen, ehe du dein Handy aus der Tasche ziehst und die Innenkamera öffnest.
„Oh mein Gott“, jammerst du.
Unter deinen Augen und um deine Nase herum ist alles rot und blau. Du siehst wieder zu Bucky, der seinen Blick schuldbewusst zu Boden hat sinken lassen.
Noch ehe du etwas hättest sagen können kommt schon Helen ins Zimmer.
„Also, das hatte ich tatsächlich noch nie“, stellt sie etwas belustigt klar,“Dir wurde tatsächlich durch einen Schneeball die Nase gebrochen. Aber es ist kein verschobener Bruch. Du bekommst einen Verband und kannst dann gehen. Allerdings wirst du mindestens sechs Wochen keine Missionen mehr machen und auch keinen Sport. Die Nase sollte auch viel gekühlt werden. Du bekommst auch von mir ein paar Schmerzmittel und wenn was ist kannst du mich immer anrufen.“
Du musst auch wieder leicht lachen, ehe du nickst. Du setzt dich wieder auf die Liege und ein paar Minuten später, nachdem Helen dir die Nase verbunden hat, kannst du die Krankenstation schon wieder verlassen. Bucky hat kein Wort mehr gesagt.
Als ihr gemeinsam auf den Aufzug wartet drehst du dich nochmal zu ihm.
„Bucky, mach dir keine Gedanken. Mir geht’s gut. Eigentlich muss ich dir danken“, lachst du.
Der letzte Teil des Satzes sorgt dafür, dass er dich verwirrt ansieht.
„Ich habe sechs Wochen frei“, jubelst du, ehe du dich selbst stoppst, weil deine Nase wieder weh tut.
„Autsch.“

Wieder in der Gegenwart stehen Steve und du noch immer vor der Scheibe und sehen nach draußen.
„Können wir raus? Bitte, Bitte“, flehst du schon beinahe.
Steve muss lachen.
„Du bist wie ein fünf-jähriges Kind.“
„Wenn du auf so was stehst, muss irgendwas nicht mit dir stimmen“, lachst du leicht, während du dich umdrehst uns deine Arme um seinen Nacken schlingst. Du willst dich gerade nach oben beugen um ihn zu küssen, als die unverkennbare Stimme von Tony Stark euch unterbricht.

„Hey, Hey, es sind Kinder anwesend.“
Schnell löst ihr euch voneinander und seht in die Richtung, aus der die Stimme kam. Dort steht tatsächlich Tony und neben ihm kein geringerer als Peter Parker. Du liebst Peter. Er ist so auf dem Boden geblieben, schüchtern und ein vollkommener Nerd. Plus, ihr habt euch ewig nicht mehr gesehen. Er winkt nur kurz überschwänglich, ehe du schon auf ihn zugehst.
„Na wer kommt denn hier mal wieder nach Wochen vorbei?“, willst du gespielt ernst wissen, während du die Hände in die Hüften stemmst.
Anscheinend merkt er nicht, dass es ein Spaß war, da sein Gesicht eine ziemlich weiße Farbe annimmt und sein Mund sich immer wieder öffnet und schließt, wie von einem Fisch, weil er nicht weiß, was er sagen soll.
Du kannst deine Fassade nicht lange aufrecht erhalten und ein breites Grinsen schleicht sich auf deine Lippen, ehe du die Arme weit ausstreckst und ihn in die Arme schließt.
Er umarmt dich auch kurz.
„Was bringt dich hier her?“, willst du dann wissen, während ihr euch voneinander löst.
Sein Blick wird ein bisschen traurig, was dich besorgt werden lässt.
„May muss leider für ein paar Tage ins Krankenhaus und Mr. Stark hat angeboten, dass ich in der Zwischenzeit hier bleiben kann.“
„Was ist denn passiert?“, willst du erschrocken wissen.
Auch Steve kommt jetzt zu euch und stellt sich neben dich.
„Sie hat sich beim aufhängen der Deko den Fuß gebrochen, aber wenn alles gut läuft ist sie zu Weihnachten auf jeden Fall zu Hause.“
Du siehst kurz zu Steve und schon an deinem Blick sieht er was du vor hast und nickt kurz.
„Willst du vielleicht zu uns ins Gästezimmer? Für mich selbst stehen bis Weihnachten eigentlich keine Missionen mehr an.“
Peter sieht dich wieder an und seine Augen leuchten auf. Dann sieht er zu Steve, der ihn auch leicht anlächelt.
„Wenn das okay ist?“, fragt er unsicher.
„Na klar, kleiner Mann. Wir haben dich doch immer gerne bei uns“, lachst du, ehe du ihm einen Arm um die Schulter legst und mit ihm in Richtung Gästezimmer geht. Steve und Tony bleiben währenddessen im Wohnzimmer stehen und sehen dir hinterher. Tony sieht kurz zu Steve, doch dann fällt ihm hinter dem Supersoldat sein Schild auf.
„Warum hast du dein Schild hier?“
Steve kann nicht anders als schon wieder zu lachen.
„(Y/N) hat heute morgen geschrien, ich habe mir nur schnell mein Schild geschnappt und bin ins Wohnzimmer gerannt.“
„Warum hat sie geschrien?“, will auch Tony belustigt wissen.

„Weil es draußen schneit. Sie hat sich die Nase an der Scheibe platt gedrückt“, stellt er klar, während er in Richtung der Scheiben zeigt.
Auch Tony sieht dort hin und sieht auch die Abdrücke am Glas. Er fängt auch das lachen an. Währenddessen hören die beiden schon wieder Schritte. Aus Richtung Gästezimmer beziehungsweise aus Richtung Schlafzimmer kommen Peter und du, beide in Winterjacken und Mützen.
„Wo wollt ihr hin?“
„Erst mal die anderen überreden, dass sie mitkommen und dann in den Central Park“, meinst du euphorisch.
Steve kann nicht anders als lächeln.
„Ich ziehe mich um und komme dann auch“, stellt er dann klar.
„Ich komme nicht“, meint Tony, während er die Hand hebt.
Du ziehst ihn mit zusammengekniffenen Augen an.
„Wer sagt dass du eingeladen bist?“
Alle müssen lachen, während du dir Peter schnappt und ihr zum Aufzug geht.
Eine knappe halbe Stunde später stehen Peter, Steve und du mit Wanda, Pietro, Sam und Bucky vor der Tür des Towers. Die anderen vier konntet ihr überraschenderweise relativ schnell überreden, dass sie mitkommen. Zusammen macht ihr euch auf den Weg zum Central Park. Steve und du gehen Hand in Hand voraus und nur wenige Minuten später kommt ihr an. Peter schließt zu euch auf und da fällt dir was ein. Du kramst kurz in deiner Jackentasche, ehe du findest was du gesucht hast. Einen kleinen Schokonikolaus. Wortlos hältst du ihm Peter vor die Nase. Er sieht verwirrt zu dir nach drüben.
„Ist heute nicht Nikolaus? Du bist der jüngste, deswegen bekommst du einen Nikolaus.“
Peter muss lachen, während er sich wieder zurück fallen lässt. Er hat komplett vergessen zu fragen, was er eigentlich fragen wollte. Als ihr an einer großen Wiese ankommt bleibst du abrupt stehen. Mit einem schiefen Grinsen auf den Lippen drehst du dich zu den anderen um.
Alle bleiben stehen und sehen dich skeptisch an. Schnell beugst du dich nach unten, nimmst etwas von dem Schnee und formst einen Ball.
„Schneeballschlacht!“, rufst du.
Bucky ist der erste der die Hände hebt und ein paar Schritte zurück geht.
„Ich bin raus. Ich habe dir schon mal die Nase damit gebrochen.“
„Dann bist du Schiedsrichter“, stellst du klar, während du den Schneeball in seine Richtung wirfst.

Nur wenige Minuten später haben sich alle erbarmt mitzumachen und ihr habt Teams gebildet. Steve, Peter und du gegen Wanda, Pietro und Sam, während Bucky wirklich als Schiedsrichter fungiert.
Du warst in deinem Leben noch nie von Schnee so durchnässt. Ihr ward den ganzen Tag draußen und habt die Zeit vergessen, sodass es schon Abend ist, als ihr wieder in den Tower kommt.

Du hast das große Glück dein persönliches Heizkissen namens Steve zu haben, welcher deinen durchgefrorenen Körper auftaut.
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