Winternächte

von Egoistic
GeschichteAllgemein / P12
01.12.2018
12.12.2018
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                                                                                                              Winternächte


                                                                                                         07. Dezember 2018








Hermine lief seit Stunden völlig wahllos durch die Straßen Londons.
Es war ein ganz normaler Donnerstagabend gewesen, bis Draco plötzlich auf die Knie gefallen und ihr einen Antrag gemacht hatte.
Sie waren im Wohnzimmer gewesen und hatten Wer wird Millionär? geschaut- eigentlich, hasste Draco es, diese Sendung mit ihr zu gucken. Denn jedes mal, wusste Hermine die Antwort und er hatte sie damit aufgezogen, dass sie reich wäre würde sie doch mal teilnehmen - das hatte sie vehement abgestritten.
Dann, es war gerade wieder einmal Pause, hatte er sie lange und intensiv angesehen.

„Wenn ich es jetzt nicht tue, werde ich es niemals tun“ hatte er gesagt und diese kleine Schatulle seines Juweliers aus dem Jackett genommen.
Er war kein Freund der langen reden und  hatte sie gleich unverbindlich gefragt, ob sie seine Frau werden möchte.
Hermine war so perplex gewesen, dass sie langsam aufgestanden und einfach abgehauen war.
Sie fühlte sich so schlecht, weil sie sich vorstellen konnte, wie viel Überwindung ihn dieser Antrag gekostet hatte.





Die Schneeflocken, die sich in ihrem seichten Haar verfingen, baumelten vor ihrer Iris herum.
Seufzend klammerte sie ihre Hände um die Schultern und klapperte mit den Zähnen.
In der eile des Gefechts, war sie in Hausschluppen und ohne Jacke geflüchtet - in Jogginghose und Sweatshirt.
Ihr Kopf war so voller Gedanken, dass ihr nicht einmal ein gescheiter Wärmezauber einfiel - ihr!

In all der Zeit, in der sie die ruhige Wohngegend herumspazierte, waren ihr so viele verliebte Pärchen entgegen gekommen. Sogar ein altes Ehepaar, wie man sie aus den Bilderbüchern kannte.
Ergraute Haare - noch so verliebt Lächelnd und Händchen haltend, wie am ersten Tag.



Hermine hatte sich so etwas immer gewünscht - aber Hogwarts und ihre Arbeit, hatten diesen Drang stets nach hinten verschoben und sie war sich klar geworden, dass nur Liebe und Familie ihr Leben nicht komplett ausfüllten.
Also, hatte sie gearbeitet und gearbeitet.
Die Beziehung zu Ron war zerbrochen - weil sie die Rolle der Hausfrau und Mutter nicht einfach annehmen wollte.
Aber auch, weil sie bemerkt hatte, dass Ron einfach nicht der richtige war.
So lieb und zuvorkommend er gewesen war - er hatte ihr mehrmals den Vorschlag gemacht sich um Kinder und Haushalt zu kümmern, damit sie ihre Karriere nicht aufgeben musste - er war einfach nicht der richtige gewesen.
Die Routine hatte sie eingeholt - und so sehr Ron diese wollte, so sehr verabscheute Hermine sie.  
Natürlich liebte sie es nach wie vor, wenn alles nach ihren Vorstellungen ablief - aber, sie brauchte Abwechslung.
Sie hatte sich von Ron getrennt und sich in wilde Nächte hineingestürzt - weil sie geglaubt hatte, etwas verpasst zu haben. Es hatte immer nur Ron gegeben, wenn man Viktor Krumm nicht mitzählte und so hatte sie nie herausfinden können, was sie wirklich gewollt hatte.




Dann war Draco Malfoy in ihr Leben getreten.
Er, der ehemalige Slytherin und das arrogante Muttersöhnchen mit schwerwiegendem Vaterkomplex.
Himmel, was hatten sie sich gezofft!

Er war Anwalt und wurde in ihre Abteilung verschoben, sollte sich um dementsprechende Fälle kümmern - nämlich ihre.
Und so kam eins zum anderen - sie wurden gezwungen, zu kommunizieren und sich miteinander zu arrangieren.
Sie hatten es hingenommen und den anderen respektiert  - als Arbeitskollegen.


Mittlerweile hatten sie täglich miteinander zu tun. Sie brachten dem jeweils anderen schon automatisch mal einen Kaffee oder das Mittagessen mit, während dieser sich solange um die Arbeit kümmerte.
Auffällig war es dann geworden, als sie es fortsetzten - obwohl sie keine gemeinsame Arbeit hatten.
Sie waren jedoch beide zu stur gewesen, um wirklich zuzugeben das die Nähe des anderen sie glücklich machte - aber schliefen nichtsdestotrotz einige male miteinander.
Darüber hatten sie aber nie gesprochen und es jedes mal auf's neue als Unfall tituliert, bis Hermine ihre Gefühle bemerkt hatte.
Sie hatte sich selbst gerügt und versucht, es zu ignorieren - sie wollte diese Gefühle nicht, aus Angst wieder in dieser Tretmühle zu langen.
Hermine hatte diese Affäre solange durchgezogen, bis sie beobachtet hatte wie Draco mit Pansy sprach - über dessen Tochter, Draco's Patenkind.
Sie wusste, dass es kindisch und unreif gewesen war - aber es hatte ihre Eifersucht aufkeimen lassen, und weh getan.
Da hatte sie beschlossen, dass es aufhören müsse - der Sex und die Gewissheit, dass er sie niemals so lieben könne wie sie ihn.
Hermine hatte das Gespräch gesucht und ihn aufgeklärt, ihm erzählt das sie nicht mehr konnte und das es so nicht mehr weiterginge.  
Seine einzige Antwort war ein Kuss gewesen - und die Frage, ob sie einmal mit ihm Essen gehen würde.


Seit dem, blühte ihre Beziehung regelrecht auf und schnell hatte sich Draco von seiner Wohnung verabschiedet.
Ihre Freunde hatten ihnen den Vogel gezeigt, es aber akzeptiert und gemeint die beiden wären alt genug, um ihre Angelegenheiten selbst zu regeln. Selbst Ron war erstaunlich ruhig geblieben - das hatte aber eher an Lavender Brown gelegen, die seinen Antrag angenommen hatte.



Seit dieser Zeit sind drei Jahre vergangen und ihr gemeinsames Leben lief perfekt - sie verlangten nichts voneinander, ergänzten sich super und verstanden den anderen ohne Worte, weil sie ähnlich tickten.
Bis vor wenigen Stunden hatte Hermine das jedenfalls geglaubt.  
Dieser Antrag - er hatte sie vollkommen aus der Bahn geworfen, weil er so überraschend gekommen war.
Ohne große Romantik - Ronalds war nun wirklich kitschig gewesen und das hatte sie eher abgeschreckt.
Aber Draco war ganz anders - er wusste, sie mochte es schlicht und hasste großen Trubel um sich und ihre Person.
Er hatte einen schlichten Ring gekauft, dass hatte sie gesehen, und ihr bei einem gemütlichen Abend in ihrem schönen Zuhause einen Antrag gemacht - und was hatte sie getan?
Sie war abgehauen.
Weil sie angst hatte - weil sie ein Feigling war.



Die große, unerschrockene Hermine Granger hat Angst vor der Ehe!  
Ein Titel für eine Ramschstory der Kimmkorn.

Es war unfair gewesen, ihn stehen zu lassen und ihn so lange um eine Antwort zu berauben - denn sie war klar.
Sie hätte ihm gleich ein Ja! um die Ohren brüllen müssen, denn er war es doch erst gewesen, der ihr sowohl das eine, als auch das andere leben bot.
Ohne, dass sie es erst vermissen musste.




Die Kälte, die mittlerweile ihren Körper durchbohrte, verschwand - Ihr Haar wehte wild und ihr Gesicht musste verrückt aussehen, als sie im Pyjama und irre Grinsend durch die Nacht der Londoner Straßen rannte, um ihrem Freund um den Hals zu fallen.


Das sie apparieren konnte - hat sie für diesen Augenblick einfach vergessen.









Das nächste Wunschdrabble für BlackOwl!
Draco macht Hermine einen Antrag - und sie lässt ihn warten mit der Antwort.
Ich weiss zwar nicht, ob du dir das Ende so vorgestellt hast - aber ich hoffe, das es dir gefällt. ♥


Ich wünsche euch einen schönen Freitag. ♥

Egoistic
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