Adventskalender

von Eosphora
GeschichteRomanze, Fantasy / P12
30.11.2018
08.12.2019
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Teil 2/2

Es hatte sich herausgestellt, dass sich Noas Reiseplanung nicht mit Alister Überraschung überschnitt, also hatten sie sich am 28. Dezember in das neue Auto gesetzt und waren losgefahren.
Noa hatte einen alten VW-Bus aufgetrieben und ausgebaut, sodass sie im Notfall auch im Innenraum übernachten konnten, was bisher aber noch nicht nötig gewesen war.
Nach seiner ursprünglichen Abneigung hatte Alister Gefallen an dieser Reise gefunden.
Die meiste Zeit saß er am Steuer, während Noa neben entweder aus dem Fenster schaute oder an ihren Büchern schrieb.
Eigentlich hatte er erwartet, dass es viel stressiger werden würde, doch bisher war es nur eines: schön.
„Habe ich dir heute schon gesagt, dass ich liebe?“, fragte Alister und nahm Noas Hand.
Sie schaute ihn überrascht an, doch dann lächelte sie.
„Ich liebe dich auch“, sagte sie. „Und es freut mich, dass dir dein Geschenk doch noch gefallen hat.“
„Ich hoffe, deins wird dir auch gefallen“, erwiderte er.
„Ich bin ziemlich optimistisch“, meinte Noa und drückte seine Hand. „Nachdem du dich mit deinem hast anfreunden können, glaube ich, dass ich das mit deinem auch schaffen könnte. Wann sind wir eigentlich da?“
Alister sah auf die Uhr.
„In zwei Stunden. Und von dort müssen wir dann noch eine Stunde fahren.“
„In voller Montur? Dann knittert doch mein Kleid!“
„Das wird schon gehen“, sagte Alister. „Aber wenn du möchtest, kannst du dich auch dort umziehen, das geht auch.“
„Echt? Was ist das für eine Veranstaltung?“
„Lass dich überraschen.“
Noa sah ein, dass sie bei Alister auf Granit beißen würde, wenn sie versuchte, mehr aus ihm herauszubekommen. Also beließ sie es dabei und sah wieder aus dem Fenster.
Als sie an ihrer Pension ankamen, gingen sie mit den Hunden, bevor Alister es an der Zeit fand, sich fertig zu machen.
Noa zog sich an und versuchte, sich so schön wie möglich zu machen, was ihr dieses Mal nicht schwer fiel.
Alister hatte wirklich die richtigen Dinge ausgesucht.
„Bist du fertig?“, fragte Alister und kam aus dem Bad.
„Wow“, sagte Noa. „Du siehst großartig aus.“
„Danke“, erwiderte Alister. „Großartig kann man leider nur schwer übertreffen ... welches Wort soll ich jetzt für dich verwenden?“
Noa lachte.
„Lass uns gehen“, sagte sie. „Bevor ich noch rot werde, das würde nicht zu dem Outfit passen.“
„Ich finde, das würde dich noch schöner machen“, erwiderte Alister und bot Noa seinen Arm an.
„Danke“, lächelte sie und hakte sich bei ihm ein. „Verrätst du mir jetzt, wo wir hinfahren?“
„Nein“, antwortete Alister nur und öffnete Noa die Autotür.
Noa hatte keine Ahnung, wo Alister hinwollte und sie kannte die Gegend überhaupt nicht.
Als sie allerdings an einem kleinen Hafen ankamen, dämmerte es ihr langsam, was Alister vorhatte.
„Fahren wir raus aufs Meer?“, fragte sie, als er anhielt.
„Ich dachte mir, das gefällt dir“, schmunzelte Alister. „Unser eigener, kleiner Silvesterball ... und wir werden einen guten Blick auf das Feuerwerk haben.“
„Und das alles für mich?“, fragte Noa. „Das muss doch ein Vermögen gekostet haben!“
„So wie deine Reise?“, erwiderte er. „Wenn ich dir eine Freude machen kann, dann reicht mir das, Noa. Und ich hoffe, das habe ich.“
„Ja!“ Sie strahlte ihn an. „Danke, Alister!“
Als sie den Pier hinunterliefen, erwartete sie eine weitere Überraschung.
„Noa!“, rief Fiona und stürmte auf sie zu. „Wie schön, dich zu sehen!“
„Fiona? Was machst du denn hier?“, fragte Noa und umarmte ihre Freundin.
„Mit dir Silvester feiern“, antwortete sie. „Genauso wie Sean.“
„Sean?“, staunte Noa. „Aber er hasst doch das Meer!“
„Die Klippen“, sagte Sean und kam von dem Boot herunter. „Zugegeben, ich muss mich erst an das Meer gewöhnen, aber ... nun, Silvester mit meiner besten Freundin zu feiern, ist mir das wert.“
„Du hast das alles eingefädelt?“, fragte Noa Alister. „Du bist doch wahnsinnig!“
„Immerhin sorgst du dafür, dass ich meinen Wahnsinn in gute Bahnen lenke“, erwiderte er. „Also los, der Wetterbericht sagte, dass die Nacht klar und windstill bleiben sollte. Das müssen wir ausnutzen.“
Fiona nahm Noa am Arm und erzählte ihr von den letzten Wochen, die sie auf dem Hof ihrer Eltern verbracht hatte, doch Noa hörte nur mit halbem Ohr zu. Sie hätte Alister so etwas niemals zugetraut, schon gar, dass er freiwillig einen Abend mit Sean verbrachte, aber es schien, als hätten die beiden sich ausgesprochen. Zumindest war die Stimmung zwischen ihnen entspannt.
Als sie alle an Bord waren, ging Sean ans Steuer und legte ab, während Fiona sich um das Essen kümmerte.
Alister und Noa blieben an Deck und sahen hinaus aufs Wasser.
„Die Überraschung ist dir wirklich gelungen“, sagte Noa. „Ich hätte einfach ein wenig mehr auf dich vertrauen sollen.“
„Das kann ich nur zurückgeben“, erwiderte er und küsste sie vorsichtig auf die Haare – wobei es eigentlich egal war, denn der Fahrtwind hatte Noas Frisur ohnehin zunichte gemacht.
„Wahnsinnig bist du trotzdem. Und ich liebe dich dafür.“
Alister lächelte nur.
„Ich liebe dich auch, Noa.“
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