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Adventskalender

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P12
30.11.2018
24.12.2019
30
29.410
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19.12.2018 515
 
Sie mochte die Stille, die von diesem Wintermorgen ausging. Über Nacht war Schnee gefallen, der nun in der Sonne glitzerte. Der Anblick war fast zu schade, um ihn durch ihre Fußspuren zu zerstören.
Aber es half ja nichts, einkaufen musste sie trotzdem.
Seufzend machte sie sich auf den Weg zu ihrem Auto und fuhr Richtung Stadt. Eigentlich hatte es nicht viel Sinn, denn sie würde Weihnachten alleine verbringen, wie üblich, und sie hatte noch einen Pizzavorrat in der Gefriertruhe, aber ein wenig wollte sie es sich doch gutgehen lassen. Immerhin waren es Feiertage, die bevorstanden.
Als sie auf den Parkplatz des Supermarkts fuhr, war zum Glück noch nicht viel los. In ein paar Stunden würde sich das sicher ändern, aber dann war sie schon längst wieder zu Hause.
Alkippe schob lustlos ihren Einkaufswagen vor sich her, das Geschäft war bis auf die Angestellten fast leer.
Sie suchte sich ihr Festtagsmenü zusammen und versuchte, sich nicht zu Frustkäufen verleiten zu lassen. Es wäre schade um die Lebensmittel gewesen.
Als sie an der einzigen geöffneten Kasse ankam, bildete sich tatsächlich eine Schlange, jemand stand hinter ihr.
Während Alkippe die Waren nach dem Scannen wieder in ihren Wagen räumte, geriet die Kassiererin in Plauderlaune.
„Haben Sie schon mal Ente á l'Orange probiert?“, fragte sie. „Für Weihnachten wäre das doch das ideale Essen. Außerdem passt dieser Rotwein hier hervorragend dazu.“
Alkippe lächelte gequält.
„Ich glaube, für eine Person lohnt sich das nicht. Außerdem habe ich überhaupt keine Ente gekauft, also …“
„Aber ich“, sagte der Kunde hinter ihr. Alkippe drehte sich um. „Allerdings fehlt mir der Wein.“
Die Kassiererin stand auf.
„Tatsächlich!“, sagte sie, als sie in den Wagen schaute. „Aber wenn Sie beide ihre Einkäufe zusammenlegen würden, hätten Sie das perfekte Weihnachtsessen, inklusive Vorspeise und Nachtisch.“
Alkippe merkte, wie ihr die Röte in die Wangen stieg, doch der Mann lächelte nur.
„Vielleicht könnten wir uns nach dem Bezahlen darüber unterhalten?“, schlug er vor und sie nickte, obwohl sie nicht einmal sagen konnte, wieso.
Die Kassiererin zwinkerte ihr nur zu und kassierte den Fremden ab, der kurz darauf mit seinem Wagen zu Alkippe trat.
„Ich bin Bjarne“, stellte er sich vor und reichte ihr die Hand. „Freut mich.“
„Alkippe“, erwiderte sie und lächelte unsicher. „Also … wollen wir nach draußen gehen, bevor die ganzen Wahnsinnigen das Geschäft stürmen?“
Bjarne grinste nur und schob seinen Wagen nach draußen.
Während sie ihm hinterher ging, überlegte sie, was sie eigentlich geritten hatte. Sie kannte ihn überhaupt nicht, bestimmt war er Weihnachten bei seiner Familie und überhaupt. Es war überhaupt nicht ihre Art. Und hatte sie diesen Wein wirklich in ihren Wagen gelegt?
„Also, was meinen Sie?“, fragte Bjarne. „Hätten Sie Lust, an Weihnachten mit mir zu essen?“
„Haben Sie ein polizeiliches Führungszeugnis für mich?“, fragte Alkippe.
Er lachte nur.
„Besser“, antwortete er. „Die Dame an der Kasse ist eine Freundin meiner Mutter. Wenn Sie verschwinden, kann ich mir eigentlich selbst mein Grab schaufeln. Soll heißen: Ich werde mich hüten, Sie auch nur schräg anzusehen. Ganz zu schweigen davon, dass ich so nicht erzogen wurde. Ehrenwort.“
„Na gut“, schmunzelte sie. „Zu mir?“
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