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Adventskalender

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P12
30.11.2018
24.12.2019
30
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30.11.2018 588
 
Levian hatte etwas ganz Besonderes geplant und sich dafür sogar mit den Todesengeln aus Metall eingelassen. Gut, mit Kirsche, und Kirsche war eine Ausnahme, weil sie eigentlich die Königin von Skorpion war, aber trotzdem. Es war Levian nicht leicht gefallen, sich in eine Bindung zu Kirsche zu begeben, doch für seine Königin nahm er das gerne in Kauf. Sie war diese Bindung schon vor längerer Zeit eingegangen, um auch andere Welten betreten zu können, Welten, die ihrer eigenen überhaupt nicht ähnelten, aber auf eine ganz andere Art faszinierend waren.
Levian wollte Weißdorn die Freude machen und eine dieser Welten gemeinsam mit ihr erkunden. Sie hatte es zwar nie laut ausgesprochen, aber immer wieder angedeutet, dass er ihr dort draußen fehlte.
Kirsche hatte zwar eigentlich versprochen, Weißdorn niemals ohne ihre Einwilligung zu rufen, aber für Levian machte sie eine Ausnahme, vor allem, weil sie seinen Plan unheimlich rührend fand.
Also teleportierte sie sich an den Nordpol und rief Weißdorn zu sich.
„Kalt!“, war das Erste, was der Drache von sich gab, sobald sie realisiert hatte, wo sie war. „Warum hast du mich denn hierher gerufen?“
Kirsche wollte verhindern, sofort gegrillt zu werden und rief nach Levian.
„Weil er mich darum gebeten hat“, antwortete Kirsche und versteckte sich vorsorglich hinter dem männlichen Drachen. „Ich lasse euch dann mal alleine, ruft mich, wenn ihr wieder nach Hause wollt.“
Die Königin von Skorpion verschwand bis zur Grenze ihres Einflussbereichs, die sie nicht übertreten durfte, wenn Levian und Weißdorn ihr nicht folgen sollten.
„Und warum wolltest du, dass wir hierher kommen?“, fragte Weißdorn und schürte ihr inneres Feuer, damit ihr ein wenig wärmer wurde. „Und seit wann fungierst du als einer von Kirsches Schutzgeistern?“
„Seitdem ich dir eine Freude machen will“, lächelte Levian. „Du hast immer gesagt, ich müsse irgendwann einmal mit dir die Welten erkunden, also habe ich beschlossen, dass irgendwann eben jetzt ist. Und ich weiß, wie sehr du die Geschichten aus dieser Welt magst. Es gibt eine, von der ich dachte, dass sie dir besonders gefallen könnte und wollte dir den Ort zeigen, an dem sie spielt. Wir können aber auch zurück nach Hause, wenn dir das lieber ist.“
„Eine Geschichte?“, fragte Weißdorn neugierig. „Erzähl!“
Sie war zwar die Königin von Widder, doch bei Geschichten verhielt sie sich wie ein Kind, das gerade ein Geschenk bekam.
Sie setzte sich auf ihre Hinterläufe und sah Levian erwartungsvoll an. „Fang schon an!“, sagte sie, doch der männliche Drache ließ sich Zeit.
Erst, als er sich bequem hingesetzt und sich seine ersten Worte zurechtgelegt hatte, begann er, die Geschichte des Weihnachtsmannes und seiner Rentiere zu erzählen. Was er Weißdorn nicht gesagt hatte, war, dass Kirsche durch ihre Magie diese Geschichte zum Leben erwachen lassen würde.
Als sich um sie herum die ersten Häuser erhoben und Weihnachtswichtel über den Schnee liefen, hielt Levian inne, um Weißdorns Reaktion zu beobachten und freute sich, als er sah, wie verzaubert sie war. Er fuhr mit seiner Geschichte fort, während Kirsche den Rentieren und dem Weihnachtsmann Gestalt gab und sie sogar auf Weißdorn reagieren ließ.
Als Levian seine Geschichte auserzählt hatte, ließ Kirsche die Figuren noch für einige Minuten existieren, bevor sie sich in Luft auflösten.
Weißdorn verwandelte sich in einen Menschen, um Levian umarmen zu können.
„Danke“, sagte sie. „Das … ich weiß nicht, was ich sagen soll. Danke.“
Auch Levian wechselte seine Gestalt, um die Umarmung zu erwidern. Er freute sich, dass er seiner Königin eine Freude machen konnte.
„Gern geschehen“, versicherte er und drückte Weißdorn vorsichtig an sich. „Und … fröhliche Weihnachten, wie man hier sagt.“
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