The true Story of the Phoenix

GeschichteDrama, Familie / P16 Slash
30.11.2018
09.12.2018
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"Du bist zu spät." murmelte Aberforth und blickte nicht einmal auf, als sein Bruder sich ihm näherte. "Ich weiß... tut mir tatsächlich auch leid."
„So so… können wir dann? Ich würde unglaublich gern sofort nach Hause…!“, grummelte Aberforth und schielte zu seinem großen Schrankkoffer auf dem ein Käfig mit einer Eule darin thronte.

„Erst einmal solltest du dein Haustier frei lassen… dann können wir los.“ Der 16 jährige nickte und wandte sich dem schwarzen Käfig zu um den Waldkauz der darin auf einer Stange saß, frei zu lassen. Er öffnete die Klappe und die Eule erhob sich in die Lüfte und war wenig später aus dem Sichtfeld der Brüder verschwunden. Sie standen noch immer auf dem Gleis und jetzt wo der Käfig lehr war, richtete Albus seinen Zauberstab auf den Schrankkoffer und den Käfig die im nächsten Moment so klein waren, dass sie in Aberforth Manteltaschen passten.

Er verkniff sich einen Kommentar darüber, wie gern er endlich auch zaubern würde - Zuhause - und fragte stattdessen das, was ihm auf der Seele brannte. "Wie geht es Ariana... hatte sie wieder…?" Albus seufzte und schüttelte den Kopf. Aus seiner Jackettasche holte er ein Taschentuch und tupfte sich die Stirn ab. "Nein, es geht ihr tatsächlich gut, sehr gut sogar."
Aberforth war erleichtert während er neben seinem Bruder den Bahnsteig entlang lief. Dem Ausgang entgegen. So wie einige andere Nachzügler die auf ihre Verwandten gewartet hatten. Sie passierten das Tor und durchquerten die bevölkerte Bahnhofshalle die von den vielen Stimmen der Muggel und quäkenden Durchsagen der nächsten Verbindungen erfüllt war.

"Wie waren deine Prüfungen?" fragte Albus während er zielstrebig eben jene verlassene Gasse anzielte, in die er vorhin bereits appariert war. "Hätte besser sein können." brachte sein kleiner Bruder zwischen zusammen gebissenen Zähen hervor. Ein halbes Jahr war vergangen seit dem seine Mutter gestorben war, ein halbes Jahr in dem er gegrübelt hatte und getrauert.

Dementsprechend unkonzentriert war er gewesen als er sich auf die Prüfungen vorbereitet hatte und auch während er sie geschrieben hatte. Der Schulleiter von Hogwarts hatte ihm angeboten die Prüfungen am Anfang des kommenden Jahres zu schreiben. Schließlich war es in der Zaubererwelt bekannt, dass die Familie Dumbledore einen herben Verlust erlitten hatte. Doch Aberforth hatte die Prüfungen unbedingt ablegen wollen. „Aber du hast bestanden…?“ Aberforth nickte. „Ja… ich habe bestanden.“

"Na dann... hab ich nichts auszusetzen... bereit?" Sie waren angekommen, kein Muggel würde sie hier beobachten können. "Freust du dich das ich wieder Zuhause bin?" Endlich hob der Junge den Blick und sah seinen Bruder an. Er war einen Kopf kleiner, hatte eben so dunkelbraunes Haar wie er doch seine Augen waren getrübt von den frühen Verlusten die er erlitten hatte.

Albus nickte. „Ja das bin ich… und Ariana freut sich auch auf dich. Obwohl sie mich nicht hat gehen lassen wollen…!“ „Wo hast du sie denn gelassen?“ „Bei Bathilda Bagshot… sie hat einen Kuchen gebacken und wird sich gut um Ariana kümmern solange wir nicht da sind.“ „Und wenn was geschieht?“ Albus griff nach der Hand seines kleinen Bruders und schüttelte den Kopf. „Mach dir keine Gedanken… sie hatte keine Anfälle in der letzten Zeit. Ihr geht es gut. Das wirst du gleich sehen.“ Noch während Albus Worte in Aberforth Ohren verklangen, disapparierten die beiden und tauchten auf dem Marktplatz von Godrics Hollow wieder auf.

"Aber bist DU froh das ich wieder Zuhause bin?" wollte Aberforth wissen, aber die Worte kamen nicht über seine Lippen.  Hier zu sein, wo seine Mutter vor so wenigen Monaten gestorben war, verursachte einen Kloß in seinem Hals. Außerdem wartete sein Bruder nicht auf ihn sondern beeilte sich in die Gasse einzubiegen in der sie wohnten.

Aberforth blieb auf dem Marktplatz stehen. Ließ seinen Blick wandern und blieb auf dem Weg der zum Friedhof führte, hängen. Kurz überlegte er ihn einzuschlagen um das Grab seiner Mutter zu besuchen. Doch da hörte er schon die Stimme seines älteren Bruders. „Jetzt komm… ich möchte Ariana so schnell es geht wieder abholen.“

Albus war nicht stehen geblieben, hatte die Worte nur über die Schulter zu Aberforth gerufen. Ihm war danach in sein kühles Haus zu kommen, seine Schwester wieder in seinen Armen, unter seinem Schutz zu wissen und auch die verschwitzten Kleider vom Leib zu reißen um sich abzukühlen.
Schnellen Schrittes lief er weiter. Ohne darauf zu achten, ob Aberforth ihm nun folgte oder nicht. Erst als er an Mrs. Bagshots Haus angekommen war und gerade die Hand hob, um an die Holztür zu klopfen, hörte er die Schritte seines Bruders der den Weg entlang lief und schließlich neben Albus zum Stehen kam. Dieser sah ihn kurz  von der Seite an und klopfte dann.


"Sie schläft endlich." meinte Albus müde und trat zu seinem Bruder in den Garten. "Willst du auch ein Butterbier?" fragte er und hoffte, dass sein jüngerer Bruder den Streit vom Nachmittag nicht wieder aufbrechen würde. 2 Monate mit Streit wo er sich doch so bemühte Ariana ein friedliches Zuhause zu bieten, Albus wusste nicht wie er das ertragen sollte.
Aberforth Blick hing an den Bäumen und es dauerte etwas, bis er sich zu seinem Bruder umwandte und nickte. Auf dem kleinen Tisch vor dem Haus stand eine Schüssel mit Berty Botts Bohnen. Aberforth hatte nie verstanden was seinen Bruder so an der Nascherei faszinierte. Aber im Hause Dumbledore gab es immer einen Vorrat an Berty Botts Bohnen. „Ja gern…!“ Albus nickte und reichte seinem Bruder eine Flasche, die er vorsorglich bereits in der Hand gehalten hatte.

Die beiden prosteten sich zu und nahmen jeder einen Schluck. Dann wanderte Aberforth Blick wieder zum Wald und Albus folgte seinem Blick. Zunächst schwiegen sie, bis Aberforth die Stimme erhob. „Warum bist du heute zu spät gekommen?“ Albus hatte gewusst, dass er um eine Antwort auf diese Frage nicht herumkam. Doch ihm war auch klar, dass er Aberforth nicht die Wahrheit sagen konnte. Denn der 16 jährige kannte Gellert Grindelwald und mochte ihn überhaupt nicht. Was im Übrigen auf Gegenseitigkeit beruhte.

"Ich hab die Zeit vergessen..." murmelte er und lehnte sich in die Tür die Haus und Garten voneinander trennte. Hinter ihm in der Küche putze eine fliegende Bürste gerade die Teller des Abendbrotes sauber während das Handtuch daneben darauf wartete die Teller abzutrocknen.

Weder Albus noch Aberforth achteten darauf. „Du hast die Zeit vergessen? DU? Albus Dumbledore vergisst die Zeit? Das kannst du gern Mrs. Bagshot erzählen… aber nicht mir. Du warst im Ministerium, habe ich Recht? Du hast endlich kapiert, dass du dich nicht länger dem Minister widersetzen kannst. Du machst endlich Karriere und lässt uns allein. Sag es doch endlich Albus… sag es… dann geht es uns allen besser. Besonders dir.“
Albus schmunzelte doch dann konnte er nicht anderes und musste lachen. Das Ministerium, aber das ahnte Aberforth nicht, war der letzte Ort an dem Albus sein wollte, schon gar nicht als Angestellter.

Schon vor seinem Schulabschluss hatte das Ministerium ihm ein Angebot gemacht und seither nicht mehr aufgegeben. Auch jetzt noch bekam er regelmäßig Eulen aus dem Ministerium. Vom Minister persönlich. Doch alle Briefe blieben unbeantwortet. Albus wusste nicht, was er beruflich machen wollte. Was er wollte war, bei seiner Familie sein. Vor allem bei Ariana. Auch wenn Gellerts Auftauchen heute ihn ein wenig durcheinander gebracht und die so erfolgreich verdrängte Sehnsucht wieder entflammt hatte.

"Aberforth... kleiner Bruder..." Albus trat hinaus in Garten und setzte sich in das feuchte Gras, das den ganzen Nachmittag von einer kleinen verzauberten Regenwolke bewässert worden war. Über Ihnen zeigte sich die Klarheit der Sommernächte in ihrer ganzen Pracht.

Die Sonne war bereits untergegangen und der Himmel über ihnen war sternenklar. Keine Wolke war am Himmel zu sehen und unzählige Sterne erhellten die Nacht. „Sag es Albus… sag mir, dass du mich und Ariana allein lässt so wie Mutter es bereits getan hat. Du wirst uns allein lassen. Weil du nicht hierher gehörst… du gehörst ins Ministerium.“ „Nein. Tue ich nicht.“
Mit einer Handbewegung ließ Albus die fielen unbeantworteten Briefe aus seinem Zimmer hier herunter fliegen. Durch einen Spalt im Fenster kam einer nach dem anderen zu ihnen nach unten und stapelte sich vor Aberforth Füßen.

„Was ist das?“, fragte dieser und an seinem Tonfall konnte Albus seine Verärgerung deutlich hören. „Lies sie“, forderte er seinen Bruder auf und brachte einen der Briefe dazu sich auszuklappen und blieb vor Aberforth schweben bis dieser nach dem Pergament griff und begann zu lesen.

Nach und nach las er schweigend bis er seinen Bruder nach der Hälfte der Briefe von der Seite ansah. Ab und an hatte er einen Schluck seines Butterbieres genommen. „Sie wollen dich Albus… so dringend… sie haben dir ALLES angeboten und ich bin sicher, dass du in nicht wenigen Jahren Minister sein könntest. Warum willst du es nicht?“ „Weil das nicht das ist was mich auszeichnet. Es mag ja sein, dass ich ein ausgezeichneter Magier bin. Dass ich talentiert bin. Das meine Macht groß ist. Größer als von vielen anderen. Aber ich gehöre nicht ins Ministerium. Weder als Angestellter noch als Auror und schon gar nicht als Minister.“

"Was ... was willst du dann?" Wieder spürte der Junge diesen Kloß in seinem Hals und war froh die inzwischen leere Flasche in seiner Hand fest umklammern zu können. "Ich will das Ariana friedlich schläft, ich will da sein, wenn ihre Magie einen Weg nach draußen sucht um sie selber und alle anderen zu beschützen. Ich will das du einen guten Schulabschluss hast.... DAS will ich."

Aberforth nickte. Doch glauben konnte er seinem Bruder nicht. Auch wenn er wusste wie sehr Albus Ariana liebte und umgekehrt. „Davon aber können wir nicht leben Albus… Vater ist bereits tot… genau wie Mutter. Unsere Reserven in Gringotts sind beinahe aufgebraucht. Ariana ist eine Geächtete. So viele auch hier im Dorf die sie seit ihrer frühen Kindheit kennen, haben Angst vor ihr. Und ich kann sie verstehen… wer soll für uns sorgen, wenn du nicht arbeiten gehst?“

Albus seufzte. Aberforth hatte Recht. Die Goldreserven die gut verschlossen und beschützt in Gringotts im Familienverließ der Dumbledores lagerten, schmolzen immer weiter. Lange würden die Geschwister nicht mehr davon leben können. Doch eine Lösung hatte Albus noch nicht parat. „Kannst du… ich meine… wenn wir…!“, begann Aberforth plötzlich wieder zu sprechen während er seine Butterbierflasche weiter umklammerte.

„Wenn wir was?“ „Nun ja… ich habe zufällig erfahren, dass die Stelle des Verwandlungslehrers ab dem nächsten Jahr neu besetzt werden soll… vielleicht…!“ Albus starrte seinen Bruder an. „Du… du bittest mich gerade mich in Hogwarts zu bewerben? Als Lehrer?“ Aberforth nickte. „Ja… es wäre eine Lösung… vielleicht.“

„Und Ariana?“ Auf diese Frage hin schwieg Aberforth. Lange. Blickte weiterhin in Richtung Wald der sich unter dem Sternenhimmel dunkel  vor ihnen abzeichnete. „Kannst du… mein Butterbier noch mal auffüllen?“ „Natürlich.“ Albus sprach leise, schwang den Zauberstab und sowohl Aberforth‘ als auch seine eigene Flasche füllte sich wieder auf. Aberforth nahm einen großen Schluck. Schien nachzudenken.

„Sie… sie müsste natürlich mitkommen… allein lassen können wir nicht. Aber vielleicht lassen sie es ja zu. Professor Dippet wird begeistert sein, wenn du dich bewirbst. Und das Ministerium würde dich vermutlich auch in Ruhe lassen.“

"Ja vielleicht." Wiederholte sein Bruder und schaute in den Himmel. "Lass mich.. darüber nachdenken in Ordnung aber... vorerst musst du darauf vertrauen, dass ich für euch sorgen werde und zwar nicht in dem ich ins Ministerium gehe."

Aberforth nickte, hob seine Flasche und stieß mit seinem Bruder an. Das Kriegsbeil war noch nicht begraben. Aber es lag bereits eine dünne Schicht Erde darauf und Albus würde sein Wort halten. Aberforth selbst würde im September sein letztes Schuljahr in Hogwarts antreten und sie würden es irgendwie schaffen. Und der Weg der vor ihnen lag, führte für keinen von ihnen über das Zaubereiministerium.
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