365 Tage

von Kianna
GedichtAllgemein / P16
29.11.2018
29.11.2018
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365 Tage

365 Tage wird die Welt von Schrott regiert,
Von Hass und Streit und Neid,
Nachdem sie immer weiter ins schlechte rein mutiert.

365 Tage wird die Welt von Gott verlassen,
Von den Dummen, den Sexisten und den Heuchlern tyrannisiert,
Während wir selbst uns gegenseitig hassen.

365 Tage wird darauf bestanden,
Welche Hautfarbe wir haben,
Selbst nach Mandela, King und all den anderen.

365 Tage lassen wir einfach alles weitergehen,
Obwohl jeder weiß:
So soll unsere Welt nicht aussehen!

Alles ist "besser", weiter, schneller.
Die anderen, die leiden, schuften, die sind doch egal,
Denn hey, sagen sie, unser Stern strahlt heller jeden Tag.

Kinder hungern und dursten in diesem Moment,
Denken nur an das Essen,
Trotzdem ist dürr bei uns ein Kompliment.

Entsprich den Vorstellungen oder lass es bleiben,
Ist deine Entscheidung,
Aber mach dir klar: wenn nicht, dann wirst du leiden.

Die Erfolge und das Ansehen sagen, wer du bist.
Hier sind nur die Leistungen wichtig.
Und sich dagegen aufzulehnen, dass ist doch nicht richtig...

Nur eine kleine Minderheit versucht dagegenzuhalten,
Doch ich sag's euch gleich:
Auch dieser Wiederstand wird sich spalten.

In der Schule muss man die besten Noten haben,
Für nen guten Job,
Doch was wir dabei übersehen sind die Narben.

Unsichtbar ist unsere Haut damit geschmückt,
Nehmen uns immer mehr Menschlichkeit,
Aber deswegen macht sich doch keiner verrückt.
Denn das Äußere zählt ja eh mehr, als das Innere...

Und öfter und öfter hören wir, wie es klingelt,
WhatsApp, Insta, Twitter und co.,
Als ob die Gesellschaft und immer weiter umzingelt.

Weil die anderen das tolle Leben bewundern sollen,
Wird immer nur das positive gepostet,
Sodass alle niemals das schlechte sehen wollen.

Es ist ja auch viel zu leicht sich selbst zu belügen,
Anstatt mal die Wahrheit zu sagen
Und sich nicht immer zu betrügen.

Keiner hat auch nur für eine Sekunde Ruhe,
Immer heißt es, du musst erreichbar sein,
dabei stört sich keiner am unechten Getue.
Nein, lieber Arbeit erledigen, als freundlich sein.

Religionen können nicht aufhören sich gegenseitig zu bekriegen,
Ziehen stattdessen alle mit hinein,
Und versuchen die Glauben der anderen zu überfliegen.

Scheinen Dämonen deshalb über jeden von uns zu wachen?
Haben die Engel verdrängt und stiften uns nun dazu das schlechte zu machen?
Zu neiden. Zu schwindeln. Zu fürchten!

Der Selbstzweifel treibt uns in die Schlucht,
Wo wir unaufhörlich fallen
Und schließlich landen wir mit voller Wucht.

Aber:

Ich will nicht in einer Welt leben, in der alle nur vom Geld reden.
In der die Liebe jeden Tag aufs neue ausstirbt,
Währen die halbe Menschheit immer weiter verdirbt.

Ich will mein Leben nicht vom Vorstand bestimmen lassen,
Sodass die Gefühle immer weiter verblassen.

Ich weigere mich, zu einer Maschine zu mutieren,
Mich nur auf das wesentliche zu konzentrieren
Und nur auf meine Leistungen zu reduzieren.

Ich weigere mich!

Doch wieso muss ich mich überhaupt weigern?
Wieso gibt es so was, wenn Intelligenz und Wissen sich immer weiter steigern?

Wieso muss ich miterleben, wie Menschen Menschen wehtun,
Obwohl unsere Werte auf der Unantastbarkeit beruhen?

Wieso geht es nur noch um das virtuelle Leben?
Und wieso darf ich nicht nach einer Prise Unvernunft streben?
Nach  Verrücktheit und vielleicht auch nach Irrsinn?

In meiner Welt, da stehen die Dinge anders aus.
Da werden die Menschen nicht mehr vom Ehrgeiz geleitet, sondern vom Zusammengehen und zwar vorraus.

Stolz und Vorurteile, die gibt es dort nicht,
Denn alle vertrauen auf eins: die Zuversicht!

In meiner Welt, da sind die Waffen niedergelegt,
Da wird einem das Wort nicht mehr im Mund verdreht.

Da muss man nicht erst lernen,
Was Freundlichkeit bedeutet.
Und kein einziger Fehler wird mehr verleugnet,
Denn es ist ok falsch zu liegen,
Weil wir damit anfangen unsere eigenen Schwächen zu besiegen.

Ich sehe eine Welt, in der jeder das Recht hat zu leben,
In der keiner Angst hat sich über seine eigenen Grenzen zu erheben.

Ich sehe eine Welt, in der es egal ist, wo her alle stammen,
In der man sich nicht dafür schämen muss, in Liebe zu entflammen.

Eine Welt, die auf Frieden und Freiheit basiert,
Die nicht zu Arroganz und Eitelkeit motiviert.

Ich sehe einen Ort voller Gerechtigkeit und Güte,
Einen, an dem die Menschlichkeit aufblüht,
Einen Ort, an dem es egal ist, welche Person wir lieben,
Weil wir nur durch dieses Glück lernen, was es heißt zu fliegen.

Eine Welt, in der man nicht vergessen wird.
Eine, in der man immer akzeptier wird, auch wenn man sich mal irrt.

Hier sind alle: Schwärmer, Hoffende, Utopisten und Optimisten, Weltverbesserer, Idealisten und Romantiker. Träumer.

365 Tage werde ich das Gute in den Menschen sehen,
Die Freunde, das Mitgefühl,
Während sie Hand in Hand gemeinsam gehen.

365 wird die Menschlichkeit zurückkehren,
Zusammen mit all den anderen Gefühlen,
Weil wir alle wieder das Leben verehren.

365 wird die Freiheit garantiert,
Sodass alle Opfer der Vergangenheit nicht umsonst waren,
Und niemand mehr seine Individualität verliert.

365 Tage lassen wir nicht nur alles weitergehen,
Und dieses Mal weiß jeder:
So soll unsere Zukunft aussehen!
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