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Schatten einer Seele

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16 / Het
Artorias Ciaran
26.11.2018
23.11.2020
11
23.964
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26.11.2018 3.010
 
KAPITEL 1 – FINSTERNIS NAHT


Artorias


Ich weiß, es macht keinen Sinn mich so in Gefahr zu begeben, aber dafür bin ich nunmal da. Mit der schweren silbernen Rüstung durch das große Anor Londo zu rennen, ich muss verrückt sein. Mein arzurner Schal flog hinter mir her. Das Großschwert lag geschmeidig auf meinem Rücken, das Visier des Wolfhelmes versperrte mir meistens die Sicht auf die Bürger, welche ich beinahe umrannte und mein treuer Begleiter lief stetig an meiner Seite. Mit der wichtigen Information im Kopf begab ich mich zum Schloss. Meine Autorität als einer der Rittergarde gab mir den Vorteil, dass mich Wachen beinahe ignorierten. Na gut ... etwas Bewunderung der Silberritter war mitzubekommen. Über den ersten Aufzug des Landes Lordran, der mehr als zehn Riesen tragen konnte, rannte ich, dahinter die Treppen nach oben. Das Geschirr an meinen Beinen und Armen verbreitete Aufmerksamkeit. Die beiden Riesenwächter des großen Tores zogen es rasch auf. Die leuchtende Halle strahlte mir ins Gesicht. Aristokraten zogen mit ihren überheblichen Blicken Gesichter, welche Sif und ich gekonnt ignorierten. An weiteren Silberrittern sprinnteten wir vorbei. An der Seite stand einer meiner besten Freunde. Viel kraftvoller als meine Wenigkeit. Er lehnte die Anfrage für die Rittergarde gekonnt ab. Als ein Zeichen seiner Kraft, trug er eine Rüstung aus reinem Gestein. Auch sein Schild war körper-groß. Zudem noch einen Drachenzahn auf der Schulter, den er als Keule benutzte. Bekannt als Bischof in der heiligen Kirche und im heiligen Land Thorolund, das im Grunde ein rießiges Kloster war. War jediglich ein kleiner Blick. Ich ging strickt auf die Halle dahinter zu. Der Eingangsbereich war zwar bereits gewaltig, aber den Fürstensaal darauf kann man nicht damit vergleichen. Säulen, welche das obere Stockwerk halten mussten und dicker als manche Riesen waren. Fenster aus klarem Glas, die höher reichten, als man selber sehen konnte. Am Ende stand er. Genauso wie ich war er ein Hühne. Sicherlich zehn bis 15 Fuß hoch. Langer grauer Bart, der zu seinen gräulichen Haaren passte. Ein schwarzer Umhang hing an seinen Schultern herunter. Ein Breitschwert, extra für ihn angefertigt, in der Farbe seiner Krone, steckte an der rechten Seite seiner Hüfte. Der Fürst des Sonnenlichts Gwyn lehnte sich über einen langen Tisch, der etwas höher gelegen war. Ich konnte keinen Blick auf das werfen, was darauf lag. Daneben saß seine Tochter Gwynevere. Braune lange locken fielen über ihren Rücken. Sehr sauberes weißes Kleid. Annehmen würde ich, es wurde mit Seide genäht. Zu teuer für einen Ritter. Es verlief über ihre Schultern, knapp über den Brüsten entlang und ging auch am Rücken zusammen, damit dieser und ihr Hals frei lag. Bedeckt waren ihre Beine in einer überkreuzten Haltung und die sanften Hände in der Hüfte abgelegt. Sif rannte wie immer unverzüglich zu ihr, hechelte und wedelte mit dem Schwanz. Ich ging vor Gwyn in die Knie und wollte lossprechen. Gwynevere zog sich meinen jungen Wolf auf den Schoß und streichelte ihn. „Na...“, erhob sie ihre Stimme. „Alles in Ordnung?“ Im Augenwinkel sah ich, wie sie ihn musterte. „Du bist etwas schmutzig. Wo wart ihr beiden wieder?“, bekam ich noch mit, als ich anfing zu reden. „Fürst! Ich überbringe Botschaft!“ Gwyn drehte sich zu mir um und zog mich an den Armen nach oben. „Artorias! Wenn du selber hier erscheinst, muss es etwas wichtiges sein. Rede!“ Er schlug mir auf die Schulter. „O-Oolacile ist … vernichtet!“ Die Augen meines Herren gingen vor Schreck auf. „Wie vernichtet?“
„Sif und ich wollten uns eigentlich zu Elizabeth begeben, aber schon von der Anhöhe konnte ich erkennen, dass die Stadtmitte in einer Finsternis hinab gefallen war, die dem Abgrund sehr äh-.“ Ich stoppte meine Ansprache, als mein Fürst mich anredete. „Es reicht mir damit bereits! Sif!“, rief er meinen Wolf. Gwyn bückte sich und streichelte durch sein graues Fell. „Los hol Ciaran und Gough zur Wurz-Wald Grenze!“ Er drückte ihn weg und Sif spurtete in die Stadt hinein. Die Prinzessin stand auf und ging an die Seite des Fürsten. „Vater! Drei der vier Ritter? Ist es nicht übertrieben für Oolacile?“
„Glaub mir meine Tochter, ist es nicht!“ Gwynevere hatte irgendwie schon recht. Wir, die Rittergarde, bestehen aus den vier besten Rittern, die Anor Londo zu bieten hatte. Schon einer von uns reicht, um Kriege zu entscheiden, aber, dass Gwyn gleich drei von uns ruft, ist völlig übertrieben. Was ist nur passiert? Anscheinend weiß er darüber bescheid. Woher? Hat ihn das Wort ´Abgrund´ verunsichert? Nein! Nicht ihn! Ich bin der Abgrundschreiter. Ich alleine würde ausreichen, den Abgrund zurückzudrängen. Es ist mehr. Was ist wirklich geschehen? Gwyn ist dem bewusst, sagt mir aber nichts. „Dein Schild ist übrigens wieder repariert. Schau mal bei ihm vorbei. Hol ihn! Wir treffen uns alle an der Wurz-Wald Grenze.“ Er drehte mich um und schlug mir auf den Rücken. „15 Minuten ...“ Gedankenverloren schlenderte ich die Hallen zurück zur westlichen Seite des Schlosses und ging zu dem Riesen, welchen wir unseren Schmied nannten. Seitdem der alte André sich zur Ruhe gesetzt hat und zur heiligen Kirche hinunter ist, sitzt dieser namenlose Riese an seinem Platz. Anscheinend hat André den Schild hoch schicken lassen. Meine Schild wie? Stimmt! Ist ja schon ewig her. Hatte ich komplett vergessen. Vor einem Jahr musste ich den Abgrund schon einmal betreten und mich den vier Königen aus Neu-Londo beweisen. Mein Schild hatte es nicht überstanden. Hat ganz schön lange gedauert, selbst für André. Naja ist auch kein normales Schild. Es trägt ein Wunder darauf, dass sie Finsternis aus dem Abgrund und Flüche von einem abhalten soll. Bis jetzt hat dies gut funktioniert. Ohne ein Wort griff ich es mir, da es einfach an der Seite der Wand lag und hielt es in den Himmel. Der alte dunkelblaue Glanz war wieder da. Die drei Spitzen an der Oberseite wieder scharf und die Halterung nicht mehr zerissen. Mit Schwung band ich es mir auf den Rücken, zerrte es etwas zurecht und ging damit langsam zur weißen Mauer. Die Stadt Anor Londo lag auf einem Vulkan. Oben auf der Spitze im Krater. Zwischen dem Erdboden und der Magma drunter lagen mehrere 500 Fuß. Kein aktiver Vulkan mehr. An der Mauer verlief ein Tunnel zum Grund hinunter. Dort stand Sens Festung. Eine Verbindung zwischen uns und der heiligen Kirche. Ich habe den Platz noch nie gemocht. Nichtsdestotrotz wurde unser Nachbarland angegriffen. Als ein befreundetes Königreich müssen wir ihnen helfen. Falls es nicht schon zu spät ist.


Ciaran


„Hey Großer!“ sprach ich Gough mit einem sanften Ton an. „Was sollen wir hier?“ Der Riese blickte mich durch seinen Helm an, der wie ein Falke geformt war. Er atmete tief ein und aus, denn es war schwer für ihn hier richtig Luft zu holen. „Gwyn wird es uns schon sagen ...“, brummte er. Das Warten nervte ihn, das merkte ich. Als ob er in einen See sprang, zog er seine Beine flink nach vorne und ließ sich auf den Hintern fallen. Alles bebte bei seinem Gewicht und brachte auch mich auf den Boden. Dann zog er seinen gigantischen Drachentöter-Bogen von seinem Rücken und legte ihn vor sich hin. Er stöhnte mich etwas an. „Hmm...“ Ich zog meine beiden Klingen aus der Scheide und betrachtete sie. Beide waren gewellt. Eine leuchtete feuerrot, die Andere magischblau. „Was hast du?“, fragte ich ihn. „Hmm … Ciaran?“
„Ja?“ Er hob seine Arme und zeigte auf seine Helm. „Du als Frau bist doch fingerfertig, oder?“ Seine tiefe Stimme zog sich durch meine Ohren. „Kannst du mir meinen Helm abnehmen?“ Genau … Gough war sogar für einen Riesen relativ groß. Seine Arme muskulös und der Hals dick. Er kam selber nicht an seinen Kopf heran. Ich steckte meine Klingen wieder ein, begab mich vom Schneidersitz ins Stehen und kletterte auf die Hand, welche er mir hinhielt. „Wenn du abgesehen vom Mantel über deinen Beinen sowieso keine Rüstung trägst, wieso dann dieser Helm?“ Abgesetzt auf einer Schulter, versuchte ich, ihm das Stahl vom Kopf zu nehmen. „Du trägst doch auch deinen Garden-Helm! Artorias und Ornstein genauso...“ Ich zog zuerst das Lederband an seinem Kehlkopf über sein Kinn. „Aber wir haben auch kein Problem mit unserem … obwohl mich die Flügel meiner Hornisse ab und zu nerven.“ Da kicherte ich. An den Seiten seines Helmes packte ich zu und zog ihn gleichzeitig nach oben. „Es war schon schwer genug für Gwyn, einen Ring in deiner Größe anzufertigen, die man für deine Finger benötigt.“ Gough starrte auf seine und den Falkenring, der an einem hing. „Sie kommen...“, murmelte er durch den Helm. Ich war fast über den Ohren, da stoppte ich, drehte mich um und sah zur Treppe, die wir hinaufgegangen waren. Einige Sekunden wartete ich, doch niemand kam. Da fiel es mir wieder ein. Gough ist der beste Schütze aus ganz Lordran! Er vernahm Töne von Flügelschlägen, Schleichen oder der Atmung schon aus Meilen Entfernung. Sie waren wahrscheinlich noch am Schloss. Weiter zog ich den Helm nach oben. Über seinen Ohren war ich, als mich etwas von hinten anbellte. Ich erschrak und fiel von seinem Rücken, der Helm rutschte zurück auf seinen Kopf. Meinen hingegen hatte ich zur Bequemlichkeit nicht so fest gemacht. Er flog von mir ab. Ich blickte in den Himmel. Etwas feuchtes schleckte meine Wange ab. Meine blonden Haare wischte ich mir aus dem Gesicht und drückte mich zum Sitzen hoch. Sif war neben mir. Er brachte mir ein Lächeln und ich fuhr durch sein Fell. Es war sonderlich weich. In dem Moment lief auch Artorias zu uns hinauf. Seine Stimme könnte ich immer erkennen. Stark, autoritär und vor allem gefühlvoll, wenn es darauf ankommt. „Steh auf Ciaran! Eure Majestät ist anwesend!“ Hinter ihm kam unser Fürst empor gestiegen. Aus Reflex riss ich mich zusammen und kniete vor ihm nieder. Gough versuchte seinen gewaltigen Körper zu drehen, leider vergebens. Ich erlaubte mir nicht meinen Kopf zu heben. Die Schritte des Herrn liefen an mir vorbei und stoppten vor dem Riesen, wahrscheinlich damit auch dieser alles sah. „Umkreist den Platz.“ Gwyn hab uns den Befehl. Ohne zu zögern stand ich auf und lief zusammen mit Artorias neben Gough. Stramm wie Holz poste ich, um den Fürsten die Ehre zu erweisen. Mein Herz schlug auf, als mir Artorias seine Hand auf meiner Schulter ablegte. „Beruhig dich", flüsterte er gefühlvoll und plötzlich war ich gelassen. Meine Wangen röteten sich. Ich schüttelte den Kopf, nahm meinen Helm vom Boden, zückte meine Haare hinein und das Stahl über den Kopf. Der Ritter neben mir sah damit zu Gough und verschränkte seine Arme. „Herr!“, begann Artorias. „Wieso drei von uns? Seit dem Zeitalter der Ältesten mussten wir nicht mehr zusammen gerufen werden.“ Gwyn legte seinen rechten Arm auf seinem Schwert am Gürtel ab und wedelte mit dem linken Hand umher. „Das was in Oolacile geschah, hätte eigentlich nicht geschehen dürfen.“ Oolacile? Was ist denn los? Seit Jahren hatten wir keine Probleme mit dem Land. Will Gwyn, dass wir es angreifen? „Was ist in Oolacile passiert?“, fragte ich neugierig. „Der Abgrund hat sich dort geöffnet.“ Meine Stirn runzelte : „Das ist doch lediglich Artorias´ Aufgabe! Warum wir?“ Der Wolfsritter ging einen Schritt nach vorne. „Genau … weshalb müssen die beiden mit?“ Die beiden?!? Komm schon, so musst du uns auch wieder nicht bezeichnen. „Weil diesmal hat sich der Abgrund nicht von selbst geöffnet“, antwortete Gwyn. „Wieso dann?“, brummte Gough auf uns herab. „Ich habe auch nur bedingt Information dazu. Es kann sein, dass ein alter Terror wieder aufgestanden ist.“ Er fuhr ein wenig durch seine Bart und sprach weiter. „Geht! Erkundet Oolacile. Erstattet Bericht, was genau vorgefallen ist.“ Gough stemmte sich wieder in den Stand und klopfte seine Beinbekleidung ab. Auch ich machte mich auf Richtung Tor, nur Artorias blieb nachdenklich stehen. „Dieser Terror … wie gefährlich ist er?“
„Das ist mein letzter Befehl für euch. Sobald ihr in Gefahr kommt, zieht ihr euch zurück. Ich meine es ernst. Zieht euch zurück. Wenn ich richtig in Erinnerung habe, wer wieder aufgewacht ist, wäre es ein zu großes Risiko euch kämpfen zu lassen.“ Ich drehte mich ein letztes Mal um und fragte nach : „Was ist denn wieder aufgestanden? Wenn ihr die Frage erlaubt...“
„Eine Sache, die nur uns Fürsten zu rühren hat. Ihr habt keine Verwendung der Information. Ich möchte nur eine Bestätigung von der Rittergarde haben, dass es wirklich dieses Wesen ist. Ihr sollt es weder bekämpfen noch zurückdrängen, dafür sorgen wir Fürsten.“
Mit einem nachdenklichen Blick durch meinen Helmvisier starrte ich weiter auf meinen Herren. Dann verwieß ich auf die letzte Frage : „Die Rittergarde? Fehlt dann nicht Ornstein? Sollte er nicht mitkommen?“ Gwyn schüttelte den Kopf. „Er und unser Henker müssen die Prinzessin beschützen, da ich demnächst zum Feuerband-Schrein reisen werde, um mich mit dem Grabfürsten Nito zu treffen.“ Ich nickte und zusammen mit Artorias lief ich Gough zum Tor hinter her. Ein letztes Mal streichelte Gwyn durch das Fell von Sif. „Passt auf euch auf!“ Ganz plötzlich so ein wichtiger und gefährlicher Auftrag. Irgendetwas verheimlicht uns der Fürst noch neben dem Wesen.
„Ich habe für jeden von euch noch etwas!“, lockerte Artorias etwas die Stimmung. „Sprech!“ Ich sah zu seinem Kopf hoch. Er war sicherlich doppelt so groß wie ich. Etwas einschüchternd, aber dafür bin ich die Geschickte der Gruppe und er der Kraftvolle. „Havel gab mir Schriftrollen für Wunder. Er sagte, wir hätten auf der Reise genug Zeit sie zu lesen.“ Aus seinem kleinen Sack, den er über der Schulter trug, kramte er drei dieser Schriftrollen heraus. Sogleich öffnete ich das Band und las den Titel. „Magische Barriere...“, murmelte Gough. „Ein Wunder erschaffen von unserem Bischof Havel selber“, fuhr Artorias fort. „Lest es auf dem Weg. Nun lasst uns keine weitere Zeit verschwenden. Die Bewohner Oolaciles könnten noch immer in Gefahr sein.“ Seine Worte waren weise, weswegen wir nicht länger trödelten und sofort Anor Londo verließen, uns durch Sens Festung und über die heilige Kirche an dessen Fuß in den Wurz-Wald begaben. Der letzte Teil bevor es nach Oolacile ging. Das Wunder war auch kein schwieriges. Wir alle hatten es schnell kapiert, sogar unser Riese Gough. Doch was uns einfach nicht aus dem Kopf ging, war diese eine Frage. Was wird uns in Oolacile erwarten? Gwyn weiß darüber bescheid, doch sagte er uns nichts. Zusammen marschierten wir die Hänge hinab, wobei Gough hinab klettern oder teilweise sogar springen musste, was viele gefährliche Tiere aus dem Wurz-Wald alarmierte und uns so den Weg öffnete. Niemand wagte sich einem Riesen entgegenzustellen.
Artorias führte uns auf die Anhöhe kurz vor Oolacile, zwischen uns lag nur noch das Mausoleum des Königreiches, welches von dem Pilzwesen Elizabeth bewohnt und vor allem bewacht wurde. Doch die Sonne verschwandt am Horizont und Dunkelheit brach hinein. Somit stoppten wir unsere Reise auf dem vermeindlich letzten sicheren Platz. Ich selber war noch nie in Oolacile, aber was man schon von hier oben sehen konnte, sorgte für Klarheit. Anscheinend lag das Königreich genauso wie Anor Londo in einem Krater. Die leicht vermoosten alten Gebäude standen außen herum, doch je weiter man Richtung Zentrum sah, desto tiefer reichte die Ruine und der Platz an dem eigentlich das Schloss stande, lag jetzt in der tiefen Finsternis des Abgrundes. Wir beschlossen uns am nächsten Tag auf den Weg zu machen. Gough pflanzte sich einfach auf den Boden, riss sich ein paar Bäume, mit welchen er riesige Pfeile für seinen Bogen schnitzte und warf uns einige als Sitzplätze vor. Artorias und meine Wenigkeit suchten etwas Feuerholz. Mit Hilfe meiner einen Klinge entzündete ich es. Das rote Schimmern des Stahls war nämlich auch dazu da, Funken zu sprühen. Müde legte sich Sif neben das Feuer und begann schon zu schlafen. Den Wolfshelm und seine stählernen Stulpen legte Artorias neben sich ab und lehnte sich mit dem Rücken gegen einen Holzstamm. Sein Schwert und Schild lagen daneben. Ich war es mir zu Schade, meine Waffen an die Luft hier zu verschwenden und packte sie mit der Scheide zusammen neben mich. Meinen Helm ließ ich allerdings auf. Ich wollte nicht, dass Artorias mein peinliches Gesicht sah, jedes Mal wenn er mich anblickte. „Verbildlicht euch was Gwyn zu uns sprach.“ Artorias blickte in den Sternenhimmel. „Sobald es gefährlich wird verschwinden wir.“ Ein Brummen ertönte von unserem Riesen : „Was wird uns wohl erwarten?“, fragte ich. „Nichts gutes anscheinend“, fuhr Artorias fort. „Ich möchte keine Verletzten … ist das klar Ciaran?“ Ich nickte verständlich. Obwohl niemand ihn zum Anführer gemacht hatte, nahmen wir alle seine Befehle entgegen und befolgten sie. Das autoritäre Auftreten dieses Ritters ist in ganz Anor Londo unübertroffen. Sogar der große Fürst Gwyn nahm in seltenen Fällen die Befehle Artorias´ auf. „Komm nicht auf dumme Ideen Ciaran. Dies ist keine Schlacht gegen schlechte Ritter … hierbei kann es um Monster und Dämonen gehen.“ Es stimmt schon … wir haben lange keinen Auftrag mehr zusammen ausführen müssen. Von früher weiß er noch, dass ich ohne nachzudenken ins Getümmel gesprungen bin. Obwohl man das eher von ihm erwartet hätte. Doch so bin ich schon länger nicht mehr. Vor allem nicht bei so einer Aufgabe. Erneut nickte ich. „Ciaran kann schon auf sich selbst aufpassen. Spiel nicht wieder den Helden Artorias!“, dröhnte unser Bogenschütze mit seiner tiefen Stimme hinein. „Und sei du nicht wieder unser Leiter durch ein Schlachtfeld", erwiderte Artorias. „Hier kenne ich mich besser aus.“
Mit jeder vergehenden Sekunde wurde ich mehr müde und schon bald konnte ich meine Augenlieder nicht mehr offen halten. Mein Schlaf war ruhig … bis ich ES sah …

Alleine stand ich in der Finsternis. Womöglich die des Abgrundes. Kein Licht um mich herum und nicht mal Boden unter meinen Füßen. Ich rannte in eine Richtung, die für mich nach einem Ausweg aussah, doch alles sah gleich aus. Schnell war ich außer Puste und stützte mich auf meinen Knien ab. Sif rannte an mir vorbei, stoppte einige Meter weiter vorne und bellte in die Dunkelheit hinein. Ich schlich mich zu ihm. Plötzlich wurde er von etwas gräulichem und haarigen gepackt. Er winzelte und verschwandt im Dunkeln. „Sif!“, schrie ich aus und folgte ihm schlagartig. Da kam es erneut. Eine gewaltige Pranke öffnete sich und griff nach mir. In der Handfläche lagen dutzende rot-leuchtende Augen. Ich bekam so eine Furcht, dass ich meinen Kopf senkte und meine Augen schloss … ich wartete … nichts geschah...
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