Trying not to fall

von Milkilein
GeschichteDrama, Romanze / P16
26.11.2018
11.12.2018
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Tatsächlich brauchte ich so lange, dass sogar Ann dazu stieß und mir dann weiter half. Eine halbe Flasche Haarspray später hielt dann auch alles da wo es sollte. „Meine Güte, so viel Haar muss man auch erst mal unterbringen können.“ Schnaufend ließ sie sich neben mir sinken und betrachtete ihr Kunstwerk. „Manchmal nervts einfach nur und ich bin drauf und dann mir einfach einen Bob schneiden zu lassen.“

Mich schockiert ansehend sprang sie auf. „Du willst deine schönen langen Haare schneiden? Niemals, so eine Mähne muss man erst mal haben.“ Prustend drückte ich sie zurück auf den Hocker und stellte mich hinter ihr. „Momentan stören sie mich ja nicht, also keine Sorge. Was machen wir denn heute mit deinen Haaren?“ Ihre blonden Locken kämmend zwirbelte ich sie um meine Finger. „Was hast du überhaupt heute Abend an?“ Auf ein schwarzes Mini zeigend pfiff ich durch die Zähne. „Holla, schick schick. Dafür muss die Frisur sitzen, hattest du schon mal glattes Haar?“ Den Kopf schüttelnd wusste ich schon was ich ihr machen würde.

Eine halbe Stunde später saß sie mir mit glänzendem glatten Haar gegenüber und konnte es selbst kaum fassen wie gut ihr das stand. „Wow, ich hätte nie gedacht das ich mal so aussehen könnte. Irgendwie seh ich damit… sexy aus.“ Grinsend legte ich das Glätteisen beiseite. „Die Locken sind auch schön, aber zu dem Kleid gehören glatte Haare. Komm wir ziehen uns an und dann darfst du Wunder vollbringen.“

Begeistert auf und ab hüpfend zogen wir uns um und ich musste zu meinem Schock feststellen, dass der Wasserfallausschnitt vorne auch nicht gerade hoch geschlossen war und der Rockteil wie erwartet mehr Bein zeigte als ich üblich trug. „Oh mein Gott, du siehst aus wie eines dieser Models aus den Magazinen.“ Mich zu ihr umdrehend spürte ich die Strass Kettchen auf meinem Rücken sich bewegen.
„Bist du dir auch echt sicher, dass ich damit auf die Straße kann?“ Nickend musterte ich sie. Auch ihr Kleid hatte so seine Tücken. In der Taille war es ausgeschnitten und ebenfalls alles andere als lang. Holla, ob wir nicht ein bisschen overdressed sein werden? Mehr Zeit hatte ich gar nicht zum Nachdenken als sie anfing mich zu schminken und ich mich immer weniger im Spiegel wiedererkannte.
Meine Augen hatte sie ausdrucksstark dunkel geschminkt und beerige Lippen, eine scharfe Kontur und einen sachten Hauch von Farbe auf meinen Wangen. Meine Augenfarbe stach förmlich heraus und bildete einen krassen Kontrast zu den fast schon lilanen Lippen und der hellen Haut. Noch etwas meinen leicht verfärbten Fleck auf dem Rücken abdeckend und ich war startklar.

Zu ihr sehend entschied sie sich für goldfarbenen Liedschatten und einem roten Lippenstift. Zufrieden sprühte sie mir noch ein Parfüm auf und ich stieg in die hohen Schuhe. Holla damit bin ich ja auf Augenhöhe der Jungs. Aufstehend suchte ich meine kleine Handtasche und verfrachtete alles nötige dort rein. Mein Handy ab stöpselnd sah ich die Nachrichten der Jungs.

„Unsere Begleitung ist schon da.“ „Begleitung?“ Nickend reichte ich ihr mein Handy ehe ich mir noch schnell die Ohrringe einsteckte und mir einen letzten Blick im Spiegel zuwarf. Ich sah wirklich nicht schlecht aus, um genau zu sein sogar verdammt heiß. Holla die Waldfee, hoffentlich fallen die Beiden nicht gleich aus allen Wolken.

„Du hast… die beiden kommen mit?“ Nickend nahm ich ihr mein Handy aus der Hand. „Hopp, raus hier. Wir wollen sie doch nicht warten lassen.“ Sich ihre Handtasche schnappend war sie schon zur Tür raus ehe ich überhaupt den Satz beenden konnte. Mal sehen was der Abend so bringt.

Über den Flur laufend, kamen mir schon einige andere Mädchen entgegen die durchaus schick unterwegs waren, bei meinem Anblick aber schlagartig verstummten. Mädels atmet weiter, es ist nur ein Kleid. Um die nächste Ecke biegend sah ich Ann schon bei den Jungs und legte ein Lächeln auf ehe ich komplett hervor trat und die Treppenstufen herab schritt.

Aufgedreht wies meine Freundin auf mich und die Blicke der Jungs folgten ihr, diese Blicke waren wirklich unbezahlbar. Taes Augen weiteten sich und er hatte Mühe seinen Unterkiefer da zu behalten wo er sein sollte. Jungkook dagegen hatte nicht so viel Kontrolle und musterte mich von oben bis unten bevor er schwer schluckte.

„Na, bereit?“ Sie musternd hatten sie sich eigentlich auch recht schick gemacht, Tae komplett in Schwarz mit seiner schmalen Statur sah wirklich gut aus, Cookie dagegen hatte sich für einen dunkelblauen Zweiteiler entschieden der ihm ausgesprochen gut stand.

Tae bot mir seinen Arm an und grinste schief. „Als du mir geschrieben hast, dachte ich du wolltest nur feiern gehen aber das… ist wohl etwas mehr.“ Lachend schuppste ich ihn an. „Das ist nicht auf meinem Mist gewachsen, Ann hat das hier zustande gebracht. Ich hoffe du nimmst mich so mit.“

Sich über die Lippen fahrend sah er mich noch einmal an. „Ich glaube ich sollte heute Abend auf meine Partnerin aufpassen, nicht das sie mir noch jemand wegnimmt.“ Lachend machten wir uns also auf den Weg und natürlich waren mir die Blicke der Leute bewusst aber ganz ehrlich, ausmachen tat es mir nichts. Schließlich hatten wir zwei wirklich gut aussehende junge Männer an unserer Seite und wir sahen nun auch nicht schlecht aus.

Die Lokation würde heute Abend einer der Clubs sein die durchaus den Namen eines Nobelschuppens hatten, leider hatte sich schon eine lange Schlange vor der Tür gebildet und ich wusste, mindestens eine Stunden würden wir hier draußen stehen müssen um da rein zu kommen. Mein Partner hatte anscheinend meinen Blick mitbekommen als er mich los ließ.

„Warte hier.“ Außen herum zu dem Türstehern gehend sahen wir drei ihm nach. „Was hat er vor?“ Mit den Schultern zuckend sah ich ihn mit den Männern sprechen ehe sie ihm zunickten und er die Hand hob um uns zu sich zu rufen. Verwirrt traten wir aus der Schlage zu ihm und bekamen unsere Eintrittsbändchen ehe wir ohne weiteres rein gelassen wurden. „Wie hast du das denn jetzt bitte geschafft?“
Mit den Schultern zuckend bot er mir wieder seinen Arm an und grinste breit. „Ab und an ist es gar nicht so unpraktisch einen gewissen Namen zu haben. Darf ich bitten?“ Galant schob er mich vor sich um mich von dem Gerämpel ab zu schirmen. Uns schlug recht laute Musik entgegen und ich hatte Mühe in dem ziemlich dunkel gehaltenen Laden überhaupt meinen nächsten Schritt setzen zu können. Es war brechend voll, nur die Tanzfläche war fast komplett leer.

Mir Taes Hand schnappend zog ich ihn direkt darauf zu. „Was hast du vor?“ „Tanzen was sonst, oder willst du dich lieber an die Theke quetschen wo man kaum atmen kann?“ Zur Theke sehend schüttelte er den Kopf. „Lieber nicht, aber du weißt schon, dass ich nicht so tanzen kann wie Hoseok, Jimin oder Cookie?“ Mich zu ihm umdrehend lächelte ich.

„Das musst du ja auch gar nicht, ich werde hier nicht so anfangen zu tanzen wie im Studio. Außerdem kannst du wenigstens deine Hüften bewegen und ein bisschen Rhythmus hast du auch. Das genügt hierfür vollkommen, solange du mich nicht aus den Augen lässt sollten wir keine Probleme haben.“

Ihm meine Arme um den Hals legend schob er seine Hände auf meine Taille und bewegte sich zum Takt. „Na siehst du, geht doch. Ich beiße nicht und du bist kein völliger Anfänger im Tanzen so, dass ich wenigstens keine Angst um meine Füße haben muss.“ Das brachte ihn  zum Lachen und seine Anspannung wich.

„Du machst es einem aber auch echt leicht. Übrigens du siehst umwerfend aus.“ Er hatte sich ein Stück zu mir herunter gebeugt und mir mit seiner dunklen Stimme ins Ohr geflüstert. Seine Hand strich über ein Stück Haut meines Rückens und jagte mir einen Schauer durch den Körper.

Seine Berührung war nicht viel gewesen, aber sie genügte um etwas in mir auszulösen und mein Herz schneller schlagen zu lassen. Zu ihm aufsehend biss ich mir auf die Lippen, der große Koreaner fand meinen Blick und zog mich noch etwas näher zu sich heran ehe er mich von sich wegdrehte und dann rückwärts an sich zog. Meine Arme nach hinten streckend glitt ich bis fast runter in die Hocke und strich ihm dabei über die Brust bevor ich wieder hoch kam und er eine Hand um meine Taille schob und sie auf meiner Hüfte ruhen ließ.
Meine Hand legte sich auf seine und meine freie griff nach hinten wo ich ihn sanft im Nacken fasste. Seine sanften Bewegungen spiegelten ohne Probleme meine ehe mich jemand aus meiner Trance riss und mir zuwank. Verwirrt musste ich ihn erst mal einordnen wen ich da sah als er sich zu dem jungen Mann von heute Nachmittag entpuppte.

Mich in Taes Armen umdrehend holte ich ihn etwas zu mir herunter. „Ich geh nur kurz jemanden begrüßen okay, wenn du willst kannst du zur Bar ich komme gleich nach.“ „Soll ich nicht lieber mitkommen.“ Lächelnd schüttelte ich den Kopf und stich ihm über die Wange. „Eine Begrüßung sollte ich noch alleine schaffen. Aber trotzdem danke. Versuch die Beiden mal auf die Tanzfläche zu locken, tanzen können sie ja.“

Sich von mir lösend schlug er mir spielerisch auf meinen Allerwertesten und ich hob drohen meinen Zeigefinger. „Werd mir nicht frech.“ Lachend trennten wir uns dann aber und ich lief auf den Mann zu der auf mich gewartet hatte. „Hey.“ „Na so schnell sieht man sich wieder. Du siehst… verdammt heiß aus.“

Von so einer direkten Ansprache war ich dann aber doch etwas überrascht und trat einen Schritt zurück. „Äh, danke. Ich dachte mir ich kann es mir mal leisten.“ Etwas an seinem Blick gefiel mir nicht, dennoch ließ ich mich darauf ein einen Tanz mit ihm zu tanzen. Die Tanzfläche hatte sich bereits gefüllt und war eigentlich perfekt für die jetzt aufgelegte Musik.

Mit etwas Abstand zueinander tanzend, bewegte ich mich zur Musik und wurde leider näher zu ihm gedrückt. Mir seine Hand auf die Taille legend durchlief mich ein Schauer, allerdings einer von der nicht so guten Art. Wieso urplötzlich so viele Leute auf der Tanzfläche waren, war mir wirklich ein Rätsel ehe ich durch einen Stoße voll an seine Brust gedrückt wurde und für eine Sekunde das Atmen vergaß.
Seine Hand war eine Etage tiefer gesackt und das was sie da gerade tat ließ mich zur Salzsäure erstarren. Ich versuchte ihn von mich zu stoßen hatte aber keine Chance auch nur einen minimalen Abstand zwischen uns zu bekommen. „Ach komm schon, du willst es doch auch.“ Mir stellten sich die Nackenhaare auf, genau das wollte ich gerade nicht.

Hätte ich mir anders zu helfen gewusst hätte ich sicher anders reagiert, aber so blieb mir nichts anderes übrig als ihm eine Ohrfeige zu verpassen wobei ich mir selbst noch ziemlich weh tat. Auf dem Absatz kehrt machend quetschte ich mich durch die Leute und sah mich Hilfesuchend um, immer mit dem Bewusstsein diesen Typen direkt hinter mir zu haben.

Stolpernd fiel ich nach vorn als er mich packte und gegen die Wand mir gegenüber presste. „Das hättest du nicht tun sollen.“ Seine Stimme war bedrohlich tief und machte mir extreme Angst, erst recht als seine Hand mein Bein herauf strich und unter meinen Rockteil wanderte.

Mich mit allem was ich hatte wehrend stieß ich ihn von mir und rannte los, was wirklich ziemlich schwer war in Anbetracht dessen, dass ich hohe Schuhe trug und überall Menschen standen. Weit kam ich daher auch nicht als ich Tae entdeckte und direkt auf ihn zusteuerte.
Ohne weiteres hatte der Kerl mich gepackt und drückte nun ziemlich unsanft meine Handgelenke zusammen. Ein Aufschrei blieb mir im Halse stecken. Wieso sieht mich denn keiner, ich brauche Hilfe. Rückwärts stolpernd übersah ich eine Kante und stolperte dem Boden entgegen der aber irgendwie nicht kam. Zwei Hände auf meinen Schulternd die wesentlich sanfter waren als die an meinen Handgelenken hielten mich aufrecht.

Eine Arm um meinen Oberkörper legend entspannte ich mich augenblicklich, denn ich wusste wer das hinter mir war. „So geht man aber nicht mit Frauen um. Erst recht nicht mit meiner Freundin.“ Seine tiefe Stimme hatte etwas Bedrohliches in sich das meine Handgelenke sofort frei werden ließ und ein erschrockenes Wegstolpern meines Peinigers mit sich trug. „Ich wusste nicht…“

„Das sie vergeben ist? Tztztz, mein Mädchen sollte nicht so angefasst werden. Hat er dir wehgetan?“ Über meine Schulter zu dem gutaussehenden Koreaner sehend biss ich mir auf die Lippen. Von mir aufsehend fixierter er meinem Gegenüber. „Fass sie noch einmal an und du wirst es bereuen. Verschwinde.“ Ohne auch nur zu überlegen ergriff er die Flucht bevor Tae vor mich trat und meine Handgelenke rieb.

„Wirklich alles in Ordnung? Oder hat er Dinge getan die…“ Auf unsere Hände sehend zog ich ihn in meine Arme und schloss die Augen. „Halt mich einfach fest und lass mich das vergessen.“ Ein Seufzen von Oben und dann mich umschließende Arme. „Du machst es einem aber auch wirklich nicht einfach. Komm ich bring dich zu den anderen.“

Sanft schob er mich in Richtung Lounge ohne dabei seinen schützenden Arm um mich weg zu nehmen. Meine aufgewühlten Nerven brauchten genau das. „Wie oft werde ich wohl deine Augen noch so sehen müssen?“ Zu ihm sehend blieb ich stehen und fixierte ihn ehe sein Blick meinen traf. „Wie sehen sie denn aus?“ Ein trauriges Lächeln huschte über seine Züge.

„Ein aufgescheuchtes eingepferchtes Reh ähnelt dir in diesen Momenten sehr. Als ob nichts und niemand diesen Blick verschwinden lassen könnte.“ Er hatte sich zu mir umgedreht und strich mir nun meine herausgefallenen Haarsträhnen zurück. „Wenn du nur wüsstest was das mit einem Mann macht. Dich völlig hilflos und verängstigt zu sehen, und doch dieses leise Feuer erkennen zu können dass es unwiderstehlich macht sich dir nicht zu nähern.“

Auf mich zu tretend wollte ich antworten aber er legte mir einen Finger auf die Lippen und zeichnete sie nach. Mein Herzschlag in meiner Brust beschleunigte sich und ließ alles um uns herum verschwimmen und unwirklich scheinen. Sich zu mir herab beugend fasste er mir unters Kinn und jagte mir einen Schauer über den Rücken der meine Knie weich werden ließ.

Ich hatte mich in seinen dunklen Augen verloren und konnte nun nichts mehr anderes Wahrnehmen als meinen schnellen flachen Atem, meinen Herzschlag und ihn. Sacht als könnte ich darunter zerbrechen legten sich seine Lippen auf meine und ließen meinen Herzschlag aussetzen nur um ihn darauf umso schneller schlagen zu lassen.

Mir eine Hand in den Nacken schiebend legte sich die andere auf meine Taille und ich griff ihm ins Haar. Was hier gerade passierte war mir selbst etwas unerklärlich, durchaus hätte ich es auf den Schock und in seinem Falle sicherlich auf ein bisschen Alkohol schieben können, aber…

Dem war nicht so. Das hier passierte gerade wirklich und nichts an diesem Kuss schien falsch zu sein, er drängte mich nicht oder ließ mir nicht den Raum den ich haben wollte, nichts dergleichen war der Fall. Als wir uns voneinander lösten war meine Aufnahmefähigkeit völlig abhanden gekommen, ebenso wie meine Gedanken die jetzt anfingen zu rasen.

Meinen Blick senkend fuhr ich mir mit meinen Fingern über die Lippen ehe ich mehr erschrocken von mir selbst als von ihm, zu ihm aufsah. Anscheinend konnte er auch nicht ganz fassen was da gerade passiert war. Ich… hatte gerade meinen ersten Kuss… in einem Club mit…

„Ich hätte nicht…“ Schnell schüttelte ich den Kopf. Er soll nicht denken er hätte etwas Falsches getan. „Nicht, ich wollte es… glaube ich.“ Mit jeder Sekunde die ich darüber nachdachte stieg mir die Röte in die Wangen und ich versuchte sie mit meinen Händen zu kühlen.
„Lass… lass uns zu den Anderen, sie machen sich sicher Sorgen.“ Mich unsicher in die Richtung in die wir gegangen waren schiebend, spürte ich dieses unangenehme Gefühl zwischen uns aufwallen und ich wusste insgeheim ich würde hierüber reden müssen. Selbst wenn es mir noch so wenig passte.

Cookie kam in Sichtweite und neben ihm Ann, die sich köstlich amüsierte. Na sie hat auf jeden Fall einen netten Abend. Mich neben Jungkook fallen lassend wollte ich schon nach einem der Gläser greifen doch mein Sitznachbar drückte das Glas von mir weg ehe ich überhaupt die Chance hatte einen Schluck zu nehmen. „Überstürz mal nichts, wir dürfen das beide noch nicht trinken.“

Verwirrt zu ihm sehend zog er eine Augenbraue hoch. „Du bist noch keine 21 soweit ich gehört habe, nimm stattdessen das hier.“ Mir das Glas aus der Hand nehmend, reichte er mir anscheinend seins dessen dunkle Flüssigkeit mich sehr an einen Softdrink erinnerte. Wieso heute? Ich brauch dringend einen Drink und er lässt mich nicht. Seufzend nahm ich das Glas und trank einen Schluck. Das man sowas nur so oft trinken kann, naja wenigstens macht es wach.

Wie lange wir uns unterhielten war mir unklar, leider wurde dadurch das Gefühl zwischen Tae und mir auch nicht besser. Ihm war das genau wie mir mehr als unangenehm. Wenn ich hier jetzt noch länger sitze, werde ich wahnsinnig. Mich zu Cookie beugend versuchte ich ihn über die Musik hinweg an zu sprechen. „Willst du tanzen? Ich muss mich irgendwie bewegen.“

Nickend, strahlte er mich an und stellte sein Gals weg ehe er mir galant die Hand reichte und ich ihm auf die Tanzfläche folgte. Ein starker Beat ging sofort in die Beine und löste auch bei ihm passende Bewegungen aus. Da es extrem voll auf der Fläche war, stand ich ihm ziemlich nah und hatte etwas Respekt vor der Tatsache, dass ein Stoß genügen würde und dann definitiv kein Abstand mehr zwischen uns sein würde. Aber dafür passte er schon gut genug auf.

Mich von allen Abschirmend hörte irgendwann auch die Stimme in meinem Kopf auf zu reden und ich konnte die angenehmen Bewegungen genießen. Mein Tanzpartner schob mir eine Hand auf die Taille und zog mich näher zu sich heran was mir ein grinsen aufs Gesicht zeichnete und ich ihm eine Hand in den Nacken legte ehe ich noch ein Stückchen näher kam.

„Du tanzt gar nicht mal schlecht.“ Unsere Hüften bewegten sich im Einklang und so stellt sich ein Bein von ihm zwischen meinen nur um jetzt auch wirklich den letzten Abstand zu überbrücken. Sein Becken an meinem wies mir die Richtung und ich ließ mich darin fallen.
„Das kann ich zurückgeben. Alleine das Video von heute Morgen hat uns überrascht.“ Verwirrt fand ich seinen Blick. „Glaubst du etwa, dein und Hoseoks Tanz im Park bleibt geheim?“ „Aber… man hat uns doch gar nicht erkennen können, die Videos sind alle so unscharf.“ Lächelnd fuhr er mein Rückgrat entlang. „Wenn man weiß wie ihr das Haus verlassen habt und eure Tanzstile kennt… kann man sich eins uns eins zusammen reimen. Aber keine Sorgen, wir wissen es und dabei bleibt es auch.“

Mir viel gerade ein riesen Stein vom Herzen, auch wenn ich da noch ein weiteres Problem im Nacken hatte. Tae, und das würde sich sicher auch nicht so schnell klären. „Wo bist du denn mit deinen Gedanken? Ich bin hier dir gegenüber, da solltest du nicht an andere Dinge denken.“

Irgendwo hatte er ja Recht. So schenkte ich ihm wieder meine volle Aufmerksamkeit und legte ihm meinen zweiten Arm um den Hals. „Wo ist denn der schüchterne junge Mann vom Tag abgeblieben?“ Sein Griff um meine Taille wurde stärker und jetzt spürte ich wirklich seinen Körper an meinem. „Glaubst du ich kann nicht auch über meinen Schatten springen? Ich bin immer noch ein Mann.“

Schluckend richtete ich meinen Blick auf und traf seine Augen. Bis jetzt hatte ich ihn eigentlich nie als richtig voll genommen, aber jetzt wurde ich eines besseren belehrt. Sein Blick ließ mir einen wohligen Schauer über den Rücken laufen. Die Musik schwankte um und mir wurde ganz anders.

Ist das nicht Jimins… Mein Herz brachte mich gerade fast um den Verstand als mir Jungkook über meine Seite strich. „Was ein Zufall.“ Ein so betörendes Lied hätte ich den Jungs gar nicht zu getraut. „House of Cards… vielleicht ist das ja ein Zeichen.“ Jedes seiner Worte löste eine Art Gefühlswelle in mir aus und ich hatte Mühe nicht einen nicht jugendfreien Seufzer auszustoßen.

Mir auf die Lippe beißend spürte ich jeden Muskel von ihm an meinem Körper sich bewegen ehe ich meinen Kopf in den Nacken legte und mich von ihm festhalten ließ. Mit einer schnellen Bewegung hatte er mich umgedreht und fuhr mir nun meinen Arm herab. Eine leichte Gänsehaut löste sich und mein Magen zog sich zusammen.

Seine Stimme nahe an meinem Ohr flüsterte mir Dinge zu die mein Bild von ihm völlig über den Haufen warfen. In die Hocke gehend folgte er mir und strich mir über die Innenseite meines Knies ehe wir wieder aufstanden und seine Hand meinem Bein folgte bis sie auf meinem Becken zu liegen kam. Ich hatte ihm einen Arm um den Nacken gelegt und hielt mich nun mit einem Bein an seinem fest wobei er mich zu einer Seite beugte und über meine Schulter hinweg unsere Blicke sich trafen.

In seinem Blick lag nichts mehr Süßes oder Zurückhaltendes, ich hatte einen Mann voller Leidenschaft vor mir der mir den Atem nahm. Was tust du nur hier? Wach endlich auf. Damit kehrte ich ins hier und jetzt zurück und fasste ihm auf die Brust. „Das geht nicht… ich kann nicht.“ Mich aus seinen Armen lösend schluckte ich schwer ehe ich mir meinen Ausweg aus dem Club bahnte und mich auf der Straße in einer Seitengasse wiederfand.

Mein Handy hervorfischend suchte ich nach einer bestimmten Nummer und hatte kurz darauf Jimin am Hörer. „Mmh…“ Er schien verschlafen, wie spät war es überhaupt? „Ich… tut mir Leid das ich dich anrufe aber… ich brauche jemanden zum Reden ich glaube ich habe etwas ziemlich dummes gemacht.“

„Bist du nicht mit…“ „Ja die sind noch im Club und ich…“ „Bist du alleine draußen?“ Plötzlich klang er hellwach. „Ich bin in der Seitenstraße vom Club nicht weit davon entfernt.“ Ein fast schon erleichtertes Seufzen am anderen Ende. „Ich bin gleich da, geh zum Club zurück und warte davor. Bleib nicht alleine.“ Ihm zustimmend schlug ich also den Rückweg ein und hörte etwas poltern und dann ein fluchen.

Herrje, nicht das er sich wegen mir noch verletz. „Ich bin unterwegs, bleib da okay?“ „Ich seh den Club schon wieder, auf dem Stück passiert mir schon nichts mehr. Sei vorsichtig ja.“ „Pass du nur auf dich auf.“ Damit unterbrach die Leitung und ich lief das letzte Stück zurück bevor ich mich auf eine der kleinen Mauern sinken ließ und meinen Kopf in meine Hände stützte.

Was ist nur los mit mir? Wieso kann ich nicht einmal alles richtig machen? Wahrscheinlich habe ich gerade eine Freundschaft zerstört und eine weitere steht auf der Kippe… Knirschender Kies ließ mich aufsehen. Eine Gruppe junger Männer hatte mich entdeckt und war nun auf dem Weg zu mir. Oh Gott was mach ich nur…

Mich panisch umsehend, war aber niemand weiteres in Sicht. „Na sieh mal einer an, ist das nicht das Püppchen was James abgeschossen hat?“ James? Wer war… Da viel es mir ein, der  Kerl dem ich an der Uni begegnet war, hatte nichts von einem Koreaner gehabt auch nicht als er vorhin… „Ja, so eine Schönheit vergisst man nicht so schnell.“ „Sagte er nicht sie wäre vergeben?“ Sich umsehend, sahen sie genau so viel wie ich, niemanden der auch nur in Frage kam meine Begleitung zu sein.

„Vielleicht sollten wir sie ihm als Geschenk bringen.“ Etwas an dem Blick dieser Männer ließ die Temperatur um uns herum um einige Gradzahlen sinken. „Mmh, sollten wir sie nicht vielleicht vorher…“ Aufstehend streckte ich meinen Rücken. „Verzeiht, aber mein Freund wartet schon auf mich.“

Ich wollte um sie herum tretend als mich einer von ihnen packte und hämisch angrinste. „Nicht so schnell.“ Mich losreißend stolperte ich einige Schritte von der Gruppe weg auf die Straße. „Fass mich nicht an.“ In meiner Brust raste mein Herz wie bei einem Marathon. „Jetzt ziert sie sich auch noch, wie hübsch ihr Blick doch ist. Wie ein verängstigtes Reh.“

Auf mich zu kommend stand ich schon auf der anderen Straßenseite und sah mich panisch um. Jimin, wo bleibst du? Beeil dich. Von den vier Männern eingekesselt packte mich einer von ihnen und zog mich zu sich heran. Mehr als deutlich konnte ich den Alkohol riechen den er getrunken hatte. Ich wusste nicht viel aber ich wusste, dass wenn Männer getrunken hatten, sie unberechenbar wurden.

Mich gegen die Mauer pressend konnte ich die kühlen Steine auf meiner Haut spüren. Mit aller Macht versuchte ich mich zu wehren, aber wie Cookie schon zuvor festgestellt hatte, meine Handgelenke waren Streichhölzer und brachten mir in dieser Situation gar nichts. Seine rauen Lippen an meinem Hals ließen mich Keuchen und da fing ich an zu schreien. So laut ich konnte.

Mir eine Hand über den Mund haltend kam mein Atem nur noch stoßweise. „Es nützt dir nichts, halt einfach still.“ Ich dachte ja gar nicht dran, ruckelnd versuchte ich mich zu befreien. Doch statt mich los zu lassen schüttelte er mich und drückte mich ruckartig gegen die Mauer. Einer der Steine drückte mir auf meinen eh schon angeknacksten Rippenbogen und Sternchen tanzten vor meinen Augen. So das jede Gegenwehr meinerseits nachließ und ich sehen musste auf den Füßen zu bleiben.

„Lasst sie los, sofort.“ Die Stimme kannte ich, aber ob und wie sie mir jetzt gerade helfen wollte oder konnte… Der Griff an meinen Handgelenken wurde weggenommen und ich ging keuchend zu Boden. Auf den Knien landend lehnte ich mich nach vorn und kämpfte gegen die weißen aufblitzenden Punkte an. „Hilf ihr, ich kümmre mich um den Rest.“ Eine weitere Stimme und ein Schatten der sich vor mich schob. Schritte und dann eine Hand auf meinem Rücken. „Verdammt.“

Ein gezischtes Fluchen neben mir und schnelle Schritte. Mir schien die Zeit verlief in Zeitlupe als die Schwärze die Überhand gewann und ich zur Seite kippte ehe alles um mich herum verschwand…
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