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Du warst mein Bruder [Red Dead Redemption]

von CrankDat
GeschichteDrama / P18 / Gen
26.11.2018
26.11.2018
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[PROLOG]


Es gibt Situationen im Leben, da fragt man sich ob man alles richtig gemacht hat. Ob das Leben lebenswert ist, wie man es verbessert. Was wenn man all dies nicht mehr sieht? Keinen Sinn sieht? Vor sich selbst flieht? John Marston hatte schon lange keine Perspektive mehr, floh schon einmal aus Dutchs Bande und kam zurück. Das verlorene Schaf verschwand aber selbst dann wieder, dann als es schwer wurde. Man konnte diese Last nicht tragen, aber wenigstens wusste John das er alles was ihm blieb für seine Familie einsetzten wollte. Im Stillen dachte er oft zurück an diese Zeit.
Arthur, Charles, Dutch, Hosea, Bill, Uncle, selbst an Micah. Es waren schwere, aber irgendwie auch verdammt gute Zeiten.
Und jetzt stand er hier. Vor den geschlossenen Tore der Scheune, Uncle neben ihm, mit einem alten Revolver bewaffnet. Das Tor trennte sie von Ross. Edgar Ross, diesem Schwein von der Regierung welcher ihm den Himmel versprochen hatte und ihm jetzt die Hölle schenken wollte. Was war sein Leben überhaupt wert, wenn er es nicht jetzt endlich seiner Familie schenken konnte?
Innerlich wurde John still, ein letztes Mal blickte der Outlaw zu Uncle, welcher ihm ein sanftes Lächeln schenkte – wissend das ihnen nur noch Sekunden blieben.
„Weißt du was ich mir wünsche?“, fragte John seinen alten Freund. Dieser schüttelte nur den Kopf. „Was denn John?“ John wirkte gerade glücklich, sehr sogar. Das erste Mal in seinem Leben wusste er was er wollte : seine Familie retten. „Das Jack ein glücklicher Mann wird, ohne diesen Terror.“, flüsterte John bevor er zum Tor trat.

Edgar zählte gerade runter – die Pinkertons entsicherten ihre Waffen, richteten sie auf das Scheunentor. „Deine Tage sind gezählt John, ich zähle bis zehn. Wir müssen das nicht unnötig in die Länge ziehen!“, brüllte Ross während er nun selbst seinen Revolver nachlud und diesen dann auf das Scheunentor richtete.

Waren Johns Stunden jetzt gezählt? Uncle schluckte schwer, aber gleichzeitig breitete sich wärme in seinem alten Herzen aus. Das hier war der letzte Kampf, der letzte Schusswechsel und dann würde alles enden. Es wurde Zeit. John und Uncle nickten einander zu, dann trat der Outlaw einen Schritt nach vorne und legte seine Handflächen an das Scheunentor. Ein letztes Mal dachte John an seine Brüder, an seine Familie. Es bildete sich ein Lächeln auf seinen Lippen.



Eine Stunde davor :

Archer Fordham. Rechte Hand von Edgar Ross stand vor der Zelle von Escuella. Das gesamte Büro war menschenleer. Lediglich die Sekretärin tippte gerade an der Schreibmaschine Berichte ab und seufzte aufgrund von ihrer nervigen Arbeit. Immer wieder versuchte sie aufzuhören, aber dann warf ihr Archer einen neuen Batzen von Akten hin, bevor er sich wieder an Escuella wandte. Dieser hatte ihm die ganze Geschichte erzählt.
Javier hatte die Hoffnung irgendwie aus dieser ganzen Angelegenheit zu kommen, weshalb Escuella Archer auch in einer gewissen Art und Weiße Honig um den Mund schmieren wollte, doch Archer blieb sturr und ging darauf auch nicht ein.
„Halt die Klappe Javier. Du kommst hier nicht raus, das ist das Gesetzt. Du hast Menschen ermordet, Züge überfallen und dutzende andere Straftaten begangen.“, sprach Archer seufzend und fuhr mit der Hand durch sein Gesicht. Er wirkte gestresst, fast schon genervt.
„Ah, komm schon Amigo. Wenn du so erpicht auf Gerechtigkeit und Ordnung bist, leckst du dennoch den Arsch von Ross. Hab euch gehört puto. Wollt John einfach töten? Wieso bist du dann mit deinen amigos nicht mit? Gewissensbisse?“

Javier lehnte sich an die Gitterstäbe, denn jetzt hatte er einen wunden Punkt bei Archer erwischt. Dieser knirschte laut und deutlich mit den Zähnen. „Hast Gewissensbisse was? Siehst die Korruption und leckst ihr weiterhin den Hintern, das nennste gerecht?“ Javier grinste unverschämt. „Weißt du was das gute ist puto?“, fragte ihn Javier dann auch direkt.
„Was?“, knurrte Archer, während er gegen die Gitterstäbe schlug und dadurch Javier den Mund verbieten wollte – dieser lächelte nur elegant und deutete ihm zwischen die Augen mit dem Zeigefinger. „Wir beide kommen in die gleiche Hölle.“, flüsterte er dann leise.

Archer entfernte sich direkt von Javier.
„Es ist egal was ich hier mache, glaub mir. Ich weiß das es nicht richtig ist, denn wir haben den Befehl John laufen zu lassen, kam rein. Edgar ignorierte es.“
Fast schon lächelnd hob er das Schriftstück an. „Ich halte nicht viel von euch Outlaws Javier, aber ich bin ein Mann des Gesetztes und will meine Hände nicht schmutzig machen.“

„Du machst dir aber die Hände schmutzig indem du nur hier sitzt.“, kam es dann von Javier. Dieser hämmerte nun an den Gitterstäben.
„Puto! Weißt du wieso wir Dutch gefolgt sind? Da er uns Freiheit versprochen hat, ein gutes Leben! Ein gerechtes Leben, den Reichen zu nehmen .. ich weiß das Dutch loco … durchdrehte, sich alles änderte und wir es selbst gewählt haben banditos zu werden, aber dennoch haben wir das getan woran wir geglaubt haben. Ich sterbe mit gutem Gewissen, aber dich Archer? Es wird dich verfolgen.“

Archer knurrte ein letztes Mal, dann spielte er an seinem Schlüsselbund herum. Javier hatte recht. John war ein freier Mann, mit Recht. Bestätigt von ganz oben. Ross musste gestoppt werden.
Es dauerte einige Augenblicke, dann entfernte er den Zellenschlüssel und öffnete die Zelle von Javier und drückte ihm einen Revolver gegen die Brust. „Javier Escuella. Du wirst mir helfen, wenn du fliehst oder zeigst das du mich töten oder fliehen wirst bring ich dich um, verstanden?“
Der Mexikaner war davon selbst überrascht und sah dies als Chance um selbst wieder frei zu sein, genau so wie John es sein sollte. Was tat man nicht für seine Brüder?
„Ai, senor.“ Wieso er das gerade getan hatte? Einfach. Javier war der einzige hier im Department, welcher eine Waffe bedienen konnte und ihm somit wenigstens etwas Rückendeckung geben würde, denn Ross würde über Leichen gehen, wenn es um seinen großen Erfolg ging – Archer war aber anders. „Beeilen wir uns.“
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