Letzte Schuljahre

GeschichteHumor, Romanze / P16
Alea der Bescheidene Falk Irmenfried von Hasenmümmelstein Jean Méchant der Tambour Lasterbalk der Lästerliche Luzi das L OC (Own Character)
25.11.2018
19.05.2019
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Guten Abend. Herzlich willkommen zu einem neuen Kapitel! Wenn Ihr möchtet, dürft Ihr uns gerne verraten, warum der Herr Sänger am Ende so angespannt ist? Interessiert uns nämlich brennend :D. Viel Spaß beim Lesen, Liebe Grüße. Pardona und Mama.

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Döner

Kai spricht absichtlich nicht an, dass Ilona auf die Bühne soll. Sie und Timo waren nicht da, als es besprochen wurde – Pech! Das ist seine Meinung. Außerdem fährt er ja im Tourbus mit und der – seiner Meinung nach – feine Herr im Kleinbus. Selber Schuld! Zufrieden öffnet er sich ein Bier und lehnt sich zurück. Die im Tourbus mitfahrenden Saltaten wundern sich, dass der sonst um die Uhrzeit so muffelige Kai gut gelaunt und fröhlich entspannt ist. Aber auch das ist ja nicht sein Bier. Sein Bier hält er in der Hand und – trinkt.

Der Kleinbus fährt vor. Alles andere ist ihnen zu … langsam. So können sie in Berlin noch etwas Essen, bevor der Soundcheck beginnt. Pardona ist begeistert: „Döner!“ ruft sie, ihre Schwester fällt mit ein, sogar Tobias und Luzi sind derselben Meinung. Alea meint nur: „Lange nicht gehabt, geht klar!“ Schon erklingt ein fünfstimmiges: „Döner! Döner! Döner!“ Ilona schüttelt lachend den Kopf, Timo mault „Wieder kein richtiges Essen! Das kommt davon, wenn man mit fünf kleinen Kindern unterwegs ist!“ Während er mault, wird seine Stimme immer lauter. Kurz ist Ruhe hinter ihm, dann intensivieren die Fünf ihre Bemühungen: „DÖNER! DÖNER! DÖNER!“ Lachend erhebt der Lästerliche seine Stimme und brüllt ein „RUHE!“ nach hinten.  Kaum war Ruhe, leises Schniefen ist zu hören „Papa Kapitän-Huck hat mich angeschrien, schnief!“, kaum tröstet der Sänger seine Prinzessin mit den Worten „Ist ja gut, meine liebste Prinzessin! Wenn Papa Nein sagt, fragen wir Mama. Oder rufen Oma an!“, da folgt ein „Ist ja gut, Papa sagt ja!“. Schon schlägt von hinten lauter Jubel nach Vorne: „Jeah!“ und „JUCHUHHH!“ Nur Luzi fragt: „Papa? Dann musst Du auch zahlen!““Jetzt hört aber auf!“ lacht Ilona, „So kann ich nicht Auto fahren!“ „Darf ich fahren?“ rufen Alea und Luzi im Chor nach vorne. „NEIN!“ ruft Timo nach hinten, „Wenn dann fahre ich!“ Zwar maulen die zwei „Jungs“: „Nie dürfen wir!“, während Pardona den Sänger darauf hinweist: „Wenn Du fährst, mein Prinz, kannst Du nicht neben mir sitzen. Sitzt Du nicht neben mir....“ „...kann ich Deine Hand nicht halten. Stimmt.“

So ist der nächste Dönerladen, der in der Nähe der Konzerthalle ist – wieder einmal Huxleys Neue Welt -, der Ihre. Sie finden einen, der auch Sitzplätze anbietet. Zufrieden mümmeln die Sieben Döner, wobei es den Spielmännern egal ist, dass sie Zwiebel und Knoblauch verspeisen – müssen ja nur die Fans während der Autogramm- und Fotografierzeit ertragen. Pardona verzieht ihr Gesicht „Ich muss nachher auf der Bühne in Deiner Nähe sein! Toll.“ Alea grinst. „Knoblauch und Zwiebeln sind sehr gesund!“ bemerkt er. „Aber nicht für Deinen Atem!“ knurrt Pardona. „Ich habe noch Kaugummis!“ schließt der Sänger das Thema ab.

Der Soundcheck verläuft gut, nur wundert Ilona sich, dass auch sie zum Soundcheck auf die Bühne und an den Sack – natürlich einen Dudelsack – soll. Sie sieht es als Übung an, unwissend, was auf sie zukommt. Kai ist mehr als zufrieden, seine gute Laune hält an. Fröhlich springt er umher, scherzt hier, redet dort. Dolia spielt sich auf der Davul ein, während Pardona von Jean an das Schlagzeug gelassen wird. Die Ruhe vor dem Konzert genießen sie im Catering der Gastgeber, wobei alle erneut zuschlagen. Ein durchaus leckeres Buffet mit verschiedenen Leckereien von Fleisch über Salate bis hin zu Obst findet sich dort. Bevor die Halle sich füllt, gehen die drei Teenys mit ihrer Mutti – und 3 Flaschen Bier sowie einer Cola – zum Wellenbrecher. Wie immer stellen sie sich mittig hin. Dann ist Einlass und die ersten Gäste strömen herein.

Die Vorband kennen sie schon, trotzdem jubeln sie ihnen zu. Das Publikum zieht mit, die Stimmung ist locker und ausgelassen, als der Umbau beginnt. Nach einer Viertelstunde ertönt das bekannte Intro und schon kommen die Spielmänner auf die Bühne, übernehmen das Spielen. Und dann springt der Sänger quer über die Bühne zum Mikrofon, die Arme hochreißend, den Mund weit geöffnet im stummen Schrei. Das Publikum fällt ein, während Pardona, eine Nuance zu laut, sagt „Oh  man, dieser Angeber! Aber süß ist er!“

Im letzten Drittel, der Lästerliche hat schon fleißig über Frank gelästert, der eine allerbeste Freundin hat, und den Sänger, der ja ein Rad wechseln musste, verkündet Timo: „Aber da wir Schlagzeuger langsam in die Jahre kommen...“ Bei diesen Worten erhebt Jean sich, kommt nach vorne in gebückter Haltung, die Hand am Rücken und gespielt stöhnend, „... haben wir zwei Nachwuchs... ähm Schlägerinnen engagiert, die uns nun ablösen. Sänger, walte Deines Amtes!“ „Warum immer ich? Ist ja gut, ich mach schon!“ Alea nimmt Anlauf, landet direkt mit einem langen Sprung vor Pardona und grinst sie an. Die verschränkt ihre Arme trotzig vor der Brust. „Hmmm....“ meint Alea, greift sie an der Hüfte, hebt sie hoch. Kurz nur stellt er sie auf der anderen Seite ab, dann nimmt er sie auf seine Arme. „Komm meine Prinzessin!“ flüstert er ihr zu. Pardona grinst ihn zufrieden an. Er stellt sie behutsam auf der Bühne ab, direkt neben dem Lästerlichen. Der beugt sich auf einen Wink zu ihr herab, sie flüstert. Ein Grinsen, dann greift er nach einem Mikrofon und gibt es ihr. Während dessen holt Alea Dolia auf die Bühne. Und geht noch einmal los. Pardona ist nun zu hören, laut und deutlich: „Hallo. Ich bin Pardona. Und das hier neben mir ist meine Schwester Dolia, die Tochter von Lasterbalk aka Kapitän-Huck.“ Man kann sehen, wie das Publikum grübelt und überlegt, bis irgendwer ruft „Du ja dann auch?!“ „Nein! Ich bin die Tochter von Ilona!“ Dolia beugt sich zum Mikrofon und ergänzg „Und Mama ist die Frau von Papa!“ Auf der Bühne lachen alle, während Alea nach Ilonas Hand greift. „Was? Warum?“ Alea antwortet grinsend „Deine Töchter haben Kai da einen Dorn ins Ohr gesetzt....“ „Und mit denen war ich noch Döner essen? Die können was erleben!“ schimpft sie, während sie sich von Alea auf die Bühne führen lässt. Schon von weitem hört sie einen Chor aus erst zwei Stimmen, dann werden es Acht – nur Lasterbalk und Alea sind nicht zu hören - „Mama! Mama!“ Kurz darauf brüllt die halbe Halle... Kopfschüttelnd kommt Ilona an Kai vorbei. Kurz bleibt sie stehen und faucht gefährlich „Na warte!“ „Oh oh...“ meint er nur, „Ich such schon mal den Whisky raus!“ Dann steht auch Ilona auf der Bühne.

Das letzte Drittel der Show verläuft gut, Timo und Jean setzen sich wieder an den Bühnenrand mit einem Bier und lassen die Beine baumeln, während der Sänger und auch Luzi nicht mehr wie gewohnt nur von links nach rechts auf der Bühne toben und umgekehrt, sondern auch nach hinten, zum Schlagzeug toben. Wie gewohnt zieht das Publikum mit und freut sich lautstark über die Showeinlagen.

Auch nach diesem Konzert stellen sie sich dem Publikum. Ilona versucht sich zu verdrücken, wird aber sofort angesprochen, so dass sie sich auch mitten im Pulk wieder findet. Alea steht seitlich auf der Treppe, er hat eine gute Übersicht. Nach einiger Zeit, in der er sich fotografieren lässt und Autogramme gibt, auch kurze Gespräche führt, erstarrt er auf einmal. Sein Blick ist fest auf einen Punkt in der Masse gerichtet, die Augenbrauen ziehen sich zusammen, dass seine Stirn sich in Falten legt und sein Mund wird ein schmaler Strich.
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