Letzte Schuljahre

GeschichteHumor, Romanze / P16
Alea der Bescheidene Falk Irmenfried von Hasenmümmelstein Jean Méchant der Tambour Lasterbalk der Lästerliche Luzi das L OC (Own Character)
25.11.2018
19.05.2019
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Guten Abend, Ihr Lieben, und Prost! Ähm nein, nicht Prost, aber ein neues Kapitel. Viel Spaß beim Lesen, lasst uns wissen, wie es Euch gefällt. Bekommt Alea auch noch ein Bier? Oder muss er schmachten? LG Pardona und Mama

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Bier

Sie sind beim Soundcheck alle gemeinsam versammelt. Kai, breit grinsend, schlägt etwas vor, dass Pardona das Gummibärchen fallen lässt, zum Glück ist der Sänger sehr sehr schnell, er rettet das arme unschuldige Hariboexemplar. Um es in seinem Mund zu verstecken. Dolia lässt ihre Cola sinken und blickt aus einer Mischung von Entsetzen und Verblüffung den Manager an. Dann sehen die Schwestern sich an, schütteln erst verneinend den Kopf. Als dann acht Stimmen ein lautes, in das Mikrofon gerufenes „Bitte! Bitte!“ ertönen lassen, stöhnen sie gemeinsam auf und murren und knurren lauthals „Ist ja gut! JA!“ Die Antwort aus acht Mündern lautet im Singsang: „Sie haben JA gesagt! Sie haben JA gesagt!“ Tobias und Ilona lachen lauthals, dabei hebt Tobias seine Hand ihr entgegen und sie schlägt ein.

Einige Stunden später, natürlich haben die Schwestern am Soundcheck teilgenommen, füllt sich die Konzerthalle. Ganz vorne, hinter dem Wellenbrecher, stehen die drei Geschwister. Morgen wird noch ein Konzert stattfinden, dann ist eine Woche Pause. Und in dieser Woche sind ja auch die Herbstferien. Entsetzt bemerkt Pardona, dass sie gar nicht weiß, wie das Wetter im Oktober in China ist und was sie einpacken muss, während Dolia kurz überlegt, ob sie wirklich in Kaiserlautern sein möchte. Nur Tobias schaut betrübt aus. Sein Blick fällt immer wieder auf sein Handy, in das er eilig eine Frage getippt hat. Als dann endlich, die Vorband beginnt bereits, die Antwort kommt, strahlt er. Ein lautes „Jeahhhh!“ ertönt, als seine Schwestern fragend schauen, deutet er auf die Band und wiederholt das „Jeahhh!“ Die Beiden zucken irritiert mit den Schultern, bevor sie der Vorband den erwarteten Tribut in Form von Beifall zollen. Bis die Band ihr Programm beendet, auf ihren kleinen Merchendise hinweisen und schließlich ein Lautes „Saltatio....“ anstimmen, in dass das Publikum mit einem „...Mortis“! Einfällt. Dreimal, wie es sich gehört!

Schließlich ist die Bühne umgebaut. Und endlich wird das Intro gespielt, bei dem erst die Brutalsten auf die Bühne treten, nämlich jene, die arme leblose Dinge mit Stöckern verprügeln. Gefolgt von den Dudelsackspielern und Falk, Bruder Frank. Inzwischen haben sie das Intro übernommen, nahtlos, der Übergang von Band zur Livemusik ist kaum merkbar. Dann endlich, mit einem schnellen Satz, die Hände hoch erhoben, springt der Sänger auf die Bühne. Gekreiche, Geklatsche, Gebrülle. Das Konzert beginnt. Zur Mitte hin lässt Alea sich ins Publikum fallen und tragen. Natürlich beim „Rattenfänger“. Er steuert geschickt über die Menschenmassen hinweg, bis er, rechtzeitig zum Liedende, wieder am Wellenbrecher angelangt. Bei Tobias und Pardona, Dolia und Ilona. Pardona, frech wie immer, kitzelt ihn kurz, was dafür sorgt, dass er tatsächlich da oben, auf all den Händen, zappelt. Fast fällt er, aber nur fast. Ein leises „Na warte!“ ertönt, als er vor Pardona, auf der anderen Seite des Wellenbrechers landet. „Ups...?“ meint Pardona, mit einem durchaus aufreizenden Augenaufschlag. Lachend schüttelt der Ziegenbärtige seinen Kopf, während Timo sich wortreich für die Rückgabe des Sängers bedankt. „Das ist ja nicht selbstverständlich! Und weiter geht es mit... einer Überraschung!“ leitet er lästerlich ein. „Wir armen Trommler sind schon alt und müde. Deshalb dachten wir uns, dass wir uns mal Verstärkung vom Nachwuchs auf die Bühne holen!“ Schon wird Pardona von Alea über die Absperrung gehoben, gefolgt von Dolia, die abwartend da steht. Doch auch sie wird vom Sänger gepackt und auf die andere Seite befördert. „Begrüßt mit uns Pardona die Freche, passend zu Alea dem Bescheidenen, und Dolia, die Nichteinsame!“ ruft Lasterbalk, Alea ergänzt „Applaus bitte! Kommt schon! Eure Hände!“ Beide drehen sich kurz um, während Pardona Dolias Hand ergreift, und verbeugen sich. Dann gehen sie nach hinten: Pardona löst Jean am Schlagzeug ab, während Timo seine Davul der Dolia umhängt und die Sticks aushändigt. Das Publikum lacht und gröhlt, als Timo und Jean sich einfach vorne auf die Bühne setzen, jeder ein Bier in der Hand, die Beine fröhlich baumelnd.

Sie spielen gut und vor allem fehlerfrei. Problemlos leitet Pardona die nächsten Lieder ein, gibt den Takt an. Lasterbalk moderiert weiter, von dem Rand der Bühne aus lästert er: „Stellt Euch vor, meine Damen und Herren, auf der Fahrt hierher passierte etwas typisch Alea-isches!“ Schon lachen die Menschen vor der Bühne. „Er wollte seine Prinzessin retten! Deren Kutsche hatte eine Radpanne. Und mutig, wie unser Sänger ist, wollte er dieses Rad wechseln. Dabei, stellt Euch das vor, stellte er sich mit beiden Füßen auf das Radkreuz und – rutschte ab! Rücklings in das Gras, mit dem Hinterkopf auf die Leitplanke!“ Erstauntes und besorgtes „Ohhhhhh“ ertönt im Chor. „Der Arzt dann, zu dem er gebracht wurde, stellte fest, dass unserem lieben Sänger tatsächlich etwas fehle!“ Entsetztes „Aaaaahhhhhhh“ ist zu hören. Einen Moment lässt Lasterbalk das Publikum, dann fährt er fort: „Möchtet Ihr wissen, was der Arzt diagnostizierte?“ Lauthals brüllen die Meisten „Jaaaaaaaaa!“ „Ich höre nichts?“ hinterfragt er, was ein noch lauteres „Jaaaaaaaaaaaa!“ zur Folge hat. Zufrieden nickt Timo, während Alea sich zu Pardona gesellt. Die holt ein Tütchen Gummibärchen hervor und teilt diese mit ihm. Leise murmelt sie: „Einer für meinen Prinzen, einer für mich, einer für...“. Dabei vergißt sie, dass das Mikrophon, das Jean immer nutzt, noch an ist. So hört das Publikum alles mit und manch einer brüllt „Ich auch!“, während Timo fort fährt: „Der Herr Doktor, ein wohlgenährter Herr mit spärlichem Haarwuchs, also wie der Mümmelstein,“ dieser lässt ein empörtes „Ey, wieso immer ich?“ ertönen, dann fährt Lasterbalk fort: „erklärte dem Sänger und uns, dass er doch unbedingt einen Psychiater aufsuchen solle!“ Das Lachen lässt die Halle erbeben. Der Sänger grinst nur und zuckt mit den Schultern. „Ja wirklich! Er sei zu kindisch und albern und zurückgeblieben! Letzteres habe ich ja schon immer gesagt!“ Alea unterbricht ihn mit einem „Und damit kommen wir zum nächsten Lied, das über einen Mann berichtet, der ebenfalls einen Psychiater benötigt hätte: Eulenspiegel!“ Lautes Gejubel ertönt, Pardona gibt den Takt an, Dolia fällt ein und weiter geht die Bühnenshow.

Die Show ist vorbei, die Massen haben die Bühne zum vibrieren gbracht. Auch die Schwestern werden nach dem Konzert um Autogramme gebeten und um Fotos. Pardona schüttelt ihren Kopf. „Tut mir leid, ich bin viel zu durstig!“ Erstaunlicher Weise und sehr zum Leidwesen von Luzi, werden ihr gleich von mehreren Männern und auch Frauen Biere gebracht. Von Luzi ertönt nur ein „Toll, als ich noch jung war, bekam ich auch Getränke....“ Pardona bedankt sich artig und tippt Luzi auf die Schulter. Leise flüstert sie, dass nur er es hören kann „Komm, mein Lieblingsschwager, ein Bier für Dich!“ Laut lachend drückt er Pardona liebevoll an sich und stößt mit ihr an. Dann erst geben beide Autogramme und stehen auch für Fotos bereit. Neidisch blickt Alea zu den um Pardona herumstehenden Bieren.
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