Mein großes Geheimnis.

GeschichteDrama, Romanze / P16 Slash
Farmer (männlich) Sebastian
25.11.2018
29.09.2020
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Mein großes Geheimnis.

Author's Note
Hey Leute :3
Ich freue mich, euch meine neue Fanfiktion präsentieren zu können. Ich habe mich dieses Mal an etwas Neuem versucht und ich bin schon gespannt, wie meine Version von einem Transgender-Sebastian bei euch ankommen wird.

Pairing:
Max (Male Farmer) x Trans!Sebastian
Kurzbeschreibung:
Sebastian hält sich seit Jahren für anders und abnormal. Er ist Transgender und hat vor einigen Monaten seine Reise zu seinem neuen Ich begonnen, er will nun auch körperlich ein Mann werden. Ganz Pelican Town kennt Sebastians Geheimnis, doch der neue Bewohner der Stadt, der Farmer Max Jackson, auf den Sebastian ein Auge geworfen hat, weiß noch nichts von Sebastians gebürtigem Geschlecht. Schafft Sebastian es, sich zu überwinden und seinem Schwarm sein Geheimnis zu verraten?



Mein großes Geheimnis.

Prolog:
Mein Name ist Sebastian.

Hi, mein Name ist Sebastian und ich habe ein kleines, nein, eher großes Geheimnis. Mein ganzes Leben habe ich das Gefühl, dass mit mir etwas nicht stimmt, ich habe das Gefühl unnormal zu sein und nicht in diese seltsame Welt zu passen.
Nun ja, es hat sich herausgestellt, dass ich einfach nur nicht in diesen Körper passe…

Im Spiegel sehe ich, was alles falsch an mir ist, der Anblick ist unfassbar schwer zu ertragen. Ich hasse vieles an mir, am schlimmsten sind meine Brüste…
Um mich meinem gewünschten Selbstbild anzupassen, habe ich mir letztes Jahr endlich eine neue Frisur zugelegt. Ich habe den Emo-Look immer schon an anderen Jungs geliebt und ich muss zugeben, dass ich finde, dass ich damit recht gut aussehe. Die kurzen Haare stehen mir viel besser, als meine schulterlangen Haare und mein langweiliger gerader Pony. Außerdem musste ich das natürliche Rot meiner Haare loswerden. Ich habe mich für schwarz entschieden und bin mit dieser Entscheidung mehr als zufrieden.

Als es an der Tür klopft, schlüpfe ich schnell in meinen Binder und meinen Pullover.
„Ja?“, frage ich, räuspere mich dann. Meine Stimme bricht seit einigen Wochen immer wieder, das Testosteron hat mich bereits in den Stimmbruch versetzt.
„Sebby? Vergiss nicht, dass du in einer halben Stunde bei Harvey sein musst“, erinnert mich meine Mutter an meinen Arzttermin. Ich lächle bei der Erwähnung meines Namens. Es war schwer für meine Familie zu verstehen, wieso ich mich dafür entschieden habe, als Mann mein Leben zu verbringen, aber es funktioniert. Zumindest Mum kann sich mittlerweile gut damit anfreunden, sie unterstützt mich, so gut sie kann. Auch Maru, meine Halbschwester, steht mir immer bei.
„Danke, Mum, ich bin schon fast auf dem Weg“, antworte ich etwas lauter, sodass sie mich durch die Tür gut verstehen kann.

Vor dem Spiegel drehe ich mich erst nach links und dann nach rechts, um meine abgebundene Oberweite zu inspizieren. Ich habe das Glück, dass ich von Natur aus sehr schlank bin und dass ich so alle weiblichen Kurven recht gut verbergen kann. Wenigstens hat mir die Natur diesen Bonus gegeben, wenn ich sonst schon recht bestraft bin, was körperliche Attribute angeht.

Ich verlasse das Badezimmer, verabschiede mich von meiner Mum, die mir einen liebevollen Kuss auf die Wange drückt.
„Bis später, Sebby.“
„Bis später, Mum.“

Auf dem Weg zu Harvey fällt es mir schwer, keine Zigarette zu rauchen. Ich sollte es mir eigentlich abgewöhnen, damit die Hormone ‚besser wirken‘, aber es ist schwer, der Sucht nicht jedes Mal wieder nachzugeben.
Die Musik in meinen Ohren lenkt mich ein wenig ab. Ich atme die frische Waldluft ein, lausche meiner Lieblingsband. Ich beschäftige meine Finger mit den Bändern meines Hoodies, um mir nicht aus Gewohnheit automatisch eine Zigarette anzustecken.

Ich komme rechtzeitig an der Klinik an. Meine Halbschwester steht am Empfang. Maru begrüßt mich mit einem Lächeln. Ich nehme die Kopfhörer ab und lächle ein wenig zurück.
„Harvey hat gleich Zeit für dich. Er kümmert sich noch um unseren neuen Farmer, dein Freund Max hat sich verletzt“, erklärt sie freundlich, als ich mich an den Empfang lehne.
„Er ist nicht mein Freund… und außerdem...“
Ich unterbreche meinen Satz, als besagter Max gerade aus dem Untersuchungszimmer kommt. Mein Blick wandert sofort zu ihm.

Max ist kein gewöhnlicher Farmer…
Vor einigen Wochen hat er den alten Hof am Rande der Stadt von seinem verstorbenen Großvater geerbt. Max hat sein ganzes Leben lang in Zuzu City gelebt, es war für ihn ein richtiger Kulturschock, hier in Pelican Town anzukommen und sich um das verwilderte Stück Land zu kümmern. Doch er kommt damit wirklich gut klar, Max ist einfach unglaublich.

„Du solltest dich ein wenig schonen, vergiss nicht, deinen Arm zu kühlen. … Max, ich meine es ernst“, belehrt Harvey den jungen Mann.
Max lacht nur ein wenig, er streicht sich seine schwarzen Haare aus dem Gesicht, mein Blick ist von seinen wunderschönen blauen Augen gefangen. „Ich weiß, Doc, ich weiß. Ich werde versuchen, mich daran zu halten, aber ich kann dir nichts versprechen.“ Max zwinkert dem Arzt zu, als er mich bemerkt, lächelt er mich an.

Ich hab vorhin erwähnt, dass ich den Emo-Stil immer schon ansprechend fand, nun ja… Dieser Stil hat noch nie jemandem so gut gestanden, wie ihm. Max‘ gesamter Oberkörper ist bis zu seinen Fingern mit Tattoos übersäht, er ist trainiert, hat ein umwerfendes Lächeln und diese wundervollen blauen Augen, in denen ich mich immer und immer wieder verliere.

„Hey Sebastian“, begrüßt er mich, mein Blick wandert auf seinen bandagierten Arm.
„Was hast du denn gemacht?“, frage ich interessiert, aber auch besorgt.
„Ach, kleine Farmerverletzung. Was machst du hier?“
„Ich… äh… Zeckenimpfung.“
„Hattest du die nicht erst…?“, fragt er irritiert nach.
„Doch, doch. Das ist die Auffrischung. Ich hab das die letzten Jahre ziemlich vernachlässigt und deswegen brauche ich mehrere Spritzen, damit mein Schutz gewährleistet ist“, lüge ich. Diese Ausrede habe ich mir schon zu Recht gelegt, falls wir uns irgendwann beim Arzt treffen sollten. Jeder in der Stadt kennt mein Geheimnis, Max jedoch nicht… …und so möchte ich das lieber beibehalten.
„Ich wusste gar nicht, dass es in deinem Kellerzimmer Zecken gibt“, scherzt er. Da ich nicht so kontaktfreudig und schlagfertig bin wie er, fällt es mir schwer, darauf zu antworten. Ich wünschte, ich hätte mir auch dafür einen Konter zu Recht legen können.
„Öhm…“
„Das war nur ein Witz, sei nicht immer so verklemmt, mein Hübscher. Hey, ich bin heute Abend übrigens im Saloon. Du kommst doch auch, wie jeden Freitag oder?“, fragt er lächelnd.

‚Mein Hübscher.‘
Oh Yoba, ich sterbe…

„Ja… mal schauen…“
„Ich schreib dir später noch, wann ich genau dort bin“, gibt er fröhlich von sich. „Vielen Dank für die Behandlung, Harvey.“
„Komm bitte in drei bis vier Tagen wieder, damit ich ein Auge auf den Heilungsprozess habe“, bittet der Arzt.
Max nickt grinsend, verabschiedet sich dann recht schnell, mit den Worten, dass er noch ein wenig zu erledigen hat.

Als er die Klinik verlassen hat, sieht Maru mich an. Sie seufzt.
„Sebastian, du solltest es ihm sagen.“
„Nein, das kann ich nicht“, gebe ich gestresst von mir. „Max ist schwul, er wird mich nicht mehr mögen, wenn er weiß, dass ich eigentlich in einem Frauenkörper stecke… Ich hätte nie eine Chance bei ihm… Ich kann meine Chance erst nutzen, wenn ich operiert bin… So macht das keinen Sinn…“
„Er ist ein netter, toleranter Typ, er wird dich weiterhin mögen“, spricht sie mir gut zu, um mich zu beruhigen und zu trösten.
„Ja, klar… Du weißt doch, was ‚schwul‘ bedeutet, oder? Das heißt, dass er Frauen sexuell nicht attraktiv findet, also sag mir nicht, dass er mich weiterhin mögen wird… Er wird mich abschreiben und meiden…“
„Ach, Sebby…“

Harvey bittet mich in den Behandlungsraum. Die Prozedur ist zur Routine geworden. Alle drei Monate bekomme ich einen kleinen Stich in den Hintern, dann ist die Show auch schon wieder vorbei.
Der Arzt zieht frische Handschuhe an, desinfiziert eine kleine Stelle an meinem Hintern, bevor er auch schon die Spritze setzt.
„Sebastian, deine Schwester hat Recht, du solltest Max davon erzählen. Es ist nicht schlimm, Transgender zu sein. Du musst dich nicht schämen und es gibt auch keinen Grund, dich zu verstecken.“
„Ja, ich weiß… aber trotzdem… Ich habe einfach Angst vor einer Zurückweisung…“, gestehe ich kleinlaut.
„Schon gut, ich verstehe das“, spricht Harvey liebevoll. „Nimm dir Zeit. Falls du möchtest, können wir auch zusammen mit ihm reden, wenn du dich alleine nicht traust.“
„Hm… Ich muss mir das noch überlegen…“

Harvey war einer der ersten, dem ich mein Herz ausgeschüttet habe. Er hat alles dafür gegeben, dass ich mich bei meinen Besuchen wohl fühle und mir einige Anlaufstellen in Zuzu City gegeben, bei denen ich zusätzlichen Halt und Hilfe bekomme. Ohne ihn würde ich mich wahrscheinlich immer noch weinend in meinem Zimmer verstecken und mir wünschen, morgens einfach nicht mehr aufzuwachen.

„Dankeschön“, gebe ich leise von mir, als ich das Behandlungszimmer verlasse. Ich winke meiner Halbschwester Maru noch zum Abschied, bevor ich die Klinik verlasse.

Ich stecke gerade wieder die Kopfhörer in meine Ohren, als mein Smartphone in meiner Hosentasche vibriert.

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1 neue Nachricht.
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Max: ‚Hey Sebastian! Ich bin ab 18 Uhr im Saloon, ich würde mich wirklich freuen, wenn wir zusammen eine Runde Billard spielen könnten. Ich brauche eine kleine Abwechslung vom Farmerdasein. … Übrigens, du siehst heute wirklich gut aus ;)‘

ZWEI Komplimente an einem Tag…
Ich sterbe.

Sebastian: ‚Okay, ich denke, ich werde vorbei schauen, ich weiß aber nicht, wie lange ich bleibe…‘
Max: ‚Ein Drink geht sich bestimmt aus :) Wir sehen uns später, ich freue mich schon auf dich ;)‘


Verdammt, mein Herz.
ER FREUT SICH AUF MICH.
Oh Yoba, ich werde garantiert sterben…
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