Das stumme Heer

GeschichteSci-Fi / P18
25.11.2018
13.12.2018
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-Wissen ist Macht. Behüte es wohl-

Magos Theocron Maximus

Magos Paganus hatte sofort nach seiner Ankunft im Subsektor mit dem sammeln und verarbeiten von Informationen begonnen. Hunderte von niederen Dienern, Servitoren, Cogitatoren und einige auf Datenerfassung spezialisierte Tech-Priester halfen ihm dabei. Er hatte einige Prognosen zur Energieverteilung der Xeno´s angestellt und an die Space-Marines übermittelt, doch das alles war lediglich notwendige doch nicht besonders erhellende Grundlagenforschung.
Der Magos musste zugeben dass es ihn frustrierte wie wenig Erkenntnisse die Abtastungen der heiligen Auguren erbracht hatte. Es war schwer gewesen die Oberflächen der gewaltigen Konstrukte zu durchdringen und auch die exakte Zusammensetzung des merkwürdigen Materials aus dem sie bestanden war nicht möglich gewesen. Er würde direkte Proben entnehmen müssen und sie in der Metallurgie analysieren lassen, doch zuerst mussten noch andere Aufgaben erledigt werden und die nächste war keine die er als angenehm empfand.
Sein Verstand versuchte über die Noospähe Kontakt mit Maschinenseherin Megane aufzunehmen. Sie war eine... spezielle Dienerin Omnissiah´s und er hatte sie nur ungern auf diese Expedition mitgenommen, doch ihre Leistungsberichte wiesen sie als die am besten geeignete Kandidatin aus die Moral der Skitarii aufrecht zu halten wenn sie mit extremen geistigen Bedrohungen konfrontiert waren. Jedenfalls die Beste die schnell zur Verfügung gestanden hatte.
Megane war eine der wenigen Tech-Priester die sich mit den Auswirkungen von Emotionen und Psychologie befassten. Daher war es ihr im Rahmen eines speziellen Experiments gestattet gewesen Augmentierungen zu implantieren die ihre Emotionen nicht nur kontrollierten oder reduzierten sondern bei Bedarf auch verstärken konnten. Dies brachte ihr nur wenige Verbündete in der oberen Hierarchie des Mars ein da die meisten Magi so wie er selbst ihr Gefühlszentrum größtenteils entfernen ließen um Omnissiah frei von derlei Ablenkungen dienen zu können.
Jedoch war das Experiment im begrenztem Rahmen aus Erfolg zu verbuchen. Megane erfreute sich extremer Beliebtheit bei den Skitarii, den einfachen augmentierten Soldaten des Mechanicus, da sie den Eindruck hatten dass sie die Bedürfnisse und moralischen Anforderungen der niederen Truppen besser verstand als jeder andere Maschinenseher. Da sich die Kampfkraft von Skitarii durch ihre Anwesenheit um bis zu 34,41% erhöhte duldete man auf dem Mars weiter ihre absurden Sozialforschungen die seiner Meinung nach voller logischer Fehlschlüsse und fragwürdigen Ablenkungen waren.
Er fand ihren Verstand nicht in der Noospähe, sie musste sich wieder ausgeloggt haben. Er verband seine Okular-Implantate mit dem Auge des Omnissiah in ihrem Quartier. Sie sang und ihre Mechandriten bauten einem Servoschädel Vox-Verstärker ein. Er studierte für einen Moment die Melodie und den Syntax und übertaktete kurzfristig seinen internen Gebetsprozessor um seine Abscheu für diese Zeitverschwendung im Zaum zu halten. „<<Anfrage, Unverständnis>> Was genau tut ihr da?“ fragte er. „Magos, die Necron übertragen Schreie von gefolterten menschlichen Opfern auf allen Vox-Kanälen. Dies ist schlecht für die Moral. Ich wirke dem entgegen.“ erklärte sie ohne von ihrer Arbeit aufzusehen.
„<<Unverständnis, Irritation>> Wieso singt du dann über Emotionen anstatt eine Lobeshymne an den Maschinengott zu verwenden?“ er verstand langsam wieso trotz ihrer Leistungsberichte kein Magos gern mit ihr zusammenarbeitete. „Das habe ich versucht, doch jedes mal wurden diese Übertragungen gestört und durch die Xeno´s in weißes Rauschen verwandelt. Ich vermute sie verwenden unbekannte Erkennungsriten um unsere heiligen Lieder automatisch zu identifizieren und zu beschädigen. Dieses Lied wurde jedoch nicht beeinflusst, es enthält wahrscheinlich nicht die richtigen Schlüsselwörter sodass die Necron es nicht als Übertragung des Mechanicus verstehen.“ Megane´s Mechandriten hatten ihre Arbeit beendet, der Servoschädel flog neben sie.
„<<Feststellung>> Darin haben ich und die Xeno´s etwas gemein.“ der Magos empfand dies ebenfalls nicht als legitime Übertragung, doch solange es den Necron die Kontrolle über die Vox-Systeme wieder entreißen würde war er bereit es zu tolerieren. „Wolltet ihr etwas, Magos?“ fragte sie während sie ihre Musik in sämtliche Vox-Anlagen des Schiffes einspeiste.
„<<Befehl>> Aktuelle Missionsparameter folgen.“ sprach er in binär. Sie hielt inne und verbeugte sich leicht in Richtung der Kamera. „Natürlich, Magos. Was kann ich tun um Omnissiah zu ehren?“ fragte sie mit melodischer Stimme. „<<Feststellung, Einschränkung, Anordnung>> Standard-Sprache an Bord dieses Schiffes ist Lingua Technis, nicht imperiales Gothic-Melodic 2. <<Anforderung>> Skitarii-Präsenz auf Arcadia aufbauen. Auguren haben ehemaliges Hauptquartier von Administratum erfasst. Mögliche Datenquelle über erstes Necron-Erwachen und Schicksal von stationierten PVS des Planeten. <<Primärziel>> Sicherung von Brückenkopf für zukünftige Operationen. <<Sekundärziel>> Sicherung von vorhandenen Daten über Xeno-Aktivitäten. <<Tertiärziel>> Feststellung des Schicksals von auf Arcadia stationierten PVS.“ der Magos wollte einen befestigten Außenposten enirchten. „Ja, Magos. Wenn dies dein Wille ist.“ bestätigte sie in binär. „<<Feststellung>> Es ist nicht mein Wille, sondern der Wille des Omnissiah.“ korrigierte der Magos. Sie verbeugte sich noch einmal respektvoll und ging zum Hangardeck um ihren Auftrag auszuführen.
Zehn Minuten später näherten sich vier Transporter einem relativ kleinen Verwaltungskomplex des Administratum´s. Es stand zwischen drei Pyramiden, doch ihre Energiesysteme waren nahezu inaktiv. Das Gebäude wirkte verloren zwischen den gewaltigen zeitlosen Bauwerken der Xeno´s, fast so als würde es gar nicht auf diese Welt gehören. „Das Gebäude scheint intakt.“ bemerkte einer der Skitarii. „Gibt es Feindpräsenz? Bewegt sich dort unten etwas?“ eine Venguard blickte nervös aus dem Fenster während sich der Transporter annäherte.
„Furcht ist unnötig. Ich habe euch ausgewählt weil ihr zu den Elite-Streitkräften des Adeptus Mechanicus gehört.“ Megane sprach weiter melodisches Gothic obwohl auch die Skitarii für gewöhnlich eine vereinfachte Form der Lingua Technis verwendeten. Doch ihre Studien hatten gezeigt dass die Art in der man Informationen vermittelte ebenso wichtig war wie die Geschwindigkeit der Datenübertragung. Tatsächlich schienen sich die Skitarii ein wenig zu beruhigen.
Ihr Transporter landete auf einer Landeplattform des Dachs. Einige schwarze Flecken waren an der Fassade des Verwaltungsgebäudes zu sehen, ein dutzend halb ausgebrannte Fahrzeuge standen um den Komplex verteilt und kündeten vom letzten verzweifelten Gefecht der wenigen hier stationierten Gardisten gegen einen überlegenen Feind. Megane bemerkte sofort was fehlte. Es gab keine Leichen. Keine Skelette waren verblieben, also verwendete der Feind entweder so verheerende Waffen dass nichts übrig blieb oder sie hatten die Überreste aus unbekannten Gründen fortgeschafft.
Ihre emotionalen Dämpfer mussten aufkommende Angst blockieren, daher war davon auszugehen dass die Skitarii sich fürchteten. Sie führte die Riten der Wartung am Lift des Daches aus und schritt selbstsicher hinein. Ihr selbstbewusstes Auftreten und fester Blick flößten den Skitarii ein wenig Selbstbewusstsein ein als sie nach unten fuhren.
Sie kamen in eine geräumige Schreibstube. Einst hatten hier etwa vier dutzend Schreiber die umfangreichen Listen der Gefallenen verwaltet die hier bestattet wurden und die Servitoren mit Plänen ausgestattet wer wo zu begraben war. Heute roch es lediglich nach altem muffigen Papier das nicht ordnungsgemäß gelagert worden war. „Es wird schwer sein hier noch verwertbare Informationen zu sammeln.“ meinte einer der Skitarii während sie den Raum sicherten.
Dann war plötzlich ein Sirren zu hören. Sofort zielten alle auf die Richtung aus der es kam, ein kleines Regal mit jeder Menge hervorstehendem Pergament. Die Maschinenseherin jedoch hatte das Geräusch sofort erkannt. Es handelte sich um einen Servo-Schädel der vermutlich irgendwo hinter dem Regal feststeckte. „Bitte entfernt das Regal von der Wand.“ bat sie freundlich, obwohl es natürlich ein Befehl war. Zwei der Soldaten kamen ihrer Order nach und wenige Sekunden später befreite sich der eingeklemmte Servo-Schädel und schwebte direkt vor sie. Sie lies sich kurz scannen. „Identifikation – Adeptus Mechancius – Sicherheitsfreigabe unzureichend.“ die Stimme des Schädels war blechern. „Welche ist erforderlich?“ Megane war neugierig geworden. „Inquisition – Inquisitor oder höher.“ antwortete der fliegende Schädel.
„Faszinierend. Glücklicherweise befindet sich ein Inquisitor in unserem Gefolge.“ stellte die Maschinenseherin fest. „<<Befehl, Prioritätsanweisung>> Servo-Schädel ist umgehend an mich zu überstellen.“ Magos Paganus kontaktierte sie direkt über die Noospähe. Megane hasste das, insbesondere weil sie sich eigentlich im privaten Modus befand. Der Magos hatte ihre Einstellungen anscheinend überschrieben und ihre Wahrnehmung überwacht.
„Vertraut ihr mir nicht, Magos?“ fragte sie in binär. „<<Feststellung>> Wert - Vertrauen > 0. Überwachung meiner Diener ist eine übliche Prozedur. <<Rezitationsmodus>> Buch der Räder, Kapitel 18, Vers 5 – Wir sind alle Teil derselben Maschine. Gerät ein Teil außer Kontrolle gerät alles ins Wanken.<<Rezizationsmodus Ende>>“ was kümmerte den Magos die Privatsphäre seiner Maschinenseher. „Ich werde den Schädel an euch überstellen, Magos.“ Megane beschloss sich zu fügen. Paganus war begierig darauf ihm seine Geheimnisse zu entreißen. Was versuchte die Inquisition hier zu verbergen?

-In der Dunkelheit sind alle Menschen gleich, außer jene, die sie sich zu eigen machen-

Kayvaan Shrike, Captain der 3. Kompanie der Raven Guard

Mit äußerster Vorsicht betrat das Einsatzteam der Ultramarines die Gruft der Necron. Die Eingangskammer war eine gewaltige Halle. Die Kammer war durch mehrere schwarze Säulen gestützt. Zwischen den Säulen standen Staturen, vermutlich Abbilder von Necron. Im Zentrum befand sich ein drei Meter großer Obelisk aus schwarzem Gestein, darauf eine grüne schwach leuchtende Schrift aus unbekannten Xeno-Schriftzeichen.
Lediglich das Licht der Schrift und das des Suchscheinwerfers des Tech-Marines erleuchteten die Dunkelheit. „Selbstverliebte Xeno´s. Stellen Staturen von sich selbst auf.“ bemerkte der Captain während er das Suchlicht an seinem Bolter aktivierte. „Schrift und Kunst. Haben diese Xeno´s eine Kultur?“ fragte der Scriptor nahe an eine der Skulpturen herangehend.
Plötzlich leuchteten die Augen der Statur grün auf. „Von wegen Kultur. Das sind Kämpfer!“ Kvecht war blitzschnell hinter eine Säule gehechtet. Während seine Brüder Deckung nahmen fokussierte Scriptor Torfoth seine Psionik auf seinen Stab, hüllte ihn in blaue Flammen und schlug kräftig nach dem Xeno. Der Necron-Krieger taumelte kurz zurück, doch er fing sich und richtete seinen Desintegrator auf den Space-Marine aus. Der Scriptor errichtete in letzter Sekunde einen Schild der den grünen Strahl auf eine Säule umlenkte. Abgesehen von einem schwarzen Fleck hatte die Waffe jedoch keine Wirkung auf das Material der Säule.
Die anderen Krieger erwachten ebenfalls nacheinander, doch die Space-Marines reagierten bereits. Während der Captain und der Tech-Marine auf bereits erwachte Gegner schossen nahm der Scout die noch inaktiven Feinde ins Visier. Ein Streifschuss traf den Captain am Arm und löste einen Teil seiner Rüstung in subatomare Bestandteile auf. „Unsere Rüstung bietet keinen Schutz vor ihren Waffen, Captain.“ der Tech-Marine war ernsthaft besorgt.
Doch diese Erkenntnis führte dazu dass die Ultramarines viel konzentrierter kämpfen als üblich. Der Captain hatte es geschafft einen Gegner auszumanövrieren und schlug mit seinen Energiefäusten auf ihn ein. Das Metall des Körpers seines Gegners verbeulte sich, doch gerade als der Necron seine Funktion einstellte war er plötzlich fort.
Nach wenigen Minuten konnten die Space-Marines das Gefecht schließlich für sich entscheiden. „Unsere Rüstungen sind in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Riten der Reparatur werden dauern.“ der Tech-Marine reparierte bereits das wenige was er vermochte. Die Waffen der Xeno´s hatten die unbezahlbaren Servo-Rüstungen stark in Mitleidenschaft gezogen.
„Wie konnten sie verschwinden? Haben wir sie wirklich niedergestreckt?“ fragte Kvecht. Es gab keinerlei Überreste von ihren Feinden. „Vielleicht richten sich ihre Waffen am Ende gegen sich selbst?“ spekulierte der Scriptor. „Negativ. Meinen Analysen zufolge handelte es sich um eine lokale Teleportation. Ich habe allerdings nicht die nötige Ausrüstung um ihren Zielort zu bestimmen.“ widersprach Tech-Marine Vololus.
„Wollen sie eine Untersuchung ihrer Waffen unterbinden?“ fragte der Scout-Sergeant.  „Es ist naheliegend dass sie repariert und erneut in die Schlacht geschickt werden.“ erwiderte der Tech-Marine. „Dann müssen wir uns ihnen erneut stellen bis wir diesen Prozess unterbinden können.“ der Captain musste sich auf weit längere Gefechte einstellen als er ursprünglich geplant hatte.
„Bruder Captain, euch ist sicher das Verhalten des Feindes aufgefallen.“ meinte der Scriptor plötzlich vom Thema abweichend. „Ja, unkoordiniert. Sie gingen nicht als Team vor, Einzelkämpfer die nur das nächstgelegene Ziel angreifen. Sie nahmen auch keine Deckung.“ bestätigte der Captain. „Keinen Sinn für Taktik also.“ folgerte Kvecht. „Ja, doch das ist unlogisch.“ meinte Torfoth. „Inwiefern?“ Captain Cadriel war sich nicht sicher worauf der Psioniker hinaus wollte.
„Captain, der Feind verfügt über Schrift, hoch entwickelte Technologie wie integrierte Teleportarien und die Kapazität Bauwerke wie dieses zu konstruieren. Doch er hat nicht das geringste Verständnis von Taktik? Selbst Orks sind intelligenter.“ wand der Scriptor ein. „Möglicherweise handelt es sich um entbehrliche Stoßtruppen. Doch tatsächlich lassen die Daten auf wesentlich besser organisierte Feinde schließen.“ der Tech-Marine stimmte zumindest in Teilen den Folgerungen zu.
„Womöglich eine komplexe Falle. Captain, stelle Antrag Gelände zu erkunden.“ der Scout-Sergeant war schneller allein und konnte auch Fallen besser ausweichen wenn er sich nicht auf seine Brüder konzentrieren musste. „Ein riskantes Unterfangen.“ warf Torfoth ein. „Ich bin unsichtbar und schneller wenn ich allein bin. Ich werde die nächsten drei Kammern auskundschaften und dann zurückkehren sofern ich nicht angegriffen werde.“ Kvecht lies nicht von seinem Vorhaben ab. „Gewährt. Tech-Marine, repariert unsere Rüstungen soweit wie möglich. Scriptor, ich nehme an ihr wollt diesen Obelisken untersuchen. Kvecht, ihr tut was ihr am besten könnt, Bruder. Wir marschieren für Macragge.“ befahl der Captain. „Und wir marschieren ohne Furcht.“ vollendeten die Space-Marines den Leitspruch und Kvecht verschmolz mit den Schatten.

-Jeder ist verdächtig-

Motto der Inquisition

Inquisitorin Alesia hatte gewartet bis die Space-Marines aufgebrochen waren und ging dann in die Werkstatt des Tech-Marines. Hier würde sie alle notwendigen Gerätschaften finden die sie benötigte um ihren Servo-Schädel selbst untersuchen zu können. Sie öffnete die Tür mit ihrem Siegel und sofort schlug ihr der Geruch von geschmolzenem Metall entgegen.
Zwei Servitoren arbeiteten gerade an der Schmiede und schmolzen Stahl ein, vermutlich um damit später Reparaturen durchzuführen. Sie beobachtete sie kurz, doch sie reagierten nicht auf ihre Anwesenheit. Sie sah sich weiter um. Weiter hinten stand ein Rhino auf einer Hebebühne, einige Ersatzteile lagen verstreut um die Bühne herum. Links davon standen mehrere inaktive Servitoren auf ihren Ladeplattformen. Schließlich fand sie wonach sie suchte, eine Drehbank für Diagnostik.
Das technische Verständnis der Inquisitorin war begrenzt, doch sie hatte in den vielen Jahren ihrer Arbeit einiges aufgeschnappt. Zuerst führte sie die Aktivierungsriten durch um die Diagnosesysteme hochzufahren und steckte dann den Schädel auf den dafür vorgesehenen Port. Der Bildschirm zeigte eine Reihe von Daten an, doch es war alles in Maschinensprache.
„Wo stellt man das um?“ sie quälte sich durch die umständlichen Menüs des Diagnose-Cogitators und brauchte dank ihres sehr begrenzten Verständnisses der Maschinensprache mehrere Anläufe bis sie endlich die entsprechende Einstellung gefunden hatte. „Mal sehen was wir da haben.“ sprach sie mit sich selbst und versuchte die Quelle des Signals zu identifizieren dass ihr die merkwürdige Nachricht geschickt hatte. Das Signal war anscheinend vom Planeten gekommen, doch es trug alle korrekten Erkennungsriten der Inquisition. „Der Ordo Xeno hat hier Studien durchgeführt? Das kann nicht sein, ich bin die zuständige Inquisitorin für dieses Projekt.“ sie schüttelte ungläubig den Kopf.
„Kann man euch helfen, Inquisitorin?“ fragte Ordenspriester Thassius. Das Geräusch der Schmiede hatte die Schritte des Space-Marines übertönt sodass er sich an sie anschleichen konnte. Sie fuhr erschrocken herum und entfernte so schnell sie konnte den Servo-Schädel aus der Halterung um die Daten vom Monitor verschwinden zu lassen welche immer noch das Ortungssignal anzeigte. „Ich gehe nur meinen Untersuchungen nach.“ meinte sie nachdem sie sich wieder gefangen hatte. „Und welche Untersuchungen erfordern dass ihr in die Werkstatt meines Bruders einbrecht?“ fragte er sie stoisch im Blick behaltend.
„Ich führe hier die Verhöre durch, Priester! Und zur Informationen, die Inquisition bricht nirgendwo ein. Ich habe das vom Imperator gegebene Recht mich in jedem Bereich dieses Schiffes umzusehen! Was genau tut ihr hier?“ sie versuchte den Spieß umzudrehen. „Ich tue das Werk des Imperators.“ antwortete er und ging in Richtung Schmiede. „Das war keine Antwort auf meine Frage!“ rief sie ihm nach. „Nein, war es nicht.“ stellte er fest und setzte unberührt seinen Weg fort.
Für einen Moment dachte sie darüber nach ihn weiter zu befragen, doch das war im Augenblick sinnlos. Auch die Werkstatt zu verlassen und sich auf die Lauer zu legen um zu sehen was er hier tat würde kaum zu einem Ergebnis führen da er jetzt vermuten würde beobachtet zu werden und daher sicher nicht das Risiko eingehen würde ketzerischen Aktivitäten nachzugehen. Allerdings war Thassius jetzt definitiv auf ihrer Verdächtigenliste. Sie ging, doch sie würde ihn in Zukunft im Auge behalten.
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