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Vampire Academy - Der Weg zurück

von Maxi95
GeschichteDrama, Fantasy / P16 / Gen
Dimitri Belikov Rosemarie "Rose" Hathaway Vasilisa "Lissa" Dragomir
24.11.2018
05.04.2021
103
65.068
10
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47 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
22.03.2021 837
 
Da die eigentlich gemeinsame Wohnung von Rose und Dimitri direkt gegenüber war, fiel er quasi direkt in das Wohnzimmer. Es war leer und ohne Rose, hatte er wieder dieses erstickend leere Gefühl, welches diese Wohnung für ihn ausstrahlte. Dimitri wusste, dass er nie über Rose hinweggekommen war. Der Wächter hatte es nicht übers Herz gebracht, ihre Sachen aus der Wohnung zu entfernen. Zu leer und viel zu kalt wäre es an diesem Ort gewesen und mit den Sachen von Rose, konnte er die Illusion zumindest aufrechterhalten.
Er schüttelte den Kopf und ließ sich auf das Sofa fallen. Dimitri war für keine Dienste eingeteilt worden und nachdem Rose nun ausgezogen war, hatte der Wächter jede Menge Zeit. Doch er ertrug es kaum nichts zu tun zu haben. Deswegen schnappte er sich in jeder freien Minute einen seiner Westernromanen, um darin zu versinken.

Gerade als es in dem Roman zu einem rasanten Wortgefecht mit darauffolgendem Duell kam, hörte Dimitri einen Schrei. Zuerst war er sich nicht sicher, woher dieser kam. Doch als er es erneut hörte, war ihm sofort klar, wohin er musste. Er hatte die Instinkte eines Wächters und blitzschnell war er bei der Tür zur Roses Wohnung. Natürlich hatte er sich einen Schlüssel geben lassen, nur für alle Fälle. Darüber war er in diesem Moment überaus froh, denn so musste er diese Tür nicht eintreten. „Rose“ schrie er, als er die Wohnung auf der Suche nach ihr durchquerte. Wieder ein Schrei. Er beschleunigte nochmals seinen Schritt und fand nun Rose auf dem Sofa liegen. Sämtliche Schreckensszenarien gingen Dimitri durch den Kopf, aber als er Rose sah, verstand er zuerst nicht ganz. Sie schlief.
Erleichtert setzte er sich neben Rose auf den Boden und hielt sie im Arm. „SchSch, alles ist doch gut. Es ist nur ein Traum.“ Doch von seinen beruhigenden Worten, wachte sie nicht auf. Sie schlief zu fest und so sprach er ein wenig lauter und schaukelte sie hin und her. Aber es brachte nichts und Rose schrie wieder. Es war ein schmerzvoller und verzweifelter Schrei und Dimitri schüttelte sie nun kräftig, um sie von ihrem qualvollen Traum zu befreien.

Entsetzt riss Rose ihre Augen auf und starrte ihn einige Millisekunden ungläubig an. Ihr Blick wurde nicht richtig scharf und ruckartig befreite Rose sich aus seinem Griff. „Fass mich nicht an!“ kreischte sie hysterisch und sprang vom Sofa. Der Wächter hob beruhigend die Hände und versuchte so ungefährlich wie möglich zu wirken. „Rose, du hattest einen Alptraum. Ich tu dir nichts.“ Dimitri merkte schnell, dass seine Worte keinerlei Wirkung auf Rose hatten. Er war sich nicht mal sicher, ob sie überhaupt registrierte, dass er vor ihr stand und nicht jemand anderes. „Rose… ich bin es, Dimitri.“ Der Wächter ging vorsichtig mit leicht gesenktem Kopf auf sie zu. Aber Rose hatte wieder Panik, verstand er und sie zog sich weiter zurück, bis sie mit dem Rücken zur Wand stand. Sie zitterte und er vermutete, dass sie wieder eine Panikattacke hatte. Was war nur los mit ihr? „Rose, kannst du mich hören?“ er ging einen weiteren Schritt auf sie zu, stockte aber schnell wieder, da Rose sich nun gegen die Wand drückte. „Nein… Nein… Nein…“ Wiederholte sie ständig. Ihre Stimme klang brüchig und weit entfernt, ihr Blick suchte nach irgendwas und wirkte ebenfalls nicht wirklich anwesend. Rose ließ sich an der Wand entlang nach unten gleiten und saß nun zusammengekauert auf dem Boden. Wieder wippte sie nach vor und zurück und murmelte undeutliche Worte.

Damit hatte der Wächter nicht gerechnet. Was sollte er nur tun? Niemals hatte eine solche Situation erlebt, er wurde für Schlachten und strategischem Denken ausgebildet und hatte nie etwas mit solch verrückten Situationen zu tun. War Rose verrückt geworden?

Langsam ging er zu ihr und Rose merkte sein Näherkommen nicht mal. Zu sehr war sie mit sich beschäftigt. Sie grub sich die Fingernägel hart in ihre Arme und das Blut quoll aus den Verletzungen. Es war wie bei Lissa, schoss es ihm durch den Kopf. „Rose, hör auf damit, alles ist gut.“ Aber Rose reagierte absolut nicht auf ihn. Vorsichtig hob er seine Hände und legte sie auf ihre Hände, um sie davon abzuhalten sich weiter selbst zu verletzten. Leider war diese Berührung ein großer Fehler, denn Rose fing nun an laut zu schreien, ihre Worte waren kaum zu verstehen. „Nein!! Ich… Nicht… lass das!... Niemals!...“ Sie zappelte und ihr ganzer Körper bebte, ihr liefen Tränen über das verzweifelte Gesicht.
Schnell nahm Dimitri seine Hände zurück und versuchte wieder mit ihr zu sprechen „ROSE! Hör mir zu! Keiner tut dir was! NIEMAND ist hier!“ Langsam wurde er lauter, denn er hoffte, so zu ihr durchzukommen. Aber es half nichts. Wieder wimmerte sie wirres Zeug vor sich hin und Dimitri zog sich ein wenig zurück, was sie ein wenig zu beruhigen schien. Sie brauchte Abstand, verstand er sofort. Hatte sie Angst vor ihm? Er stand auf und setzte sich auf das Sofa, auch wenn er sie keine Sekunde aus den Augen ließ, wartete er einfach ab. Irgendwann würde sie sich ja beruhigen müssen.
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