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Vampire Academy - Der Weg zurück

von Maxi95
GeschichteDrama, Fantasy / P16 / Gen
Dimitri Belikov Rosemarie "Rose" Hathaway Vasilisa "Lissa" Dragomir
24.11.2018
05.04.2021
103
65.068
10
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Dieses Kapitel
1 Review
 
09.01.2021 902
 
Als ich aufwachte, war ich zuerst sehr verwirrt. Ich sah mich in dem Schlafzimmer um. In meinem Schlafzimmer. Wie oft hatte ich mich danach gesehnt.
Sonja war nicht mehr bei mir und auf dem Stuhl saß nun nicht mehr Dimitri, sondern Eddie. Ich setzte mich auf und lehnte mich gegen die Bettlehne, ich lächelte ihn leicht an. Ich freute mich wirklich ihn zu sehen. Er war schon immer ein guter Freund und nach Masons Tod stand er mir oft bei. Das schweißte uns sehr zusammen. Auch Eddie grinste mich an „Hi Rose“ begrüßte er mich. Der junge Wächter schreckte nicht vor mir und meinem Aussehen zurück. Doch er zuckte kurz, als würde es zu mir kommen wollen. Doch er ließ es bleiben und rieb sich verlegen die Hände. Sicherlich hatte er die Anweisung bekommen, dass er mir nicht zu nahekommen sollte. „Wie geht es dir?“ Meine Frage brach das Eis zwischen uns. Ich wusste, dass er sich einem Einsatzkommando angeschlossen hatte, welches aktiv Strigoi jagte. „Es ist der Wahnsinn Rose!“ seine Augen leuchteten und er erzählte mir unglaubliche Geschichten. Es war schön, dass es ihm gut ging und ich genoss diese kurze unbeschwerte Zeit, in der ich ihm einfach nur zuhören durfte. Es war fast so wie früher.

Wir unterhielten uns wirklich lange, doch irgendwann klopfte es leise an der Tür und sie wurde geöffnet. Dimitri blickte hinein, er sah viel besser aus. Sicherlich hatte er geschlafen und frisch geduscht war er auch. Ich wollte es nicht zugeben, doch mir fiel sofort auf, wie gut er aussah. „Darf ich reinkommen?“ Diese Frage ging eindeutig an mich. Irgendwas hatte sich verändert, er war nicht mehr der Wächter, der seinen Job machte. Nein, er war sanft und äußerst vorsichtig. Ich nickte ihm zu und er betrat den Raum. Er hielt ein Glas Wasser in der Hand und ich bemerkte, dass er es für mich brachte. Mein Wasser von gestern war bereits leer und er hatte mir ein neues mitgebracht. Mit seinem Blick und einer Handbewegung, fragte er nach meiner Erlaubnis. Wieder nickte ich nur. Es war total seltsam. Langsam ging er zu dem Nachtkästchen neben mir und stellte es einfach ab und entfernte sich wieder. „Ich lass euch dann mal allein.“ verabschiedete sich Eddie mit einem Winken und zwinkerte mir nochmal zu. Verlegen lächelte ich zurück.

Dimitri zog sich den Stuhl ein wenig in meine Richtung und setzte sich. Er atmete tief ein bevor er sprach. „Können wir reden?“ fragte er mit einem offenen und ehrlichen Blick. Zögerlich nickte ich wieder, ich wollte es wirklich versuchen. Er beugte sich nach vorne „Was bist du?“ Wow, das war seine erste Frage? Verdammt, dass wollte ich doch selbst wissen. Ich schüttelte den Kopf. „Ich weiß es nicht genau.“ Ich gab ihm die ehrlichste Antwort, die ich hatte. „Wie?“ Es war ein einfaches Wort, doch nur der Gedanke an das, was geschehen war, ließ mich erschaudern. Kurz blitzten Nikolajs Augen in meiner Erinnerung auf. Ich zuckte unweigerlich zusammen. Ohne es zu bemerken, zog ich wieder meine Beine an meinen Körper. „Ich kann nicht…“ meine Stimme klang seltsam fremd. Auch Dimitri schien zu merken, dass ich nicht darüber reden konnte. Er seufzte und weiter ging die Befragung. „Aber du bist irgendwie ein Strigoi und irgendwie auch nicht.“ Ich merkte, dass sich dieses Gespräch allmählich im Kreis dreht. „ich sagte doch schon, dass ich nicht genau weiß WAS ich bin. Ich bin irgendwie… naja ich würde behaupten eine Mischung aus all unserer Rassen.“ Ich überlegte, wie viel ich noch sagen konnte, ohne wieder in die hässlichen Erinnerungen gezogen zu werden. Ich sah ihn aufrichtig an und er schien über meine Worte zu grübeln. Es war viel zu verarbeiten für ihn, es war klar, dass man damit überfordert war. Ich hatte dafür mehrere Jahre gebraucht und noch immer kam ich mit mir selbst oft nicht klar. Wie konnte ich es also von einer anderen Person verlangen? „kann man das Rückgängig machen?“ fragte er.

Irgendwas an dieser Frage störte mich nun ganz gewaltig. „Ich habe mir das so nicht ausgesucht!“ meine Worte wurden lauter. „Meinst du ich habe mir das gewünscht? Ich wollte nie so ein Monster sein. Aber ich bin es!“ ich war unglaublich sauer. Auf ihn. Auf Nikolaj. Auf die verrückten Leute, die das mit mir machten. Sogar auf Lissa. Aber am meisten war ich auf mich selbst sauer. Und in diesem Moment bekam Dimitri meinen Frust ab. „Ich bin durch die Hölle gegangen! Ich war allein… schrecklich allein!“ ich versuchte meine Tränen zu unterdrücken, welche erbarmungslos aus meinen Augen kommen wollten. „Ich wollte niemals, dass mich jemand so sieht. Ich wäre auch weiterhin alleine klargekommen, aber nein DU konntest mich nicht einfach in Ruhe lassen!“ ich schrie ihn nun unter Tränen an und wieder fing ich an zu zittern. Es hatte sich so viel angestaut und ich drohte wieder zusammenzubrechen.

Dimitri stand nun ohne ein Wort zu sagen von dem Stuhl auf und kam langsam auf mich zu. Es war das erst Mal, dass ich nicht ihn totale Panik geriet. Er setzte sich im Schneidersitz auf die andere Betthälfte, nah genug um mich einfach zu sich zu ziehen, was er auch langsam und ganz sanft tat. Ich ließ es zu und er hielt mich einfach in seinen starken Armen.  „Alles wird gut, Roza.“ Mehr sagte er nicht zu mir. Er musste mich lange in seinen Armen halten und mir Kraft geben, denn ich weinte und weinte.
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