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Vampire Academy - Der Weg zurück

von Maxi95
GeschichteDrama, Fantasy / P16 / Gen
Dimitri Belikov Rosemarie "Rose" Hathaway Vasilisa "Lissa" Dragomir
24.11.2018
05.04.2021
103
65.068
10
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09.01.2021 879
 
Sonja führte mich zu der geschlossenen Toilette und setzte mich sanft darauf. Als Dimitri hinter uns ebenfalls das Bad betrat, spannte ich mich an. „Nein… ich möchte allein sein.“ Sagte ich leise. „Das geht nicht.“ Antworte Dimitri, auch er versuchte sanft zu klingen. Doch seine Worte versetzten mir einen Schock. Ich würde mich nicht vor ihnen ausziehen können. Nicht nach all dem. Tränen der Verzweiflung stiegen mir in die Augen. „Ich kann das nicht…“ ich schluchzte und sowohl Dimitri als auch Sonja waren kurz mit mir überfordert. „Sch..Sch.. nicht weinen Rose.“ Sie sah Dimitri eindringlich an. „Ok, aber die Tür bleibt angelehnt. Sonja bleibt aber.“ Ich wusste, dass das sein letztes Angebot sein würde. Auch wenn ich sonst immer eher gegen Anweisungen war, so konnte ich diese akzeptieren. Sonja redete mir wieder gut zu und ich nickte. Dimitri verließ also das Bad. Es war eigentlich unverantwortlich von ihm und ich wusste seinen Mut zu schätzen. Ich war doch viel zu gefährlich und er ließ eine wehrlose Moroi mit mir alleine in einem Raum. Offene Tür hin oder her.

Sonja half mir dabei mich auszuziehen und sofort warf sie das zerstörte Nachthemd neben die Tür, es war mehr als bereit für den Müll. „Gut machst du das, soll ich dir helfen?“ Ich schüttelte den Kopf. Es war mir sehr unangenehm, dass sie meinen nackten Körper sah und ich versuchte mich mit meinen Händen ein wenig zu bedecken. „Nein, aber vielen Dank.“ Es war der erste Satz den ich mir ihr Sprach und es schien sie sehr zu freuen. Ich Schloss die Duschkabine hinter mir und atmete erleichtert aus. Ich war alleine. Auch wenn ich nur in einer Dusche alleine war, so war es besser als nichts. Ich ließ das heiße Wasser auf meinen Körper rauschen. Das Blut lief im Rinnsal von meinen Körper und unten in der Duschwanne war alles dunkel rot. Ich stellte fest, dass Dimitri auch meine Badutensilien behalten hatte. Er war absolut nicht über mich hinweg gekommen. Ich benutzte mein Lieblingsshampoo und seifte meine Haare damit ordentlich ein. Ich saugte den Duft förmlich ein und es erinnerte mich, an die schönen Zeiten meines Lebens. Das Leben, welches ich niemals mehr haben würde. Mit Freude stellte ich fest, dass auch noch mein Duschschwamm an seiner gewohnten Stelle hing, damit schrubbte ich nun die letzten klebrigen Blutreste von meiner Haut. Kurz fühlte ich mich wie ein anderer Mensch. Ich drehte das Wasser aus und schlang mich in ein großes Handtuch, meine Haare fielen mir nass über die Schultern.

Als ich aus der Dusche stieg, wartete Sonja bereits mit einem Handtuch für meine Haare auf mich. Sie hatte sich beim Warten auf einen Hocker gesetzt und nun befahl sie mir, mich darauf zu setzten. Sie rubbelte mir mit dem Handtuch durch die Haare und kämmte sie mir danach ordentlich. „ich würde mir gerne die Zähne putzen.“ Sagte ich kurz und knapp und öffnete eine der Schranktüren, den dort waren damals immer die neuen Zahnbürsten gelagert. Auch das hatte Dimitri beibehalten. Ich putze mir die Zähne und zog mich an. Sonja blieb bei mir, aber sie bedrängte mich nicht. Als ich fertig war öffnete Sonja die Tür und gab Dimitri Bescheid. Wir traten aus dem Bad und ich sah, dass Lissa und Christian bereits gegangen waren. Ich atmete erleichtert aus, ich war so schon mit allem und jedem überfordert. Da konnte ich sie absolut nicht auch noch gebrauchen. Es klang gemein, doch es war die Wahrheit.

Sonja wollte mich wieder in das Schlafzimmer bringen, doch mitten im Wohnzimmer stockte ich. Ich hatte Hunger. Nicht auf Blut. Sondern richtig Hunger auf normales Essen. Es war komisch, ich weiß. Mein Essverhalten war sowieso schon mit dem Blut gestört. Doch ich hatte auch seit viel zu langer Zeit kein richtiges Essen mehr gehabt. „Was ist los Rose?“ fragte Sonja verwirrt und ich sah, wie Dimitri sich bereits anspannte. Ich erwog kurz, meinen Hunger zu ignorieren, doch ich wusste, dass es nicht gut war dies zu tun. „Ich muss was essen.“ Sagte ich leise und Sonja und Dmitri tauschen einen verwirrten Blick. „Was essen?“ fragte der Wächter. Ich wurde wieder unsicher und überspielte dies wie immer mit einer pampigen Antwort. „Ja was essen, was dagegen?“ er wirkte erstaunt, doch er nickte. Ich ging in die Küche, natürlich folgten mir beide. „Viel hast du ja nicht da.“ Bemerkte ich. Ich verstand mein Verhalten absolut nicht. Gerade hatte ich noch eine Panikattacke und jetzt trieb ich schon fast Smalltalk mit ihm. Wieder sah Dimitri verwirrt aus  und ich konnte ihn tatsächlich verstehen. „ich brauche eben nicht viel.“ Ich nahm mir ein Glas aus dem Schrank und füllte es mit Leitungswasser. Ebenso schnappte ich mir eine Banane und einen Apfel und biss in den Apfel. Noch kauend gingen wir wieder in das Schlafzimmer und ich setzte mich im Schneidersitz auf das Bett und aß zu ende. Das Glas Wasser stellte ich auf mein Nachtkästchen. Dimitri saß wieder auf seinem Stuhl und beobachtete mich genau, manchmal wurden seine Augen zu schlitzen, als würde er über etwas nachdenken. Langsam wurde ich müde und ich legte mich in das Bett. Irgendwer hatte es frisch bezogen und ich kuschelte mich ein. Sonja war nach wie vor bei mir und spendete mir mit ihrer Art Trost bis ich endlich einschlief.
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