Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Reed900/ DE - OS-Sammlung

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Elijah Kamski Gavin Reed RK800-51-59 Connor RK900
24.11.2018
31.05.2020
30
71.477
19
Alle Kapitel
56 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
16.12.2018 2.430
 
Gavin Reeds Appartement, Detroit
July 3rd, 2039
6.12 PM


Ich stand nur mit Shorts bekleidet in der Küche und schnippelte Gemüse für mein Abendessen. An sich würde es mir Spaß machen, doch ich musste nebenbei lernen. Ich lernte schon seit Wochen. Fowler hatte mich für die Sergeant-Prüfung angemeldet, die in wenigen Tagen stattfinden würde, und nun musste ich nach der Arbeit jeden Tag lernen, damit ich die Prüfung bestand. Ich fühlte mich schon geehrte, doch der Scheiß ging mir trotzdem auf die Nerven. Wenigstens nahm der Captain etwas Rücksicht und teilte Nines und mir nicht mehr so viele Fälle zu, doch ich hatte trotzdem keine Freizeit mehr. Erst hatte ich von morgens bis in die Nacht arbeiten müssen, dann lag ich im Krankenhaus und jetzt das. Es war zum Kotzen. Ein Buch lag aufgeschlagen vor mir und ich las konzentriert, während ich in Zeitlupe eine Karotte klein schnitt, ohne sie auch nur eines Blickes zu würdigen.
„Lass mich dir damit helfen“, murmelte eine Stimme direkt neben meinem linken Ohr und ein Körper schmiegte sich von hinten an meinen.
Nines griff nach dem Messer und der Karotte und zerteilte sie in Lichtgeschwindigkeit. Dass ich dabei noch immer zwischen der Küchenanrichte und ihm eingekesselt war, schien ihn nicht zu stören. Belustigt beobachte ich seine flinken Hände, die nach einer weiteren Karotte griffen und auch diese zerlegten. Seine Lippen senkten sich auf meinen Hals und verteilten dort sanfte Küsse. Da ich mich jetzt sowieso nicht mehr auf mein Buch konzentrieren konnte, neigte ich ein wenig den Kopf zur Seite und genoss die Zärtlichkeiten.
„Es ist so unfair, dass du multitaskingfähig bist und ich nicht“, murrte ich.
„Ich bin eine Maschine, Detective“, erklärte Nines, der weiter Gemüse schnitt, „und der fortschrittlichste Android, den CyberLife je gebaut hat. Es wäre beschämend, wenn meine Prozessoren nicht mehrere Aktivitäten gleichzeitig ausführen könnten.“
Nines presste sein Becken gegen meinen Hintern und biss in meinen Hals.
„Was auch immer“, stöhnte ich nach einigen Sekunden, unfähig mich zu konzentrieren.
„Vielleicht solltest du das Lernen für eine Weile pausieren, Detective“, raunte der Android.
Er legte das Messer und das Gemüse aus der Hand und drehte mich herum, sodass wir einander gegenüberstanden. Ich zog Nines augenblicklich für einen leidenschaftlichen Kuss zu mir herunter, sodass kein Blatt Papier mehr zwischen uns passte. Allerdings brauchte ich viel zu schnell eine Atempause, die ich nutzte, um mich ein wenig von meinem Freund zu trennen. Es war immer noch komisch, das zu sagen.
„Du solltest mich nicht ablenken, Nines“, keuchte ich. „Du solltest mich zum Lernen verdonnern.“
„Dann solltest du dir das nächste Mal mehr anziehen“, erwiderte er und ließ seinen Blick über meinen halbnackten Oberkörper gleiten.
Ich seufzte. Ich würde so gern auf seine Anzüglichkeiten eingehen, doch ich wollte unbedingt diese Prüfung mit einer guten Note bestehen. Was war nur aus mir geworden? Ein Langweiler, ganz offensichtlich. Diese Beziehung veränderte mich und vor allem auch Nines. Wir standen uns so nah seit ich im Krankenhaus gelegen hatte. Er hatte gesagt, dass er mich liebt, obwohl er eine Maschine war. Er konnte nichts empfinden und er war kein Abweichler. Das hätte ich bemerkt. Und trotzdem fiel mir Tag für Tag auf, dass Nines emotionaler war als bei unserem Kennenlernen. Hatte das mit mir zu tun? Ich wusste, dass ich von Anfang an, etwas für ihn empfunden hatte. Seit diesem ersten Kuss zu Silvester. Ich wollte es mir nur nicht eingestehen, weil ich wusste, dass Nines rational darüber dachte. Für ihn hatte unsere Beziehung nichts mit Gefühlen zu tun und ich wollte nicht enttäuscht oder abgewiesen werden. Eigentlich hatte er mich nur keinen Korb geben, weil es ihn nicht störte, von mir geküsst zu werden. Unbewusst war mir das klargewesen und vielleicht hatte ich mich ihm gegenüber deswegen immer wie ein Arschloch verhalten. Doch dann hatte er plötzlich gesagt, dass er mich liebte und es hatte sich wie eine Erlösung angefühlt, diese Worte selbst endlich aussprechen zu können. Ich hatte damit gerechnet, nie etwas Derartiges aus seinem Mund zu hören. Oft hatte ich über diesen Moment im Krankenhaus nachgedacht und konnte es mir nicht erklären. Nines hatte sich so gut um mich gekümmert, mich gepflegt. Er war liebevoll gewesen. Mir war aufgefallen, wie sich sein Verhalten immer mehr veränderte. Wenn ich wieder mal angepisst war, verhielt er sich, als hätte ich wirklich seine Gefühle verletzt. Das sorgte dafür, dass sich jedes Mal mein schlechtes Gewissen meldete und ich mich kleinlaut bei ihm dafür entschuldigte, ihn angeschnauzt zu haben. Auf der anderen Seite wurde er aber viel leidenschaftlicher. Immer öfter brachte er solche Aktionen wie gerade eben. Er sprach anders mit mir und wurde zeitweise sogar romantisch. Ich wunderte mich am Anfang darüber, doch es sorgte nur dafür, dass ich ihn noch mehr liebte. Er wurde … menschlich.

„Du solltest lernen. Ich mache dein Essen fertig“, riss Nines mich aus meinen Gedanken.
Er hatte einen Meter Abstand zwischen uns gebracht, doch in seinen Augen brannte noch immer das eisblaue Feuer, das ich so liebte. Schweren Herzens griff ich nach dem Buch.
„Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, raunte ich, als ich meinem Freund noch einen Kuss auf die Wange gab, bevor ich mich an den Küchentisch setzte und mich ins Lernen vertiefte.



Gavin Reeds Appartement, Detroit
July 5th, 2039
9.17 PM


Panisch saß ich auf meinem Bett und starrte ins Nichts. Morgen früh um sieben würde ich die Prüfung zum Sergeant haben und ich war psychisch nicht bereit. Aus Angst hatte ich mich im Schlafzimmer eingeschlossen und wollte nicht einmal Nines in meiner Nähe haben.
„Gavin, jetzt lass mich endlich rein“, rief Nines inzwischen leicht genervt.
„Lass mich doch einfach in Ruhe“, rief ich zurück.
„Nein.“
Ich wusste, dass ich mich total bekloppt benahm und überreagierte, doch das war mir egal. Ich wollte doch nur allein sein.
„Hör auf, dich selbst zu bemitleiden“, ertönte es durch die Tür.
„Verschwinde endlich!“
„Gavin, wenn du in der nächsten Minute diese Tür nicht öffnest, dann trete ich sie ein und du weißt, dass ich das wirklich mache.“
Ich seufzte. Natürlich wollte ich nicht, dass die Situation eskalierte, weil ich meine Gefühle nicht unter Kontrolle hatte. Also schloss ich die Tür wieder auf und stand einem finster schauenden Androiden gegenüber. Mit verschränkten Armen funkelte er mich an.
„Wenn du dich das nächste Mal so verhältst, trete ich die Tür gleich ein“, knurrte er.
„Es tut mir leid. Mir gehen nur die Nerven durch“, murmelte ich und senkte den Blick.
„Ich bin nicht wütend auf dich, weil du Angst vor der Prüfung hast. Ich bin wütend, weil du dich hier versteckt hast. Wir lieben einander und wir helfen uns gegenseitig, aber du hast mich einfach ausgeschlossen. Vertraust du mir nicht? Willst du meine Hilfe nicht?“
Ich trat zu ihm und wollte nach seinen Händen greifen, doch er weigerte sich, seine Arme zu lösen, also ließ ich die Hände wieder fallen. Er machte es mir wirklich nicht leicht. Bisher hatte er sich immer schnell wieder besänftigen lassen, aber nicht diesmal.
„Natürlich vertraue ich dir und ich will auch deine Hilfe. Ich habe mich dumm verhalten. Es tut mir leid. Bitte verzeih mir.“ Ich erhielt keine Antwort. „Jetzt komm schon. Wie kann ich es wieder gut machen?“
„Mach so was nicht nochmal“, knurrte er.
„Ich verspreche es dir. Ich habe mir einfach nichts dabei gedacht.“
Sein Blick wurde ein wenig weicher und nun lösten sich auch seine Arme. Ich streckte mich und küsste ihn sanft. Ein paar Sekunden ließ er mich noch schmoren, doch dann spürte ich, wie sich ein Lächeln auf seinen Lippen ausbreitete. Er erwiderte meinen Kuss und zog mich enger an sich. Entschieden lotste ich ihm zum Bett und stieß ihn auf die Matratze.
„Ich finde, wir sollten diese Prüfung für heute vergessen. Schließlich habe ich noch etwas gut zu machen“, grinste ich anzüglich, während ich mich lasziv auf seinem Schoß niederließ.
Nines setzte sich auf und in seinen eisblauen Augen loderte Leidenschaft, bevor wir einander animalisch küssten und uns die Sachen vom Körper rissen.

Am nächsten Tag brachte Nines mich zur Sergeant-Prüfung und wartete auf mich, während ich mich durch all die Aufgaben quälte. Doch es beruhigte mich, ihn in meiner Nähe zu wissen und ich übertraf mich selbst. Bereits während der der Beantwortung der Fragen wusste ich, dass ich einen Lauf hatte. Zufrieden gab ich ab und verließ den Prüfungsraum. Nines erhob sich und sah mich erwartungsvoll an. Ich hob nur einen Daumen in die Höhe und grinste. Der Android erwiderte mein Grinsen und zog mich in seine Arme.
„Ich bin stolz auf dich“, murmelte er und küsste mich leidenschaftlich.
Ich wollte mich noch enger an meinen Freund schmiegen, doch wir wurden gestört.
„Hey Reed, seit wann bist du denn eine Schwuchtel?“, ertönte eine Stimme hinter mir.
Ich löste mich widerwillig von Nines und drehte mich um. Vor mir stand John Blake. Wir waren gemeinsam auf der Academy. Damals hatten wir uns gut verstanden. Wir benahmen uns wie die größten Machos, baggerten jede Frau an, die uns unter die Augen trat. Außerdem teilten wir unseren Hass auf Androiden. Er war der Letzte, den ich im Moment sehen wollte. Vor allem hatte ich keine Lust, mich von ihm dumm angemacht zu werden, weil ich mit einem Androiden zusammen war. Seine Einstellung passte nicht mehr in mein Leben, aber ich kleisterte mir trotzdem ein Lächeln ins Gesicht.
„Hey Blake. Wie läuft’s?“, fragte ich.
„Offensichtlich besser als bei dir. Hat dir CyberLife eine Gehirnwäsche verpasst? Du fickst jetzt einen Androiden? Was ist nur aus dir geworden?“
„Kümmere dich um deinen eigenen Kram, Blake.“
„Ja, besser ist das. Am Ende steckst du mich noch an.“
Lachend ging er davon, während ich innerlich vor Wut kochte. Ich schämte mich nicht dafür, mit einem Androiden zusammen zu sein und noch weniger dafür, dass ich bi war. Mich nervte diese Einstellung. Es konnte doch jeder lieben, wen er wollte. Und ich liebte eben einen männlichen Androiden. Schlimm an dieser Situation war nur, dass ich früher genauso dumm war.
„Beruhig dich, Gavin. Lass uns einfach gehen. Hör nicht auf diesen Schwachkopf.“
Ich sah meinem ehemaligen Kumpel noch einige Sekunden hinterher und war glücklich, dass er zu meiner Vergangenheit und nicht zu meiner Gegenwart gehörte, bevor ich mich wieder zu Nines umdrehte. Besorgt sah er mich an, doch ich schenkte ihm nur ein Lächeln und beendete unseren Kuss diesmal ohne Unterbrechung.



Detroit Police Departement, Detroit
July 13th, 2039
10.00 AM


In meiner dunkelblauen Uniform lehnte ich nervös an der Wand mit den anderen Kollegen. Ich richtete meine Krawatte zum zehnten Mal in fünf Minuten, bevor wir alle in den Konferenzsaal auf die Bühne gerufen wurde. Aufrecht und mit gestrafften Schultern berat ich den Raum und ging die wenigen Schritte auf die Bühne nach oben. Beifall ertönte und ich ließ den Blick über die Menge schweifen. Ich stand neben den anderen Absolventen der Sergeant-Prüfung auf der Bühne, während uns nacheinander gratuliert und das Abzeichen angeheftet wurde.
„Mit der Auszeichnung für herausragende Leistungen beim Abschließen des Ausbildungsprogramms für Sergeants verleihe ich das Abzeichen an Gavin Reed. Herzlichen Glückwunsch“, sagte der Chief des DPD und schüttelte mir die Hand.

Nach der Auszeichnung gesellte ich mich zu meinen Kollegen und alle gratulierten mir aufrichtig. Ich freute mich, doch die Aufmerksamkeit und die Glückwünsche wurden mir schnell zu viel. Am liebsten wollte ich einfach meine Ruhe haben und die Uniform aufziehen. Nines stand etwas abseits. Es war uns nach wie vor lieber, unsere Beziehung nicht an die große Glocke zu hängen. Vor allem nicht vor einer so großen Gruppe von fremden Menschen. Nichtsdestotrotz spürte ich seinen Blick ohne Unterlass auf mir und auch ich konnte den Blick nicht von ihm lassen. Mein Freund hatte seine Uniform zu Hause gelassen und trug stattdessen einen schlichten schwarzen Anzug mit hellblauer Weste und Krawatte und einem weißen Hemd. Das Hellblau ließ seine Augen noch heller leuchten als sonst und er sah wieder einmal zum Anbeißen gut aus. In meinem Kopf spielten sich bereits diverse nicht-jugendfreie Szenen ab, die ich nur zu gern mit ihm in die Realität verwandeln würde und so wie er mich ansah, ging es ihm genauso. Anzüglich grinste ich ihn an und er erwiderte es mit einem Zwinkern. Mir wurde heiß und mein Kopfkino ging mit mir durch, was dafür sorgte, dass ich meinen Kollegen keine Beachtung mehr schenkte. Trotzdem hielt ich es noch eine Stunde im DPD aus, bevor ich mich endlich mit Nines davonstehlen konnte. Kaum war die Wohnungstür hinter uns ins Schloss gefallen, gab es kein Halten mehr. An der Krawatte meiner Uniform zog Nines mich zu sich.
„Soll ich dir zeigen, wie stolz ich auf dich bin, weil du mit Auszeichnung bestanden hast?“, knurrte der Android mir erregt ins Ohr.
Ich schluckte und beobachtete, wie er mir langsam und sinnlich Stück für Stück die Uniform auszog. Jeden Zentimeter freigelegter Haut bedeckte er mit Küssen und leichten Bissen, sodass ich bald nicht mehr wusste, wo oben und unten war. Nines drückte mich energisch gegen die Wohnungstür, worüber ich sehr froh war, denn ich war mir sicher, dass meine Beine mein Gewicht nicht viel länger hätten tragen können. Erregung rauschte durch meinen Körper und ich zog meinen Freund schon beinah grob an meine Lippen.
„Hattest du dieselben Fantasien wie ich im DPD?“, raunte ich ihm zu.
„Warst du etwa unaufmerksam, Sergeant Reed? Ich werde dich wohl bestrafen müssen“, erwiderte Nines verheißungsvoll und zog mich weiter aus.
Diesmal wollte ich ihm den Spaß allerdings nicht allein gönnen. Ich tat dasselbe bei ihm und als ich meine Hand in seine Hose gleiten ließ, hielt er inne und stöhnte dunkel. Während Nines sich in die hölzerne Tür krallte, verwöhnte ich ihn nach allen Regeln der Kunst.
„Ga…vin“, keuchte er. „Du musst damit aufhören … Mein System … überhitzt.“
Mit einem Grinsen legte ich mich noch mehr ins Zeug und dachte gar nicht daran aufzuhören. Doch bereits nach einer Minute kam er und spritzte sein blaues Blut in meinen Mund. Ächzend ließ er sich zu mir auf den Boden sinken und legte seinen Kopf an meine Schulter.
„Was tust du nur mit mir?“, fragte er.
Der Android gönnte sich eine kurze Verschnaufpause, bevor er sich erhob und mich mit sich auf die Füße zog.
„Jetzt bist du dran, aber es wird wesentlich länger dauern. Glaub nicht, dass du das Schlafzimmer heute nochmal verlässt“, schnurrte er und zog mich mit sich.



Gavin Reeds Appartement, Detroit
July 13th, 2039
8.12 PM


„Ich liebe dich, Detective“, flüsterte Nines mir ins Ohr.
„Sergeant“, murmelte ich schläfrig.
„Selbstverständlich. Entschuldige bitte. Ich werde mich erst daran gewöhnen müssen.“
Ich hauchte ihm einen Kuss auf die Lippen und schmiegte mich enger an ihn.
„Ich liebe dich auch.“
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast