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Reed900/ DE - OS-Sammlung

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Elijah Kamski Gavin Reed RK800-51-59 Connor RK900
24.11.2018
31.05.2020
30
71.477
19
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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07.12.2018 1.326
 
Detroit Police Departement, Detroit
April 25th, 2039
11.42 AM

Fowler riss die Tür zu seinem Büro auf und trat in das Großraumbüro.
„Notfall! Reed, RK900, Woodward Mall Center. Irgendwelche beschissenen Diebe ballern durch die Gegend und rauben die Mall aus. Ein SWAT-Team ist schon unterwegs, aber ich brauche da noch ein paar Polizisten. Abfahrt jetzt sofort!“
Wir sprangen sofort auf, ich schnappte mir meine schusssichere Weste und zog sie im Laufen über.
„Ich fahre, du rüstest dich aus“, rief mir Nines zu und ich nickte.
Wir sprangen in meinem Wagen und rasten zur Mall. Ich schnappte mir eine weitere Pistole aus dem Handschuhfach und befestigte das Holster an meinem rechten Oberschenkel. Adrenalin schoss durch meine Adern, doch ich wurde trotzdem vollkommen ruhig. Mein Kopf leerte sich vollständig und ich war vollkommen auf den anstehenden Einsatz konzentriert. Die Fahrt nahm ich kaum war, ich dachte nur über Strategien nach und bereitete mich auf das vor, was kommen würde.

Das Gebiet rund um die Mall war bereits großflächig abgesperrt, sodass wir zügig ankamen. Komplett in schwarz gehüllte SWAT-Mitglieder erwarteten uns bereits. Zügig verließen wir den Wagen und eilten zu der Spezialeinheit.
„Die Angreifer haben sich drinnen verschanzt, als wir ankamen. Es ist unklar, wie viele es sind und wie viele Geiseln es gibt. Wir schätzen fünf feindliche Personen und mindestens dreißig Geiseln, wenn wir die Wärmebildaufnahmen richtig deuten“, fasste der Captain der Einheit die Lage zusammen.
Ich erkannte den Mann nicht, aber es interessierte mich auch nicht. Wichtig war nur, die Geiseln zu retten. Wer mir dabei half, war mir egal.
„Wie ist der Plan?“, fragte ich.
„Wir können nicht einfach reinstürmen. Das ist mal klar.“
„Werden alle Eingänge überwacht?“, erkundigte sich Nines. „Ich könnte mich einschleichen, die Lage beurteilen und Ihnen dann ein Zeichen geben.“
„Das ist eine Möglichkeit. Wir konnten bisher noch nicht analysieren, ob die Eingänge abgeriegelt sind. Wir sind nur kurz vor euch gekommen. Aber warum du?“, hakte der Captain nach.
„Ich bin der fortschrittlichste Prototyp von CyberLife und am besten für diese Aufgabe geeignet. In Bruchteilen von Sekunden kann ich die zielführendste Taktik berechnen und ausführen. Des Weiteren bin ich kein Mensch und deshalb deutlich weniger anfällig für Verletzungen“, erläuterte Nines mit seiner üblichen Arroganz.
Ich konnte mir ein Lachen nur schwer verkneifen. Es war eine Genugtuung mal nicht das Ziel seiner Überheblichkeit zu sein und das Gesicht des Captains war zu lustig. Er sah aus, als wüsste er nicht, ob er lachen oder wütend sein sollte und so war es eine Mischung aus beidem. Trotzdem nickte er schnell, denn es war einfach das cleverste Vorgehen. Haha, Loser, das DPD ist einfach besser als du und dein doofes SWAT-Team. Wir haben es drauf. Leider mussten wir uns trotzdem nach dem Captain richten, weil er den höchsten Dienstgrad hatte.
„Detective Reed sollte mich begleiten. Ich werde trotzdem Rückendeckung brauchen.“
„Sicher. Macht euch auf den Weg. Es wird am besten sein, wenn ihr am entgegengesetzten Eingang euer Glück versucht. Beeilt euch. Wir wissen nicht, wie lange die Geiseln noch Zeit haben“, wies uns der SWAT-Captain an.

Kaum hatte er seinen Satz beendet, joggten wir zur Rückseite des Gebäudes, immer darauf bedacht, dass uns niemand aus dem Inneren sah. Von draußen sah alles ruhig aus, doch wir wussten, dass die Situation jeden Moment eskalieren konnte und dann stand das Leben der Geiseln auf dem Spiel. Soweit durfte es nicht kommen. Nach wenigen Minuten hatten wir die Rückseite der Mall erreicht und näherten uns der Tür vorsichtig.
„Kannst du irgendwas erkennen?“, fragte ich meinen Partner, während ich meine Waffe zog und entsicherte.
„Bisher nicht. Es scheint sich niemand hier hinten zu befinden, an der Tür ist keine Falle angebracht. Es ist sicher“, antwortete er konzentriert.
„In Ordnung, dann lass uns reingehen.“
Nines öffnete die elektronische Tür mühelos, indem er sie hackte, sodass sie lautlos aufsprang und den Weg freigab. Ich wollte schon das Gebäude betreten, doch mein Partner hielt mich zurück.
„Sei vorsichtig, Gavin“, sagte er ernst und sah mir tief in die Augen.
„Du auch“, erwiderte ich, bevor sich unsere Lippen zu einem letzten Kuss trafen.
Geduckt schlichen wir in den abgedunkelten Raum und teilten uns auf. Nines überprüfte den linken Bereich und ich den rechten Teil des Kaufhauses. Gemeinsam arbeiteten wir uns weiter vor und überprüften jeden Laden und jede Nische, in der sich jemand verstecken könnte, doch wir begegneten niemandem. Es war schon beinah verdächtig, wie schlampig die Diebe waren. Stimmen drangen an meine Ohren und ich hielt einen Moment inne, um zu lauschen. Einer der Angreifer schnauzte seinen Kollegen an, schneller die Beute einzusacken, weil das SWAT in Bewegung zu kommen schien. Heimlich schlich ich weiter und nun traf ich auch auf den ersten Kriminellen. Er war durch die Rolltreppe von den anderen abgeschirmt und sackte in einer Seelenruhe Schmuck ein. Ich näherte mich ihm von hinten, sodass er mich nicht sah. Lautlos steckte ich die Pistole zurück in mein Holster und trat weiter an ihn heran. In der nächsten Sekunde hatte ich ihn im Schwitzkasten und presste ihm die Hand auf den Mund, um jeden Laut zu ersticken, während er langsam das Bewusstsein verlor. Kaum war er in meinen Armen zusammengesackt, ließ ich ihn auf den Boden sinken und fesselte seine Hände hinter dem Rücken mit Handschellen. Eilig sah ich mich um, doch niemand hatte mich bemerkt oder kam in meine Richtung. Kurz erlaubte ich mir, mich selbst zu loben, bevor ich hinter der Rolltreppe hervorspähte. Ich entdeckte die Geisel, die im vorderen Teil direkt vor den Ausgängen saßen. Einer der Angreifer richtete ohne Unterlass ein Sturmgewehr auf die Menschen. Womöglich war er der Anführer. Ich sah noch einen weiteren Kriminellen, der die Läden ausraubten, und Nines, der gerade hinter der Rolltreppe hervorhuschte und sich hinter einem der Informations-Rondelle versteckte. Er musste bereits zwei Feinde ausgeschaltet haben. Ich folgte ihm lautlos und wir tauschten einen Blick.
„Das SWAT-Team ist informiert. Wir müssen den einen Dieb außer Gefecht setzen und dann den Anführer so lange ablenken, dass das SWAT von der Straße aus zugreifen kann“, erklärte Nines.
Ich stimmte ihm nickend zu und fragte mich gleichzeitig, wie wir es anstellen sollten, den übrigen Kriminellen ausschalten sollten, denn er war in jedem Falle im direkten Sichtfeld des Anführers.
„Wir müssen den Anführer jetzt ablenken und den anderen von hinten überraschen. Anders geht es nicht“, gab ich zu bedenken und Nines nickte.
„Ich verschaffe dir Zeit. Es muss schnell gehen. Du hast keine Möglichkeit, dich zu verstecken.“
„Ich weiß. Wir schaffen das. Sag denen vom SWAT Bescheid, dass sich der Plan geändert hat.“
Nines nickte und seine LED blinkte kurz, während er die Nachricht verschickte. Einen Augenblick später durchbohrte mich sein besorgter Blick.
„Pass auf dich auf. Das ist kein optimales Vorgehen, es ist riskant und du könntest verletzt werden.“
„Mach dir keine Sorgen. Es wird schon alles glattgehen“, sprach ich ihm Mut zu.
Wir trennten uns und Nines trat einfach aus dem Schutz des Informations-Rondells hervor. Ich blendete seine Worte aus. Sobald die beiden Ganoven ihre Aufmerksamkeit auf ihn richteten, schob ich mich aus dem Schatten in die Richtung. Schnell hatte ich ihn erreicht und hielt ihm die Waffe an den Kopf.
„Boss!“, rief dieser sofort und der Anführer richtete seine Aufmerksamkeit auf ihn und entdeckte mich.

Der Kopf der Verbrecher richtete seine Waffe auf uns, scheinbar bereit auch seinen Mann zu opfern, doch Nines hob ebenfalls eine Pistole.
„Die Waffe runter“, erwiderte er kalt.
Mit einem wütenden Aufschrei schmiss der Anführer die Waffe auf den Boden. Mein Partner ging auf ihn zu und erklärte ihm seine Rechte, während er ihm Handschellen anlegte. In diesem Moment, als Nines die Waffe wegsteckte, riss mir der Dieb die Waffe aus der Hand, wirbelte herum, drückte ab und ergriff die Flucht.

Die Welt stoppte für eine Sekunde. Ich starrte an mir herunter und sah das Blut aus der schusssicheren Weste rinnen. Ich hörte einen weiteren Schuss, splitterndes Glas, Geschrei. Dann klappte ich zusammen und die Welt wurde schwarz.
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