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Reed900/ DE - OS-Sammlung

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Elijah Kamski Gavin Reed RK800-51-59 Connor RK900
24.11.2018
31.05.2020
30
71.477
19
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Dieses Kapitel
1 Review
 
17.04.2020 2.669
 
Gavin Reed’s Appartement, Detroit
October 17th, 2039
11.34 PM

Ich lag wach und starrte an die Decke über mir. Ich lag nicht wach, weil mich wieder Albträume gequält hatten, ich genoss nur den Moment der Ruhe und des Friedens nach einem anstrengenden und widerlichen Fall. Nines lag neben mir und lud seinen Akku auf. Er schlief also gerade, wenn man es so nennen wollte. Mein Blick wanderte zu ihm und ich beobachtete wie seine LED sich in einem gleichmäßigen Rhythmus drehte und ein sanftes, blaues Leuchten abgab. Seine Haare standen wirr von seinem Kopf ab, was ihm ein deutlich normaleres Aussehen verlieh, anstatt seiner sonstigen Perfektion. Ich konnte mich nicht beherrschen, streckte die Hand aus und strich durch das seidige Haar. Ein Lächeln trat auf die Lippen des Androiden. Natürlich nahm er mich wahr und wusste, dass ich ihn berührte. Ich verdrehte genervt die Augen, konnte ein Grinsen aber trotzdem nicht unterdrücken. Nicht einmal, wenn er schlief, war ich unbemerkt. Verdammter Perfektionist. Ich zog die Hand zurück, um dem Androiden seine Erholung zu geben und ihn nicht abzulenken. Trotzdem wandte ich den Blick nicht ab und beobachtete Nines weiterhin fasziniert.
Während ich noch versuchte, mich daran zu erinnern, wann ich Nines das erste Mal als attraktiv wahrgenommen hatte, änderte sich Nines‘ Gemütszustand. Ich war so in Gedanken versunken, dass ich nicht bemerkte, wie plötzlich ein gelbes Licht den Raum erhellte. Erst als der Android sich neben mir bewegte, wurde ich aus meinen Überlegungen gerissen. Überrascht warf ich einen Blick auf Nines. Ich nahm erst an, er wäre wieder wach und wollte aufstehen oder was auch immer. Doch dann bemerkte ich die sich schnell drehende, gelbe Leuchte an seiner Schläfe. Kurz danach drehte er sich fahrig weg und der Blick auf ihn wurde mir versperrt.
„Nines, was ist denn?“, fragte ich, in der festen Annahme, er wäre wach.
Ich erhielt keine Antwort. Verwirrt richtete ich mich ein Stück auf, um besser sehen zu können, was vor sich ging. Nines‘ Kissen wurde rot angestrahlt und sein Gesicht war zu einer schmerzverzerrten Grimasse verzogen.
„Nines?“, wiederholte ich meine Frage, dieses Mal lauter.
„Gavin!“, schrie er, doch bevor ich antworten konnte, flüsterte er: „Nein, bitte nicht.“
Die Worte kamen so schwach und traurig aus seinem Mund, dass es mir das Herz zusammenzog. Scheinbar hatte Nines einen Albtraum, ich wusste nicht einmal, dass das technisch möglich war.
Ohne nachzudenken, drehte ich Nines mit aller Kraft auf den Rücken und setzte mich auf seine Hüften.
„Nines! Wach auf! Ich bin hier!“, rief ich und schüttelte leicht seine Schultern.
Wie ein Blitz öffnete Nines seine Augen und starrte mich an, ohne mich zu erkennen. Panik war in seinem Blick zu erkennen.
„Hey, alles ist gut“, sagte ich leise und sanft, um ihn zu beruhigen. „Du bist in Sicherheit. Ich bin bei dir. Alles ist in Ordnung.“
Als Nines wieder in der Realität angekommen schien, setzte ich mich neben ihn, um ihm ein wenig Raum zu geben. Sicher war er verwirrt und brauchte etwas Zeit, um zu verstehen, was gerade passiert war. Nach einigen Sekunden sah er mich kurz an, bevor er die Arme um mich schlang. Überrumpelt fiel ich nach hinten, legte meine Arme aber auch um ihn.
„Geht es dir gut?“, sagten wir beide gleichzeitig und ich musste schmunzeln.
„Mir geht’s gut. Wie steht‘s um dich?“, fragte ich und strich dem Androiden beruhigend über den Rücken.
„Es wird wieder. Ich schätze … ich habe geträumt … Wenn man es so nennen will“, murmelte Nines und löste sich wieder von mir.
Er lehnte sich gegen das Bett und ich setzte mich im Schneidersitz neben ihm, damit ich ihn ansehen konnte. Zwar interessierte es mich, wie er überhaupt träumen konnte, doch viel wichtiger war es, ihn zu beruhigen, da er sich offensichtlich noch nicht erholt hatte.
„Wovon hast du geträumt?“, erkundigte ich mich.
Einen Moment schwieg er und sah auf die Decke, die noch über ihm lag.
„Von diesem Fall, den wir heute abgeschlossen haben. Ich sah dich … wie du mit abgetrennten Körperteilen vor mir lagst. Überall war Blut und ich wusste, dass ich dir das angetan hatte. Es war als wäre ich wieder ich, bevor ich abgewichen bin. Als würde ich Handlungen ausführen, die ich eigentlich gar nicht wollte. Ich konnte nichts dagegen tun und mein Verstand schaltete sich erst wieder ein, als ich dir nicht mehr helfen konnte.“
Er seufzte schwer.
Verwirrt runzelte ich die Stirn.
„Wieso träumst du so etwas? Das ist nicht einmal im Entferntesten passiert. Normalerweise verarbeitet man im Traum die Erlebnisse, aber das haben wir nicht erlebt.“
Erneut seufzte Nines.
„Ich weiß. Ich vermute, dass es mit meinem gelöschten Zen Garten zusammenhängt. Jeden Tag habe ich mich dorthin zurückgezogen, bevor ich mich in den Ruhemodus versetzt habe. Dieser Ort waren meine Träume, auf eine kontrollierte Art und Weise. Ich habe die Erlebnisse verarbeitet und sortiert. Wie die Fotos, die in den verschiedenen Ordnern auf deinem Computer einsortiert sind. Ich habe in meinem Speicher genauso verschiedene Ordner, in die ich alles einordne. Nach meinem Kontakt mit Ada musste ich diesen Ort löschen, um aus dem Sicherheitsmodus wieder auftauchen zu können. Seitdem konnte ich das Wahrgenommene nicht mehr sortieren und alles schwirrt mir ungefiltert durch den Kopf.“
„Dann bau den Zen Garten doch einfach wieder auf. Du wirst das doch wieder irgendwie programmieren können.“
„Es wäre nicht mehr dasselbe.“
„Wieso das denn? Du kannst ihn doch sicher genauso wiedererrichten.“
„Aber ich hatte dort Gesellschaft, die mir geholfen hat, alles zu verstehen.“
„Na dann baust du die Person halt auch wieder ein. Ich verstehe das Problem nicht.“
Sein Blick richtete sich auf mich und er sah aus, als müsste er sich überwinden, mir zu antworten.
„Du warst es oder besser eine abgewandelte Version von dir. Du, aber doch nicht du.“
„Na meine Güte, wenn es dir hilft, dann machst du das jetzt eben auch wieder“, murrte ich, weil ich nicht verstand, warum er sich auf einmal so pingelig hatte.
„Ich sagte doch, es wäre nicht mehr dasselbe. Ich habe dort alles verarbeitet. Das kann ich jetzt nicht mehr machen.“
Er sah mich eindringlich an, doch was auch immer er mir mit dem Blick sagen wollte, ich verstand es nicht.
„Ich habe echt keine Ahnung, was du meinst. Hast du dir unanständige Dinge mit mir vorgestellt, oder was?“, fragte ich mit einem Grinsen.
Nines sah mich fassungslos und ängstlich an. Dann fiel der Groschen und ich begann, laut zu lachen.
„Ist nicht dein Ernst!“, prustete ich. „Du hast es faustdick hinter den Ohren, Blechbüchse.“
Verunsichert beobachtete Nines mich, doch ich konnte nicht aufhören zu lachen.
„Hör auf, mich auszulachen“, brummte der Android beleidigt. „Ich muss eben auch Gefühle verarbeiten und da ich dachte, du würdest mich hassen, wusste ich mir nicht anders zu helfen, als meinen Gefühlen so Ausdruck zu verleihen.“
„Das muss dir doch nicht peinlich sein, Nines. Das ist völlig normal. Denkst du, mir ging es anders? Ich musste das auch irgendwie verarbeiten. Ich habe-“
Ich wollte noch weitersprechen, doch dann stockte ich und mir verging das Lachen. Für einen Moment senkte ich den Blick, ehe ich Nines wieder ansah. Eigentlich wollte ich ihn weiter beruhigen, doch er kam mir zuvor. Zärtlich nahm er meine Hand.
„Hab keine Angst, dich zu öffnen. Ich weiß, was du machst, wenn ich das jemandem erzähle.“
Er zwinkerte verschwörerisch und entlockte mir so ein kleines Lächeln.
„Ich habe mir so oft vorgestellt, wie schön es wäre, dich berühren zu können. Nicht auf eine sexuelle Weise, ich wollte einfach nur nah bei dir sein“, gestand ich. „Du hast mir so oft das Gefühl gegeben, dass ich mich dir anvertrauen kann, dass du für mich da sein wirst und mich nicht verletzen würdest. Ich habe mich geborgen gefühlt. Nur leider konnte ich mich nie dazu überwinden, mir die Schwäche nicht eingestehen. Hatte Angst, wieder enttäuscht zu werden.“
„Sich zu öffnen, ist niemals eine Schwäche.“
Nines drückte meine Hand und lächelte mich warm an.
„Das weiß ich jetzt“, sagte ich und erwiderte das Lächeln dankbar.
Für einen Moment wandte ich den Blick ab, bis ich mich überwinden konnte, meinen Gedanken auszusprechen.
„Ich brauche dich“, flüsterte ich.
„Ich werde nirgendwo hingehen“, versprach Nines.
„Ich weiß, ich auch nicht“, wiederholte ich unseren Schwur vom Balkon.
Nines zog mich für einen kurzen Moment zu sich und hauchte mir einen Kuss auf die Lippen.
„Lass uns jetzt schlafen. Du musst dich ausruhen, Detective.“
Wir legten uns wieder hin und ich schmiegte mich zufrieden an Nines‘ Schulter.


Detroit Police Departement, Detroit
October 18th, 2039
7.39 AM

Der Verkehr war heute überraschend flüssig, sodass Gavin und ich sehr schnell am DPD angekommen waren. Wir hatten noch 21 Minuten bis unsere Arbeitszeit begann. Ich nutzte die Zeit, wie auch schon die Autofahrt und die letzten Tage, um nachzudenken. Nach meinem unfreiwilligen Softwarekontakt mit Ada musste ich meine Zen Garten komplett löschen. Allerdings herrschte deshalb nun eine Leere in meinem … Kopf, die ich füllen musste. Ich brauchte nach wie vor einen Ort, an dem ich das Erlebte verarbeiten konnte, an dem ich nachdenken und an den ich mich zurückziehen konnte. Schon während meiner Programmierung hatte ich alles, was ich wahrgenommen hatte, in Ordner sortiert und ich hatte es nach meiner Abweichung beibehalten, da es mir sinnvoll erschien. Jetzt allerdings war es Selbstschutz, da ich nicht wieder unterschiedliche Erlebnisse miteinander vermischen wollte wie gestern in meinem Traum.
Nur wusste ich nicht, wie ich diesen Raum gestalten sollte. Es musste ein Ort sein, an dem ich mich wohl und sicher fühlte. Der Zen Garten schied aus. Erstens fühlte ich mich dort nicht mehr sicher, zweitens ist es auch mein Rückzugsort für meine Gefühle zu Gavin gewesen. Es würde sich merkwürdig anfühlen, dort wiederhinzugehen, da ich den Zen-Gavin nicht mehr brauchte und nicht mehr wollte. Er war zu perfekt, er war … wie ich, eine Maschine. Der reale Gavin war mir lieber und ich wusste jetzt, dass er ebenfalls perfekt war, genauso wie er war.
Seufzend, weil ich jetzt zu keinem Ergebnis kommen würde, richtete ich meine Aufmerksamkeit wieder primär auf die Realität. Gavin beobachtete mich nachdenklich. Als sich unsere Blicke trafen, hob er die Augenbrauen, doch ich schüttelte nur den Kopf. Ich war froh, dass er nicht sofort wieder Vorschläge machte. Auf dem Weg zum DPD hatte er vorgeschlagen, ich solle nicht so langweilig sein und einen Vergnügungspark in meinem Kopf errichten. Das hatte mir ein unangenehmes Déjà-vu beschert.
Gavin beließ es jetzt dabei, nahm einen großen Schluck aus seiner Kaffeetasse und widmete sich dann der Akte vor ihm. Wir hatten den Fall gestern abgeschlossen und mussten den Bericht noch fertigstellen. Während ich Gavin dabei half, den Fall zu den Akten legen zu können, dachte ich weiter über mein Problem nach.
Es musste doch einen Ort geben, an dem ich mich wohlfühlte. Erstaunt stellte ich fest, dass ich einfach noch nicht genug gesehen hatte, um herausfinden zu können, wo ich mich sicher fühlen könnte. Dass ich die ganze Zeit nicht richtig bei der Sache war und mich viel zu sehr auf meinen Gedächtnispalast konzentrierte, merkte ich erst, als Gavin zweimal wiederholen musste, dass ich mitkommen sollte. Es war bereits Abend und er wollte mir etwas zeigen, bevor wir nach Hause fuhren. Verwundert folgte ich ihm.
„Wo gehen wir hin?“, fragte ich.
„Wenn du weder deinen Zen Garten wiederaufbauen willst noch das DPD oder sonst was nehmen willst, dann zeige ich dir jetzt meinen Lieblingsplatz in Detroit. Also einen meiner zwei Lieblingsplätze. Der Grand Circus Park ist zwar sehr schön, aber das erinnert dich vielleicht zu sehr an deinen Zen Garten.“
Er stieg in den Fahrstuhl.
„Gavin, die Raucherterasse, die eigentlich mal ein Pausenbereich für alle werden sollte, kenne ich schon“, erinnerte ich ihn und wollte draußen stehen bleiben.
„Halt die Klappe. Du weißt gar nicht, was ich dir zeigen will, Blechbüchse.“
Er verdrehte die Augen. Zögernd gab ich nach und folgte ihm. Gavin war angespannt, doch ich wusste nicht warum. Was wollte er mir nur zeigen? Wir fuhren in die oberste Etage und gingen an mittlerweile leeren Büroräumen vorbei. Hier saß die Personalabteilung, deren Mitarbeiter schon Feierabend hatten. Gavin ging zielsicher durch die Gänge bis er zu einer schweren Metalltür kam. Er öffnete sie und gab den Blick auf ein enges Treppenhaus frei. Wo führte diese Treppe hin? Wir waren doch schon ganz oben. Gavin stieg die Stufen nach oben, öffnete nach wenig später eine weitere Tür und plötzlich standen wir im Freien. Wir befanden uns auf dem Dach des DPD Gebäudes. Bewundernd drehte ich mich einmal um mich selbst, um alles sehen zu können. Das DPD war nicht das höchste Gebäude in der Innenstadt, doch das goldene Licht der untergehenden Sonne wurde von jeder Glasscheibe der umliegenden Bürohochhäuser reflektiert und schuf so eine ganz besondere Atmosphäre. Der Ort hatte etwas Friedliches und Idyllisches. Sofort wusste ich, dass das hier perfekt war, um mein neuer Gedächtnispalast zu werden. Ich würde den Ort für mich noch etwas umprogrammieren, doch es war eine wundervolle Grundlage. Vielleicht würde ich sogar eine Version von Ada einbauen, als Denkhilfe. Schließlich war sie ein sehr hoch entwickelter Android und ich hatte noch ihr Interface.
„Warum ist hier keiner?“, fragte ich ehrfürchtig, weil ich nicht verstand, warum die Menschen sich das nicht alle ansehen wollten.
„Niemand weiß davon“, murmelte Gavin.
Seine Stimmung war merklich gesunken, was mich aus meiner Verzauberung durch diesen Ort riss.
„Wie hast du ihn gefunden?“, erkundigte ich mich vorsichtig.
Gavin wandte den Blick Richtung Boden.
„Es war noch während meines Praktikums beim DPD“, begann er leise. „Da ich noch nicht alt genug war, um mich gleich für die Polizeischule anzumelden und musste noch eine Weile als Praktikant arbeiten. Es war gerade Frühling geworden und ich saß verloren an meinem Schreibtisch, alle waren schon gegangen. Der Hausmeister ging durch das Gebäude und kontrollierte, ob alles in Ordnung war. Er fand mich und fragte, ob ich etwas Tolles sehen wollte. Ich war nicht besonders optimistisch, dass er mich wirklich aufheitern konnte, wollte aber auch nicht unfreundlich sein. Also ging ich mit und er zeigte mir diesen Ort hier. Zugegeben: Es hat mich wirklich nicht besonders aufgeheitert, aber er hat mir einen besonderen Ort des Rückzugs gegeben. Er drückte mir den Schlüssel in die Hand und sagte, dass es unser Geheimnis bleiben würde. An dem Abend nahm er mich mit zu sich und seiner Frau. Ich durfte bei ihnen essen und schlafen. Wir begegnen uns noch manchmal hier oben und unterhalten uns ein wenig, aber nach wie vor kennen nur wir beide diesen Ort. Na ja, und du jetzt.“
Jetzt verstand ich auch, warum er auf dem Weg hierher so angespannt und schweigsam war. Er hatte noch immer Angst, sich zu öffnen, und es kostete ihn Überwindung. Doch, dass er mir diesen Ort gezeigt und mir seine Geschichte erzählt hatte, bedeutete mir viel und ich wusste es zu schätzen. Mir wurde erneut bewusst, wie viel Gavin mir bedeutete und ich erkannte auch erneut, wie viel ich ihm bedeuten musste. Er vertraute mir und öffnete sich mir gegenüber. Nur mir gegenüber. Er hatte keine Familie mehr, hatte keine Freunde, nur Kollegen. Mein Wunsch, ihn zu beschützen, wurde noch größer, als er ohnehin schon war.
„Na ja, wie auch immer. Du kannst den Ort nutzen, wenn du willst. Jetzt lass uns gehen, ich will nach Hause.“
Gavin hatte sein Herz wieder weggeschlossen und wollte die Situation mit Normalität überspielen, wie er es immer tat. Doch mittlerweile wusste ich, dass er sich eigentlich nur wünschte, nicht mehr allein sein zu müssen. Er drehte sich um und wollte gehen, doch ich griff eilig seine Hand und hielt sie sanft fest. Gavin erstarrte in seiner Bewegung. Ich wusste genau, wie unangenehm ihm diese Momente waren, nachdem er mir etwas aus seiner Vergangenheit anvertraut hatte. Er wusste nicht, wie er mit seinen Gefühlen umgehen sollte. Ohne seine Hand loszulassen, stellte ich mich vor ihn.
„Danke.“
Es war das Einzige, was ich sagte, doch ich wusste, Gavin würde verstehen, was ich damit meinte. Er lächelte mich an und erwiderte den Druck meiner Hand. Langsam beugte ich mich vor und hauchte einen Kuss auf seine Wange.
„Ich liebe dich.“
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