Lilien

GeschichteHumor, Übernatürlich / P16
Davina Claire Elijah Mikaelson Freya Mikaelson Kol Mikaelson Niklaus Mikaelson OC (Own Character)
24.11.2018
10.02.2019
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Angespannt sitze ich in dieser Bar, irgendwo in New Orleans. Fast eine Woche war ich schon hier und sah mir die Stadt an, doch schon bald würde ich weiter ziehen. Seit ungefähr zwei Jahren reiste ich umher, entdeckte neue Orte, neue Kulturen. Doch auch wenn ich mich in New Orleans so heimisch fühlte, wollte ich so schnell wie möglich weg von hier. Diese Stadt hat mir noch nie gutes gebracht. Seufzend bestellte ich mir noch einen Drink. Den fünften heute. Ich weiß garnicht weshalb ich trank, vielleicht aus Verzweiflung oder einfach aus Langeweile. Aber es dauerte nicht lange da rann mir der Alkohol den Rachen hinunter und hinterließ ein leichtes brennen.
"Schlechten Tag gehabt?", fragte jemand aus dem Nichts. Irritiert sah ich auf und blickte in dunkle, Braune Augen die mich amüsiert musterten. Sie gehörtem einem Mann mit dunklem Teint und schwarzen, kahl rasierten Haaren. Irgendwoher kannte ich ihn, nur fiel mir nicht ein woher.

"Kann man so sagen.", murmelte ich um auf die Frage des Mannes zu antworten. "Und bei ihnen?", wollte ich wissen und deutete auf den Drink in seiner Hand. "So ähnlich.". Ich nickte verstehend, wandte mich von ihm ab, legte etwas Geld auf die Theke und wollte gerade verschwinden als er mich am Arm zurück hielt. Na super, dachte ich. Ich wollte doch bloß weg. Seine Anwesenheit machte mich nervös, ich versuchte Vampire weitestgehend zu meiden, besonders solche die mir bekannt vorkamen. Die verheißen nichts gutes. "Warten Sie, sie haben mir ihren Namen noch garnicht verraten.", sagte er und löste den Griff. "Sie haben nicht gefragt.", gab ich frech zurück und verließ die Bar.

Schnellen Schrittes lief durch die Straßen New Orleans um zu meinem Hotel zu gelangen. Ich musste dringend aus dieser Stadt raus, ansonsten wird sie noch mein Untergang sein. Ich beschloss mich gleich am nächsten Tag darum zu kümmern mir einen Flug zu buchen. Am besten nach Europa oder Asien, Hauptsache weg hier. Fast schon panisch verschnellerte ich meine Schritte noch etwas. Beinahe rennend kam ich am Hotel an, sprintete die Treppen hoch und verschwand in mein Zimmer. Erleichtert atmete ich aus, als die Tür hinter mir ins schloss fiel.

Nachdem ich mich einige Zeit später beruhigt hatte, entschied ich mich dazu unter die Dusche zu gehen. Erst als das lauwarme Wasser in tropfen auf meine Haut prasselte, konnte ich wieder klare Gedanken fassen. Auf einmal schien die Panik wie weggewischt und die Angst wie abgelegt, doch sie schlummerte weiterhin in mir. Sie begleitete mich schon so lange. Die Paranoia, die Furcht. Doch jetzt konnte ich vernünftig nachdenken. Wer war dieser Mann? Verzweifelt versuchte ich mich an ihn zu erinnern. Vergeblich. Seufzend stieg ich aus der Dusche und trocknete mich ab. Ich zog mir meine Schlafsachen an und band meine mittlerweile abgetrockneten Harre in einem unordentlichen Dutt zusammen.
Ich tapste aus dem Bad geradewegs auf mein Bett zu. Als ich mich hinein fallen ließ und zwischen den weichen Kissen begraben wurde, überkam mich urplötzlich eine enorme Müdigkeit und kurz darauf schlief ich ein.

Aufmerksam sah ich mich im Anwesen um, versuchte jedes kleinste Detail wahrzunehmen und jeden Gast zu erfassen. Immer wieder sah ich wie finstere Blicke auf diejenigen geworfen wurden, welchen man vor nur wenigen Augenblicken mit einem gekünstelten Lächeln auf den Lippen Honig um den Bart geschmiert hat. Ich fühlte mich mehr als unwohl auf diesem Ball, denn es war ein Ball voller Falschheit und lügen. Auf den ersten Blick mag es zwar aussehen wie eine gewöhnliche Feier, doch bei genauerem hinsehen konnte man die Spannung erkennen, welche zwischen den Gästen herrschte. Zwischen den Hexen und den Vampiren. Man konnte den Hass zwischen beiden Spezies förmlich riechen, aber wer mag es ihnen verübeln bei dem was in den letzten Monaten geschah. Zu viele Leute ums Leben, Hexen sowie Vampire. Da ist es nur verständlich, dass man einander nicht mehr traute. 'Es herrscht Krieg, da gibt es nunmal Opfer', so rechtfertigen es die meisten. So rechtfertigen Mörder ihre abscheulichen taten um es mit ihrem Gewissen vereinbaren zu können. Immerwieder starben unschuldige, teilweise sogar Kinder. Und nun waren sie alle hier. Unmengen an Mördern versammelt in einem Anwesen, unter ihnen nur vereinzelt diejenigen die sich raushielten. Die zu keiner der zwei Fronten standen. Nun könnte man sich fragen wer auf die brillante Idee kommt all diese Leute zu versammeln. Die Antwort ist einfach: Es waren die Mikaelsons. Die Familie, auf deren Mist dieser ganze Krieg überhaupt gewachsen ist. Doch sie sind keineswegs interessiert ihren Fehler wiedergutzumachen und die beiden Spezies mit dieser Feier wieder zu versöhnen und diese Fede zu beenden. Um genau zu sein, wusste niemand was ihre Intentionen waren als sie diesen Ball planten, doch eins wusste jeder. Sie waren keineswegs gut. "Wer ist der Mann, der bei den Mikaelsons dort steht?", fragte mich Charlotte, eine gute Freundin von mir und deutete auf einen Mann, welcher sich ausgelassen mit Niklaus Mikaelson zu unterhalten schien. Doch ich zuckte nur die Schultern. "Ich habe keine Ahnung." Es war nicht das erste mal, dass ich einen fremden hier sah. "Das ist Marcel Gerard.", meldete sich nun meine Schwester Sophie zu Wort. "Er ist Klaus' Ziehsohn und soll wohl ganz nach ihm kommen.", erklärte sie bitter.

Verschlafen öffnete ich die Augen, zuerst war ich verwirrt, doch dann realisierte ich die Information meines Traumes. Marcel Gerard also, noch ein grund hier zu verschwinden, denn wenn er wirklich auch nur ansatzweise wie Klaus war, wie meine Schwester sagte, könnte es für mich ganz bald ungemütlich werden. Ich musste bloß noch eine Sache holen bevor ich weiterzog, dachte ich mir und rang mich aus dem Bett.

In Gedanken versunken lief ich über den lafayette Friedhof. Ich überlegte mir an welchen Ort ich mich am besten begab. Vielleicht nach Paris, dachte ich. Oder in die Schweiz. Frustriert über meine eigene Unschlüssigkeit seufzte ich, während ich eine der Gruften betrat. Doch anstatt eine verlassene und verkommene Grabstätte vorzufinden, wie erwartet, sah ich ein Mädchen welches auf dem Boden hockte und irgendeinen Zauber sprach. Erschrocken drehte sie sich zu mir um. "Wer bist du?", fragte sie versucht selbstbewusst. "Ich heiße Viola. Aber ich könnte dich dasselbe fragen." "Davina", sie lächelte schief. "Was möchtest du hier?"
"Alte Verwandte besuchen. Das ist die Gruft meiner Familie. Meine Schwester liegt hier.", erklärte ich während ich mich ein wenig umsah. "Das kann nicht sein. Diese Linie ist seit fast hundert Jahren ausgestorben.", gab sie fast schon trotzig von sich. "Ich sagte ja: alt." Ich schmunzelte als ich mir die Gravuren an der Steinwand ansah.
Éva Gauthier, stand dort. Meine Cousine. Wunderschönes Mädchen, schreckliche Singstimme. "Wenn deine Schwester hier liegt müsstest du dann nicht schon ziemlich alt sein? Die letzte Leiche wurde hier 1946 beigesetzt. Das ist der Grund warum ich hier Zaubere, hier kommt nie jemand hin.", fragte Davina weiter. "Kennst du Vampire?", fragte ich, woraufhin sie nickte "Die altern auch nicht." "Also bist du ein Vampir?", wollte sie wissen und zog dabei ihre Augenbrauen zusammen. "Nein.", sagte ich schlicht und wandte mich wieder den Gravuren zu. Gabriel Gauthier, mein Vater. Er ist früh gestorben. Ich hab ihn kaum gekannt. Darunter Louis, mein Bruder. Ein langweiler.
Meine Mutter Nadine Gauthier, ihr Name stand neben dem meines Vaters. Sie war eine Furie, ein richtiges Biest.
Sophie Gauthier, da haben wir's ja. Jetzt muss ich nurnoch ihre Leiche ausgraben.
Grade als ich beginnen wollte die Wand aufzusprengen, fiel mir das Mädchen wieder ein, welches mittlerweile nicht mehr auf dem Boden hockte, sondern aufgestanden war. "Hör zu Davina. Es gibt bestimmt eine andere Grabstätte voller toter Menschen. Wie wärs wenn du deinen Zauber einpackst und woanders weiter machst. Du kannst auch hierbleiben, wenn du die verrottete Leiche meiner Schwester sehen möchtest.", bat ich sie freundlich wie ich war. "Ich gehe nirgendwo hin.", weigerte sie sich dennoch, verschränkte die Arme vor der Brust und sah mich mit hochgezogen Augenbrauen an, so als wenn sie nur drauf warten würde, dass ich begann. "Na schön.", gab ich patzig zurück. Phesmatos conteram per murum. Quid est gratis dare occultatum., murmelte ich leise, woraufhin sich Risse in der Wand bildeten, Brocken der Steinmauer fielen zu Boden und dort wo bis vor kurzem noch eine Steintafel mit dem Namen meiner Schwester war, befand sich jetzt nichts weiter als eine Öffnung in der Wand, die freien Zugang auf den Sarg meiner Schwester bot. "Davina, kannst du mir kurz helfen bitte?", fragte ich sie. Gemeinsam beförderten wir den Sarg so, dass er nun auf dem Boden der Gruft stand. Mit einem Ruck öffnete ich ihn und erblickte die Leiche meiner großen Schwester. Sie hat sich etwas verändert in all der Zeit. Unsere Großmutter sagte zwar stets Sophie hätte etwas zu wenig Fleisch auf den Knochen und müsste mehr essen, doch ich war mir nie bewusst wie recht sie hatte. Angewidert wandte Davina den Blick ab. Mein Blick jedoch lag auf dem Buch welches sich in den Händen meiner toten Schwester lag. Vorsichtig entnahm ich, stets darauf bedacht Sophie so zu lassen wie sie da lag. "Ich hab dich gemocht Sophie.", murmelte ich, nachdem ich das Buch hatte. "Wirklich gemocht. "
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