Die tausend Scherben meiner Seele

GeschichteDrama, Romanze / P16
23.11.2018
15.12.2018
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Tut mir leid, dieses Kapitel kommt etwas verspätet. Ich bin seit einiger Zeit krank und kam daher nicht  dazu, etwas zu schreiben.
Aber dieses Wochenende bekommt ihr auf alle Fälle noch eine Fortsetzung.
Die ist dann aus Magnus Perspektive.

Bis dahin viel Spaß beim Lesen, hoffe es gefällt euch.

Allerliebsten Dank auch für die Reviews
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Alec POV
Magnus linst in Kunst ein paar Mal zu mir herüber, um zu sehen was ich zeichne, schätze ich. Leider muss ich ihn da enttäuschen. Mehr als ziellos gezeichnete Linien wird er nicht finden. Trotzdem nehme ich meinen Arm, welcher seine Sicht behindert, nicht weg.
Schließlich gibt er nach kurzer Zeit auch schmollend auf, was mich leicht schmunzeln lässt.

“Was hast du denn so in der Ferien gemacht?” wendet er sich nun an mich. Als Antwort zucke ich nur mit den Schultern. Das scheint ihn nicht zufrieden zustellen, denn er sieht mich weiterhin fragend an. Aber eine andere Antwort wird er von mir nicht bekommen. Stöhnend blickt er auf sein Blatt zurück. Leichte Enttäuschung zeichnet sich in seinem Gesicht ab.

Allerdings tut er mir jetzt leid. Nervös kaue ich auf meiner Lippe, bis ich mich dazu aufraffe diese Worte herauszubringen: “Und was hast du so gemacht?”

Bei meinen Worten erhellt sich sein Gesicht und er blickt wieder lächelnd zu mir auf. Dieses Lächeln fängt an etwas in mir zu schmelzen. Irgendwas an ihm, was auch immer das ist, sorgt dafür, dass ich mich wohl fühle...dass ich ihm vertraue.

“Also…” Ich lausche aufmerksam seinen Worten während er mir von einer Party mit seinen Freunden erzählt. Hin und wieder deutet er dabei auf sein Bild, um mir das gezeichnete zu erklären. Er konnte relativ gut zeichnen, auch wenn einige Formen etwas fragwürdig erscheinen. Sehr viel Mühe gibt er sich mit den Menschen, vor allem deren Kleidung. Diese sieht sehr detailliert und besonders aus. Aber bei seinem Stil ist klar, dass er sich sehr über Fashion interessiert. Er ist angezogen wie ein Model aus eines von Izzys vielen Magazinen.

Seine Erzählung wird von dem Läuten der Klingel unterbrochen. Schnell nehme ich mein Blatt, um es in einen Hefter in meinen Rucksack zu stecken. Danach stehe ich auf und hänge mir mein Rucksack über die Schulter.

“Warte!” Magnus packt mich am Arm, worauf ich einen fragenden Blick aufsetze. “Ich habe jetzt russchisch und du?” fragte er, jedoch ohne mich loszulassen.

“Ähm...also...Latein” stottere ich hervor, wohl wissend, dass mich das zu einem Streber machen könnte.

“Latein?!” Magnus Gesicht sieht aus als hätte er einen Geist gesehen. “Wer zur Hölle macht freiwillig Latein?!” seine Stimme erhebt sich, “bist du total lebensmüde?!”

Peinlich berührt schaue ich nach unten. Ich kann spüren wie Röte in mein Gesicht steigt. “Ich mag es.” Murmel ich schüchtern.

“Eine Schande, dass du so schlau bist.” seufzt Magnus und nimmt nun endlich seine Hand von meinem Arm, was mich erleichtert ausatmen lässt, “dann sehen wir uns erst in der Mittagspause.”

Als ich wieder in sein Gesicht schaue, sehe ich keine Verurteilung in seinen Augen. An meiner anderen Schule würde ich dauernd als “Streber”, “Schleimer” und anderes beleidigt, wenn ich mich für etwas in der Schule interessiert habe. Magnus hingegen hat es geschafft, mich dabei gut fühlen zu lassen. Er hatte mich SCHLAU genannt. Mir ist sehr wohl bewusst wie komisch es ist, sich so über ein kleines Kompliment zu freuen. Für mich ist es aber was besonderes.

Bevor Magnus sich von mir entfernt, um seinen nächsten Unterrichtsraum zu finden, verabschiedet er sich noch mit einem: “Bis dann, Liebling.” und schließt sich einer kleinen Gruppe von Leuten, die auf ihn wartet an.

Mit diesen drei kleinen Worten schafft er es mein Herz zu erwärmen.
Deshalb kann ich mich, mit einem guten Gefühl und Freude auf den heutigen Tag, auf den Weg zum Lateinunterricht aufmachen.
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