Sorry du Model

von Anname
GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
Draco Malfoy Harry Potter
23.11.2018
26.03.2020
39
200690
70
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Dieses Kapitel
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Habe ich infinite mehr Zeit und Motivation, weil meine Klausur verschoben wurde?          Vielleicht
Habe ich schon jemals so schnell ein neues Kapitel geschrieben?         Ich weiß es nicht
Hättet ihr dieses Kapitel hier schon eher haben können?             Ja, gestern
Aber hättet ihr dann dieses Schneeflittchen-Bild?     Wahrscheinlich nicht

Ich hoffe ihr habt so viel Spaß mit allem, wie ich mit euren Reviews und Herzen und Sternchen, die mich durch popular Demand zu den dümmsten Sachen zwingen.
Also jetzt zum Kapitel!
Von Draco haben wir schon genug gehört, Harry hatte Gastauftritte, Blaise hatte ein ganzen Kapitel und Hermine und Ron haben sich eins geteilt, also, wer fehlt noch?

Ich hoffe ihr habt viel Spaß beim Lesen und bleibt gesund!
Eure Anname
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Als Pansy vor knapp zwei Wochen einen Blumenstrauß bekommen hatte, war sie zunächst sehr verwirrt gewesen.
Im ersten Moment hatte sie sich gefragt, wer derart kurz nach einem offenen Krieg einfach so anfing ihr den Hof machen zu wollen, doch dann las sie den Strauß und war noch verwirrter.
Ich bedauere zutiefst den Todesfall der weiteren Vergangenheit.

In ihrer näheren Familie war niemand gestorben. Wer würde ihr derart tiefe, fast schon ungebührlich nahe Beileidsbekundungen schicken?

Als sie sich am nächsten Tag also um Rat suchend an Blaise wenden wollte, präsentierte der ihr den exakt gleichen Blumenstrauß und komplettierte Pansys Verwirrung damit absolut.
Drei Stunden saßen sie zusammen und rätselten wer bei ihnen beiden, gleichzeitig, für einen Todesfall sein Beileid bekunden würde.

Als zwei Tage später der nächste Blumenstrauß bei Pansy einging, flohte sie direkt zu Blaise um mit ihm darüber zu grübeln, alleine versuchte sie es gar nicht erst.
Ich entschuldige mich für dein Leid.

Jemand entschuldigte sich bei ihr und Blaise für einen Todesfall.
Wer würde sich aktuell für einen Todesfall entschuldigen? Alle Todesser waren gerade dabei mehr oder weniger hinter Gittern zu landen und wer es nicht war, würde jetzt nicht spontan eine Straftat gestehen. Über den Floristen hätten Auroren den Strauß doch sicher zurück verfolgen können. Wer bei Merlin und Morgana kam also auf so eine Idee?!
Eine sehr leichte Ahnung schlich sich in Panys Kopf, aber sie war so abwegig, dass sie Blaise noch nichts davon erzählte.

Das änderte sich drei Tage später, als sie beide den nächsten Strauß erhielten.
Ich bitte ergebenst um Verzeihung.
Ja, ergebenst, im Superlativ, mit allen sieben Butterblumen zum verstärken.
Jemand bettelte Blaise und sie an, ihm zu verzeihen. Für einen Todesfall. Der in der weiteren Vergangenheit lag. Nicht in der nähesten Vergangenheit, was die letzten Wochen beschreiben würde. Nicht in der Näheren, zu der man den Krieg zählen würde. Nein. Weitere Vergangenheit.

Jemand wollte, dass Blaise und Pansy ihm Dracos Tod verziehen.

Potter.
Blaise sprach Pansys Vermutung, die sie schon vage beim letzten Strauß hatte, aus, ehe sie es konnte, und er klang dabei sehr verblüfft.
Potter hatte damals seine Chance gehabt sich so zu entschuldigen, wie sie es wollten, und hatte sie lieber bedroht. Aber jetzt wollte er wirklich ehrlich um Verzeihung bitten?
Denn das schien er definitiv zu wollen. Blumen zusammenstecken konnte jeder und es dabei noch extra unterwürfig klingen lassen, war nur ein kleiner Schritt mehr. Aber wenn Pansy hier jeder sagte, dann meinte sie jeden, der zumindest in Slytherin gewesen war. Jeden, der seinen Stammbaum noch bis zum 17. Jahrhundert fehlerfrei zu Familienfeiern hatte aufsagen können müssen. Nicht Potter.

Potter musste sich Gedanken gemacht haben, wie er sich gebührend bei Blaise und ihr entschuldigen könnte, und er musste sich wirklich kompetente Hilfe geholt haben.
Sie hatten drei Sträuße bekommen, alle im Abstand von drei Tagen, der erste mit dem Thema, der zweite mit der Aussage, und der dritte mit der Anfrage.
Diese Regeln waren ungeschrieben. Auch eine Granger würde das nicht einfach so aus Büchern kramen können um Potter damit zu helfen.

Weil Potter es also definitiv erst zu meinen schien, stellte sich folgende Frage: Wollten Blaise und Pansy ihm verzeihen?
Einen ganzen Abend lang hatten sie deswegen hin und her überlegt, bis sie sich darauf geeinigt hatten, dass sie die Entschuldigung dafür von Potter persönlich hören wollten und sich dann entscheiden könnten.
Immerhin hatte er sich nach allen Regeln der Kunst um sie bemüht, also mussten sie ihm allein schon anstandshalber eine Chance geben sich zu erklären.

Den Punkt mit ‘alle Regeln der Kunst’ widerlegte Potter dann aber selbst mit seiner vierten Sendung.
Pansy vermutete, dass er es doch nicht ernst gemeint hatte und sich nur einen Spaß mit ihnen hatte erlauben wollen.
Blaise hatte die These aufgestellt, dass Potter seinem Berater bis jetzt freie Hand gelassen hatte, aber selbst keine Ahnung von Nichts hatte, den Blumensträußen nicht als Mittel zum Zweck traute und deswegen noch so grobschlächtig wie nur ein Gryffindor sein konnte noch diesen kleinen Wink mit dem Zaunpfahl hinterhergeschickt hatte. Damit auch ein Säugling erkennen könnte wer ihnen die Blumensträuße geschickt hatte und für wessen Tod er sich entschuldigen wollte.

Einig waren sie sich darüber, dass es einfach nur geschmacklos war.
Bei der vierten Sendung handelte es sich um ein Muggelprodukt, oder eher: die Verpackung eines Muggelprodukts. Den Trank hatte er nicht mit geschickt, vielleicht um ihnen keine falschen Signale zu senden, aber die Packung selbst war schon unverschämt genug.
Es war eine rechteckige Box, nicht viel größer als eine Packung Bertie Botts Bohnen. Die Frau auf der Vorderseite stellte mit ihren langen Haaren sehr eindrucksvoll den Namen des Produkts dar: PLATINBLOND. Ansonsten war auf dem Hochglanzpapier nur noch ein Piktogramm mit dem Markennamen. Schwarzkopf.

Pansy hatte das starke Bedürfnis verspürt ihren Kopf gegen eine Wand zu schlagen, als sie das gesehen hatte.
Blaise teilte ihr allerdings am nächsten Tag mit, dass der Schwarzkopf anscheinend sehr wohl beabsichtige sich persönlich bei ihnen zu entschuldigen, denn er hatte herausgefunden, dass ihrer beider Namen irgendwie auf der Gästeliste der Friedensgala, die unter Potters Namen stattfand, gelandet waren.
Und jemanden zu einem gehobenen gesellschaftlichen Event einzuladen wirkte doch wieder wie eine vernünftige, anständige Art sich zu entschuldigen.
Vielleicht hatte Potter ja wirklich nur Angst gehabt, dass sie nicht bemerken würden, auf wessen Gästelisten ihre Namen standen, und hatte sich nicht anders zu helfen gewusst um sicherzugehen, dass sie kommen würden, weil sein Berater ihm eingebläut hatte, dass eine so verfängliche Entschuldigung nicht schriftlich abgehandelt wurde und deshalb kein erläuternder Brief zu verschicken war.
Vielleicht mussten sie ihm so viel Gryffindor-Unsinn einräumen, wenn sie eine Entschuldigung hören wollten.




Und so kam es, dass Pansy jetzt bei Blaise untergehakt im sehr pompösen Ballsaal des Ministeriums stand und den Blick durch die Anwesenden schweifen ließ.
Die Gäste waren … nett gesagt: hätte Blaises Mutter es geschafft hier herein zu kommen, würde sie bald wieder einen anderen Nachnamen tragen.
Dementsprechend war es keine Überraschung, dass Leute wie Granger, Weasley und andere Gryffindors, die wohl durch den Goldjungen hier waren, trotz all ihrer Bemühungen dem Anlass gerecht zu werden, aus der Masse an elegant und teuer gekleideten Zauberern herausstachen.

»Auf neun Uhr, neben dem Wasserspeier«, flüsterte Balise ihr zu und lief schon in die Richtung, als Pansy noch zu finden versuchte was er beschrieben hatte. Und tatsächlich, dahinten stand Potter, fast schon versteckt hinter einigen Zierpflanzen, und schien sich mit Professor McGonagall zu unterhalten. Sie standen etwas zu nah aneinander und steckten die Köpfe etwas zu sehr zusammen, als dass sie eine Unterhaltung führen könnten, die an die Öffentlichkeit dringen sollte. Und tatsächlich legte die Professorin Potter eine mahnende Hand auf die Schulter und beide schienen aufzuhören zu reden, als Blaise und Pansy sich den beiden näherten.
»Guten Abend Professor McGonagall. Potter«, nickte Blaise beiden höflich zu, da es unangemessen wäre den beiden wenn sie so nah standen noch näher zu kommen. »Vielen Dank für die Einladung, es ist eine sehr gelungene Gala.«
Potter drehte sich hektisch zu ihnen beiden um und sah etwas überrascht aus. Hatte er erwartet, sie würden seine Entschuldigung schon im Vorhinein abweisen?
»Oh. Äh, ja, Hi«, sagte Potter, hob dabei leicht die Hand und winkte. »Schön, dass ihr auch da seid.« Und dann drehte er sich wieder um und schien weiter auf McGonagall einwispern zu wollen.

Pansy spürte, dass Blaise genauso vor den Kopf gestoßen war, wie sie selbst, denn auch er blieb einen Moment lang einfach ganz starr stehen.
War das gerade wirklich passiert? Hatten sie sich dazu herabgelassen Potter eine Chance zu geben sich zu entschuldigen, nur um jetzt so von ihm stehen gelassen zu werden? Hatte er ihnen nur zeigen wollen, in was für einer Gesellschaft er sich jetzt herumtreiben konnte und das er es deswegen nicht nötig hatte um Vergebung von Leuten wie ihnen zu betteln?
Pansy spürte, wie sie wütend wurde.

»Würdest du mir den Gefallen tun mich zu diesem Lied zu begleiten, Potter?«, fragte sie mit ätzend süßer Stimme und legte ein passendes verkniffenes Lächeln dazu auf.
Angesprochener drehte sich um, als wäre er überrascht, dass sie beiden immer noch hier waren.
»Äh, sorry, eher nicht«, erklärte er und besaß tatsächlich die Dreistigkeit sich einfach wieder wegdrehen zu wollen.
»Du willst mir wirklich einen einzigen kleinen Tanz verweigern?«, fragte sie gereizt, behielt ihre Mine aber auf.
»Ich, äh … tanze einfach nur nicht so gerne«, stammelte Potter, aber Pansy hatte schon beleidigt ihre Haare mit einem Schwung ihrer Hand nach hinten geschlagen und die Hände in die Seite gestemmt.
»Es ist ganz schön heuchlerisch von dir eine Friedensgala abzuhalten um zu demonstrieren, wie aufgeschlossen und großherzig du bist, mir dabei aber trotzdem einen Tanz zu verwehren, nur weil du dich als Gryffindor für etwas Besseres als eine Slytherin hältst. Ich dachte die Gala ist da, um genau solche Vorurteile hinter uns zu lassen!«, empörte sie sich gerade laut genug, dass einige Leute in der Nähe es gehört haben mussten und neugierig zu ihnen rüber sahen.
Verwirrt sah Potter sie an und wollte wahrscheinlich zu einer Erwiderung ansetzten, ehe er sich der vielen Blicke bewusst wurde und ergeben den Kopf hängen ließ und zwei Schritte auf sie zu ging, die Hand zum Tanz auffordernd ausgestreckt. Pansy lächelte gewinnend und ergriff sie.
»Das hast du mit Absicht so laut gesagt«, stellte er finster fest, aber Pansy lächelte nur unschuldig.
Sie wollte sich an Blaise wenden um sich zu verabschieden, aber der wurde gerade von jemandem angesprochen der deutlich unter seiner Liga war und schien das Angebot so charmant wie möglich ausschlagen zu wollen.
Pansy ließ sich von ihrem unmotiviert schlurfenden Partner zur Tanzfläche begleiten und hörte noch ein verschmitztes »Es ist wirklich heuchlerisch, auf dieser Gala als ein Reinblüter wie du es bist nur nicht mit mir tanzen zu wollen, weil ich ein Muggelkleid trage« gefolgt von einem genervten Seufzen von Blaise.

»Warum zwingst du mich hierzu?«, maulte Potter als sie in Position gingen und warteten bis das nächste Lied begann. »Wenn es wegen der Einlad –« Pansy zischte ihren Gegenüber scharf an um ihn zum Schweigen zu bringen. Der guckte verwirrt.
»Ich dachte du willst unbedingt reden, über –« diesmal kniff sie ihm in die Hand damit er aufhörte zu reden.
»Erst wenn die Musik beginnt!«, presste sie mit fest aufeinander gebissenen Zähnen hervor, damit niemand ihr ansah, dass sie diskutierten.
Was für ein Vollidiot fing denn ein Gespräch über von einem selbst verschuldete Todesfälle an bevor die schützende Geräuschkulisse begann und solange alle noch still standen sodass jeder ungestört ihre Lippen lesen konnte?!

Das kurze Klappern eines Taktstocks sorgte für einen Moment der Ruhe, dann begann die kleine Streich-Kapelle zu spielen und alle Paare auf dem Tanzparkett fingen unisono an zu tanzen. Alle bis auf sie und Potter, der einfach noch weiter da stand wie ein ungefüttertes Dackellamm, statt zu führen. Pansy versuchte die Schritte aufzuholen und wollte Potter einräumen, vielleicht einfach nur den Einsatz verpasst zu haben, aber nein. Er stolperte ihren Schritten einfach nach und schien nicht einmal daran zu denken sie wie ein normaler Mensch zu führen.
War das sein Ernst? Das konnte es nicht, oder? Nicht wirklich, oder?
Sie unternahm einen weiteren Versuch Potter endlich die Führung übernehmen zu lassen, die er als Mann ja wohl zu können hatte, aber der trat ihr einfach auf die Füße als würde er es gar nicht mitbekommen.
Als Pansy ihn durch die erste Drehung im Tanz zerrte und er dabei den Kopf irgendwie seltsam verdrehte ging ihr auf, dass er abgelenkt gewesen war. Jetzt sah sie die Beiden, auf die Potter wohl die ganze Zeit geachtet hatte: ein unfassbar verspannter Blaise mit einer sehr billig aussehenden Begleitung. In der Tat ein sehr ablenkendes Bild.
Blaise schien zwar was das Tanzgeschick anging die bessere Begleitung erwischt zu haben, aber so blass, wie er war, hatte die Schwarzhaarige mit dem geradezu vulgären Ausschnitt ihm gerade eröffnet, dass sie vorhatte ihn mit der viel zu klobigen Kette zu erwürgen, die sie  trug. Also wirklich, dieser Ausschnitt! Ein Zoll mehr und man könnte ihren Bauchnabel sehen, aber selbst das konnte nicht davon ablenken, dass das das arme Ding in diesem Ausschnitt noch weniger zu bieten hatte als selbst Pansy. Das konnte sie auch nicht mit diesem Ungeheuer von Kette kaschieren, das genauso wenig zu ihrem Kleid passte, wie es echt war.

Es war Zeit für die nächste Drehung und wieder trampelte Potter ihr auf die Füße, aber sie tat so, als würde sie es gar nicht merken.
»Also, Potter«, fing sie an und versuchte ihn ernst anzusehen, aber er schien immer wieder von dem Ding im billigen mintgrünen Kleid abgelenkt zu werden. Also wirklich, Männer! Mehr als einen kurzen Rock brauchte es bei manchen wohl einfach nicht.
»Ich weiß nicht, wer dir mit den Sträußen geholfen hat und was er dir alles gesagt hat, aber das geheim halten und nicht drüber reden gilt nur für alles was Beweise hinterlässt. Ob du es glaubst oder nicht, die Leute bei denen man sich entschuldigen will auf einem gesellschaftlichen Event einfach stehen zu lassen ist nicht Teil einer formellen Entschuldigung!«
Sie versuchte dem nicht etwas mehr Nachdruck zu verleihen indem sie absichtlich auch mal auf Potters Fuß trat, aber Potters Füße waren jenseits von jedem Ort, wo Tanzschritte sie hin befördern könnten.
»Ich … äh …«, stammelte er etwas und verrenkte bei der nächsten Drehung wieder seinen Kopf um Blaise Begleitung mit dem schlampig auf eine ungeschickte Zwischenlänge geschnittenen Bob nicht aus den Augen zu verlieren.
»Was?«, fragte er abgelenkt als er dann doch Pansy angucken musste, um sich nicht den Hals zu brechen.
»Jetzt tu nicht so, als ob du von nichts weißt!«, zischte sie, aber diesmal trat er ihr auf den Fuß, wahrscheinlich aber ohne wirkliche Absicht. Nichts was Potters Füße taten, sah nach Absicht aus.
»Niemand außer dir könnte uns diese Sträuße geschickt haben und uns hierher eingeladen haben, also tu nicht so, als ob du nicht wusstest, dass wir kommen würden!« Immerhin war diese Muggel-Box überaus eindeutig gewesen: Triff mich, den Schwarzkopf, wegen des Platinblonden
Potter guckte nur verwirrt und verpasste dadurch wieder den Einsatz der nächsten Drehung.
»Also ich wusste schon, dass ihr kommt, aber –«
»Aber du dachtest nicht, dass dann wirklich du dich entschuldigen musst und nicht wer auch immer dir mit den Blumen geholfen hat?!«, fragte Pansy scharf und kniff Potter in die Hand, als der schon wieder über ihre Schulter starrte als würde da eine Veela statt dieser Stilverirrung an Blaises Seite tanzen. Im Ernst, sie trug schwarze Satinhandschuhe bis zur Mitte der Oberarme. Das trug man schon seit sie eingeschult worden war nicht mehr und biss sich vom Stoff her auch schon wieder mit dem Kleid!

Potter sah Pansy hilflos an. »Ich wusste doch, dass ihr kommt, aber ich wusste nicht, dass ich euch auch wie die ganzen komischen alten Leute hier begrüßen soll! Ich dachte nur ihr habt bestimmt was Besseres zu tun!« Was Besseres, als sich eine auf knieend vorgetragene Entschuldigung abzuholen? Etwas Besseres, als mit dem Helden der modernen Zauberwelt gesehen zu werden? Sollte das ein Witz sein?

»Wie auch immer.« Sie atmete tief durch und tat so, als würde sie sich gerade nicht von einem Typen auf die Füße treten lassen, der keine Manieren, keine Ahnung von Gesellschaft und keinen Anstand hatte und das alles, obwohl er hier derjenige war, der laut den Blumen vor ihr kriechen wollte.
»Blaise und ich haben beschlossen, dass wir uns deine Entschuldigen zumindest anhören wollen. Und nein, wir wollen damit nicht warten, bis du damit fertig bist irgendwelche Helden-Anekdoten zu erzählen.«
Bei Potters verloren wirkendem Blick des Unverständnisses daraufhin fragte sie sich, wie Blaise und sie sich jemals von ihm hatten einschüchtern lassen können.

Die letzten Takte des Liedes klangen aus, also zog Pansy Potter am Arm zu dem sehr bemitleidenswert aussehenden Blaise, speiste dessen Tanzpartnerin mit einem falsch gelächeltem: »Er fand es sicher ganz reizend, aber leider muss ich ihn für diesen Moment in Beschlag nehmen, Liebes« ab, und griff dann nach Blaises Hand, die noch sehr verkrampft auf der Hüfte dieses Unfalls aus Kleid, Handschuhen und Kette lag.
Pansy drehte sich entschieden um und wollte die beiden Männer mit sich ziehen um sich ihre Entschuldigung endlich in Ruhe abholen zu können, als Blaises Tanzpartnerin widersprach. »Ich bin mir sicher alle Beteiligten fänden es besser, wenn du mit ihm auch mich in Beschlag nehmen würdest, meine Hübsche.«

Pansy erstarrte.
Aus zwei Gründen.
Zum Einen schien Blaises Handgelenk an seiner Begleiterin fest geeist zu sein und ließ kein Stück von ihr ab, egal wie sehr Pansy daran zog.
Zum Anderen kannte Pansy diese Stimme. Und zwar definitiv nicht von vorhin, als Blaise von dieser rückblickend seltsam heiseren Stimme zu einem Tanz gezwungen worden war.
Langsam, sehr langsam drehte Pansy sich wieder um und musterte ihr Gegenüber.
Die Lippen waren schmaler als sie durch den übermalten Lippenstift wirken sollten. Die Wangenknochen stachen durch die Konturierung weniger hervor. Die Nase sah nur auf den ersten Blick durch die gesetzten Highlights wie eine Stupsnase aus. Und die Augen wirkten nur wegen des nicht zum Kleid passenden Grüntons des Lidschattens farbig.
Das alles bemerkte Pansy jetzt, aber was sie dadurch erkennen sollte, konnte sie einfach noch nicht ganz begreifen. Hilfesuchend sah sie zu Blaise, der genauso bass aussah, wie sie sich plötzlich fühlte, aber langsam und eindringlich nickte.
Plötzlich wirkten seine Hände den dem grünen Kleid nicht mehr angestrengt-unangeekelt-verkrampft sondern verzweifelt-beschützend-verkrampft.

Pansys Blick glitt wieder zu Blaises Begleitung. Vom Scheitel der schwarzen Haare bis zu den seltsam sitzenden Schuhen und wieder zurück, bis sie bei den Augen hängen blieb.  
»Deine Kette sieht schrecklich aus«, stellte sie trocken fest, einfach um irgendetwas zu sagen und immerhin stimmte es.
»Ja, aber hast du auf die Kette oder meinen Adamsapfel geguckt?«, fragte ihr gegenüber mit einem gewinnenden Schmunzeln auf den Lippen, das Pansy überall wiedererkannt hätte.
Und er hatte recht. Sie hatte nicht einen Moment darauf geachtet. Sowie sie auch nicht weiter über die nicht-vorhandene Oberweite nachgedacht hatte, sonders sich lieber über den Ausschnitt aufgeregt hatte.
Obwohl sie soviel gestarrt hatte, hatte sie Draco nicht unter dieser Verkleidung erkannt.
Ihren Draco.

Plötzlich ergab auch Blaise untypisch starrer Tanzstil für sie Sinn. Das war einfach zu viel. Sie könnte sich jetzt auch nicht einfach so normal bewegen.
Wie zu ihrer Rettung trat ein unaufdringlicher Kellner neben sie vier und hielt sein Tablett in die Runde. Die anderen drei schüttelten alle dankend den Kopf, Pansy griff nach drei Gläsern von was auch immer er anbot. Alkohol würde es schon enthalten. Eins drückte sie erstmal Potter in die Hand, die anderen beiden kippe sie in einem Zug herunter und gab sie dem Kellner zurück, der höflich wieder verschwand.
Dann atmete sie einmal tief durch und musterte noch einmal dieses schreckliche mintgrüne Kleid.
Sie hatte es auf die Muggel-Mode geschoben und hatte gedacht, der Schnitt wäre einfach schief, aber jetzt wurde ihr klar, dass Draco in einem Kleid, was durch Zauberei an den Körper angepasst wurde nicht mehr wirklich eine damenhaft Figur hinbekommen hätte. Pansy schloss die Augen und konzentrierte sich auf den Zauber, mit dem sie ihr Kleid heute Abend anpasste.

Als sie die Augen wieder öffnete hellte sich das Dunkelgrün ihres Kleids auf, es wurde bedeutend kürzer und anliegender und der Ausschnitt wurde drastisch tiefer. Sie blieb mit einer edleren Version von Dracos Kleid zurück, ohne die ganzen seltsamen Muggel-Nähte und nicht-angepassten Formen.

Pansys Ruf eröffnete ihr eine ganze Palette an gesellschaftlichen Verhaltensweisen die einer Dame ihres Standes sonst zu Hysterievorwürfen verholfen hätten.
»Du bist der schrecklichste Freund, den man haben kann«, stellte sie mit hoch erhobenem Kopf fest, ehe sie Potter das letzte der drei Getränke abnahm und es Draco mit Schwung ins Gesicht kippte.

Wie konnte er einfach so hier aufkreuzen als ob nichts passiert wäre? Mit ein paar lächerlichen Blumen als Ankündigung und in so einem Aufzug? Wie konnte er einfach so tun, als hätte sich nichts verändert, als wäre er nie weg gewesen? Wie konnte er so tun, als ob all die Trauer nie gewesen wäre, all die durchheulten Nächte, in denen sie sich in seinen Pullover gekuschelt hatte?

Pansy spürte, wie ihre Augen sich mit Tränen füllten und wie einige Hände sie irgendwohin zogen und irgendwann wurde sie umarmt und ihr wurde beruhigend über den Rücken gestrichen und jemand flüsterte »Nicht weinen, Pans« ganz nah an ihrem Ohr.

Pansy vergrub die Nase im Ansatz der schwarzen Haare und presste sich noch enger in die Umarmung. Draco roch so anders und er war viel zu braun gebrannt und außerdem hatte er ein Kleid an und tat so, als ob das ganz normal wäre.
»Bist du es wirklich?«, wisperte sie leise und erhielt dafür ein belustigtes Ausatmen das irgendwo zwischen hilflos und endschidigend war. »Ich versprechs.«
Wieder wurde ihr beruhigend über den Rücken gestrichen und langsam spürte sie, wie die Tränen weniger wurden. Es gab nur einen, der mit einem etwas lauteren Ausatmen durch die Nase so viele Emotionen ausdrücken konnte.
Schweren Herzens löste sie sich etwas aus der Umarmung um Draco zu mustern, aber das ganze Make-Up störte. Mit einem kleinen Wink ihres Zauberstab war es verschwunden, Dracos protestierendes: »Hey, das hat mich eine Stunde bei einem Muggel-Friseur gekostet!« ignorierte sie.
Draco sah … gesünder aus, als in seinen letzten Tagen auf Hogwarts. Er war nicht mehr so ausgemergelt, seine Augen wirken nicht mehr so ratlos, er hatte keine tiefen Augenringe und er wirkte insgesamt nicht mehr so abgehetzt. In anbetracht dessen konnte sie ihm den etwas dunkleren Teint vielleicht verzeihen.
Aber trotzdem hatte er sie einfach allein gelassen. Und er hatte sich nicht gemeldet. Und er hatte sie in dem Glauben gelassen, dass er tot war verdammt!
Pansy fiel erst auf, dass sie mit den Fäusten auf Dracos Brust eintrommelte, als Blasie sie sanft aber bestimmt davon abhielt. Kurz sah sie ihn verwirrt an. Sie hatte noch nie auf dieser Seite von Blaises Beschützerinstinkt gestanden. Dann fiel ihr seine verkrampfte Hand, die ausgesehen hatte als wolle er sie nie wieder wegnehmen, nur um sicher zu gehen, dass Draco nicht wieder einfach verschwand oder vorgab tot zu sein.

»Wir waren auf deiner Beerdigung«, stellte sie mit erstickter Stimme fest. »Wir haben dich gesehen, wie du im Sarg lagst, du –«, sie stockte und suchte Dracos Augen ab, nur um sicher zu gehen, dass er wirklich er war, dass er hier war, dass er echt und kein Traum war. »Du warst tot! Lucius hat selbst alle Zauber gesprochen um Täuschungen auszuschließen, Severus war dabei als du gestorben bist, alle Sachen die du mir je gezaubert hast sind zerfallen. Du warst tot, Draco!«, klagte sie, und sah hilfesuchend zu Blaise, der bestätigend nickte.
Auch er hatte Dracos Leichnam noch allzu gut vor Augen. Einmal übelst zugerichtet unter der Peitschenden Weide. Einmal scheinbar unverletzt aber in Zerfetzter Kleidung im Krankenbett, unter Severus Händen. Und einmal herausgeputzt und scheinbar friedlich schlafend im Sarg liegend.
»Ich war nie tot«, erklärte Draco und strich ihr ein weiteres Mal beruhigend über den Rücken, sah aber auch Blaise versichernd an.
»Ein Trank hat mich nur so aussehen lassen.« Pansy sah, dass Blaise genauso wie sie Einwände erheben wollte. »Es war einer, der Severus nicht auffallen sollte, nicht, wenn er durch meine Verletzungen vermuten konnte, dass ich wirklich gestorben bin. Und die Zauber zum Aufdecken von Täuschungen sind alle hier dran gescheitert:« Draco hob umständlich einen Arm und zog den grässlichen Handschuh davon ab. Erst in diesem Moment ging Pansy auf, dass er damit wohl das Dunkle Mal hatte verstecken wollen. Aber das Mal war blass, viel blasser, als es bei all den Todessern mittlerweile war, die sie in den Zeitungen gesehen hatte.
Und darüber lag ein silberner Armreif der mit verschnörkelten Ornamenten verziert war.

»Das hier macht mich effektiv zu einem Muggel. Ich habe keine magische Aura, alle Zauber die ich je gewirkt habe und die auf mich als Zauberer abgezielt sind wurden gestört …« Dracos Blick blieb kurz auf dem Dunklen Mal hängen. »Und vor allem hat es das da außer Kraft gesetzt. Damit er mich nicht mehr damit finden konnte. Nur so konnte ich ihm meinen Tod vortäuschen.«
Dracos Blick huschte zwischen Blaise und ihr hin und her.
»Und darum konnte ich es euch nicht sagen. Wenn ihr gewusst hättet, dass ich noch lebe, hätte er es bemerkt und alles wäre umsonst gewesen«
Und warum Draco es für nötig gehalten hatte dem, dessen Name nicht genannt werden durfte, seinen Tod vorzutäuschen, mussten weder Pansy noch Blaise fragen.
Draco war schon an dem Auftrag den er in Hogwarts hatte fast zerbrochen. Einen ganzen Krieg als sein treuer Gefolgsmann hätte er nicht überstanden.
Pansy verstand das, aber trotzdem tat es weh. Nicht ansatzweise so sehr, wie Draco zu verlieren, aber es tat weh, dass Draco nur diesen einen Ausweg gesehen hatte, dass weder Blaise noch Pansy ihm hatten helfen können.

Pansys Gedanken machten eine Pause und ihr Blick heftete sich an Potter, der ihr jetzt erst auffiel, weil er sich zurückhaltend mit etwas Abstand zu ihnen dreien aufhielt. In diesem kleinen Besprechungsraum von dem sie nicht genau wusste, wie sie hierher gekommen war.
»Du hast ihm geholfen«, stellte sie verwirrt fest.
Immerhin mussten Blaises und ihr Name immer noch irgendwie auf dieser Gästeliste gelandet sein. Und Potter schien auch nicht im Mindesten überrascht darüber, dass Draco lebte. Potter musste es gewusst haben. Nicht nur gewusst, er musste Draco tatkräftig dabei geholfen haben, wenn der ganze Kampf in dem Draco gestorben war nur ein Schauspiel gewesen sein soll.
Potter kratzte sich sichtlich unwohl im Nacken, als sie jetzt auch Blaises Blick mit ungeteilter Aufmerksamkeit auf ihn richtete.  
»Naja, ich hab eigentlich nicht viel gemacht, außer Draco davon zu überzeugen, dass er es erst versuchen muss ehe er sagt, dass es nicht geht. Die Weasleys haben viel mehr gemacht und Mad-Eye erst und das Band hat er sogar ganz alleine irgendwie besorgt! Ich hab mich eigentlich nur mit ihm geprügelt damit seine Deckung nicht –« Pansy trat energisch auf Potter zu und unterbrach sein seltsames Gestammel mit einer wirklich festen Umarmung.
»Danke!«, erklärte sie als sie sich wieder löste und sie meinte es so ernst wie selten. In Potters Blick stand Verwirrung, aber tendenziell schien er positiv überrascht zu sein.
»Danke, dass du Draco gerettet hast!«, erklärte sie und plötzlich fand sie, dass ihm der Titel Retter der Zauberwelt doch ganz gut stand.
Verwirrt blickte sie sich um, wo Blaise blieb, aber der stand immer noch neben Draco und sah irgendwie unwohl zu ihr und Potter.
Das konnte nicht sein Ernst sein.
»Blaise Tiberius Zabini!«, mahnte sie ihn und zeigte energisch mit einem Finger auf den Boden vor sich. »Du kommst jetzt sofort hier her und bedankst dich!«
Jetzt sah auch Draco verwirrt zu seinem besten Freund, denn Blaise schien noch immer unschlüssig zu sein. Kurz huschte Dracos Blick zwischen Pansy und Blaise hin und her, ehe er wieder bei Blaise Gesichtsausdruck hängen blieb.
»Hat da jemand ein schlechtes Gewissen?«, stichelte er und fing an zu grinsen. »Mach dir keinen Kopf, du hast doch aufgehört als ich es dir hab sagen lassen«, schmunzelte Draco und Blaise starrte ihn mit großen Augen an. Auch Pansy war kurz verwirrt, ehe es ihr wie Schuppen von den Augen viel. Natürlich! »Potter wäre nie auf die Idee gekommen uns zu bedrohen!«, rief sie aus und drehte sich im selben Moment zu ihm um. »Du hättest dich bei uns entschuldigt, oder nicht?!«, wollte sie wissen und Potter nickte nur leicht überfordert.
»Natürlich hätte ich das! Ihr dachtet ich hätte euren Freund getötet!«, erklärte er, aber bevor er noch weitere unsinnige Gryffindor-Manieren erklären konnte, wurde er von Blaise Umarmung erstickt.

»Wie hast du ihn dazu bekommen dir zu helfen?«, wandte sie sich an Draco, der sie lächelnd beobachtete. Der zuckte etwas unschlüssig mit den Schultern.
tzt schon»Es hat sich einfach so ergeben. Wir haben uns angefreundet und irgendwann meinte er, ich soll nicht zurück ins Manor wenn ich nicht gefoltert werden will.«
Pansy konnte quasi hören, wie Blaise die Augenbrauen hochzog.
»Vielleicht möchte ich meine Freundschaft mit dir überdenken, wenn sie so aussieht wie euer Verhalten in der letzten Zeit von Hogwarts«, erklärte er und entlockte Draco damit ein kleines Lachen.
»Das war auch alles nur gespielt, damit niemand mir auf die Schliche kommt.«
Gespielt also?
»Seit wann das denn bitte? Schon seit dem ersten Schuljahr?«
Draco schloss belustigt den Kopf schüttelnd die Augen und schien kurz nachzudenken.
»Erinnerst du dich an meine Gehirnerschütterung und die gebrochene Nase?«
Pansys Mund klappte auf.
Wollte Draco ihr gerade erklären, dass sie sich knapp ein halbes Jahr lang ‘freundschaftlich’ geprügelt hatten?! Das konnte einfach nicht sein!
»Aber das war bevor er dir im Bad –«, wollte sie ansetzten, aber Draco fiel ihr irgendwie viel zu hastig ins Wort. »Wie fandet ihr eigentlich meine Einladungen?«
Pansy blinzelte verwirrt über den plötzlichen Themensprung.
»’Trefft mich beim Schwarzkopf und, ach ja, ich bin als Muggel-Frau getarnt’, ich frage mich echt, wie ihr überhaupt noch überrascht sein konntet, dass ich hier bin«, erklärte Draco und schien tatsächlich etwas stolz auf diesen schlechten Witz zu sein, der sich definitiv anders gelesen hatte.

»Ja genau«, warf Blaise ein, »Wo du es grad ansprichst …« Blasie ließ seinen Blick einmal demonstrativ über Draco schweifen. »Was genau hat es denn mit diesem Aufzug auf sich?«, fragte er mit belustigt gelupfter Augenbraue.
Draco fuhr sich durch die langen schwarzen Haare und sah dabei sehr geübt in diesem Handgriff aus.
»Ich bin noch nicht offiziell wieder am Leben und bleibe deswegen noch etwas bedeckt.«
Pansy kam nicht umhin bei dieser Aussage belustigt eine Augenbraue zu lupfen.
»Und bedeckt bleiben geht nur in so einem Outfit«, stellte Blaise genauso amüsiert fest, wie Pansy selbst war.
»Ihr habt ja keine Ahnung wie schrecklich Muggel-Mode ist! Seit zwei Jahren kann ich keine ernst gemeinten Hosen mehr anziehen, Muggel-Hosen kann man nur ironisch tragen! Und ich dachte mir, von ironischen Hosen ist es zu Kleidern gar nicht mal so weit. Das hier ist immernoch besser als Jeggins«, meinte Draco und zupfte dabei seinen Ausschnitt zurecht. Pansy wollte in diesem Moment eigentlich nur wissen, wie Draco in ironischen Hosen aussah. »Wer weiß denn alles schon von deiner Auferstehung?«, fragte Blaise aber einfach die langweiligen Fragen weiter.

»Ihr seid die ersten – oder naja, zweiten, ich hatte einen Testlauf – denen ich erzähle, dass ich noch lebe.«
Pansy überlegte, ob sie einwerfen sollte, dass Draco sich sicher auch ein wenig anders hätte bedeckt halten können, aber als sie Blaises immer noch amüsierten Blick sah, ging ihr auf, warum Draco so aussah. Wie um alles in der Welt konnten sie beide ernsthaft böse auf ihn sein, solange er so aussah?
»Um ehrlich zu sein seid ihr auch eine Art Testlauf, wie hoch so meine Überlebenschancen sind, wenn ich mich als von den Toten auferstanden repräsentiere. Bis jetzt macht ihr mir definitiv mehr Hoffnung als mein letzter Testlauf.«
Kurz war empört darüber von Draco als ’Testlauf’ betitelt zu werden, aber dann ging ihr auf, vor wem Draco berechtigterweise noch mehr Angst haben könnte zu gestehen, das sein Tod nur vorgetäuscht gewesen war, als vor Blaise und ihr.

»Narzissa wird dich umbringen, wenn du so zu ihr kommst«, stellte Blaise ebenfalls fest und Draco wurde tatsächlich etwas blasser. »Ich glaube selbst wenn ich normal aussehen würde, könnte sie noch einen Herzinfakt bekommen«, grummelte er und sah etwas betreten auf den Boden.
Und vielleicht lag Draco damit gar nicht mal so falsch.
Narzissa hatte es nicht gut verkraftet, dass ihr einziger Sohn gestorben war. Noch schlechter als Blaise oder Pansy selbst. Nicht einmal auf der Beerdigung, vor all den Leuten, hatte Narzissa Malfoy es geschafft zu kaschieren, wie mitgenommen sie aussah. Selbst unter allen Zaubern hatte man ihre eingefallenen Wangen, die verquollenen Augen und das stumpfe Haar erkennen können.

»Oh, sie weiß es schon.«
Alle blicke drehten sich gleichzeitig entgeistert zu Potter.
»Sie … was?«, fragte Draco und Potter hob entschuldigend die Hände.
»Tut mir leid, ich dachte das wusstest du, wegen dem Zauberstab und so.« Potter machte eine vage Handbewegung die absolut keine Erklärung war und Draco sah ihn deswegen immer noch entsprechend verwirrt an. »Du hast es ihr gesagt?! Wie? Wann?! Wie hat sie reagiert?!?«, wollte er wissen und Potter zuckte etwas verlegen die Schultern.

»Sie hat mich gefragt nachdem Voldemort mich getötet hat« – hier sind sie also doch, die Heldenanekdoten – »Sie sollte kontrollieren ob ich wirklich tot bin und hat mich kurz untersucht und dann leise gefragt … ›Stimmt es, was Severus sagt? Er ist noch am Leben?‹ Also habe ich so vorsichtig genickt wie ich konnte und im nächsten Moment hat sie Voldemort beteuert, dass ich tot bin.«

Draco blinzelte verdutzt aber trotzdem schien ihm gerade eine riesige Last von den Schultern gefallen zu sein.
»Nun, ich denke über die sieben Blumensträuße freut sie sich trotzdem«, stellte er trocken fest und sah etwas betreten auf seine Hände.
Kurz war es still zwischen ihnen vieren und Pansy fragte sich, was sie so an diesem Bild von Draco irritierte – also abgesehen vom Offensichtlichen.
»Wo warst du eigentlich die ganze Zeit?«, fragte Blaise.
»Und was hast du da gemacht? Du hast dich irgendwie ganz schön verändert«, hängte Pansy an.
Irgendwie benahm sich Draco anders, irgendwie … offener. Er zeigte viel mehr Emotionen und es stand ihm eigentlich sehr gut.

»Ich ähh … soll ich euch vielleicht etwas alleine lassen? Ihr habt euch bestimmt noch eine Menge zu erzählen«, bot Potter an und war schon im Begriff zu gehen.
»Treffen wir uns morgen, Chef?«, fragte er Draco aber noch und der nickte ganz selbstverständlich. »Ja, morgen muss ich meine Immobilien besichtigen.«
Und dann verschwand Potter und Draco war ihrem Fragengewitter schutzlos ausgeliefert.


~   ~   ~   Ω   ~   ~   ~
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