Das allwissende Auge

GeschichteKrimi, Familie / P18 Slash
Chin Ho Kelly Danny "Danno" Williams Kona "Kono" Kalakaua Max Bergman OC (Own Character) Steve McGarrett
22.11.2018
23.01.2020
9
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Wie immer in meinen Storys, ist Melanie Steves Schwester.
Ich hoffe euch gefällt der Anfang meiner Geschichte.
Viel Spaß!

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Tonlos trat Steve neben seine Schwester und blickte zur neuen Leiche hinab. Er verspürte zurzeit nur Wut. Es war die zweite Leiche in dieser Woche, von demselben Mörder und die Dritte in diesem Monat. Trotz allen Versuchen, kamen sie dem Täter einfach kein Stück näher, fanden keine Spuren, die der Täter nicht für sie zurücklassen wollte. Nichts außer seinem Zeichen.
Melanie hockte sich gerade neben die Leiche und schüttelte den Kopf. Ihre Lippen waren zu einem schmalen Strich zusammengepresst. Steve wusste, dass sie genauso empfand wie er. Sie war wütend und gab sich vielleicht die Schuld an diesem dritten Opfer, weil sie nicht schnell genug war, den Täter nicht überführen konnte.
„Er hat ihr sein Zeichen in den Bauch geritzt, mit Sicherheit war sie dabei noch am Leben, so wie die anderen Beiden auch“, murmelte Melanie erbost und erhob sich wieder. Ihr Blick wanderte durch den großen Raum, doch es gab nichts, was ihre Aufmerksamkeit wert wäre. Der weiß gestrichene Raum, wurde gerade erst renoviert und war vollkommen leer, es gab keine Blutflecken oder Zeichen eines Kampfes, die Tür wurde nicht aufgebrochen. Der Täter ging immer wieder nach dem selben Schema vor und doch schafften sie es einfach nicht, ihm endlich das Handwerk zu legen.
„Wir müssen diesmal verwertbare Spuren finden“, Steve trat langsam zur Fensterfront des Raumes und blickte hinunter auf die Straße. Seine Schwester kam seufzend zu ihm und folgte seinem Blick. „Er ist irgendwo dort draußen und sucht sich seine nächsten Opfer aus“, knurrte sie und ballte die Hände zu Fäusten, „Der Dreckskerl spielt mit uns und ich hasse es, wenn man mir nicht mal die Spielregeln erklärt.“
„Für ihn gibt es keine Regeln“, er legte Melanie eine Hand auf ihre Schulter und übte leichten Druck darauf aus, da er genau wusste, wie sehr Melanie diese Nähe brauchte. So sehr sie auch versuchte, es zu verstecken. „Lass uns zu den Anderen gehen, damit wir Max nicht im Weg stehen“, schlug sie vor und entfernte sich schnellen Schrittes. Steve blickte ihr nur besorgt hinterher. Der Fall nagte an ihr, mehr als ihm lieb war.

Als Steve wieder zu Melanie stieß, hatte die gerade die Anderen gefunden, welche ihre Aufgaben erledigt hatten. „Wie erwartet, hat keiner der Nachbarn etwas gesehen oder gehört“, seufzte Danny und fuhr sich unwirsch durchs blonde Haar. „Es gibt eine Kamera auf der anderen Straßenseite, aber diese ist seit gestern Abend außer Betrieb“, fügte Kono hinzu. Chin sagte nichts dazu, seine Kollegen hatten bereits alles wichtige erzählt. Sie hatten mal wieder keine Spuren oder Anhaltspunkte.
Tonlos seufzend blickte er zu Melanie, welche auf ihn verschlossener wirkte als jeh zuvor. „Alles okay, Mel?“, fragte er besorgt. Sofort schaute sie auf und funkelte ihn sauer an. „Frag das doch mal lieber unser Opfer“, zischte sie bloß, ehe sie sich umdrehte und davon stapfte. Das Team blickte ihr stumm hinterher. Manchmal war es besser, sie einfach gehen zu lassen.
„Mel muss aufhören diesen Fall persönlich zu nehmen“, sagte Steve und verschränkte nachdenklich die Arme. „Wir alle nehmen diesen Fall persönlich, Steve. Dieser Killer führt uns an der Nase herum, er verspottet uns und das auf Kosten unschuldiger Menschen!“ Steve überging Dannys Kommentar und wandte sich Chin und Kono zu. „Findet heraus wer unsere Tote ist und ob sie Familie hatte“, befahl er. Die Beiden nickten bloß und verschwanden sofort.
„Hörst du mir überhaupt zu, Steve? Ich finde es nicht witzig, wenn du mich einfach ignorierst!“
„Sei ruhig, Danno“, meinte Steve nur, bevor er Danny zu sich zog und ihm einen Kuss auf die Lippen hauchte. Sofort war der blonde Detective besänftigt. Schnell schaute er sich um, doch niemand schien sie beobachtet zu haben. Dennoch zishte er: „Nicht in der Öffenlichkeit, Steve, da waren wir uns doch einig.“
„Eigentlich hast du gesprochen, ich habe zugehört und am Ende hast du es als beschlossene Sache angesehen, ohne mich nach meiner Meinung zu fragen“, erklärte Steve, lächelte seinen Partner nonchalant an und strich ihm durchs Haar. Eigentlich wollte Danny sich erneut aufregen, doch Steves Blick löste ein Kribbeln in seiner Magengegend aus und er schaffte es nicht, seinem Freund böse zu sein. Selbst wenn sie schon seit einem Monat zusammen waren, war Danny doch immer wieder von Steves gefühlvoller Seite überwältigt, selbst wenn er versuchte, dies nicht zu zeigen.
„Wir sprechen heute Abend über alles“, versprach Steve ihm, gab ihm noch einen Kuss auf die Wange und lief langsam davon. Er hatte wieder Haltung angenommen und niemand könnte nun noch sagen, was er gerade dachte. Niemand außer Danny, welcher sich schnell räusperte und still betete, dass seine Wangen nicht zu rot waren.

Zurück im Hauptquartier, setzte sich das Team zusammen in Steves Büro und ging alles durch, was sie bisher wussten.
„Das markanteste Merkmal an unserem Täter, ist und bleibt sein Zeichen. Er verbindet irgendetwas mit diesem Auge, dass er seinen Opfern in den Körper ritzt. Meiner Meinung nach, will er uns damit etwas sagen“, erklärte Melanie, hatte dabei aber die Augen zu, massierte leicht ihre Schläfen und versuchte diese unglaublichen Kopfschmerzen loszuwerden. Jeder im Raum wäre dafür, Melanie eine Pause zu gönnen, doch war klar, wie sie auf diesen Vorschlag reagieren würde, weshalb niemand es aussprach. „Vielleicht will er uns mit diesem Auge sagen, dass er uns beobachtet“, schlug Kono vor. „Zu einfach“, murrte Melanie, „Wir haben es hier mit einem komplexen Serienkiller zutun. Er will mehr damit ausdrücken. Das er uns beobachtet, ist schließlich mittlerweile klar, wie sonst sollte er uns ständig zwei Schritte voraus sein?“
„Das allwissende Auge“, murmelte Danny, als er die Fotos der Opfer vor sich hatte. Das Auge war immer sauber in den Körper hinein geritzt worden, die Wunde wurde gereinigt, damit kein Blutfleck das Zeichen des Mörders verschmutzte. Melanie öffnete langsam die Augen und blickte Danny an. „Genau, Danno, du hast voll ins Schwarze getroffen. Das allwissende Auge. Er will uns weiß machen, dass er allwissend ist, Macht über uns und seine Opfer hat. Das er, tun und lassen kann, was er will.“ Steve nickte nachdenklich, während er zu Danny schaute, welcher auf der Kante seines Schreibtisches saß. Danny hätte sich auch auf seinen Schoß setzen können, doch Steve wusste, wie peinlich Danny das war. Der blonde Detective musste noch lernen mit dieser Beziehung umzugehen. Das Team wusste zwar längst, wie es zwischen den Beiden stand, doch Danny zeigte Steve in Gegenwart der Anderen sehr oft die kalte Schulter. Er schien es einfach noch nicht akzeptieren zu können. Nur Melanie war eine Ausnahme. Sie durfte sehen, wie sie sich küssten oder aneinander kuschelten, da hatte Danny seine Hemmungen verloren. Irgendwann, würde er es auch bei den Anderen schaffen, da war Steve sich fast sicher.
„Sobald Max mit der Obduktion fertig ist, haben wir vielleicht mehr Informationen“, hoffte Kono und lehnte sich nachdenklich an. Melanie lachte freudlos auf. „Der Kerl hat bisher rein gar nichts von sich preis gegeben, wieso sollte diese Leiche etwas ändern? Wir finden keine Spuren, keine Zusammenhänge, kein verdammtes Motiv! Dieser Bastard ist uns immer voraus und dieser Teufelskreis wird immer so weitergehen, wenn wir nicht endlich was anderes unternehmen!“, Melanie sprang auf und lief wütend im Raum umher. Man sah ihr deutlich an, wie sehr sie sich zurückhalten musste, nicht irgendwas kaputt zu schlagen. Doch Steve bemerkte auch, wie geschwächt ihr Körper mittlerweile war. Sie brauchte Ruhe, wenn sie nicht bald umkippen sollte. „Was schlägst du denn vor, wie wir vorgehen sollten?“, hakte Steve nach. Sie trat sofort näher zu ihm und erwiderte: „Wenn du mich mit meinen Kontaktmännern reden lässt, könnten die uns helfen. Sie sind viel besser vernetzt als wir, sie könnten diesen Mistkerl aufspüren.“
„Nein!“, gab Steve entschlossen zurück, „Beim letzten Mal, hätten sie dich fast umgebracht, Mel. Und ich lasse nicht zu, dass du dich erneut dieser Gefahr aussetzt.“
„Es wäre das Risiko wert, Steve! Ich will diesen Kerl kriegen!“ Steve stand auf und blickte seiner Schwester in die Augen. Ihr provozierender Blick, ließ ihn nur lächeln. Sie Beide wussten, dass Melanie gegen ihn nicht gewinnen konnte. „Nimm eine Schmerztablette, Mel“, meinte er nur, anspielend auf ihre Kopfschmerzen. „Mir geht’s gut“, knurrte sie, machte auf dem Absatz kehrt und wollte aus dem Büro verschwinden, doch in der Tür stand ein Officer. „Commander McGarrett, hier ist eine Frau, die gerne mit Ihnen und Ihrem Team sprechen würde.“
„Sie soll reinkommen“, erwiderte Steve sofort. An Melanie gewandt, befahl er: „Bleib hier und hör zu, vielleicht bekommst du jetzt die Informationen, die du haben willst.“ Still setzte Melanie sich wieder auf die Couch, selbst wenn es ihr nicht passte, von Steve Befehle zu bekommen, war ihre Neugier doch geweckt. Vielleicht hatte Steve recht und die Frau konnte ihnen weiterhelfen.
Eine schlanke Brünette betrat das Büro und blickte jeden Anwesenden einmal an. Ihr Gesicht hatte feine Züge, welche ihr ein Jugendliches und doch Professionelles Aussehen verschafften. Die whiskybraunen Augen drückten eine gewisse Neugierde aus, doch Melanie sah auch etwas darin, was sie nicht zuordnen konnte. Trotz der hübschen Erscheinung der Frau, hatte Melanie das Gefühl, sie nicht zu mögen. Diese Frau bedeutete Ärger.
„Commander McGarrett?“, wandte die Frau sich Steve zu. Melanie stand auf, trat neben ihren Bruder und blickte die Unbekannte herausfordernd an. „Das wären dann wohl wir Beide“, gab sie zurück und lächelte süßlich. Die Frau wirkte kurz überrascht, doch ließ es sich nicht lang anmerken und nickte. „Wir müssen reden. Schicken Sie Ihre Untergebenen weg“, befahl die Frau und zeigte ihre FBI Marke. Steve merkte sofort, dass Melanie etwas bissiges antworten wollte, kam ihr jedoch zuvor. „Ich glaube, was auch immer Sie uns zu sagen haben, können Sie auch vor dem ganzen Team sagen, Agent.“
„Ganz wie Sie wollen. Ich bin Special Agent Tyrell und Profilerin beim FBI. Mir ist zu Ohren gekommen, dass ein Serienkiller sein Unwesen auf der Insel treibt und ich glaube, ihn bereits sehr gut zu kennen. Er hat bereits sieben Menschen in NewYork umgebracht und ich jage ihn seit fast zwei Jahren.“
„Da sind wir mit unseren vier Wochen, doch gar nicht mal so schlecht“, murmelte Melanie und unterzog der Agentin eine genauere Musterung. Die Waffe war unter dem T-Shirt versteckt, Melanie hatte es geahnt, aber nicht weiter beachtet. Ihre dunkelblaue Jeans saß eng an ihrem Körper und ihre weiße Bluse, war genauso makellos wie ihre Haut. Diese Frau sah einem Model ähnlicher, als einem Cop.
Agent Tyrell hatte bemerkt, dass sie einer Musterung unterzogen wurde und blickte Melanie nur fragend an. Doch diese, zeigte keine Regung. „Agent Tyrell, wenn Sie den Serienkiller schon so lange jagen, haben Sie sicher Informationen, die uns helfen könnten, ihn zu schnappen, oder?“, fragte Steve. Er war nicht auf eine Zusammenarbeit erpicht, aber wenn es Leben retten konnte, würde er es tun.
Lächelnd erwiderte Agent Tyrell: „Natürlich habe ich Informationen, die Ihnen hilfreich wären. Nur werde ich die nicht preisgeben.“
„Wieso nicht?“, aufgebracht schaute Danny zu der Agentin, fand sie von Minute zu Minute unsympathischer. „Glauben Sie denn wirklich, ich würde all meine Informationen preisgeben, damit Sie den Kerl schnappen und die Lorbeeren einheimsen? Das können Sie vergessen. Der Kerl gehört mir, also gehört auch der Fall mir. Ich habe die Genehmigung, Sie von diesem Fall abzuziehen.“
Bevor Steve etwas tun konnte, trat Melanie sauer näher zu dem ungebetenem Gast. „Ihre Genehmigung können Sie sich sonst wo hinstecken, Tyrell. Der Fall gehört uns.“
„Ach wirklich? Sie waren einen Monat lang, nicht in der Lage diesen Fall zu lösen, wieso sollte sich das noch ändern?“
„Sie sind seit fast zwei Jahren nicht in der Lage diesen Fall zu lösen, Tyrell, also halten sie besser den Ball flach“, riet Melanie ihr, ehe sie an ihr vorbeigehen wollte, um zu verschwinden. Doch Tyrell packte sie am Arm. „Sie bleiben hier, bis ich Ihnen erlaube zu gehen“, Tyrell hatte ein gefährliches Funkeln in den Augen, doch es war nichts, gegen Melanies Zorn. „Sie begeben sich auf ganz gefährliches Terrain, Tyrell“, flüsterte Melanie, so bedrohlich, dass selbst die Agentin einen Moment zu überlegen schien, ob sie sich die Frau zur Feindin machen wollte.
„Wir geben den Fall nicht ab“, gab Steve entschieden von sich und lenkte Agent Tyrells Aufmerksamkeit wieder auf sich, damit Melanie verschwinden konnte. Ihre Kopfschmerzen waren schlimmer geworden und sie wollte einfach nur etwas Ruhe haben. Weshalb sie sich in ihr Büro begab und die Anderen erstmal nicht mehr beachtete. Sie würden auch ohne ihre Hilfe, mit dieser Agentin fertig, da war sie sich ziemlich sicher.

Als sie nach einiger Zeit, Agent Tyrell wutentbrannt davon laufen sah, konnte sie sich ein Lachen nicht verkneifen. Die Frau hatte keine Ahnung, mit wem sie es hier zu tun hatte. Five-0 gab niemals einen Fall ab.
Da sie sich gut genug fühlte, stand sie auf und trottete langsam in Steves Büro. Es waren nur noch er und Danny dort. Melanie platzte mitten in einen leidenschaftlichen Kuss. Schmunzelnd fragte sie: „Soll ich später wiederkommen?“ Die Beiden fuhren auseinander und Danny lief schlagartig rot an. „Mel, wir haben dich gar nicht reinkommen hören“, meinte Steve lächelnd, machte es ihm doch um einiges weniger aus, von seiner Schwester erwischt worden zu sein. „Ich schleich mich aus Gewohnheit einfach immer an“, schulterzuckend kam sie näher, wuschelte Danny durchs Haar und ließ sich auf die Couch fallen. Danny atmete tief durch und versuchte sich wieder zu beruhigen. Von Melanie erwischt worden zu sein, war nicht so schlimm. „Also, wie liefs mit der blöden Tussi?“, fragte sie vergnügt und klopfte neben sich auf die Couch. Danny setzte sich sofort zu ihr und meinte: „Steve hat sie ordentlich zusammengestaucht. Ich glaub nicht, dass die wiederkommt.“
„Da wäre ich mir nicht so sicher, Danno“, warf Steve ein und setzte sich neben seinen Freund, „Sie wirkte sehr entschlossen. Mit Sicherheit, war es nicht unsere letzte Begegnung mit ihr.“
„Selbst wenn, sie kann uns nicht einfach den Fall wegnehmen“, Danny legte eine Hand auf Steves Knie und der schaute seinen Partner verliebt an.
Melanie versuchte sich nicht anmerken zu lassen, wie süß sie die Szenerie fand und zog ihr Handy hervor. „Gleich ist Feierabend“, stellte sie nur fest. Die Beiden nickten. „Wieder ein Tag vergangen, ohne neue Erkenntnisse“, seufzte sie.
„Leider ja. Max hat gerade angerufen, an der Leiche waren keine brauchbaren Spuren vom Täter. Sie hat noch gelebt, als er ihr das Auge in den Bauch geritzt hat. Und bisher wissen wir noch nicht, ob in dem Raum Spuren gefunden wurden, aber wir können davon ausgehen, dass der Täter wieder auf alles geachtet hat.“
„Also stehen wir wieder bei 0“, Melanie hatte nichts anderes erwartet und doch machte es sie fertig. Sie mussten endlich weiterkommen, um die Frauen der Insel zu schützen.
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