Eine Liebe Jenseits Der Zeit

GeschichteDrama, Romanze / P16
Elrond Legolas OC (Own Character) Thranduil
19.11.2018
02.11.2019
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12. Kapitel
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Thranduil ritt voran auf Aráras, drei Wachen und Lanthiriël auf ihren Pferden hinterher. Die Elleth bildete das Schlusslicht, als sie den Hof verließen und über die Brücke den Wald betraten.
Trotz der Sonne, die in ihrem Zenit stand, war das Licht im Wald gedämpft und eher gestreut. Kaum ein Laut war zu hören, außer das gelegentliche Schnauben der Tiere und ihre Hufe auf dem dunklen Waldboden.
Eigentlich wollte Thranduil Richtung Westen und nach den Orks sehen, welche dort erspäht worden waren, entschied sich stattdessen jedoch für den Waldrand im Osten, da Lanthiriël bei ihm war.
Er hielt seinen Hirsch und auch die anderen blieben stehen.
Die Elleth sah verwundert an den Wachen vorbei nach vorn zum König, welcher ihnen den hohen Rücken zugewandt hatte. Die Wache schräg links von ihr gab ihr ein schnelles, geradezu verhaltenes Handzeichen, dass sie aufholen sollte, weshalb Lanthiriël Alaco in Schritt versetzte. Als sie Aráras erreicht hatte, schnaubte dieser sie fröhlich an, ehe der König ihn wieder antrieb.
Thranduil nutzte die Chance, Lanthiriël aus dem Augenwinkel zu betrachten, als sie einem gewundenen Pfad folgten.
Sie trug Hemd, Hose und Stiefel in verschiedenen Brauntönen, ihr Umhang war in einem dunklen Lila. Sie hatte ihre goldenen Haare geflochten, damit sie sie nicht störten.
Nur allzu gern hätte Thranduil ihren Zopf geöffnet und wäre mit seinen Fingern durch ihr Haar gefahren.
Seine mit Ringen besetzten Hände fingen an zu zittern und er verkrampfte sie leicht um die Zügel, die er hielt, ehe er seine Stimme erhob:
"Mir fiel auf, dass Ihr gestern nicht bei den Gesprächen gewesen seid, Lanthiriël. Hat das einen bestimmten Grund?"
Sie sah zu ihm auf, sich daran erinnernd, dass er ihr dies so gesagt hatte.
"Heron Feren erinnerte mich daran, den Heiltrakt Eures Palastes zu besuchen, da sie wohl Inventur machten.", erklärte sie, "Ich interessiere mich sehr für die Kunst des Heilens und habe gern geholfen."
"Habt Ihr bereits schwerwiegende Wunden geheilt?", fragte er, als sie am Waldrand entlangritten. "Bei Elben nur einfache Wunden und Knochenbrüche. Nichts allzu Schlimmes.", antwortete sie, "Doch wir haben Handel mit Menschen und so manch ein Wanderer wurde bereits von Orks oder Wargen überfallen. Ohne die Hilfe Elronds, der anderen Heiler oder mir wären einige nicht mehr unter uns. Ich setze meine Kräfte gern ein, um mich zu verbessern, aber ich hasse es, Verletzte zu sehen. Ich muss helfen und habe Angst davor, es nicht richtig tun zu können."
Thranduil nickte wissend.
"Ein Kreis, aus dem man auszubrechen wissen muss.", erwiderte er, "Die Heilkunst fasziniert mich seit ich klein bin, aber wirklich nutzen kann ich sie nicht. Zumindest nicht so wie Ihr es könnt. Ich bin der, der das Schwert ergreift, um sein Volk zu schützen."
"Ebenso ehrenwert wie das Heilen selbst.", erwiderte sie. "Ihr sagtet, Ihr wisst Euch zu verteidigen. . .", fuhr Thranduil fort, "Habt Ihr jemals in einer Schlacht gekämpft?"
Lanthiriël schüttelte den Kopf.
"Nein und ich bin froh darum.", gab sie zu, "Ich könnte mir gar nicht ausmalen, was für Gräuel man in einem Krieg sieht. Natürlich steht es niedergeschrieben, aber es ist nichts im Vergleich zum Erlebten. Mehr als mich auf Patrouillen gegen Orks und Warge zu behaupten habe ich noch nicht, aber-"
Plötzlich hielt Thranduil abrupt an und streckte seine Hand in die Höhe. Seine Männer stoppten und lauschten gespannt.
"Apropos Orks. . .", presste Thranduil dunkel hervor und deutete zwischen den Bäumen hinaus auf die Graslandschaft, "Wir müssen uns wohl etwas entledigen."
Eine Truppe Orks auf Wargen streifte umher.
"Es ist mir eine Ehre, Euer Reich an Eurer Seite zu schützen.", sagte Lanthiriël und sah zurück zu ihm. "Bleibt an meiner Seite, Lanthiriël.", erwiderte dieser mit einem Nicken, ehe er sich auch an die anderen wandte, "Lasst uns die Schultern dieser Orks von der Last ihrer Köpfe befreien!"
Im nächsten Moment preschte der König gefolgt von seinen Männern und der Elleth auf ihre Feinde zu, welche überrascht aufschrien.
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