Ein Hauch Von Zeit

GeschichteDrama, Romanze / P16
19.11.2018
17.03.2019
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11. Kapitel
Ausritt

Lanthiriël und Glorfindel liefen durch die hohen Gänge aus schwarzem Stein in Richtung der Stallungen.
Ihr Vater hatte ihr zuvor die große Halle gezeigt- ein architektonisches Meisterwerk, so fanden sie beide. All das dunkle Gestein und die Wurzeln, die es umgaben, die Blüten und Blätter waren so wunderschön und beeindruckend, dass es der Elleth fast den Atem geraubt hatte.
Sie hatte ein prachtvolles Gemälde gesehen, auf dem eine berittene Patrouille des Waldlandreiches zu sehen gewesen war, an dessen Spitze der König auf seinem Hirsch.
Dies hatte sie daran erinnert, nach Alaco und Asfaloth zu sehen und eventuell ausreiten zu können- und vielleicht Aráras wiederzusehen.
Als Vater und Tochter kurz vor den Stallungen waren, dabei in ein Gespräch über die bestaunendswerte Architektur vertieft, kam Feren auf sie zu. Der Ellon verlangsamte seine Schritte und lächelte die Gäste des Reiches an, ehe er sie begrüßte.
"Auch Euch einen schönen Tag, Feren.", erwiderte Glorfindel, während Lanthiriël ihn anlächelte, "Ihr wolltet mit uns sprechen?"
"In der Tat.", stimmte er zu, "Es geht um die morgigen Verhandlungen. Ich dachte, wir halten Rücksprache, sodass ich den König informieren kann, wenn sich etwas geändert haben sollte?"
Lanthiriëls Lächeln nahm etwas ab- sie wollte doch zu Alaco.
"Keine Sorge, Iël.", sprach Glorfindel sie an und berührte sie am Arm, "Gehe du zu Alaco und sieh auch nach Asfaloth. Ich werde mit Feren in Ruhe allein sprechen."
Dieser sah kurz zwischen ihr und ihrem Vater hin und her, an seines Königs Worte denkend, er solle Lanthiriël von ihm fernhalten so gut es ginge. Wissend, dass Thranduil in den Stallungen war, sprach er Lanthiriël an.
"Hérince, ich denke, das Gespräch kann Euch nur förderlich sein?", meinte er. "Ada und ich sprachen vorhin erst erneut über die Verhandlungen und er informierte mich über Alles, das ich Gestern verpasst habe.", sagte sie, "Ich möchte mich gern um mein Pferd kümmern, wenn es für Euch in Ordnung ist."
Sie sah ihn erwartend an und er war von diesem Grün ihrer Augen wie gefangen.
Ein Déjà-vu überkam ihn und er erinnerte sich daran, dass er zu Thranduil sagte, er sähe eine Chance.
Kurz wog er das Für und Wider ab, ehe er nickte.
"Gewiss, Hérince Lanthiriël.", antwortete er lächelnd, "Werdet Ihr Morgen an den Verhandlungen teilnehmen?"
Gestern konnte er sie davon abhalten und dem eigentlichen Befehl seines Königs Folge leisten, doch insgeheim wollte er dies nicht.
Zumindest bei diesem einen Befehl nicht.
Er fühlte sich hin- und hergerissen
"Insofern ich nicht störe?", fragte sie leicht zögernd. "Natürlich tut Ihr das nicht, Hérince.", antwortete Feren lächelnd, "Ihr gesellt Euch einfach wieder zu mir und lauscht den Gesprächen. Wir sehen uns Morgen."
Damit neigte er sein Haupt, was Lanthiriël ihm gleich tat. Sie küsste Glorfindel auf die Wange und lief in Richtung Stallungen davon.
Dort angekommen sah sie kurz nach Asfaloth, ehe sie zu Alaco lief. Der Apfelschimmel schnaubte sie erfreut an, als sie die Box betrat und ihm durch das glänzende Fell fuhr. Jemand hatte ihn wohl gerade erst gestriegelt.
Sie öffnete eine Klappe, welche sich am Ende der Box befand und holte den Sattel samt Decke hervor, ehe sie sie auf seinem Rücken platzierte und ihn festgurtete. Doch als sie das Zaumzeug rausholte und die Klappe schloss, reckte er den Kopf in die Höhe, sodass sie ihn nicht erreichen konnte.
"Alaco, jetzt komm schon.", warnte sie, "Nicht immer das gleiche Spiel. . !"
Sie schwang sich auf seinen Rücken, doch das brachte ihren Freund nur dazu, den Kopf zu senken. Lanthiriël seufzte, als plötzlich eine hochgewachsene Gestalt vor ihr und Alaco auftauchte, die flache Hand austreckte und ihren Freund dazu brachte, den Kopf wieder zu heben. Als er das Stück Apfel aß, welches sein Gegenüber ihm anbot, nutzte sie die Chance und legte ihm das Zaumzeug an.
"Das funktioniert immer wieder bei dir!", lachte sie, als von seinem Rücken sprang, ehe sie ihm einen Kuss auf die Stirn gab, "Vielen Dank für Eure Hilfe, Aran nín."
Die Elleth knickste und lächelte ihn an.
Er stand vor ihr, in Beige, Weiß und einen Lederharnisch gekleidet, mit einem silbernen Geschmiede in Form von Zweigen auf dem blonden Haupt.
Atemberaubend schön.
Sein Hirsch stand neben ihm.
Der König musterte sie und ihr Pferd kurz, ehe er an Feren dachte und verstimmt die Augenbrauen zusammenzog.
"Ihr möchtet ausreiten, nehme ich an?", fragte er und die Elleth nickte. "Ich dachte, ich könnte die Weide nutzen.", antwortete sie.
Aráras trat einen Schritt vor und stupste sie an, was sie zum Lachen brachte, ehe sie ihn streichelte.
Abermals verwunderte es Thranduil, dass sein Hirsch sie so mochte. Er hielt sich sonst von jedem fern.
Jedoch. . .
"Möchtet Ihr uns auf die Patrouille begleiten?"


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Hallo meine Lieben,

ich wollte Euch herzlich für die vielen Favos und die lieben Reviews danken, die ich in letzter Zeit bekomme!
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