Eine Liebe Jenseits Der Zeit

GeschichteDrama, Romanze / P16
Legolas OC (Own Character) Thranduil
19.11.2018
13.07.2019
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10. Kapitel
Aufmerksamkeit

Der König saß an einer langen, leeren Tafel und wartete darauf, dass Feren zu ihm kam, ehe der Rat und die Edhil Imladris' sich hier einfänden.
Seine Aufmerksamkeit war in letzter Zeit auf viele Begebenheiten aufgespalten, was an seinen Nerven zehrte. Die Ausgeburt Ungoliants gewann an Kraft und mehr Orks wurden im Südwesten erspäht. Er plante das Sternenlichtfest und die Verhandlungen mit Bruchtal verlangten neue Verträge.
Doch nicht nur dies waren Dinge, die seine Aufmerksamkeit bedurften. Etwas weitaus Wichtigeres, sogar etwas Schreckliches drängte sich immer weiter in den Vordergrund:
Es war die Dunkelheit, welche zurückzukehren drohte- er spürte sie immer, wenn er seinen hellen Blick Richtung Osten wandte.
Ein Seufzen entkam seinen Lippen, ehe die Tür sich öffnete und Feren eintrat.
"Aran nín.", begrüßte er seinen König und verbeugte sich, ehe er näher an ihn herantrat, "Ihr habt nach mir schicken lassen."
Angesprochener hob den Blick.
"In der Tat.", stimmte er zu, "Ich möchte dich fragen, was du von der Tochter Glorfindels hälst."
Er erinnerte sich an diese grünen Augen und musste kurz durchatmen.
"Verzeiht, Aran nín, ich verstehe nicht. . .", erwiderte der braunhaarige Ellon in einem fragenden Ton. Thranduil sah ihn aus eisblauen Augen an und Feren senkte sofort den braunen Blick.
"Sag mir nicht, dass es dir entgangen ist.", meinte er scharf, "Du musst es genauso gesehen haben wie ich."
Angesprochener zögerte, schließlich war dieses Thema verboten, ehe er zu sprechen begann.
"Natürlich ist es mir aufgefallen, Aran nín. Ihr Anblick hätte mich beinahe von den Füßen gerissen, doch wusste ich nicht, ob und wie ich Euch damit ansprechen sollte.", gab er zu, "Es ist sie. . . Ihre Stimme, ihr Aussehen, die Art wie sie spricht und wie sie lacht. Ja sogar wie sie sich bewegt und doch kann es nicht sie sein. Es ist unmöglich."
"Das ist es in der Tat.", stimmte er zu, "Machen die Valar sich lustig über mich? Ich verstehe es nicht- nach all der Zeit, nach all dem Schmerz. . ?"
Feren wusste, dass er schweigen sollte, weshalb er stumm blieb und auf die nächsten Worte seines Königs wartete.
"Ich frage dich nun nicht als König, Feren, ich frage dich als Freund.", hob Thranduil an, "Was meinst du wirklich? Was denkst du von dieser Situation?"
Er überlegte, was er sagen sollte. Es schien seinem Gegenüber über die Maßen wichtig zu sein- was er durchaus verstehen konnte.
Auch er war erschrocken, als er Lanthiriël erblickt hatte.
"Ich sehe darin eine Chance, denke ich.", hob er an, "Aber mit Sicherheit sagen kann ich es nicht. Ich weiß, dass. . . deine. . . Bedenken richtig und nachvollziehbar sind- schließlich habe ich sie selbst. Aber wer weiß? Vielleicht, vielleicht solltest du es wagen."
Thranduil lauschte aufmerksam, doch egal was Feren vorschlug, es konnte ihn nicht zufriedenstellen. Er wusste nicht, was er tun sollte und doch musste er sich entscheiden.
"Außerdem sollte ich dir sagen, dass Lanthiriël deine Stimmung bemerkt hat, als du sie das erste Mal sahst.", fuhr Feren fort und sein Gegenüber sah ihn überrascht an, "Sie sprach mit ihrem Adar über eine Art Schmerz in deinen Augen, von dem sie nicht weiß, woher er stammen sollte. Er riet ihr, respektvollen Abstand von dir zu halten, bis sie eventuell Genaueres sagen können."
Thranduil nickte langsam.
"Ich danke dir für deine Worte, Feren, aber ich denke, ich sollte noch einmal darüber nachdenken.", antwortete er, "Jedoch möchte ich, dass sie sich nicht in meiner Nähe befindet, es sei denn, ich veranlasse es. Halte Lanthiriël von mir fern, so gut es geht."
Feren nickte.
"Natürlich, Aran nín.", erwiderte er, wissend dass nun wieder der König zu ihm sprach. "Hole die anderen.", wies er mit einer Bewegung seiner Hand an und Feren verbeugte sich, ehe er den Raum lautlos verließ. Sobald er dies getan hatte, seufzte Thranduil.
Wie konnte dies nur möglich sein?
Lanthiriëls Anblick hatte ihm Schmerz zugefügt. Er wusste mit diesem umzugehen, jedoch nicht so.
Wie konnte er auch?
Er ballte die beringten Hände zu Fäusten, ehe er die Finger spreizte, um sich zu beruhigen.
Zunächst müsse er ihr einfach aus dem Weg gehen. Wenn er immer wüsste, wo sie war, würde ihm dies leicht fallen, da sein Palast groß genug war. Dann könnte er sich auch in Ruhe um das Sternenlichtfest kümmern, welches bald anstand. Und auch um die Orks und Spinnen.
Er wurde aus seinen Gedanken gerissen, als es an der Tür klopfte und danach sein Rat eintrat, gefolgt von Glorfindel und seinen Beratern.
Thranduils Augen wurden groß, als er Lanthiriël sah, welche als letzte den Raum betrat und neben der Tür stehen blieb, während sich alle anderen setzten.
Sein eisblauer Blick fiel auf Feren, welcher sich zu ihr gesellte, ihr etwas ins Ohr flüsterte und sie damit zum Lächeln brachte.
Dieses Lächeln. . .
Sein Berater sah ihn an und nickte bloß, ehe er zu Glorfindel blickte, da dieser das Wort ergriff.
Das gesamte Gespräch über fiel Thranduils Blick immer wieder auf Lanthiriël, die ihn zu beobachten schien und jedes Mal schüchtern lächelte, wenn er sie ansah.
Doch dieses Lächeln wurde nicht erwidert.
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