Eine Liebe Jenseits Der Zeit

GeschichteDrama, Romanze / P16
Legolas OC (Own Character) Thranduil
19.11.2018
10.08.2019
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9. Kapitel
Schmerz

Lanthiriël genoss die Abendsonne, welche auf sie im Palastgarten hinabstrahlte und den Geruch der Blumen und Kräuter, die hier wuchsen, während sie sich an Glorfindel anlehnte.
Zuvor hatte sie den Tag gemeinsam mit Îdrilion verbracht, der ihr die Bibliothek gezeigt hatte. Aufgeregt über die riesige Sammlung, welche der Palast bot, hatte sie sich direkt mehrere Bücher geliehen.
Nun saß sie also hier, las ein Buch über die Heilkunst des großen Waldes, während ihr Vater ein paar Notizen durchging, welche er vorhin beim ersten Verhandlungsgespräch mit dem Rat gemacht hatte.
Die ganze Zeit über jedoch, seit Gestern, als sie den König das erste Mal erblicken durfte, geisterte etwas in Lanthiriëls Hinterkopf herum. Es wollte einfach nicht verschwinden.
"Ada?", fragte sie flüsternd, da sie nicht wollte, dass sie irgendjemand hörte. "Ja, Iël?", fragte er ebenso leise, seine Stimme amüsiert, da sie sich kurz umschaute. "Ich hatte dir bereits erzählt, dass ich den König getroffen habe, aber etwas habe ich verschwiegen.", fuhr sie wispernd fort, "Etwas, das mir nicht aus dem Kopf geht. . ."
Glorfindel schwieg und wartete, bis seine Tochter sich gefangen hatte.
"Als ich mich umdrehte, erschrak er geradezu.", flüsterte sie weiter, "Ich sah Schmerz in dem Eisblau seiner Augen. Erinnerung. Selbst als dieser verschwunden war, zitterten seine Hände noch immer, was er vergeblich zu verstecken versuchte."
Er lehnte sich zurück und sah sie erstaunt an.
"Schmerz?", fragte er ebenfalls flüsternd und sie nickte. "Ich denke schon. Er sprach von jemandem, der schon lange weg sei.", fuhr sie fort, "Jemand, der so schön sei wie die Sonne und die Sterne zusammen."
"Vielleicht erinnerst du ihn an diese Person?", schlug er vor. "Das sagte er auch, aber warum gerade ich?", sie war verwirrt, "Jemand, der so wunderschön ist wie die Sterne?"
Sie schüttelte den Kopf und klappte ihr Buch zu, sich an ihre Liebe zu den Sternen erinnernd.
"Ich verstehe es einfach nicht. Ich habe so viel über ihn gelesen, von seiner Stärke und seiner Willenskraft. Davon, dass er gefährlich sei. . !", fuhr sie fort, "Wie soll gerade ich ihn derart erschrocken haben? Er stand den Feuerschlangen gegenüber, er bekämpfte ganze Armeen von Orks- ja, erblickte selbst Gorthaur im Krieg und ich soll Schmerz in seine Augen gebracht haben?"
Glorfindel zog sie näher in seine Arme, da er seine Tochter beruhigen wollte. Sie war aufgebracht und er musste ihre Ruhe zurückbringen, bevor unliebsame Augen auf sie fielen.
"Ich möchte wissen weshalb, Ada.", flehte sie, ihre leise Stimme beibehaltend, auch wenn es ihr schwer fiel. "Das ist mir gewiss, Iël, aber ich muss dich um Vorsicht bitten.", erwiderte er, seine Stimme nur ein Hauch, während er in ihr Ohr flüsterte.
Für jeden anderen sah es aus, als ob Vater und Tochter ihre gemeinsame Zeit genießen, während sie in dem roten Licht der untergehenden Sonne saßen und sich umarmten.
"Der Hof des Waldlandreiches ist nicht der Imladris'. Deine Schwächen werden gegen dich verwendet, um deine Stärken verschwinden zu lassen. Es wird der Vorteil gesucht. Doch wir sind hier, um gemeinsame Vorteile auszuarbeiten. Vergiss das nicht."
Lanthiriël runzelte die Stirn.
"Schwächen?", fragte sie verwirrt, "Der König ist doch nicht meine Schwäche."
Er strich ihr beruhigend über das goldene Haar und küsste ihre Schläfe.
"Ich weiß, natürlich nicht.", stimmte er zu, "Aber Herr Elrond schickte dich mit einer Absicht mit auf diese Reise. Zu diesen Verhandlungen. Vielleicht solltest du an ihnen teilnehmen, wenn auch nur als Beobachterin."
Sie nickte langsam und entspannte sich in den Armen ihres Vaters. In seiner Nähe fühlte sie sich immer wie von einem Mantel umhüllt, der sie vor jeglichem Schaden bewahrte.
"Vielleicht sollte ich das, ja.", meinte sie, "Es kann mir nur helfen. Danke für dein offenes Ohr, Ada."
Er lächelte.
"Immer wieder gern, Iël. Auch wenn es vielleicht nicht die Worte waren, die du hören wolltest.", erwiderte er, "Und du kannst mir glauben: Hier bist du sicher- der König wird nicht erlauben, dass uns Schaden befällt. Aber vor ihm selbst solltest du dich in Acht nehmen."
So saßen sie noch da, Arm in Arm, die ersten Sterne über sie funkelnd, dabei im Ungewissen, dass sie von braunen Augen beobachtet wurden. . .    

Gorthaur = Sauron


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Liebe Einhornababys!

Vielen Dank für die neue Empfehlung und die vielen Aufrufe :)
Ab dem nächsten Mal werden die Kapitel regulär länger.
Ich wünsche Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr und sehe (lese? ^^) Euch dann wieder bei neuen Kapiteln von ELJDZ.

Liebe Grüße und lasst es heute Abend richtig krachen
Eure ILoveKingT
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