Eine Aufnahme mit (unvorhersehbaren) Folgen

von Wiebby96
GeschichteRomanze, Freundschaft / P18 Slash
Gronkh Herr Currywurst Pandorya TobinatorLetsPlay
19.11.2018
07.07.2019
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Während Erik das Gepäck im Kofferraum verstaute, sah Pan uns verlegen lächelnd an und meinte: "Sorry Jungs, die eine Tür klemmt. Ihr müsst beide auf dieser Seite einsteigen."
Verwundert zog ich meine Augenbrauen hoch, stieg aber ohne Widerrede ein. Da Curry jedoch die Ungeduld in Person war, ließ er sich viel zu schnell hinterher fallen und landete halb auf meinem Schoß.
Von der plötzlichen Berührung erschrocken, rutschte ich hektisch durch und fuhr ihn böser als beabsichtigt an: "Hey, kannst du nicht mal warten?!"
Mein Atem ging viel zu schnell und ich merkte, wie meine Wangen glühten. Hoch konzentriert schaffte ich es, meine Atemfrequenz wieder etwas zu beruhigen, nur mein Herz wollte scheinbar weiterhin Marathon laufen.
Anstatt sich zu entschuldigen, antwortete Curry nur grinsend: "Nö, kann ich nicht!"
Ich versuchte, ihn böse anzuschauen, wurde aber sofort von seinem Grinsen angesteckt. Damit er es nicht allzu deutlich sah, schüttelte ich schnell den Kopf und sah aus dem Fenster.
Als Pan sich auf den Beifahrersitz fallen ließ, fragte Curry sie: "Wie lange fahren wir?"
Während sie sich zu uns umdrehte, dachte ich irritiert: 'Warum will er das wissen?'
Pan antwortete nachdenklich: "Mindestens zwanzig Minuten. Immerhin ist gerade Rush Hour."
Gespannt beobachtete ich Curry's Reaktion, der einfach nur lächelnd "Achso." sagte.
Während ich noch verwirrter war als zuvor, wurde meine unausgesprochene Frage beantwortet, indem er seine Jacke öffnete und sie umständlich auszog. Da ich ihn nicht einfach so anstarren wollte und mir plötzlich sehr warm wurde, zog ich meine ebenfalls aus.
Dabei kamen wir uns leicht ins Gehege, vor allem als er sich weit zu mir beugte, um seinen einen Arm zu befreien. Gespielt böse schubste ich ihn zurück auf seine Seite, während mein Herz einen Sprint einlegte.
Weil er aber wirklich nicht klar kam und sein verzweifelter Gesichtsausdruck verdammt lustig aussah, fing ich an zu lachen und stellte fest: "Du hättest die Jacke besser schon draußen ausziehen sollen."
Er verzog die Mundwinkel nach unten und fragte empört: "Und dann frieren oder was?"
Pan, die ebenfalls dabei war, ihre Jacke auszuziehen, sich aber in ihrem übergroßen Schal verheddert hatte, drehte sich zu uns um und sagte belustigt: "Hey! Benehmt euch, Jungs!"
"Ja, Mutti!", antworteten Curry und ich im Chor und grinsten sie frech an.
Als Pan ein beleidigtes Gesicht zog und Erik mit fragendem Gesicht einstieg, lachte ich los und mein Sitznachbar fiel mit ein. Er hatte sich auch endlich von seiner Jacke befreit, die sogleich zwischen uns landete. Meine legte ich deutlich ordentlicher darauf und schnallte mich dann an.
Mit einem Blick zu Erik, der bereits ohne Jacke eingestiegen war und nun Pan half, sagte ich belehrend zu Curry: "Siehst du, Erik macht es richtig."
"Du hast deine doch auch erst jetzt ausgezogen!", rechtfertigte er sich sogleich.
"Aber deutlich eleganter als du!", konterte ich erneut, um ihn weiter zu ärgern, woraufhin er mir aber nur beleidigt die Zunge raus streckte.
Mir fuhr das altbekannte Kribbeln durch den Körper und ich beugte mich ein Stück zu ihm rüber, um ihm direkt in die Augen zu schauen.
Dann sagte ich mit leiser, drohender Stimme: "Mach das noch einmal und ich schwöre dir, ich beiß sie ab!"
Curry riss erschrocken die Augen auf und lehnte sich ein Stück von mir weg, erwiderte aber nichts. Ich war überrascht, aber auch etwas schadenfroh, ihn mal sprachlos zu sehen.
Während Erik ausparkte, machte ich es mir wieder auf meinem Sitz bequem und lehnte den Kopf gegen die Fensterscheibe, sodass ich schon fast befürchtete einzuschlafen. Aus den Augenwinkeln schielte ich zu Curry rüber, der raus schaute und mit den Fingern nervös auf seinem Bein trommelte.
'Hat mein Kommentar ihn so aus der Fassung gebracht oder was ist los? Normalerweise kann er doch nicht mal eine Minute lang den Mund halten.', überlegte ich und war sehr irritiert von seinem Verhalten.
Ich musterte ihn weiter verstohlen und versuchte, in seinem Gesicht eine Antwort zu finden. Verwundert stellte ich fest, dass er nicht sehr fröhlich aussah. Da ich mir seine schlechte Laune jedoch nicht erklären konnte, beschloss ich seufzend, ihn erst einmal in Ruhe zu lassen.
Stattdessen sah ich nach vorne und beteiligte mich an der Diskussion des Pärchens, welches Spiel wir später aufnehmen wollten, da nicht alle für die Leistung unserer Laptops geeignet waren.
Während Erik für einen Klassiker war, wollte Pan lieber etwas Neues ausprobieren. Nach einigem Hin und Her mischte sich auch Curry ein, der letztendlich einen Kompromiss vorschlug, mit dem alle zufrieden waren.
Da alle drei wieder verstummt waren, dachte ich nochmal an die ältere Dame zurück und fragte mich verwirrt: 'Was meinte sie bloß? Dass Curry gut zu mir passt? Oder wollte sie mich nur nochmal ermutigen, ihm alles zu erzählen?'
'Vielleicht hat sie auch irgendein Anzeichen dafür gesehen, dass er mich auch lieben könnte.', grübelte ich hoffnungsvoll weiter und lächelte bei dem Gedanken.
Während ich in einem Tagtraum versank, wie die Situation ablaufen könnte, in der ich Curry alles erzählte, rutschte ich unruhig auf meinem Sitz herum. Warum ich mich plötzlich so unwohl fühlte, konnte ich nicht sagen, bis ich einem Impuls folgend zu Curry herüber schaute und erstarrte, weil er mich direkt ansah.
Es wirkte für mich jedoch eher so, als ob er durch mich hindurch starrte und mit seinen Gedanken ganz weit weg war, sodass ich ihn unverhohlen mustern konnte. Als mein Blick jedoch auf seine Lippen wanderte, wandte ich mich schnell ab und beobachtete ihn stattdessen weiter über die Spiegelung in der Scheibe.
Er starrte mich noch einige Sekunden lang an, bevor er wieder zu sich kam und zur anderen Seite aus dem Fenster sah. Mit einem verstohlenen Blick zu ihm konnte ich sehen, dass seine Wangen einen leuchtenden Rotton angenommen hatten und wunderte mich mal wieder über sein merkwürdiges Verhalten.
'Warum fühlt er sich in meiner Nähe so unwohl? Hat er Angst, dass ich ihn nicht mehr neben mir haben will, wegen seinem Geständnis?', fragte ich mich und hörte wieder mit einem halben Ohr Erik und Pan zu, die sich über die Kälte beschwerten.
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