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Echo der Vergangenheit

GeschichteFantasy / P18 / Gen
Envy OC (Own Character)
19.11.2018
03.02.2021
11
15.484
2
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19.10.2020 1.043
 
Wochenlang streiften sie durch die Wälder ohne einem einzigen Menschen zu begegnen, genau wie Sidera es versprochen hatte. Envy wusste nicht was er davon halten sollte. Auf eine seltsame Art und Weise war es entspannend nicht dauernd von ihnen umgeben zu sein. Sie waren nervig und verursachten normalerweise einen Knoten in seinem Magen. Aber es war auch ungewohnt so ganz ohne sie zu leben. Stattdessen war er nun an diese Frau gebunden.
Widerwillig trottete er hinter ihr her und behielt sie dabei genau im Auge. Schon oft hatten sie nun miteinander gejagt und hatten dabei jedes Mal eine andere Gestalt gewählt. Sidera meinte, dass sie dadurch noch weniger auffallen würden. Envy dagegen vermutete, dass es ihr einfach Spaß machte. Dieses Mal hatten sie sich für zwei rote Füchse entschieden.
Vorsichtig schlichen sie sich durch einen besonders kleinen Wald in der Nähe eines Dorfes. Sie mussten sehr Vorsichtig sein. Jederzeit könnte ein Jäger oder ein Spaziergänger auftauchen und Sidera hatte solche Angst von ihnen als Drache erkannt zu werden, dass sie nicht zu nahe kommen wollte. Dennoch nagte diese Neugier an ihr. Ein Verlangen zum Verbotenen, das sie nicht unterdrücken konnte.
„Du weißt schon, dass sie echt nicht so intelligent sind oder?“ wiederholte er wieder einmal.
„Nein ich muss vernünftig bleiben!“ versuchte sie sich selbst einzureden.
„Ich will kein Risiko eingehen. Wenn sie uns erwischen, dann war´s das für uns!“
Ihre Stimme war angespannt und leise. Sie lief geduckt und bedachte jeden einzelnen Schritt, den sie tat.
Er rollte mit den Augen, hielt seine Ohren jedoch gespitzt.
Nach einer Weile drehte sie sich genervt zu ihm um: „Könntest du bitte etwas leiser trampeln?!“ fauchte sie.
Er lachte herablassend in sich hinein.
„Wie ihr wünscht, eure Hoh…“
„Schhht!“
Fragend sah Envy sie an.
Es dauerte noch etwas länger, bis seine Nase eine Veränderung feststellen konnte. Aber da war es! Mensch!
Sidera sträubt das Fell vor Aufregung.
„Wir müssen von hier verschwinden!“ sagte sie zwar, bewegte sich jedoch keinen Zentimeter; mit einem Funken in den Augen, das Envy nicht so recht deuten konnte.
Der Menschengeruch wurde immer stärker und endlich verstand er was er da wirklich roch. Abgase!
Das Knurren eines Autos hallte durch den Wald und ließ Sidera zurückzucken.
„Das sind die Blechkisten in denen sie immer sitzen!“ hauchte sie mehr zu sich selbst.
Das Brummen wurde immer lauter und der Gestank immer stechender, was Envy angewidert die Nase rümpfen ließ.
Wenige Sekunden später rollte ein völlig von Schlamm überzogener Wagen an ihnen vorbei. Seine riesigen Räder zermalmten alles was ihnen in die Quere kam und so drückten sich die beiden Füchse noch tiefer in die Büsche hinein hinter denen der Wagen bald verschwunden war. Envys erster Instinkt war es sich aus dem Staub zu machen, doch Sidera schien das anders zu sehen.
„Diese Dinger bauen sie selbst? Unfassbar!“
Vorsichtig kam sie aus ihrem Versteck hervor und machte Anstalten dem Auto zu folgen.
„Hey, was ist aus ‚wie müssen uns von ihnen fern halten damit sie uns nicht entdecken‘ geworden?“
„Du hast selbst gesagt, dass sie uns nicht erkennen würden. Außerdem kann ein kurzer Blick nicht schaden.“
Er wollte ihr widersprechen, doch sie war dem Auto schon hinterher gesprungen.
„Das geht nicht gut aus.“ Murmelte Envy zu sich selbst, folgte Sidera jedoch einige Herzschläge später.
Envy rief ihr hinterher, versuchte sie aufzuhalten. Doch sie hörte ihn nicht mehr. Sie begann zu rennen um mit dem Auto aufschließen zu können.
„Das ist doch albern! So interessant sind sie wirklich nicht!“
Ein ungutes Gefühl rumorte in seinem Magen und er begann etwas schneller zu laufen. Sie würde doch nichts dummes anstellen oder?
Der Wald verdichtete sich und bald schon hatte er sie aus den Augen verloren.
Er fluchte und versuchte ihrem Geruch zu folgen, war jedoch noch nicht ansatzweise gut genug. Er hatte nur eine leise Ahnung in welche Richtung sie gegangen war und dieser versuchte er so gut es ging zu folgen.
Envy biss verärgert die Zähne zusammen. Sowohl aus Enttäuschung über sich selbst, als auch über die Naivität des Drachen.
Wenn ein Fuchs einem Menschen begegnet konnte das nur schlimm enden.
„Hey!“ rief er, unsicher ob es eine gute Idee war.
„Wo bist du? Ich kann dich nicht finden. Komm zurück!“  
Doch eine Antwort blieb aus. Natürlich blieb sie aus. Hoffnungslos tappte er durch den Wald. Konnte ihm das mächtige Wesen, das sich so gern in seinen Kopf drängte nicht einen Tipp geben wo er suchen sollte, wenn er schon von ihm verlangte in ihrer Nähe zu bleiben? Was hatte er denn davon, wenn er sie jetzt verlor?
„Draaaaacheeeee!“ er zog das Wort länger als nötig in die Länge.
Aus weiter Ferne hörte er den hellen Schrei eines Fuchses.
Envys Kopf schoss in die Höhe. Er spitzte die Ohren und versuchte herauszufinden aus welcher Richtung der Schrei gekommen war.
Noch einmal konnte er das spitze Schreien hören. Er knurrte in sich hinein und stürzte in dessen Richtung.
Taunasse Blätter schlugen ihm ins Gesicht, durchnässten sein Fell und erschwerten seine Sicht. Trotzdem lief er so schnell er konnte weiter.
Schlitternd kam er auf dem nassen Schlamm zum Stehen, kurz bevor er durch das Dickicht auf eine Lichtung gerannt wäre.
Sein Geruchssinn warnte ihn eindringlich. Mensch!
Das einsame Auto von vorhin stand einsam und verlassen am Rande einer größeren Lichtung. Es war völlig verstummt, sodass er Sideras Rufe genau hören konnte. Sie kamen von irgendwo auf der Lichtung, doch er konnte sie einfach nicht entdecken.
Ein schwer gebauter Mann stieg aus dem Wagen aus, knallte die Rostigen Tür hinter sich zu und kam selbstgefällig auf die Lichtung stolziert.
Envy duckte sich tiefer ins Gras und beobachtete ihn.
Der Mann näherte sich einem Haufen aus Blättern und Zweigen, der sich in der Mitte der Wiese befand. Er streckte sich kurz und machte sich daran den Haufen beiseite zu räumen.
Zum Vorschein kam eine Höhle im Boden, die an einen Dachsbau erinnerte. Zu Envys Verwunderung griff der Mann hinein und zog einen metallenen Käfig hinaus. In dessen Inneren wand sich ein roter Fuchs voller Panik. Wieder hörte er Sideras verzweifelte Schreie.
Verärgert biss er die Zähne zusammen. Sie hatte sich doch tatsächlich fangen lassen!
Während er sie mit immer kreativeren Worten verfluchte machte sich der Mann, selbstzufrieden wie er war, auf den Weg zurück zu seinem Auto.
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