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Echo der Vergangenheit

GeschichteFantasy, Übernatürlich / P18 / Mix
Envy OC (Own Character)
19.11.2018
01.05.2021
12
16.900
3
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23.04.2019 1.153
 
Envy stemmte sich mit wachsender Kraft gegen den Drachen, der ihn zu zerquetschen versuchte. Sein Körper wuchs so schnell, dass es ihm fast alle Knochen brach. Sein Gesicht veränderte sich zu dem eines Tieres, schien dabei jedoch mitten in der Verwandlung stecken zu bleiben, wodurch eine groteske Fratze aus einer Mischung aus Mensch und Tier entstand. Zwei weitere Arme stießen ihm aus den Seiten und seine Hautfarbe schlug in ein Grün um. Er wuchs immer weiter, bis er etwa die Größe des Drachens erreicht hatte und sich ein Echsenartiger Körper mit acht Beinen gebildet hatte.
Das Monster in seinem Inneren war zum Vorschein gekommen.
Der Drache schlug wütend mit den Flügeln, um von ihm ab zu lassen. Er flog hoch in die Luft und Envy brüllte ihr hinter her, als sich die Gesichter aller Seelen in seinem Stein der Weisen durch seine Haut zwängten, jedoch nicht hinauskamen.
Er bleckte seine noch immer recht menschlichen Zähne und machte den Rücken krumm. Sie sollte verschwinden. Sie sollte Angst vor ihm bekommen. Sollte fliehen!
Doch sie tat nichts dergleichen. Sie senkte den Kopf und präsentierte ihre messerscharfen Eckzähne, wobei sie ein tiefes Knurren von sich gab.
Eine Weile standen sich die beiden furchterregenden Monster nur drohend gegenüber, bis Envy den ersten Zug machte.
Er verlagerte sein Gewicht und sprang auf sie zu. Er landete mit solcher Wucht auf ihr, dass sie zu Boden stürzte.
Er ohrenbetäubendes Kreischen war zu hören, wie von zwei Raubtieren, die sich gegenseitig in die Mangel nahmen.
Envy befand sich erst über ihr und versuchte sie mit seinen Krallen zu verletzen, doch ihre Schuppen waren zu hart. Er hatte kaum eine Chance durch sie durch zu dringen. Sie ihrerseits verbiss sich immer wieder in seiner weicheren Haut, die jedoch sofort wieder heilte und keinerlei Spuren hinterließ.
Sie umklammerten einander und wälzten sich durch die umgestürzten und teilweise noch stehenden Bäume.
Die Monster brüllten mit solcher Intensität, wie sie noch in der Unterwelt zu hören sein mussten. In einem Radius von mehreren Kilometern flogen die Vögel erschrocken auf und suchten im Himmel nach Schutz, nicht wissend was für Wesen solche grässlichen Geräusche machen könnten.
Erst als der Drache auf Envy saß und die meisten seiner Beine am Boden festgenagelt hatte, konnte Envy mit seinen Krallen auch ihre Haut durchstoßen. Der Bauch war ihre Schwäche. Blut benetzte seinen Arm, doch sie ließ nicht ab.
Blind vor Hass und Wut zerfetzten sich die beiden Monster gegenseitig, bis es dem Drachen genug war. Sie versuchte Envy von sich zu stoßen, doch er krallte sich an ihr fest. Auch durch die Raserei hindurch wusste er, dass er auf Distanz im Nachteil sein würde.
Doch dann drehte sich der Spieß plötzlich.
Sie packte ihn am Schweif und schlug kräftig mit den Flügeln. Envy realisierte zu spät was sie vor hatte.
Sie erhob sich mit ihm in die Lüfte und er ließ von ihr ab. Verzweifelt zappelte er, brüllte er und versuchte sich irgendwie am Boden fest zu halten. Suchte halt an umgestürzten Bäumen. Griff nach Ästen von noch stehenden Bäumen, doch es hatte keinen Sinn. Sie war zu stark. Der Wind von ihren Flügeln drückte die Blätter und Äste der Bäume beiseite. Ließ sie in alle Richtungen wirbeln, als wäre der Sturm zurückgekehrt. Der Boden unter ihnen rückte immer weiter in die Ferne. Weder Brüllte Envy, noch Knurrte er mehr. Er schrie vor Angst und nackter Verzweiflung.
Er sah zu ihn hinauf. Sie ächzte und schnaufte, hatte aber dieses Feuer in den Augen und bleckte noch immer die Zähne. Sie war fest entschlossen.
„Lass mich runter, du Wahnsinnige!“ schrie er ihr entgegen.
Tatsächlich sah sie zu ihm hinunter. Er erkannte ihre Gesichtszüge kaum gegen die helle Wolkendecke, doch er hätte schwören können, dass sie, hätte sie noch ihr menschliches Gesicht besessen, gegrinst hätte.
Sein Herzschlag setzte aus. Er riss die Augen auf und schon hatte sie ihn losgelassen. Er stürzte in rasender Geschwindigkeit zu Boden. Der Wind pfiff in seinen Ohren, ließ seine Haare in alle Richtungen wirbeln. Ihm wurde die Luft aus den Lungen gesogen, sodass er nichtmal mehr schreien konnte. Mit Entsetzen hatte er seinen Blick noch immer auf den Drachen gerichtet. Sie war fast nurnoch ein winzig kleiner Fleck am Himmelszelt, als Envy einen umgestürzten, toten Baum unter sich zermalmte. Die harte Erde stob auf und verteilte sich in alle Richtungen, riss auf und wurde zur Seite gedrängt.
Sofort schoss ein unerträglicher Schmerz durch seinen Körper, als seine Knochen zersplitterten und seine Organe zerfetzt wurden.
Er spuckte Blut und verlor das Bewusstsein, noch bevor sein Sturz vollständig gebremst worden war.

Er erwachte nur Momente später. Er lang in einem tiefen Krater, für den er selbst verantwortlich war. Sein Körper heilte sich, er jedoch war noch immer gelähmt. Der Schmerz war abgeebbt, pulsierte jedoch noch immer Dumpf durch ihn hindurch. Er biss die Zähne aufeinander und wartete ab. Seine Glieder zitterten und vor seinen Augen schwummerte es, doch er war noch nicht fertig. Niemals würde er aufgeben!
Die Erde bebte, als der Drache vor seinem Krater landete. Sie sah zufrieden auf ihn hinab und fauchte ihn an. Er starrte zurück.
Seine ausgekugelten Gelenke sprangen zurück an ihren Platz, seine Knochen setzten sich wieder zusammen und seine Organe heilten. Sie kniff die Augen zusammen und er hielt ihrem Blick stand. Nicht eine Sekunde wandte er seinen Blick von ihr um zu sehen, was für eine Zerstörung sie angerichtet hatte. Nicht Mal zu blinzeln wagte er.
Dann, wie auf ein Kommando, sprang er aus dem Loch und schoss auf sie zu. Er schlug ihr in die Seite und sah sich bereits wieder die Oberhand gewinnen, doch dieses Mal war sie vorbereitet.
Sie glitt unter seinem Griff hindurch und stellte sich über ihn. Verwirrt wandte er sich um, bereit den nächsten Angriff zu starten. Doch dazu kam er nicht mehr. Tief holte der Drache Luft, spürte die Energie in sich hochsteigen und öffnete das Maul.
Heiße, alles verschlingende Flammen schossen aus ihr hervor und verbrannten Envys Haut.
Sofort befand er sich wieder in seinem Gefängnis. Vor sich hatte er das Monster, das ihn über so lange Zeit gefoltert hatte. Er hörte das Schnipsen, spürte die Flammen und schrie voller Panik. Er musste hier weg! Sofort!
Er verwandelte sich zurück, voller Angst und verbrannter Haut und versuchte davon zu stolpern. Nur noch Augen für die Flucht. Doch der Drache hielt ihn zurück.
Er stürzte, als er seinen Körper nicht mehr unter Kontrolle hatte. Blitze zuckten um ihn herum, als er sich zu heilen versuchte, doch Envy war bereits in einer Panikattacke gefangen. Er krümmte sich zusammen, bedeckte sein Gesicht, vor Allem die Augen, und flehte um Gnade.
Damit hatte der Drache nicht gerechnet. Sie trat ein paar Schritte zurück, bevor sie sich zurück in ihre menschliche Gestalt verwandelte und besah den verängstigen Homunculus näher.
Er zitterte, hatte die Arme schützend und flehend erhoben und kroch bei ihrem Anblick rückwärts.
„Ich fasse es nicht, dass du mich dazu gezwungen hast!“
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