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Echo der Vergangenheit

GeschichteFantasy / P18 / Gen
Envy OC (Own Character)
19.11.2018
03.02.2021
11
15.252
2
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24.01.2019 990
 
Grade hatte sie noch da gestanden und ihre Hand angestarrt, war sie noch während Envy gesprochen hatte nach vorne gesprintet und hatte ihm in den Bauch getreten. Alle Luft wurde aus seinen Lungen gepresst und er wurde weit nach hinten katapultiert. Mehrmals traf er auf dem Boden auf, bis er endlich schlitternd zum Liegen kam. Steine und Sand hatten seine Haut aufgeschürft, die nun binnen weniger Sekunden heilte.
Verdammt. Woher nahm sie diese Kraft? War sie nicht bloß ein normaler Mensch?
„Wohl eher nicht.“ murmelte er zu sich selbst, als sie plötzlich aus ihrer Kleidung eine lange Kette zog. Surrend wirbelte sie durch die Luft und war an sich schon respekteinflößend, obwohl sie nicht sehr lang war. Ein oder zwei Armlängen und dennoch…
Die Frau kam auf ihn zu gerannt, mit der Kette zum Schlag ausholend, da ließ sich Envy auf die Seite rollen.
Er hatte Glück. Anscheinend konnte sie nicht richtig mit ihrer Waffe umgehen. Die Kette hatte sich um den nächsten Ast eines umgeknickten Baumes gewickelt. Nun ohne ihre Waffe, war die Frau völlig schutzlos und Envy beschloss dies auszunutzen. Seinen Arm noch immer zur Klinge geformt sprintete er auf sie zu und zielte auf ihre Körpermitte.
Doch sein Glück verließ ihn. Anstatt die Kette vom Ast zu lösen, hatte sie einfach den abgestorbenen Ast vom Baum gerissen und in einer einzigen Bewegung in Envys Richtung geschleudert. Der Ast flog, noch immer in die Kette gewickelt, mit seinem schweren, spitzen Ende auf den Homunculus zu.
Diese Attacke traf ihn völlig unvorbereitet, sodass er nicht mehr ausweichen konnte. Die Splitter und Pflöcke bohrten sich in seine Seite und er stieß einen Schmerzensschrei aus. Er fiel zu Boden und rollte noch einige Meter weiter, bis er endlich auf dem Rücken liegen blieb. Er drehte sich auf die Seite und wartete bis der Schmerz verebbte und sich die Wunde schloss.
Seine Gegnerin hatte sich unterdessen die Hände vor den Mund geschlagen.
„Das wollte ich nicht.“ schwor sie und lief auf ihn zu, in dem Glauben, er wäre ernsthaft verletzt.
Ihre Naivität amüsierte ihn und er musste lachen. Noch mit offener Wunde erhob er sich auf seine Beine und ließ sie zusehen, wie seine aufgerissene Seite verheilte.
„Siehst du? Du kannst mich nicht töten.“ Lachte er höhnisch.
Ihre Gesichtsmuskeln zucken, als wüsste sie nicht, wie sie die Situation verarbeiten sollte.
Er hob die Arme, als wolle er sich ergeben, verwandelte seine beiden Unterarme bis zu den Fingerspitzen in scharfe Klingen und ging in einen erneuten Angriff über. Dieses Mal landete er mehrere Treffer. Immer wieder versuchte sie sich vor seinen Angriffen in Sicherheit zu bringen, doch er sprang ihr Geschickt hinterher und schlug zu. Immer und immer wieder. Sie blockte seine Hiebe mit ihrer Kette ab, sodass Funken flogen. Immer weiter fiel sie zurück, bis sie mit dem Rücken an einen Baum schlug, der tatsächlich noch stand. So weit hatte er sie hinaus getrieben.
Doch was Envy leider vergessen hatte war, dass sich ein in die Enge getriebenes Tier wilder und aggressiver verteidigen würde, als es jedes Monster könnte. Und Sidera war in die Enge getrieben. Sie dachte der Fremde würde sie töten. Wut stieg in ihr Hoch. Kochte in ihren Adern und loderte bis zu ihrem Herzen. Ihre Haut prickelte und um sie herum bildete sich ein blauer Nebel, der sie völlig einhüllte, während sich ihre Gestalt blitzschnell änderte.
Erschrocken stolperte Envy zurück, als die Frau gegen die er bis eben noch gekämpft hatte, verschwunden war. Ersetzt wurde sie durch eine gigantische, rote Echse, die alle Bäume in ihrer Nähe niederwalzte. Ihre Klauen bohrten sich in den Boden wie durch Butter. Unter ihrem enormen Gewicht zitterte die Erde und schreckte alle Vögel aus den Bäumen.
Sie bleckte ihre Messerscharfen Zähne und ihre Augen waren noch immer so lodernd wie zuvor. Nur an ihnen konnte er erkennen, dass sich noch immer dasselbe Wesen vor ihm befand wie noch vor wenigen Sekunden.
Ihre Schuppen hatten die Farbe von Feuer, ihre Augen die von der Sonne. Riesige, fledermausartige Flügel ragten weit über ihr auf und ließen sie noch größer wirken, als sie ohnehin schon war. Auf ihrem Kopf befanden sich nach hinten gerichtete Stacheln, die sich bis zu ihrer Schwanzspitze fortsetzten. An diesem hatte sie Steuerruder, in derselben Farbe, wie ihre Flügel, mit denen sie einmal kräftig Schlug. Staub und Dreck wirbelte vom Boden auf und stob in alle Richtungen. Als der kleine Wirbelsturm auch Envy erreichte, hätte es ihn fast von den Füßen gerissen. Schützend hielt er sich die Hände vor das Gesicht, konnte aber nicht verhindern, dass der Sand ihm Tränen in die Augen trieb. Immer wieder musste er blinzeln und wich einige Schritte zurück, um etwas Abstand zwischen ihm und seinem Gegenüber zu gewinnen.
Sie war elegant gebaut. Dünne Beine, ein schlanker Körper und schmale Flügel. Ideal für hohe Geschwindigkeiten.
Envy wusste nicht wieso, aber er konnte nicht aufhören das Wesen, das vor ihm drohend seine Zähne bleckte, zu bewundern. Noch nie hatte er einen Drachen gesehen, geschweige denn an ihre Existenz geglaubt. Doch nun konnte er nicht mehr leugnen, dass ein Drache vor ihm stand und ihn fressen wollte.
Er kam dann aber doch wieder zur Besinnung, als die riesen Echse nach ihm schnappte und er sich mit einem Hechtsprung in die entgegengesetzte Richtung rettete.
Er versuchte sich hinter einem Baum zu verstecken, doch sie riss ihn aus dem Boden und ließ ihn fast auf Envy fallen, als sie ihren Körper dagegen rammte. Er stolperte zur Seite, plötzlich völlig aus dem Gleichgewicht geraten und konnte sich so nicht vor ihrem Fuß retten, der ihn unter sich zerquetschte.
Plötzlich war alles schwarz und er konnte fast hören wie seine Knochen brachen.
Er fluchte, doch es kam nur als ein angestrengtes ächzten heraus.
Hatte sie ihn grade ernsthaft zertreten? Wie konnte sie es wagen!
Nun machte sich in Envy die Wut breit und weckte seine Lebensgeister.
Sie hatte ihn zertreten. Welch Demütigung! Wie konnte sie es wagen?! Das würde sie büßen!
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