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Echo der Vergangenheit

GeschichteFantasy / P18 / Gen
Envy OC (Own Character)
19.11.2018
03.02.2021
11
15.252
2
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02.12.2018 816
 
„Wach auf!“ befahl eine ihm fremde Stimme. Envy öffnete seine Augen. Er befand sich in einem völlig weißen Raum, ohne Wände, ohne Decke und ohne Boden. Wieder in seinem kleinen Körper gefangen, fühlte er sich völlig schutzlos und ausgeliefert. Vor ihm schwebte eine menschengroße Gestalt, dessen Konturen er nur schwer ausmachen konnte. Sie war in gewisser Weise verschwommen, als wäre sie nicht wirklich in dieser Welt. In seinem Kopf drehte sich alles. Er konnte noch immer nicht begreifen, dass er sich nicht mehr in seinem Gefängnis befand. Oder war er gar nicht entkommen? Wenn auch Lust eine Illusion gewesen war, konnte es dieser Raum auch sein.
„Wo bin ich?“ fragte er und versuchte dabei so selbstsicher wie möglich zu klingen.
Die Gestalt schien zu grinsen: „Du befindest dich in einer Zwischenwelt. Zwischen Leben und Tod. Ich habe dich aus dem Tod geholt und kann dir ein zweites Leben bieten. Ob ich das mache oder dich zurück in die Unterwelt schicke liegt ganz bei dir.“
Envy musterte es nervös von oben bis unten. War es wirklich dazu in der Lage? Er wollte niemals zurück in seine Hölle. Niemals! Dennoch kam ihm die Gestalt suspekt vor.
„Wer bist du?“
„Verschwende nicht meine Zeit. Meine Identität tut nichts zur Sache. Es zählt nur was ich für dich tun kann. Und was du für mich tun kannst.“
Er schluckte: „Was willst du?“
Das Wesen kam näher und schien ihm direkt ins Gesicht zu sehen.
„Schwöre, dass du, Envy der Homunculus, immer meinen Befehlen Gefolgschaft leisten wirst. Ansonsten wartet auf dich abermals der Tod.“
Nachdem Envy ihn eine Weile nur geschockt angesehen hatte, fügte es hinzu: „Ich spiele immer mit offenen Karten. Was sagst du? Du kennst die Alternative.“ Ein Bild flackerte auf und er sah wieder das Monster. Es tobte und raste. Zerstörte dabei alles um sich herum.
Ich bin tatsächlich entkommen!
Zum ersten Mal verspürte Envy kein Bedürfnis danach, seinen Gegenüber zu verletzten. Ihn Seelisch fertigzumachen. Ihn zu erniedrigen und zu quälen. Alles was in diesem Augenblick durch seinen Kopf schoss war die Angst vor dem Tod.
„Ich akzeptiere.“ Knurrte er wiederwillig. Er hasste es sich unterzuordnen. Hasste Menschen die auf ihn herunterblickten. Nichts auf dieser Welt hasste er mehr. Doch er hatte keine Wahl. Es war die Einzige Möglichkeit freizukommen. Der einzige Lichtblick auf den er hoffen konnte.
Das Wesen vor ihm schien zufrieden zu sein.
„So soll es sein.“ Er riss beide Arme in die Luft und sofort stieg eine unheilvolle Energie von ihm auf. Es dauerte einige Sekunden bis sich etwas regte.
In dem leeren Raum wehte plötzlich Wind, der ihn umgeworfen hätte, hätte er sich auf seinen Beinen befunden. Aber irgendwie blieb er trotzdem auf einer Stelle. Wie von einer unsichtbaren Kraft dort festgehalten. Er musste die Augen zusammenkneifen, um noch etwas sehen zu können. Ihm stockte der Atem. Eine riesige, Rote Masse schoss auf ihn zu. Erschrocken erkannte er in ihr Seelen. Abertausende Seelen kamen aus dem Nirgendwo auf ihn zu. Envy wollte ihn ausweichen, wollte nicht direkt von ihnen getroffen werden, doch er kam nicht vom Fleck.
„Hey! Warte mal!“ protestierte er, doch die Gestalt machte keine Anstalten sich zu bewegen. Als er wieder nach vorn sah, waren die Seelen bereits nur wenige Meter von ihm entfernt. Sein Stein reagierte sofort. Rote Blitze schossen durch den Raum und verschluckten sie gänzlich. Neue Energie schoss durch seinen Körper und verlieh ihm neue Kräfte. Ein Wirbelsturm bildete sich um ihn herum, als sich die Seelen um ihn zu kreisen begannen.
Bald schon war er stark genug, um sich in seine Menschliche Form zu verwandeln. Er konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, als auch die letzte Seele als Energiequelle in seinen Stein übergegangen war. Er fühlte ich wieder stark. Alle Schmerzen aus der Vergangenheit waren vergessen und er war bereit der Welt zu zeigen, wer er war.
„Damit ist es besiegelt!“ rief das Wesen und hob eine Hand. Rotes Licht erschien in seinen Handflächen und stieg auf. Plötzlich spürte er ein Brennen auf seinem Bein und er sah hinab. Sein Ouroboros-Zeichen leuchtete hell auf und schien zu glühen.
„Freu dich nicht zu früh. In die Welt der Lebenden überzugehen ist für deinen Körper belastender als du dir jetzt wohl vorstellen kannst. Du wirst vielleicht jede einzelne Seele brauchen. Du hast keine Garantie, dass du deine Kräfte noch haben wirst, sobald du angelangt bist.“
Er wollte gerade protestieren, da erschien vor ihm ein gigantisches Tor. Auch hier fehlten viele Zeichen und Symbole auf den Türen. Sie öffneten sich quietschend und anstatt eines hellen Lichtes, war das innere dieses Tores tief Schwarz. Ohne dass er es wollte, wurde er hineingesaugt. Die Strömung riss ihn mit, in einem Gleichmäßigen Tempo ins Leben zurück. Er sah sich noch einmal zu dem Wesen um: „ Und was ist meine Aufgabe?“
„Zerstöre!“ befahl es ihm in einem grausamen Tonfall, bevor die Türen sich schlossen und Envy in die Dunkelheit verschwand.
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