Echo der Vergangenheit

GeschichteFantasy / P18
Envy OC (Own Character)
19.11.2018
12.01.2020
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Hätte ein Fremder sich die Zeit genommen, sich an diesem Ort umzuschauen, hätte er nichts als Dunkelheit gesehen. Die unendliche Tiefe war alles, was man außerhalb des Labyrinths sehen konnte. Oder hätte sehen können, wenn jemand darauf geachtet hätte. Doch das einzige Wesen, die es hätte bemerkten können war gefangen in seiner eigenen Welt.
Panisch kam es um die Ecke geschossen. Seine Haut war übersäht von Wunden, die sich immer langsamer zu schließen begannen. Rote Blitze zuckten um sie herum und ließen es aufleuchten. Auch die langen, schwarzen Haare des Wesens waren völlig verkohlt und schwelten bereits. In seinen Augen sah man die nackte Verzweiflung. Sein ganzer Körper bebte und protestierte, als es immer weiter lief. Es bezweifelte, dass sein Stein es noch ein weiteres Mal heilen würde.
Seine Haut schmerzte höllisch, sodass ihm fast die Tränen in die Augen schossen. Es bog um die Ecke mit dem y-förmigen Riss in der Wand und kam an dem Steinhaufen aus faustgroßen Brocken vorbei. Schon wieder. Es kannte sein Gefängnis inzwischen in und auswendig. Sein Atem ging stoßweise und erschöpft, wie schon seit Ewigkeiten. Wieder hörte es die unheilvolle Stimme seines Peinigers: „Komm raus, Envy! Zeig dich!“
Der Angesprochene konnte nicht anders, als sich umzudrehen. Eine schemenhafte, schattenähnliche Gestalt ragte weit über ihm auf. Sein Körper war schwer auszumachen, doch Envy hatte sich schon so sehr an sie gewöhnt, dass es ihm normal vorkam. Die Augen dieses Wesens lösten in ihm Panik und Hilflosigkeit aus und er hatte das Gefühl, dass sie genau dafür geschaffen worden waren. Das Alptraumwesen hob eine Hand. Instinktiv schloss Envy die Augen. Er wusste was passieren würde.
Das sonst so harmlose Geräusch eines Schnippens erklang, das sich für ihn zum Klang der Zerstörung entwickelt hatte. In weniger als einem Herzschlag  wurde er von einer Gigantischen Feuerwulst eingeschlossen, die sein Blut in den Adern kochte. Ein weiteres Mal explodierte der Schmerz in seinem gesamten Körper. Seiner Haut verbrannte bis auf die Knochen. Er konnte einen qualvollen Schmerzensschrei nicht zurückhalten, als das Feuer sein Fleisch verbrannte. Er stürzte zu Boden, unfähig auch nur einen weiteren Schritt zu tun. Er krümmte sich, versuchte den Schmerzen irgendwie zu entkommen. Er spürte, wie er am Kopf gepackt und unsanft hochgerissen wurde. Ihm wurde schwindelig und die Welt um ihn herum verschwamm. Seine Augen waren dermaßen beschädigt, dass er kaum etwas sehen konnte. Er wurde weggeschliffen und er wusste genau wohin.
„Bitte“ flehte er verzweifelt „Bitte, ich will nicht sterben!“
„Das bist du längst!“ antwortete das Wesen in furchtbar verzehrter Stimme. Der Boden verwandelte sich in Scherben, die seinen Rücken aufrissen. So gut es ging, versuchte der völlig entkräftete Envy sich auf die Beine zu stemmen, doch das Wesen hatte ihn noch immer an den Haaren gepackt und es lief so schnell, dass er nicht hinterher kam.
„Nein! Es…Es tut mir leid, okay?! Es tut mir leid!“ tatsächlich hielt der wahrgewordene Alptraum inne und blickte auf den hilflos zappelnden Homunculus hinunter.
„Was tut dir leid?“
Noch immer zuckten rote blitze um ihn herum, als ihn der Stein zu heilen versuchte. Er versuchte die Hand, die ihn gepackt hielt, irgendwie zu lösen und hielt sich dabei gleichzeitig auch an ihr fest, um den Druck, der auf seiner Kopfhaut lastete, zu verringern.
„Dass ich dieses Mädchen getötet habe. Dass ich Maes Hughes ermordet habe! Bitte, was kann ich tun?“
Es herrschte einige Sekunden stille, dann antwortete das Wesen in gewohnt kalter Stimme: „Du bist ein schlechter Lügner, Envy!“ und ging in noch schnellerem Tempo weiter.
„Halt! Stopp!“ schrie er verzweifelt in die Dunkelheit hinaus „Du bist ein Monster! Ein Monster, hörst du? Ich hasse dich! ICH HASSE DICH!“
Doch aller Protest war umsonst. Sein Peiniger war gnadenlos. Bald schon hatten sie ihr Ziel erreicht. Es war ein Fluss, der sich quer durch die Landschaft wand. Man hätte meinen können, dass er brannte. Doch das war nur die halbe Wahrheit. Phlegethon. Der Fluss des Feuers. Die flüssigen Flammen wanden sich quer durch Envys Gefängnis.
Das Wesen zerrte ihn geradewegs darauf zu. Dort angekommen, blieb es am Ufer stehen.
„Du kennst das Prozedere! Jetzt trink!“ sagte es und tauchte den Kopf seines Opfers unter.
Da Envys Nerven bereits so geschädigt waren, kam ihm das Feuer sonderbar kalt vor, dafür brannte es umso höllischer, als er den Mund öffnete und es seine Kehle hinunterglitt. In seinem Magen glühte die Flüssigkeit warm und pulsierte durch seine Adern.
Wieder wurde sein Kopf hochgerissen und zur Seite geschleudert, sodass er geschwächt am Ufer liegen blieb. Noch immer schnitten die Scherben in seine zerstörte Haut und die Flammen schienen auch in seine Inneren weiter zu wüten. Er schrie vor Schmerz, spürte jedoch auch, wie neue Stärke durch seine Adern floss. Das Flussfeuer sorgte dafür, dass neue Kraft seine Muskeln und seinen Stein der Weisen belebte. So schlossen sich seine Wunden und auch seine Sicht wurde klarer.
Doch er wusste, dass damit nur die erneute Hetzjagd angekündigt worden war. Es hatte sich nichts verändert, nur dass er jetzt über Scherben laufen musste.
Er hatte es schon so oft erlebt. Kaum war er wieder bei Kräften, griff ihn das Wesen erneut an und trieb ihn weiter. Immer weiter über das Scherbenfeld, bis er endlich festen Boden unter sich spüren konnte. Dann versuchte er sich in diesem Labyrinth zu verstecken, was ihm jedoch niemals gelang. Dann brach er zusammen und wurde wieder an den Anfang geschleift. Oder war es das Ende? Er schüttelte den Kopf. Es war ein ewiger Kreislauf ohne Anfang oder Ende.
Ein Mensch und nicht mal ein Homunculus konnte sich die Ewigkeit vorstellen, doch er erlebte sie gerade.
Er rappelte sich auf die Beine und versuchte zu laufen. Bald schon würde die nächste Feuerwand seinen Körper zerstören.
Für ihn gab es keine Vergangenheit. Keine Zukunft. Nur das hier und jetzt, ohne Veränderung, ohne Hoffnung.
Er lief los. Immer schneller. Einfach, weil er nichts anderes tun konnte. Er hatte keine andere Wahl. Er war wie ein Hamster im Rad. Egal wie weit oder wie schnell er lief, er würde niemals vom Fleck kommen.
Jeder Schritt war eine Qual, jeder Atemzug brannte in seiner Lunge. Wieder hüllte ihn eine Feuerwulst ein. Wieder brannte sein Fleisch. Wieder war der Schmerz so groß, dass er an nichts anderes mehr denken konnte, als daran, wie er ihm entkommen konnte. Er stürzte zu Boden, keine Splitter. Dieses Mal jedoch konnte sein Stein seine Wunden schließen und seine Schmerzen lindern. Envy rappelte sich hoch und lief weiter.
Er versteckte sich hinter einer Wand und biss sich auf die Zunge. Sein Atem ging flach und rasselnd. Er wusste, dass das Monster ihn bald finden würde. Er wusste, dass er es nicht besiegen konnte. Er wusste, dass er nicht weglaufen konnte. Es gab keinen Ausweg. Nichts was er hätte tun können.
Er ahnte zwar nicht, wie lange sein Aufenthalt an diesem Ort schon währte, aber er erinnerte sich daran, was seine ersten Gedanken hier waren. Er hatte daran gedacht, wie er all dies beenden könnte. Und wie lange er diese Prozedur aushalten würde. Nun jedoch hatte er erkannt, dass das nicht seine Entscheidung war. Das Wesen entschied, wie viel Schmerz er zu ertragen hatte.
Schritte neben ihm. Er war entdeckt worden! Er drehte sich um und sah bereits das Wesen mit erhobener Hand vor sich. Envy hielt die Arme schützend vor sein Gesicht. Als das gewohnte Feuer ausblieb, sah er verwundert auf.
Etwas anderes schien die Aufmerksamkeit des Monsters auf sich zu lenken. Es hatte vor der Ecke innehalten und starrte nun stur geradeaus. Envy war in den ersten Momenten zu verblüfft um diese Chance zu ergreifen. Sowas war noch nie passiert! Er konnte das nicht begreifen.
Sein Herz schlug ihm bis zum Hals. Dann schob er mit Gewalt alle Gedanken beiseite und begann zu rennen. Gehetzt sah er sich um. Er musste diese Chance nutzen! Diese eine Veränderung. Das war das erste Mal, dass er wieder Hoffnung schöpfte. Er rannte um eine weitere Ecke. Ursprünglich war dies einmal ein Labyrinth gewesen. Doch er war schon so oft hier gewesen, dass er inzwischen alles in und auswendig kannte. Nur den Ausgang fand er nie. Der Fluss war auch bloß ein Teil dieses Irrgartens. Kam er an den Rand, an die Grenze, warf ihn eine unsichtbare Kraft zurück. Es war wie gegen eine Strömung anschwimmen zu wollen, die die eigene Kraft um weiten übersteigt. Man wird zurück gerissen. Auch schien sie in seinen Geist eindringen zu können. Sie brach seinen Geist und befahl ihm sich zurück zu bewegen. Dann wollte er plötzlich nicht mehr entkommen. Plötzlich fürchtete er sich vor dem Unbekannten, außerhalb dieser Welt, noch mehr als von dem Monster.  
Wie sehr seine Welt inzwischen von Angst bestimmt wurde. Das war früher anders gewesen! Oder?
Abrupt blieb er stehen und hechtete in den nächsten Gang zu seiner linken. Er drückte sich so fest an die Wand wie nur möglich und spähte vorsichtig um die Ecke. Er konnte gerade noch sehen wie das Monster sich in Schatten auflöste.
Kalter Schweiß rann ihm den Rücken hinab. Wo war es hin? Was hatte es vor? Konnte er jetzt erleichtert sein, dass es verschwunden war, oder schwärmte es aus um nach ihm zu suchen?
Plötzlich fühlte er sich von allen Seiten beobachtet. Erwartete von überall den nächsten Angriff. Seine Anspannung wurde so groß, dass er es nicht mehr aushielt auf einer Stelle zu hocken. Vorsichtig schlich er aus seinem Versteck hervor. Er versuchte den Punkt zu finden, den das Monster zuvor so angestarrt hatte. Was für ihn schlecht war, war für Envy vielleicht gut. Seine Augen suchten unruhig die Umgebung ab, blieben dabei jedoch nie an etwas hängen. Als wollte er alles gleichzeitig im Blickbehalten. Sein Herz schlug ihm so heftig gegen die Brust, dass er dachte es würde zerspringen. Er zwang sich dazu leise zu atmen, was ihm jedoch nur teilweise gelang. Er vermied es, die Schatten anzusehen, die sich überall um ihn herum an den Wänden hinaufwanden. Er konnte ohnehin nichts erkennen und wenn sein Blick doch an ihnen hängen blieb, konnte er ihn nicht mehr abwenden. In jedem von ihnen könnte der Tod lauern. Wortwörtlich.
Er konnte nicht mehr. Er konnte diese Tortur nicht mehr aushalten. Er musste hinaus, musste weg. Bereits jetzt war er näher am Wahnsinn als ihm lieb war.
„Envy“ flüsterte es direkt an seinem Ohr. Sein Herz setzte einen Schlag aus. Er unterdrückte so gut es ging einen Schrei und ließ sich zur Seite fallen. Er knallte mit dem Rücken an eine Wand, was ihm die Luft aus den Lungen presste. Sein Stein begann zu arbeiten. Offenbar hatte er sich den Kopf aufgeschlagen, doch das Adrenalin, das zur Genüge durch seine Adern floss, unterdrückte den Schmerz.
Sein Blick schoss zu der Stelle aus der er die Stimme wahrgenommen hatte. Nichts. Er stutzte. Er war sich sicher gewesen eine Stimme gehört zu haben.
„Envy, komm!“ verwirrt sah er sich um. Wieder diese Stimme. Und wieder konnte er niemanden entdecken. Er erhob sich auf die Beine und legte eine Hand auf die Wand. Auf leisen Füßen schlich er in die Richtung aus der die Stimme zu kommen schien.
Sein Herz setzte aus. Er war wie erstarrt, als er die Schattenhafte Gestalt vor sich sah.
„Lust!“ kam es ihm nur schwer von den Lippen. Die Silhouette hob eine Hand und winkte ihn zu sich heran.
„Komm.“ Flüsterte sie wieder in einem geisterhaften Ton. Der Homunculus stand noch immer verdattert da.
„Wie ist das möglich?!“ rief er, ohne darauf zu achten, dass das Monster ihn hören könnte. „Warum bist du hier? Was…?!“ Bevor er seinen Satz zu Ende sprechen konnte setzte sich die Gestalt in Bewegung. Er folgte ihr auf wackligen Beinen. Er war völlig in ihren Bann gezogen und so viele Fragen er ihr auch stellte, sie reagierte auf keine von ihnen. Sie führte ihn den langen Gang entlang, von dem er wusste, dass er in einer Sackgasse enden würde.
Sie waren bereits eine ganze Weile gegangen, da wurden Envys Schritte immer unsicherer. Er spürte wie sie sich der Grenze näherten.
Er fragte sich wie weit sie ihn noch führen würde. Allmählich bekam er Angst, dass sie ihn in eine Falle geschleppt hatte. Schon längst hatte er die Fragerei aufgegeben. Sie antwortete ihm ohnehin nicht und es wurde ihm mit jedem Schritt gleichgültiger.
Gerade wollte er abdrehen, da sah er etwas, das ihm fast noch mehr aus der Fassung brachte, als Lusts Gestalt, die weiterhin darauf zuhielt. Dort, wo sich normalerweise eine kalte Ziegelwand befand, hatte sich eine Art Tor gebildet.
Es sah dem Tor durch das er gekommen war ziemlich ähnlich. Nur war dieses um einiges Kleiner und auch schmückten gänzlich weniger Muster die Türen. Diese öffneten sich knarzend und gewehrte einen Blick in ihr Inneres. Ein unglaublich helles Licht strahlte ihm entgegen, sodass er seinen Blick abwenden musste, um seine in der Dunkelheit empfindlich gewordenen Augen zu schützen.
Als er spürte, wie leichter Wind sein Haar umspielte, blickte er auf. Lust überschritt die Pforte und drehte sich zu ihm um. Noch einmal versuchte sie ihn zu sich heranzuwinken, doch er wand sich ab. Es war eine Falle, da war er sicher. Hinter diesem Tor erwartete ihn sicher noch schlimmeres als hier.
„Sie spielen mit dir. Sie manipulieren dich!“ redete Lust auf ihn ein und er zögerte. Hatte er genau das nicht auch bereits festgestellt? Nein, sie konnte nicht Recht haben. Hier wusste er wenigstens was ihn erwartete. In diesem Licht konnte alles lauern.
„Sieh her!“ befahl Lust und er blickte zurück. Das grelle Licht hatte sich zurückgezogen und war dem Bild von Wald und Wiesen gewichen. Der Wind ließ die Grashalme und Blätter tanzen. Die Sonne strahlte von einem wolkenlosen Himmel hinab erschuf magische Strahlen, die durch die Blätter auf den Boden fielen.
Das Bild wechselte und zeigte nun das Meer. Auf der gigantischen Wassermasse brach sich das Licht der untergehenden Sonne und ein einzelnes, einsames Boot schaukelte auf den Wellen umher.
Wieder wechselte das Bild und dieses Mal wurde ihm eine Stadt von oben gezeigt. Er erkannte sie auch nach einer gefühlten Ewigkeit sofort wieder. Amestris. Seine Heimatstadt. Oder jedenfalls war sie das einst gewesen.
Das Bild schwankte und zeigte Bilder aus der Innenstadt. Er sah einige Leute vorbeilaufen. Männer und Frauen. Junge und alte. Dicke und dünne. Große und Kleine. Den meisten von ihnen hatten ein Lächeln auf dem Gesicht und unterhielten sich mit anderen. Ein Mann lächelte die Frau vor sich an. Seine Hände fest mit ihren verschränkt und einem unglaublich zufriedenen Ausdruck in den Augen. Dann hielt er plötzlich an und küsste sie, während er sie in seine Arme schloss.
Es war ein Gefühl, als würde sich ein stumpfes Messer mitten in seinen Magen graben. Neid. Etwas, das schon so lange er denken konnte sein Leben bestimmte. Tausend Gedanken schossen durch seinen Kopf. Gedanken die er nicht haben wollte. Die er nicht auszusprechen wagte.
Er drehte sich so schnell er konnte um und verbarg sein Gesicht: „In diese Welt habe ich nie gehört. Und ich tue es auch jetzt nicht.“
Plötzlich lief eine Gänsehaut seinen Körper hinab. Er hob seinen Blick und erblickte das Grauen in Person. Die Schatten kamen aus allen Ecken gekrochen und vereinigten sich langsam wieder zu einer einzigen Masse. Sie kamen auf ihn zugeschossen und verwandelten sich viel zu schnell wieder in das Monster. Es hob einen Arm. Envy wusste genau was nun folgen würde.
„Nein!“ schrie er. Er sah all die Zeit, die er in dieser Hölle verbracht hatte wieder vor sich. Sah das Monster, fühlte die Flammen auf seiner Haut. Die Schmerzen beim Fluss des Feuers. Die Dunkelheit und die Verzweiflung.
Sie konnten ihm nichts vormachen. Das hier war die Hölle. Überall war es besser als im Tartarus!
Er wand sich zu dem Tor um und begann zu rennen. Lust stand noch immer da, hob sich deutlich vom Licht des Tores ab und winkte ihn zu sich heran. Doch genau in diesem Moment, schien sein Körper aufzugeben. Alle Kräfte die er aus dem Phlegethon gewonnen hatte, waren auf einem Mal verschwunden. Seine Beine drohten unter seinem Körper nachzugeben. Es war als atmete er Wasser ein und er begann zu keuchen. Alles um ihn herum wurde Giftig, selbst der Boden über den er lief und seine Füße brannten, als sie von der Säure zersetzt wurden. Seine Lunge schien nutzlos, nicht mal schreien konnte er. Hinter sich konnte er das Schnipsen hören, das seine Verdammnis ankündigte.
Jeder Schritt war ein Kampf mit dem Leben. Er streckte die Hand nach Lust aus und diese nach ihm. Sie schien etwas zu sagen, doch er konnte sie nicht mehr hören. Sie beugte sich vor, schien ihn empfangen zu wollen. Allein dieses Bild hielt ihn aufrecht. Er erlaubte seinem Gehirn nicht zu arbeiten, erlaubte sich nicht zu denken. Denn er wusste, würde er es tun, würde er Zweifel bekommen. Nur noch einen Schritt von ihr entfernt holte er nach ihrer Hand aus…und griff ins leere.
Ein unendlicher Schmerz breitete sich von seinem Rücken aus. Das Feuer hatte ihn erreicht. Als wäre er mit Öl übergossen worden, umschlossen ihn die Flammen und rissen all seine Lebenskraft an sich. Er verlor den Halt, all seine Sinne kamen zum Erliegen und er stolperte direkt in das weiße Licht hinein.




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Sooo,

Dieser Anfang lag nun bereits seit einer geraumen Zeit auf meinem Rechner und ich will unbedingt eure Meinung dazu hören. Ich weiß, der Anfang ist etwas brutal, wobei ich mich dabei an der Folge im Anime orientiert habe. Aber auf dem Papier liest es sich dann wohl doch etwas anders als wenn man es auf dem Bildschirm sieht. Ich hoffe es gefällt trotzdem :)
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