Noch lange nicht unser Ende

von moere1112
GeschichteDrama, Romanze / P16
OC (Own Character) Philipp Burger
19.11.2018
10.01.2019
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Der Montag ging schnell vorbei und wir packten unsere Sachen. Keiner von uns- und vor allem ich- wollte länger als nötig hier sein. Da wir mit zwei Autos hier waren- in einem war unser Werkzeug- fuhren wir separat. Wie immer suchte ich über ein Portal jemanden der eine Mitfahrgelegenheit suchte. Ich hatte schließlich noch 3 Plätze frei und 5 Stunden fahrt alleine, können echt langweilig werden. Auf diese Art lernte ich schon die unterschiedlichsten Menschen kennen und es war nie langweilig und wird es glaube ich auch nie. Schnell hatte ich 2 Gefunden die eine Mitfahrgelegenheit von Bad Salzungen bis München suchten, ich vereinbarte mit ihnen, das ich sie in Ulm am Bahnhof absetzten würde, und sie von dort mit dem Zug fahren könnte.
„Also ich fahr noch mal schnell nach Bad Salzungen und hol die zwei ab und dann mach ich mich auch auf die Bahn. Wir sehen uns dann morgen in der Firma“ verabschiedete ich mich von meinem Geschäftspartner. „Alles klar, fahr Vorsichtig“ lächelte er mich an „Dito“ warf ich ihm noch zu und schloss die Autotür. Nachdem ich alles ins Navi eingegeben hatte, fuhr ich also Richtung Bad Salzungen, über den Samstagabend hatte wir nicht mehr gesprochen. Ich hatte es auch versucht zu verdrängen und möchte daran auch keinen Gedanken mehr verschenken. Ich parkte bei einer Großen Kaufhalle und zündete mir noch eine Zigarette an , als ich mich am qualm verschluckte, das konnte doch nicht den ihr ernst sein oder? Ich hatte mich gerade beruhigt als sie an meinem Auto ankamen. „Hey“ grinste mich Martin an und ich funkelte ihn nur böse zurück. Philipp würdigte ich keines Blickes. „Könnt ihr nicht einfach gehen, ich warte hier auf jemanden!“ zischte ich und schaute gerade aus. „Wirklich? Wir auch, wir warten auf die Mitfahrgelegenheit die uns rettet! Im Bus war kein Platz mehr und Zugverbindung schien einfach schlecht zu sein.“ Erklärte sich Martin und ich würde am liebsten einfach laut schreien. Das kann doch nicht wahr sein oder? Gab es solch einen Zufall? Aus 200000 Mitgliedern dieses Portals mussten ausgerechnet die zwei bei mir landen?. „Dann mal herzlichen Glückwunsch, ich bin dann wohl die Mitfahrgelegenheit!“ sagte ich ironisch und schnipste die Kippe weg. Ich saß schon hinterm Steuer als die zwei mich immer noch misstrauisch ansahen. „Wollt ihr wurzeln schlagen oder was. Gepäck in den Kofferraum und einsteigen.“ Fauchte ich und erkannte mich kaum selber wieder. Ich mein Martin schien echt nett zu sein aber er bekam auf Grund der Anwesenheit von Philipp all meinen Hass mit zu spüren. Sie taten was ich sagte und nahmen Platz. Philipp schien verstanden zu haben und setzte sich ohne weiteres auf den Platz hinterm Beifahrer. Ich konnte ihn zwar sehen, wenn ich in den Rückspiegel schaute aber wenigstens saß er nicht neben mir. Ich fuhr gerade aus der Ortschaft raus als Martin die Stille unterbrach. „Du hast also eine Zimmerei , ja?“  „Scheint so!“ sagte ich eher monoton. „Wie lange hast du die schon?“ Ich dachte ob ich ihn vielleicht einfach ignorieren sollte doch da hätte ich auch allein fahren können. „5 Jahre, ich hab Hannes bei der Gesellenwanderung getroffen, gemeinsam haben wir unseren Meister gemacht und anschließend unsere Firma gegründet, mit mittlerweile 10 Mitarbeitern!“ „ Wow, das ist echt klasse“ kam es aus der hinteren Reihe , ich versuchte es zu ignorieren. „Du kommst also auch aus Brixen?“ „Richtig!“ beantwortete ich Martin´s frage. „Also brauch ich gar kein Hochdeutsch zu sprechen? „demnach nicht!“ ich hasst mich selber für meine Schlecht Laune aber ich konnte echt nichts dagegen tun. Nun redete er im Dialekt „wie Alt warst du noch gleich?“ ich atmete tief durch, denn ich wusste das ich sonst ausrasten würde. Warum durchlöchert er mich so. „30!“ „Und jetzt geht es endlich Heim zu Mann und Kindern?“ , hätte ich keine Autos hinter mir , hätte ich jetzt eine Vollbremsung gemacht und ihn gefragt was das hier wird. „Nein und noch mal nein! Ich hab echt nichts gegen dich aber können wir dieses Frage Antwort spiel beenden oder magst du gleich noch wissen welches Shampoo ich benutze?“ ich versuchte wirklich nicht komplett zu eskalieren was echt schwer war. Philipp hörte ich hinten kichern und schaute ihn sauer durch den Spiegel an. Er wäre der letzte der sich hier überhaupt zu Wort melden dürfte.
Die Fahrt lief bis jetzt recht entspannt, die Straßen waren frei, die anderen zwei schien Schlaf nachzuholen und so legte sich auch meine Schlechte Laune wieder ein wenig. Das lange sitzen war ich wirklich nicht gewohnt und so beschloss ich eine Pause einzulegen. Die Jungs wurden wach als ich den Motor ausschaltete und schauten sich orientierungslos um. „Ich brauch eine Pause!“ informierte ich sie und stieg aus. Ich vertritt mir etwas die Beine und zündete mir- wie auch die anderen zwei- am Auto eine Zigarette an. Stillschweigen standen wir nun rum und versuchten einem Blickkontakt zu umgehen, schließlich war es so schon unangenehm. „Wie lange brauchen wir noch bis Ulm?“ unterbrach mal wieder Martin die stille. „Puh, ich glaub, ca 2 stunden“ -eindeutig 2 Stunden zu viel- dachte ich. Philipps Handy klingelte und er ging 2 Schritte weit weg von uns. „ Ehm Lina?“ hörte ich nun seine unverkennbare Stimme. Ich atmete tief durch und versuchte zu ignorieren , das sich jeder Muskel meines Körpers angespannt hatte. „Ja“ schaute ich ihn nun an. „Wäre es möglich, wenn du uns bis zum Bodensee mitnimmst?“ – Wie war das noch gleich mit den 2 Stunden, naja aus 2 wurden dann mal schnell 3 – 4 – „ Wenn es sein muss“ sagte ich und zuckte lässig mit den Schultern, so als wäre es mir egal – was es natürlich nicht war-. „Danke“ sagte er und ich stieg wieder ins Auto.
Martin war der erste der nun wieder ins Land der Träume zurück fand und seelenruhig neben mir schnarchte. Wie gern würde ich jetzt mit ihm tauschen, einfach die Augen zu machen und wenn ich sie wieder öffnen würde, wären wir am Ziel und ich wäre die beiden los. Tja das Leben ist kein Ponyhof, heißt es doch oder?!
„Ich….Ich weiß das das hier nicht der richtige Zeitpunkt ist aber-…“ „Dann lass es doch einfach“ zischte ich dazwischen und unterbrach ihn. Mein Blick huschte kurz in den Rückspiegel und anschließend wieder auf die Straße vor mir. „Ich will nur das du weißt, das es mir Leid tut. Ich wusste nicht das ich dich damit so verletzt habe!“ kam es zögerlich von ihm. Ich glaubte mich echt verhört zu haben aber das war echt sein ernst oder? „Bitte was? Du wusstest es nicht? Wie hofft habe ich dir damals gesagt was ich für dich empfinde und-……“ich machte eine Pause, ich wusste das das alles 12 Jahre her war und ich bin erwachsen und definitiv raus aus diesem Alter. Ich bin im Grunde nicht nachtragend. „Hippfi“-so hatte ich ihn immer genannt wenn wir alleine waren- „…ehm Philipp… es ist im Grund egal ob es dir Leid tut oder nicht. Passiert ist passiert und ich mein es hat doch für uns beide ein Happy End , oder? Du hast Frau und Kinder und ich bin Glücklich mit meiner Firma….Wir sollten es einfach darauf beruhen lassen. Was nicht heißt das es vergessen ist, es hat mich wirklich sehr verletzt aber hey, nach dieser Fahrt werden wir uns eh nicht wirklich wiedersehen .“ – hoffe ich doch mal-. „Happy End“ lachte er Hönisch, ich verstand nicht und schaute ihn etwas länger durch den Rückspiegel an, neben mir schnarchte es noch friedlich. „Was ist?“ meine Neugier war geweckt. „Mit den Kindern magst du recht haben aber mit meiner „Frau“ naja, also sie versteht unter Ehe was anderes“ sein Blick wirkte angespannt und doch verletzt „Aber hat hier nichts zu Suchen“ fügte er noch schnell hinterher und ich belies es auch dabei. Er wollte es mir schließlich nicht sagen und das musste ich akzeptieren.  
Nach ca 2 stunden Schnarchorchester ál lá Martin, wachte er wieder auf und sah wirklich „verbimmelt“ aus, sein Zopf hing auf halb acht und seine Augen waren zu kleinen Schlitzen geformt, ich musste mir ein lachen verkneifen und versuchte mcih auf die Straße zu konzentrieren. Philipp und er unterhielten sich über die weitere Tour und über andere Dinge, die ich aber gekonnt ausblendete, ich Konzentrierte mich stattdessen auf das Radio und den Typen darin, er Sprach gerade über irgendein gewinn spiel, in dem man ein Auto gewinnen konnte, man musste nur einen Begriff erraten. Dann ging ich gedanklich meine heutige Abendplanung durch, ein Blick auf die Uhr verriet mir, das ich ca 22 Uhr zu hause sein würde, das hieß außer duschen und Bett würde nicht viel passieren. Morgen war wieder Arbeiten angesagt, die andere hälfte unseres Team war schon an einer anderen Baustelle in der Nähe von Kufstein und ich wollte ihnen am Mittwoche einen Beusch abstatten. Morgen würde nur Papierkram anstehen und das war wirklich nicht so mein Fall, Rechnungen schreiben und Aufträge bestätigen. „Und wo sollen wir jetzt pennen!“ hörte ich es panisch von rechts, dies holte mich zurück aus meinen Gedanken. „Ich bekomme kein Zimmer mehr, nicht eins und das in einer Stadt wie Lindau, ich kann doch auch nichts dafür!“ hörte ich es entschuldigend von Philipp. – Kein Schlafplatz? Bitte kommt nicht auf die Idee…und doch sie kamen darauf- „Paulina, wäre es möglich bei dir unter zu kommen, wir verschwinden bevor du wach wirst, versprochen und außer einem Schlafplatz brauchen wir nicht“ flehte mich Martin schon regelrecht an und ich sagte erst einmal nicht dazu.
Bei mir schlafen? Hatte ich aufgeräumt bevor ich gefahren bin? Wollte ich das überhaupt?- eigentlich nein- aber sollte ich sie ophen Unterkunft aussetzten? Ich war ja im Grund kein Unmensch. Wollte ich ihn so Nah bei mrir haben? Ihn soweit in mein Leben lassen? – eigentlich nein- und trotz der vielen Tatsachen die da gegen Sprachen würde ich einknicken.
Ich atmete tief durch und gab ein leises „Ok“ von mir, alles im Auto blieb kurz still, ich glaub sie hatten damit auch nicht gerechnet auch wenn Martins ich die Antwort erhofft hatte- glaube ich-
„Wirklich! Du.bist.die.beste“ steiß er freudig von sich und ich musste schmunzeln, dieser kleine Südtiroler hatte echt was an sich was es mir schwer macht ihn nicht zu mögen. „Aber ich weiß nicht wie ich mein Haus zurück gelassen habe und ob es aufgeräumt ist!“ fügte ich wenige Augenblicken hinzu. „Haus?“ kam es nun von Philipp.  „Ja Haus!“ „Cool, das hätte ich jetzt wirklich nicht erwartet“ kam von ihm. Ich hatte mir vor 2 Jahren meinen Traum vom Eigenheim erfüllt, auch wenn ich irgendwann den Hof meiner Eltern in Brixen erben würde, ich wollte mein eigenes, ein kleines schönes Haus außerhalb der Stadt, mit einem Großen Garten, keine Nachbarn und mit jeder Menge Ruhe, das fand ich außerhalb von Lindau. Ich erzählte ihm also die restliche Stunde der Fahrt davon wie ich das Haus gefunden habe und wie ich es mit Hannes und ein paar Freunden umgebaut hatte, bis ich von der Autobahn fuhr. Wir fuhren die kleinen Straßen Überland bis wir in den Ort kamen wo ich wohnte, doch auch hier fuhr ich durch und bog kurz nach dem Ortsausgangsschild nach rechts auf einen kleinen Weg, es war sozusagen meine Straße, die allein zu meinem Haus führte. Nach weiteren 500 Meter Berg auf, kamen wir dann bei mir an. Ich parkte mein Auto in der Garage und wir stiegen aus.
„Bitte die Schuhe ausziehen“ sagte ich als wir hineingingen, sie taten was ich sagte und stellten ihren neben meine , die links von der Echtholz Kommode standen. Meine Tasche schmiss ich achtlos unter die Treppe um die Dreckwäsche würde ich mich morgen kümmern, dachte ich und ging in die Küche. „Wollt ihr was trinken?“ fragte ich die zwei, sie schauten sich um. „Ja gerne“ kam es fast gleichzeitig von den zweien. „Du hast es wirklich schön hier!“ kam es von Philipp. „Danke , war auch eine Menge Arbeit“ „Man sieht echt nicht das das hier mal eine Scheuen war“ Ich hatte ihnen vorhin erzählt das ich eine Alte Scheuen gekauft hatte und sie komplett umgebaut hatte, ich wohnte erst seit 1 Jahr hier weil wir ganze 2 Jahre umgebaut hatten. Ich reichte beiden eine kleine Flasche Wasser und lief an ihnen vorbei in mein Wohnzimmer. „Ich mach einmal hier das Sofa zurecht und oben in der Galerie, kann dann noch wer schlafen“ Ich verschwand und lies sie kurz alleine um alles zu holen, mit 2 Decken und 2 Kissen kam ich zurück. „Das Bad befindet sich am Ende des Flurs, kaum zu übersehen, da Groß BAD dran steht“ informierte ich die zwei, „Handtücher sind im Großen Schrank unten , falls ihr Duschen wollt“ fügte ich hinzu und stand schon in der Tür und bereit die Dusche aufzusuchen. „Ich könnt ja erst mal ankommen, ich geh erst einmal Duschen“
Ich sprang also schnell unter die Dusche, zog meinen Bademantel an und ging zurück zu den Jungs, die sich mittlerweile entschieden hatten, wer wo schläft und sich ihren Schlafplatz eingerichtet hatten. „Ich gehe dann mal rüber in mein Bett, ich wünsche euch eine Gute Nacht und wenn ihr irgendwas sucht, dann könnt ihr ruhig überall rein schauen“ lachte ich kurz, denn ich hatte nichts zu verheimlich, „Die Kaffeemaschine ist frisch befüllt und ihr müsst nur noch eine Tasse darunter stellen. Toast oder ähnliches habe ich leider nicht hier, da ich ja jetzt 2 Wochen weg war.“ „Keine Umstände bitte!“ kam von Philipp, der gerade die kleine Wendeltreppe in Unterwäsche herunter stiefelte, war das jetzt sein beschissener erst? – IGNORIEREN- schrie ich innerlich und schloss für einen Augenblick die Augen um mich zu sammeln. „Wollte es euch nur sagen. Also dann bis morgen oder so“ hob ich die Hand und verabschiedete mich in mein Bett.
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