Venom: Etwas Seltsames

OneshotHumor, Freundschaft / P12
Venom / Eddie Brock
19.11.2018
19.11.2018
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Das Wichtigste vorweg:
Venom gehört nicht mir!
Alle Rechte gehen an MARVEL und die Produzenten des Filmes!!!

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Ich musste diese Idee einfach aufschreiben.
Mehr Infos dazu im Nachwort, da ich nichts spoilern will ;).

UPDATE: Teil 2 gibt es dann hier: https://www.fanfiktion.de/s/5c0901cd000231ec34da29f0/1/Venom-Im-Winterwunderland

Und ich würde mich wirklich sehr, sehr, sehr über Feedback in Form eines Kommentars von euch freuen.
Das motiviert ungemein und zeigt mir als Autor, dass ihr ehrliches Interesse an der FF habt und gerne mehr lesen möchtet. Ein Favoriteneintrag kann mir das nicht sagen!

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Etwas Seltsames


„Eddie! Eddie!! Wach auf!“

Zu sagen, dass er beinahe einen Herzinfarkt an diesem Morgen erlitten hätte, wäre die Untertreibung des Jahres gewesen, als Venom ihn nicht gerade sanft aus dem Land der Träume riss, indem er wie ein Verrückter an seiner Schulter rüttelte.

Mit einem Geräusch, welches nicht von dieser Welt stammte, war Eddie aufgeschreckt und aus seinem Hotelbett gefallen. Die Augen weit aufgerissen und mit einem wild schlagenden Herzen in der Brust, hatte er sich umgesehen, ehe sein Blick zu Venom gewandert war, der wie ein riesige Schlange aus seiner Schulter ragte und ihn fast schon ängstlich ansah.

„Was zum Teufel sollte das denn, V?“ murrte der Journalist, als er sich wieder ein wenig beruhigt hatte und sich zurück auf sein Bett setzte. Nur langsam beruhigte sich sein Pulsschlag wieder und murrend fuhr er sich mit der Hand durch das Gesicht und versuchte den Schlaf zu vertreiben. An Schlafen war jetzt eh nicht mehr zu denken. Dank seinem neuen Begleiter…

Der sah ihn immer noch an, als hätte er gerade ein schreckliches Monster gesehen und es schien ihm auch herzlichst egal zu sein, dass er Eddie eben beinahe einen Herzinfarkt beschert hätte. Seine klauenbewährte Hand, die er vorher bereits manifestiert hatte, riss erneut an Eddie’s Schlafshirt und er wollte ihn an das kleine Fenster zerren, welches das Hotelzimmer hergab.

Eddie war erst vor einigen Tagen nach New York gereist, da er hier einen Auftrag an Land gezogen hatte, dem er sich gestern seiner angenommen hatte. Es war auch alles gut verlaufen. Es hatte keinerlei Probleme bei dem Interview gegeben und er hatte bis spät in die Nacht an seinem Bericht gearbeitet, um diesen direkt per E-Mail auf den Weg schicken zu können. Nach getaner Arbeit hatte er sich auf sein Bett und seinen wohlverdienten Schlaf gefreut, den Venom jedoch eben gerade zunichte gemacht hatte. Erneut stieg ein Grummeln in seiner Kehle auf, als er nur daran dachte.

„Ich hoffe für dich das du einen guten Grund dazu hast, mich so aus dem Schlaf zu reißen, du verdammter Parasit!“

Normalerweise hätte Venom ihm wegen des Wortes wegen angefaucht, doch er schien es jetzt, in diesem Augenblick, nicht einmal realisiert zu haben, denn sein Blick blieb weiterhin ängstlich und er zerrte noch einmal an Eddie’s Shirt, was diesen seufzen ließ und er stand nun doch von seinem Bett auf.

„Schau doch nur, Eddie! Da draußen ist etwas Seltsames passiert und es macht uns Angst!“

Der junge Mann zog fragend eine Augenbraue nach oben, als diese Worte an seine Ohren drangen.

Etwas Seltsames, was selbst einem Symbionten Angst einjagte?

Das musste er sehen!

Kurzerhand tappste er zu seinem Fenster, doch als er nach den Vorhängen greifen wollte, die bereits einen Spalt weit aufgezogen worden waren, griff Venom’s Hand danach und riss sie auf.

„Sieh doch, Eddie! Alles ist unter diesem komischen weißen Ding verschwunden! Was ist das?? Werden wir angegriffen? Frisst es die ganze Stadt? Was für eine Lebensform macht so etwas??“

Noch immer war die pure Panik in der Stimme des Aliens zu hören und Eddie brauchte ein wenig um zu realisieren, was hier gerade geschah. Als er es endlich verstand, verzogen sich seine Mundwinkel zu einem breiten Grinsen und es dauerte auch nicht lange, bis kurz danach sein amüsiertes Lachen das kleine Hotelzimmer erfüllte.

Venom auf der anderen Seite verstand so gar nicht, was auf einmal so lustig an der ganzen Situation war. Sie wurden allem Anschein nach von einer unbekannten Lebensform angegriffen und Eddie schien sich überhaupt keine Gedanken darüber zu machen. Eher im Gegenteil, denn Venom konnte keinerlei Angst in ihm spüren. Nur Heiterkeit und…war das etwa der Anflug von Schadenfreude die er da spüren konnte?

Er fletschte die Zähne und knurrte, denn er mochte es so gar nicht, wenn Eddie sich über ihn lustig machte.

„Findest du es etwa lustig, dass wir gerade angegriffen werden?!“ knurrte der Symbiont, doch anstatt seinen menschlichen Partner einzuschüchtern, brachte er ihn nur noch mehr zum Lachen.

„Oh man, V. Wir werden nicht angegriffen. Das ist doch nur Schnee!“

Langsam bekam er sich wieder ein und auch sein Lachen erstarb. Doch das Grinsen blieb bestehen, als er die Vorhänge ganz aufzog und auf die Straße blickte, die sich unter ihm erstreckte und die von einer dichten Decke aus Schnee überzogen war. Schnee war in New York keine Seltenheit, wenn sich das Jahr dem Ende entgegenstreckte. In San Franzisco, wo er wohnte, gab es Schnee nur extrem selten und daher wunderte es ihn nicht, dass Venom so stark darauf reagierte. Doch das er dachte, es sei ein gefräßiges Monster, was sie alle fressen wollte, war einfach zu komisch.

„Schnee? Was ist das?“

„Na das, was du da draußen siehst.“

Der Symbiont legte den Kopf schief und sah ihn fragend an und schien rein gar nichts zu verstehen.

„Hast du denn noch nie Schnee gesehen?“

„Nein.“

Wieder ein Grinsen.

„Na dann wird es mal Zeit!“

Venom verstand rein gar nichts mehr. Erst machte sich Eddie über seine Angst lustig und nun spürte er den Anflug von Vorfreude auf was auch immer.

„Wir sollen da rausgehen? Da, wo dieses Monster auf uns lauert?“

„V, das ist Schnee. Das ist kein Monster. Schnee ist gefrorenes Wasser.“

„Gefrorenes Wasser?“

„Ja. Völlig ungefährlich.“

Während er Venom versuchte zu erklären was Schnee war und das es ihn nicht fressen würde, zog er sich seine dicken Klamotten wieder an, die er am Vortag auf den Stuhl gelegt hatte, der nicht weit von seinem Bett an einem kleinen Schreibtisch stand. Er hatte selber schon eine sehr lange Zeit keinen Schnee mehr gesehen und das letzte Mal war Anne noch an seiner Seite gewesen. Er spürte, wie sich bei diesen Gedanken sein Herz zusammenzog und schnell versuchte er diese Gedanken zu verdrängen und sich stattdessen darauf zu konzentrieren, seine Winterstiefel zuzubinden. Er würde mit dem Auto, was er gemietet hatte, raus aus New York fahren. Dort, wo er unbeobachtet war. Dann konnte er Venom zeigen das Schnee ungefährlich war und vielleicht, nur vielleicht würde der Symbiont sogar Gefallen daran finden…


Es dauerte auch in der Tat nicht lange, bis Eddie eine geeignete Stelle fand, wo er seinen Plan in die Tat umsetzen konnte. Sein Hotel lag am Rande von New York und so musste er nicht lange fahren, um aus der Stadt zu kommen. Er hatte sich für einen kleinen Waldesrand entschieden, denn dort würde er ungestört sein und niemand konnte ihn beobachten.

Venom hielt sich in seinem Körper versteckt, als er aus dem Auto stieg und die kühle Winterluft einatmete. Er schauderte, als die Kälte des Winters unter seine Klamotten kroch und mit ihrer eisigen Hand über seine Haut strich und ihm Gänsehaut bescherte und er zog seinen Schal gleich etwas enger um seinen Hals und rieb die behandschuhten Hände aneinander, um sie warm zu halten. Die beißende Kälte war auch für ihn ungewohnt, doch er störte sich nicht weiter daran, sondern grinste, als er an Venom dachte. Ein menschfressendes, furchteinflößendes Alien hatte allen Ernstes Angst vor einem bisschen Schnee…

„Ich habe keine Angst!“ hörte er auch nur Sekunden nach diesem Gedanken die dunkle Stimme seines Partners in seinem Kopf.

„Natürlich nicht. Wenn du keine Angst hast, dann komm doch raus.“

„Nein!“

„Tze, Weichei!“

Sein Grinsen verbreiterte sich, als er es noch einmal knurren hörte. Normalerweise war es Venom, der ihn mit diesem Wort beleidigte, wenn er sich mal wieder über seine Höhenangst lustig machte, doch heute war es genau umgekehrt. Ja, heute saß er selber mal am längeren Hebel. Und es gefiel Eddie!

Für einige Minuten herrschte Stille zwischen den beiden Freunden, die nur von dem Geräusch unterbrochen wurde, die Eddie verursachte, als er durch den knöchelhohen Schnee stapfte. Irgendwann spürte er, wie sich der Symbiont rührte und wenig später manifestierte er sich aus seiner Schulter heraus. Wie eine riesengroße Schlange ragte er wieder aus seinem Körper und legte sich um Eddie’s Schultern. Ganz geheuer schien ihm die Sache immer noch nicht zu sein und der Journalist war der Meinung zu spüren, wie es den Kluntar schauderte.

„Kalt…“ murrte er, was Eddie wieder grinsen ließ.

„Das können wir ganz schnell ändern.“

Gesagt getan.

Als Eddie sich wieder in Bewegung setzte, saß ein zufrieden grinsender Venom in seiner Jacke. Nur der Kopf schaute heraus und er hatte zwei seiner Tentakel in kleine klauenbewährte Hände manifestiert, die sich am Rand der Jacke festhielten und ihm mehr Halt gaben. Der Rest seines sichtbaren Körpers war unter der warmen Jacke des Menschen versteckt und er genoss sichtlich die Wärme, die ihn nun umhüllte. Und endlich entspannte er sich auch ein bisschen, als er merkte, dass der Schnee ihm wirklich nichts Böses wollte.

An einem umgestürzten Baum hielt Eddie inne und er setzte sich auf den Baumstamm und nahm sich eine Handvoll Schnee, formte eine Kugel daraus und hielt sie Venom direkt vor das Gesicht, der daraufhin leicht zurückzuckte. Dennoch blieb seine Neugierde bestehen und er beäugte das gefrorene Wasser von allen Seiten. Als er sich sicher war, dass es ihm nichts tun würde, manifestierte er einen weiteren kleinen Tentakel und berührte den Schneeball damit.

„Siehst du? Völlig ungefährlich.“

Es ging in der Tat keinerlei Gefahr von der weißen Masse aus und Venom ging sogar so weit mit seiner langen Zunge über den Schneeball zu fahren und sogar ein Stück davon abzubeißen. Überrascht sah er zu Eddie hoch, als der Schnee in seinem Maul wieder zu Wasser wurde und der Journalist konnte gar nicht anders, als bei dem konfusen Blick seines Freundes zu lachen.

„Ich sagte doch, dass das gefrorenes Wasser ist.“

„Wofür ist das gut?“

„Was? Der Schnee?“

Venom nickte.

„Es passiert einfach. Wenn es kalt genug ist und wenn es regnet, gefriert der Regen und kommt als Schnee herunter. Es sieht schön aus und viele Menschen freuen sich darüber. Kinder und auch so manch Erwachsener bauen Schneemänner, gehen Schlitten fahren oder veranstalten Schneeballschlachten.“

Eddie konnte deutlich sehen, dass Venom nicht ein Wort von dem verstand, was er ihm gerade erzählt hatte und so versuchte er es ihm einigermaßen zu erklären. Der Symbiont hörte ihm auch aufmerksam zu und bald schon grinste auch er und ohne Vorwarnung schleuderte er Eddie einen Schneeball ins Gesicht, der von der plötzlichen Attacke so überrascht war, dass er das Gleichgewicht verlor und von dem Baumstamm rutschte und im Schnee landete.

„Was zum…?! Venom!“ knurrte er, als er sich wieder aufsetzte und sich dabei den Schnee von seiner Jacke klopfte.

Der Symbiont grinste ihn weiterhin an und schnell zog er sich in Eddie’s Körper zurück, als dieser einen Schneeball formte und ihm diesen ins Gesicht werfen wollte. Der Konter kam schneller, als es Eddie lieb war, denn Venom hatte in dieser kleinen Schlacht eindeutig einen Vorteil, denn er konnte so viele Tentakel manifestieren wie er wollte und ihn von allen Seiten aus attackieren und es dauerte nicht lange, bis der junge Mann ein „Okay! Okay! Ich gebe auf! Du hast gewonnen!“ herausbrachte, als er schon über und über mit Schnee bedeckt war.

Schaudernd stand er auf und fröstelte, da etwas von dem Schnee seinen Weg in seine Kleidung gefunden hatte und er war nicht sonderlich erpicht darauf krank zu werden. Außerdem hatte es auch wieder angefangen zu schneien, denn dicke Flocken fielen bereits wieder vom Himmel.

Venom hatte sich wieder in seine schlangenartige Form manifestiert und es sich wieder in seiner Jacke gemütlich gemacht und hier und dort schnappten seine mächtigen Kiefer nach den Schneeflocken oder er versuchte sie mit seiner langen Zunge aufzufangen.

Ein triumphierendes Grinsen zog sich noch immer über sein ganzes Gesicht, als er Eddie ins Gesicht blickte und sich dabei die rasiermesserscharfen Zähne leckte.

„Wir mögen diesen Schnee.“

Eddie konnte nur mit den Augen rollen, als er sich auf den Weg zurück zu seinem Auto machte, doch auch in seinen Augen blitzte noch immer das Amüsement.

Was hatte er hier bloß wieder angefangen…

Ende

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Nachwort:
Ich dachte mir, dass so eine Story recht passend für diese Jahreszeit wäre und dieses Bild war auch ein wenig mit Schuld daran: https://i.redd.it/psif4m70zsjy.jpg
Ich fand den Gedanken einfach zu süß, dass Eddie Venom eventuall auch so tragen könnte *grins*.
Da wünscht man sich ja fast selber so einen Symbionten haha.
Vielleicht schreibe ich für die Weihnachtszeit auch noch etwas aus diesem Fandom, bin mir da aber noch nicht zu 100% sicher. Kommt drauf an wie viel Zeit ich dazu finde ;).
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