Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Herr, gib mir die Gelassenheit eines Stuhls - Er muss ja auch mit jedem Arsch zurecht kommen.

GeschichteDrama, Humor / P18 / Gen
OC (Own Character) Tendou Satori Tsukishima Kei Ushijima Wakatoshi Yamaguchi Tadashi
18.11.2018
30.12.2020
61
166.303
56
Alle Kapitel
158 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
30.12.2020 3.462
 
Die neue Woche begann. Tendou war in der Uni. Seine Vorlesungen würden heute beginnen, dass hieß, dass ich ihn eine weitere Woche nicht sehen würde. Seufzend nahm ich mir meine Bento Box. Da es endlich wieder wärmer war und man ohne Jacke rumlaufen konnte, entschied ich mich auf dem Dach zu essen. In der Schule hatte ich immer noch nicht viele Freunde. Der Einzige, der ab und an mir Gesellschaft leistete war Chiaki.  Heute war keiner dieser Tage. Schnaubend ging ich die Treppen hoch zum Dach. Ich blieb stehen als mein Handy klingelte. Eine Sms von-Oh- Hinata. Überrascht las ich die Nachricht. Er fragte, ob ich die Tage Zeit haben würde, um etwas mit ihm und ein paar Teamkollegen von ihm zu machen. Ich antwortete ihm schnell, dass ich Donnerstag Zeit hätte. Naja, was hieß das schon. Ich würde mir Zeit nehmen.
Oben angekommen legte ich mich auf den Betonboden und genoss die Sonne. Irgendwie vermisste ich Tendou und Toshi. Tendou, der mich manchmal nervte und mich veräppelte aber trotzdem liebenswert war und Toshi, mit seiner ernsten störrischen Art. Ich entschied mich beiden eine Nachricht zu schreiben. Ich überlegte beide vielleicht am Wochenende zu besuchen. Ich vermisste sie derbe.
Tendou schrieb mir sofort zurück. Ich grinste dümmlich als ich seine Nachricht las. Er schieb, dass er mich vermisste und dass er sich wünschte, dass ich bei ihm wäre. Die Nachricht von seiner Exfreundin erfreute mich immer noch nicht. Aber ich versuchte darüber hinweg zu sehen und Tendou zu vertrauen, da ich wusste, dass ich ihm viel bedeutete, besonders nach dem letzten Wochenende. Ich wollte einfach nicht, dass er traurig war und schon gar nicht wegen mir.

Das Training war wie immer. Die Neulinge spielten ein Match, um zu sehen, wie weit sie sich entwickelt hatten seit Beginn des neuen Trimesters. Nervig war natürlich wieder Danmachi. Sie konnte es einfach nicht lassen mir sehnsüchtige Blicke zu zuwerfen. Wenn ich vielleicht lesbisch wäre und nicht mit Tendou zusammen wäre, würde ich es mit ihr versuchen. An sich war es ja niedlich, wie sie mich anhimmelte aber auf der anderen Seite auch irgendwie gruselig. Ich war es nicht gewohnt, so von Mädchen angesehen zu werden. Es war einfach merkwürdig. Nicht, dass ich was gegen Homosexualität hatte. Jeder sollte so wie er wollte und Liebe war eben Liebe. Aber ich war es eben nicht und deshalb war mir die Situation unangenehm.
„Also gut“, rief ich als das Training beendet war.  Alle stellten sich vor unseren Trainern auf. „Vielen Dank für die Unterstützung.“, leicht verbeugten wir uns. Als wir uns wieder aufrichteten, konnte ich wahrnehmen, dass beide etwas verlegen waren. Süß.

Ich konnte den intensiven Blick von Danmachi spüren als ich mein Trikot auszog. Ein Schauer lief mir über den Rücken als würde ich ihre stechenden Blicke auf meiner Haut wahrnehmen. Ich schielte kurz zu ihr. Ihr Blick sagte so viel aus. Begehren, Lust. Sie labberte förmlich.
„Saya-san“, ihr Blick fuhr meinen Oberkörper entlang. Sie leckte sich über die Lippen. „Deine Brüste sind echt perfekt.“
Verwundert zog ich eine Augenbraue hoch. Okay? „Äh, danke?“
„Nein, ernsthaft.“, meinte sie ernst. „Sie sind schön groß, perfekt geformt und sehen in deinem BHS zum Anbeißen aus.“
Ich wusste gar nicht, was ich sagen sollte. Es war bizarr. Klar, ich und meine Teamkameraden redeten schon des Öfteren über Brüste, aber mir hatte noch nie einer, mit so einem verlangenden Blick, gesagt, dass ich perfekte Dinger hatte. „Danke?“, wiederholte ich mich. „Aber du hast sie noch nicht nackt gesehen. So schön sind sie nicht.“, brummte ich als ich mir mein T-Shirt anzog und begann meine Shorts auszuziehen. Wieder spürte ich ihren Blick auf mir. Diesmal auf meinem Arsch. Gott. Ich fühlte mich gestalkt und beobachtet. Was war mit ihr los? Wieso war sie so geil auf mich?
„Ist das ein Angebot?“, vielsagend wackelte sie mit den Augenbrauen.
Lachend schüttelte ich meinen Kopf. „Nein, war es nicht. Es war nur ein Kommentar zu meinen Brüsten.“
„Hast du Lust, dich mit mir zu treffen und einen Kaffee zu trinken?“
Ich zog meine Augenbraue skeptisch hoch. Versuchte sie mich auf ein Date einzuladen? „Du meinst ein Date?“
„Wenn du das so sagst.“, sie grinste verführerisch. „Dann ja! Ein Date.“
„Ich habe dir doch gesagt, ich habe einen Freund“, verneinte ich ihre Einladung.
„Aber, das heißt doch nicht, dass du dich nicht mit anderen treffen kannst“, widersprach sie mir.
„Doch genau, das heißt es.“, ich zog mir meine Jeans über, nahm mir meine Tasche und richtete dabei meine Haare. „Ich werde gehen“, mittlerweile waren wir die Einzigen, die noch da waren. „Schließ ab, wenn du gehst.“
„Okay“, Enttäuschung machte sich wohl in ihr breit. Ihr Lächeln wirkte gespielt und zwanghaft.
Seufzend schloss ich die Tür und ging die Treppen runter in Richtung Schuleingang. Die Abendluft war kühl. Ich fierte ein wenig, da ich keine Jacke mithatte. Wie es wohl Tendou ging? Wieder seufzte ich. Ich vermisste ihn, auch wenn mich immer noch das mit seiner Exfreundin belastete. Es tat immer noch weh, viel zu sehr.
Ich spürte in meiner Jeans mein Handy vibrieren. Etwas genervt nahm ich es raus als ich allerdings sah wer anrief, breitete sich ein Grinsen in meinem Gesicht aus.  Ich nahm sofort ab.
„Hey“, wisperte Tendou.
„Hey“, ich konnte es nicht verhindern, dass ich mich glücklich anhörte, wollte ich eigentlich auch nicht. „Wie war dein Tag?“
„Gut. Die Vorlesungen waren anstrengend. Wir haben einen Professor aus Amerika, der nur englisch spricht und uns versucht Statistik beizubringen.“, er seufzte frustriert. „Ich habe natürlich nur die Hälfte verstanden. Aber ich freu mich auf das Wochenende.“, man konnte das Grinsen hören.
„Ich mich auch.“, ich pausierte einen Augenblick. „Ich Treff mich am Donnerstag mit Hinata und ein paar Jungs aus Karasuno. Ich werde ihm dann sagen, dass ich mit dir zusammen bin. Ich muss es ja nicht verheimlichen.“
„Okay“, er klang irgendwie nicht begeistert. Ich presste die Lippen zusammen. Sollte ich ihn darauf ansprechen? Hatte er irgendwelche bedenken? Vielleicht sollte ich ihm sagen, dass er sich keine Sorgen machen musste.
„Mach dir keinen Kopf. Ich bin mit dir zusammen und lass mich nicht von irgendwem anfassen. Versprochen“
„Hm.“, brummte er. „Ich vertraue dir aber nicht den anderen Männern.“
Ich kicherte. „Keine Angst, ich steh nicht auf kleine Jungs. Auch wenn Hinata schon süß ist.“
„Hm“, brummte er wieder. Mir war klar, dass er das nicht hören wollte aber ihn ein wenig zu Piesacken schadete auch nicht.
„Apropos Jungs.“, ich bog in der Straße ab in Richtung meines Hauses. Es war eine klare Nacht, so dass man die Sterne sehen konnte. Der Wind war kühl. Er wehte mir die Haare ins Gesicht. „Ich habe ein Mädchen im Team, dass wohl in mich verliebt ist.“
„Hm.“, diesmal hörte es sich amüsiert an. „Wie kommst du darauf?“
„Beim Umziehen hat sie mich abgecheckt und meinte ich hätte perfekte Brüste. Und dann hat sie mich auf ein Date eingeladen.“, nervös wischte ich mir die Haare aus dem Gesicht. Würde er wütend werden?
„Wie kommst du darauf, dass es ein Date sein sollte?“, fragte er.
„Sie meinte, es wäre ein Date.“, ich verdrehte die Augen.
„Und was hast du gesagt?“, neugierig schmunzelte er durchs Telefon.
Ich konnte mir das Lächeln nicht verkneifen. „Das ich einen Freund habe und deshalb habe ich abgelehnt“
Tendou lachte laut. „Nur deswegen? Hättest du sie gedatet?“
„Ich weiß nicht. Ich würde mich schon gerne ausprobieren, aber ich denke ich steh eher auf Männer. Eine Beziehung mit einem Mädchen, stell ich mir irgendwie naja unbefriedigend vor.“
„Hm.“, summte er genießerisch. „Und den Sex auch?“
Ich wurde rot um die Nase. Das Glühen war unangenehm bei dem kalten Wind. „Ja. Ich bin zu sehr an Penisse gewöhnt.“
Erneut lachte Tendou. Ich schmunzelte. Es war schön mit ihm zu Reden. Allerdings fühlte es sich auch einsam an. Ich vermisste ihn und der Schmerz, der dadurch verursacht wurde, drückte mir die Brust ab.
Eine angenehme Stille kehrte ein. Ich blieb vor meiner Haustür stehen und zog meinen Schlüssel aus meiner Tasche, spielte mit ihm.
„Tendou?“, meine Stimme klang sehnsuchtsvoll.
„Ja, Baby?“
„Ich vermisse dich.“
Einige Sekunden sagte er nichts. Bis er meine Worte erwiderte „Ich dich auch.“
„Ich muss jetzt auflegen und ins Haus gehen. Meine Hausaufgaben warten auf mich.“, bedauernd fummelte ich, den richtigen Schlüssel aus meinem Schlüsselbund.
„Okay. Ich ruf abends wieder an.“
„Okay. Ich habe dich lieb und schlaf schön.“
„Ich liebe dich. Gute Nacht.“, seine Stimme klang sanft, zärtlich, sehnsuchtsvoll.
Mir kamen die Tränen. Gott, ich vermisste diesen Dreckskerl wirklich. Traurig legte ich auf. Ich ging nicht sofort ins Haus. Irgendwie wollte ich am liebsten nach Tokio fahren und ihn sehen. Seufzend steckte ich den Schlüssel in die Haustür. Gerade als ich aufschließen wollte, hörte ich meinen Namen hinter mir.
„Saya.“
Stocksteif blieb ich stehen. Diese Stimme kannte ich. Früher hatte sie mir Gänsehaut über den Körper beschert und heute eher vor Anspannung als vor Vorfreude. Ich war mir nicht sicher, ob ich ihn einfach ignorieren sollte und rein ging oder mich stellen. Angespannt drehte ich mich dann doch um.
Er sah gut aus. Seine blonden Haare klebten an seiner Stirn. Wahrscheinlich kam er gerade vom Training. Wieso fand ich ihn immer noch so anziehend? Ich spannte meinen Kiefer an.
„Was machst du hier?“, unsicher steckte ich meine Hände in meinen Pullover.
„Können wir reden?“, sein Blick war eindringlich. Intensiv betrachtete er mich von oben nach unten und leckte sich dann schließlich über die Lippen.
„Über was willst du reden?“, skeptisch beobachtete ich ihn. Er trug seine Schuluniform. Was wollte er nur hier? Mein Zuhause lag ganz gewiss nicht in der Richtung seines.
„Über uns.“
Ich musste über seine Ernsthaftigkeit höhnisch auflachen. „Über uns? Es gibt kein uns!“
„Ich weiß, dass ich dich verletzt habe und nicht immer gut behandelt aber-„
Ich unterbrach ihn. „Es gibt keins aber! Du und ich, sind Geschichte. Wieso bist du überhaupt hier? Hat sie dich abserviert und jetzt suchst du dir wieder ein neues Spielzeug?“
„Saya.“, bettelnd sah er mich an.
„Gut rede.“, abwehrend verschränkte ich die Arme. Mir war egal, was er jetzt sagen würde. Vor ein paar Wochen hätte ich mich willig in seine Arme geworfen, nur um ihn wieder zurück zu bekommen, aber das war Geschichte. Wenn ich unsere Beziehung Revue passieren lassen würde, dann war sie eigentlich echt mies.
„Ich will dich zurück.“
„Wieso?“, ich sah ihn von oben herab an.
„Weil-„, erschien zu überlegen. „Weil ich dich vermisse und ich jeden Tag an den denken muss.“
Bei diesen Worten konnte ich nicht anders als lautlos zu Lachen. War das sein fucking ernst? Jetzt auf einmal wollte er mich zurück. Jetzt? Als würde ich ihn zurücknehmen wollen, nachdem er mich für diese Bitch verlassen hat.
„Ich mein das ernst!“, langsam merkte man ihm an, dass er wütend wurde.
„Ich bin mit Tendou zusammen, Tsuki“, besserwisserisch sah ich ihn an. Ich fühlte mich gerade mächtig. Als hätte ich die Macht über ihn. Er sollte sich klein fühlen. Ich wollte ihm wehtun, so wie er mir weh getan hatte.
„Ich weiß aber du bist nur mit ihm zusammen, weil du mich nicht haben konntest. Außerdem liebst du mich. Also sind wir wieder zusammen?“
Tsuki hatte wirklich die Gabe diesen Nerv an meiner Schläfe zum Vorschein zubringen. Dieser scheiß Nerv pochte so dramatisch an meiner Schläfe, dass ich das Gefühl hatte, sie würde platzen. Mein Blick fiel auf sein Gesicht. Er schien zu warten. Aber auf was? Darauf, dass ich einfach ja sagen würde? Als würde ich das tun.
„Also?“ Wieso schien er so fucking überzeugt von sich zu sein? Dachte er, ich wäre so dumm und würde ihm wieder zu Füssen fallen?
Ich schüttelte abgeneigt den Kopf. Ich wollte ihm nicht mal antworten. ich machte einen Schritt auf meine Haustür zu.
„Saya.“, seine Stimme klang genervt. Wenn ich ihn so nervte, wieso wollte er mich dann zurück?
Langsam drehte ich mich wieder um, legte mein breitestes Grinsen auf, dass ich in dem Moment aufbieten konnte. „Ehe sterbe ich als mich wieder auf dich einzulassen.“
Ich steckte den Schlüssel in die Haustür.
„Wieso? Ich dachte du liebst mich? Was hält dich ab wieder mit mir zusammen zu sein?“
Wütend ballte ich meine Hände zu Fäusten. Als würde er nicht wissen, was mich abhielt mit ihm zusammen zu sein. Als würde ich das Tendou einfach antun und zurück zu Tsuki dackeln.
„Weißt du. Leibe, ist nicht alles in einer Beziehung. Auch Vertrauen ist wichtig und du hast mir oft genug bewiesen, dass ich dir einen Scheiß bedeute und da denkst du, dass ich zurück angekrochen komme?“ Ich schüttelte ungläubig den Kopf. „Seitdem ich mit Tendou zusammen bin, weiß ich, wie es sich anfühlt wirklich geschätzt zu werden und ich bin es so leid dein dummes Spiel und deine Stimmungsschwankungen mit zu machen.“
Sein Kiefer spannte sich an. Vor Wut oder Genervtheit, wusste ich nicht. Mich interessierte es eigentlich auch gar nicht. Er lockerte sich wieder und ging dann einen Schritt zurück. Er schloss kurz die Augen und dachte nach, schüttelte dann den Kopf. „Ich komm wieder. Wenn es sein  muss, jeden Tag, bis du merkst, dass du nur mich willst.“
Langsam wurde ich wirklich wütend. „Was stimmt mit dir nicht?!“, schrie ich ihn wütend an. „Bist du dumm, oder was? Checkst du nicht, dass es keinen Sinn  macht, mir hinterher zulaufen?!“
Er grinste schief. „Das bezweifle ich. Du hast mir schon oft genug gezeigt, dass es sich durchaus lohnt dir hinterher zu rennen.“ Langsam drehte er sich um und winkte mir kurz von hinten zu als er ging.
„Arschloch.“, zischte ich wütend als ich ins Haus ging.

Keine Ahnung, was sich Tsuki eigentlich dachte. Er vermisste mich? Das ich nicht lache. Das Einzige, was er sicherlich vermisste, war die Tatsache, dass ich ihm unterwürfig war. Aber so wollte ich nicht mehr sein. Ich wollte mich nicht von meinem Partner mehr so runterziehen lassen. So war ich einfach nicht.  Wütend drückte ich das Kissen näher an meine Brust, zerdrückte es mit meinen angespannten Händen. Gott! Wie konnte er es überhaupt wagen hier aufzutauchen? Was glaubte er wer er ist? Arschloch! Arschloch! Arschloch!
„Miau“, verwundert sah ich zu dem kleinen schwarzen Kopf, der sich an der Bettkante hochzog. Wenn ich meine kleine Katze so sah, dann wurde mir wieder ganz warm ums Herz. Sanft begann ich ihren Kopf zu streicheln. Es dauerte nicht lange bis sie aufs Bett sprang und sich auf meinen Bauch legte. Auch die anderen zwei kamen an, um ihre Streicheleinheit abzuholen. Es beruhte mich, sie routiniert zu streicheln. So vergaß ich, dass wiedersehen mit diesem dummen Lackaffen.

Nachdem Training machte ich mich auf am Weg zu dem Treffpunkt, den ich und Hinata ausgemacht hatten. Wir wollten uns an einem Ramenstand treffen und zusammen Abendbrotessen. Als ich nur noch einige Schritte von dem kleinem Stand entfernt war, sah ich schon Hinata, Nishinoya und Tanaka dastehen und auf mich warten. Lächelnd ging ich die letzten Meter auf sie zu und hob meine Hand mit einem Lächeln zur Begrüßung.
„Hey, na wie geht’s euch?“, grinsend kam ich vor ihnen zum Stehen.
Gerade als Hinata ansetzen wollte zu sprechen, unterbrach ihn eine Stimme, die gerade aus dem Laden kam.
„Kommt ihr endlich?“
Meine Augen weiteten sich als ich den blonden Lackaffen von gestern sah. Seine Augen bohrten sich in mich, als würde er mich durchschauen. Nur leider, wusste ich selbst nicht, wie ich reagieren sollte. Was machte er überhaupt hier? Wusste er, das ich kommen würde und dachte sich `Hey, nutz ich die Chance, um ihr auf die Eier zu gehen!`.
Ich schüttelte genervt den Kopf, wandte mich dann an Hinata und die anderen. „Wollen wir reingehen?“
Tanaka und Nishinoya wechselten einen eindeutigen Blick miteinander. Ich glaubte sie verstanden, was hier los war.

„Eine Misosuppe, bitte“, bestellte ich.
Der Kellner vor uns, notierte sich die Nummer des Gerichts und wandte sich an die Anderen fünf. Ja, fünf! Scheinbar wollte Tsuki es mir so unangenehm, wie möglich machen und hatte Yamaguchi mitgenommen. Genervt wandte ich mich zu Tanaka, Hinata und Nishinoya, die über Annahmen diskutierten als sie fertig bestellt hatten. Zu meinem Pech, saß auch gerade die Brillenschlange neben mir. Immer wieder sendete er mir eindeutige Signale zu. Er wollte wohl reden, aber das konnte er sich abschminken. Dieses dumme Arschloch hatte mich nicht verdient! Ich hatte etwas Besseres verdient, so jemanden wie Tendou. Auch, wenn dieser nicht perfekt war und eine andere geküsst hatte. Ich schloss kurz zur Beruhigung die Augen. Ich sollte mich beruhigen. Ich atmete tief ein und aus. Ich sollte mich nicht aufregen. Alles war gut. Nichts, was mich beunruhigen sollte. Doch beruhigen war unmöglich, da ich seine Hand plötzlich an meinem Knie spürte, dass er begann zu streicheln. Ich spannte meinen Kiefer an. Was erlaubte er sich eigentlich? Wieso wollte er mich zurück? Nur um  mich dann wieder fallen zu lassen? Ich schnaubte wütend. Nishinoya zog fragend eine Augenbraue hoch.
„Alles okay, Saya?“
Ich verzog das Gesicht. „Es ist nur wirklich unangenehm, weil ich und Tsuki nicht mehr zusammen sind. Das ist alles.“ Unter dem Tisch schlug ich, Tsukis Hand weg, doch das ließ er sich nicht gefallen und umklammerte sie daraufhin.
Wollte ich den Abend damit verbringen, mich über ihn aufzuregen und seine Hände von mir fernzuhalten? Innerlich seufzend kniff ich ihm in die Hand, sodass er losließ.
Die Gesichter von Tanaka und Noya verzogen sich zu einem `Oh`, während Hinata nur eine Augenbraue hoch zog und zwischen uns hin und her sah.
„Wir streiten nur.“, kommentierte Tsuki dazu. Wir stritten, ja?
Angepisst sah ich ihn an. „Wir streiten nicht.“, genervt fuhr ich mir durch die Haare. „Wir sind seit Monaten nicht mehr zusammen, da er sich eine Andere gesucht hat, die ihm besser gefällt.“
„Ich habe dir gesagt, dass es ein Fehler war.“
„Hast du das?“, fassungslos zog ich meine Augenbraue hoch. „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass du das gesagt hast!“
Irgendwie taten die Anderen mir leid, dass sie da jetzt mit reingezogen wurden. Der Kellner kam zurück an den Tisch und stellte unsere Suppen hin. Ich nickte ihm dankend zu.
„Ich bin jetzt mit Tendou zusammen.“, lächelte ich in die Runde. „Seit zwei Monaten.“
Tsuki verdrehte die Augen. Yamaguchi blieb wie immer still.
„Und ich bin glücklich mit ihm.“ Jeder am Tisch wusste, dass ich diesen Satz bewusst an Tsuki gerichtet gesagt hatte. Sollte er doch merken, was er an mir verloren hatte. Ich begann langsam, aber sicher ihn zu hassen. Da war keine Zuneigung mehr. Nur noch brodelnde Wut und Hass gegenüber jemanden, der nicht wusste, was er wollte.
„Tendou?“, Hinata schien zu überlegen. „Das Guess Monster der Shiratorizawa?“, seine Augen weiteten sich.
Tanaka schlotterte gespielt. „Der gruslige große Kerl, der Hinata fast immer abgeblockt hat?“
Ich schmunzelte bei dem Schauspiel. Ich verstand nie, wieso Leute Tendou gruselig fanden. Er war einer der witzigsten und liebeswertesten Personen, die ich kannte. „Ja, das Guess Monster.“, bestätigte ich ihnen.

Irgendwie wurde es unangenehm. Ich wusste nicht, wie es dazu kam aber seit dem ich erwähnt hatte, das Tendou mein Freund war und er das Guess Monster genannt wurde, war die Luft angespannt zwischen uns allen. Keiner sagte ein Wort und keiner wollte scheinbar darüber reden, denn jeder war in seinen eigenen Gedanken gefangen. Über was die anderen wohl nachdachten?
Tanaka ergriff das Wort. „Du stehst also auf große Mittelblocker.“, er seufzte. „Dann habe ich ja keine Chance bei dir.“
Keine Ahnung wieso, aber es brachte mich zum Lachen und die Anspannung war wieder weg. Dafür beneidete ich Tanaka er konnte jede Situation lockern.

Am Abend als ich in meinem Bett lag, rief ich Tendou an. Es war ein kurzes Gespräch, da wir beide müde waren. Er lud mich allerdings zu sich ein. Am Wochenende wollte er mir ein paar Kommilitonen von sich vorstellen, mit denen er sich wohl schon angefreundet hatte. Das ich Tsuki wiedergesehen hatte und er mich zurück wollte behielt ich für mich. Nicht das es irgendeine Bedeutung hatte aber naja, ich wollte Tendou nicht aufregen. Er sollte sich keine Sorgen machen. Er sollte sich auf sein Studium konzentrieren und mir vertrauen, dass ich ihm treu sein würde. Auch wenn ich nicht behaupten konnte, dass ich ihm zu 100% vertraute. Dass er seine Ex geküsst hatte, dass er mit ihr zusammen war, während er was mit mir hatte, kratzte ziemlich an meinem Ego und an seiner Vertrauenswürdigkeit. Das Gute daran war allerdings, dass bald Ferien waren und ich eine Woche bei ihm sein konnte, ohne, dass mir Tsuki auf den Keks ging. Das war doch schon mal etwas. Und insgeheim freute ich mich auf die Zeit mit Tendou. Ich vermisste ihn sehr.

*****************************************************************

Tut mir Leid. Ich denke, ich schaffe es heute nicht mehr die Kommentare/Reviews zu beantworten.  ABER spätestens morgen Abend werde ich euch zurückschreiben.

Liebe Grüße und ein schönes neues bzw. gutes und gesundes Jahr!
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast