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Herr, gib mir die Gelassenheit eines Stuhls - Er muss ja auch mit jedem Arsch zurecht kommen.

GeschichteDrama, Humor / P18 / Gen
OC (Own Character) Tendou Satori Tsukishima Kei Ushijima Wakatoshi Yamaguchi Tadashi
18.11.2018
30.12.2020
61
166.303
56
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Dieses Kapitel
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16.10.2020 5.436
 
Seitdem ich auf der Shiratorizawa war, war mein Leben erfüllt mit Freude und Glück. Nicht, dass es nicht schon vorher Momente gab, allerdings konnte ich wirklich behaupten Freunde gefunden zu haben und Volleyball wirklich zu lieben.
„Machen das Highschooler wirklich?“, fragend und ernst dreinblickend, wandte sich Wakatoshi zu mir.
„In Animes zu mindestens ja“, erwiderte ich.
Wir erfüllten gerade das klischeehafte ´an einem Hügel im Gras sitzen nach der Schule´.
„Wenn man das in der Realität nicht macht, wieso machen wir das dann?“, Wakatoshi verstand scheinbar den Sinn darin nicht.
„Wir genießen unsere Jugend, bevor der Ernst des Lebens in zwei Jahren beginnt“, erwiderte ich.
„Das ist doch bescheuert.“
„Pff“, hielt ich mir die Hand vor den Mund. „Habe ich da einen Nerv getroffen?“
Stumm schaute er wieder mit seinem teilnahmslosen Gesicht in meins.
„Ich merk schon, du scheinst dich nicht für sowas zu interessieren.“, lachend legte ich mich ins Gras und verschränkte die Arme hinter meinem Kopf. „Weißt du eigentlich, spricht man in solchen Szenarien über weltbewegende Sachen und Probleme“
„Gibt es denn etwas über das du Reden willst?“, Wakatoshi beobachtete die Wolken, während er sich zurück mit den Händen im Gras stützte.
Tatsächlich gab es da etwas über das ich reden wollte. Seit ein paar Tagen war ich nun mit einem Mädchen zusammen, allerdings war es nicht so, dass ich sie mochte. Ich hoffte, das sich das im Laufe der Zeit entwickeln würde und ich mich nicht dauerhaft so schlecht fühlte. Sie war auch hübsch, jedoch war ich nicht in sie verliebt. Wollte ich mit Wakatoshi darüber reden? Würde er es überhaupt nachvollziehen können? Hatte er schon einmal eine Freundin?
„Tja, das erste Jahr ist jetzt vorbei. Wir haben die Inter High gewonnen, sind ziemlich weit in den Nationalen gekommen und du wurdest für die U 19 einberufen. Scheint ein erfolgreiches Schuljahr geworden zu sein.“, wechselte ich das Thema und verkniff mir von meinen Zweifeln zu erzählen.
„Ah!“, stieß ich aus. „Du hast noch meinen Jump! Die wolltest du mir gestern bei der Abschlussfeier zurückgeben!“
„Ich habe sie noch nicht durchgelesen“, kommentierte er.

Seit zwei Wochen hatte ich nun gewartet. Zwei Wochen, um meine geliebte Jump zu lesen. Ich wollte unbedingt das Finale von Naruto lesen. Ich konnte es immer noch nicht fassen, wie beide gegeneinander kämpften. Der Kampf zwischen Sasuke und Naruto zum Abschluss, war einfach episch, auch wenn der ganze Kriegsteil teilweise ziemlich unnötig gewesen war.
„Mach schneller, Wakatoshi.“, ungeduldig sah ich ihn hibbelig dabei zu wie er seine Haustür aufschloss. Mit einem Klicken, ging die Tür auf. Zu meiner Überraschung sah ich Saya, seine Stiefschwester mit einem Eis in der Hand, sich die Schuhe anziehen.
„Oh, du bist zurück.“, sah sie auf und begrüßte Wakatoshi.
Für einen Moment blieb mir die Spucke weg. Das sollte Saya sein? Was war in den letzten drei Monaten, in denen ich nicht hier war, mit ihr passiert? Sie sah größer aus und damit meinte ich nicht mal ihre Körpergröße, sondern ihre Brust. Wann hatte sie die bekommen? Das letzte Mal war sie noch flach wie ein Brett. Und allgemein sahen ihre Gesichtszüge viel fraulicher aus und der Babyspeck war weg.
„Wohin willst du?“, fragend wandte sich Wakatoshi an sie.
„Ich habe ein Date“, gestand sie und stand dann auf in dem sie nebenbei noch ihr Eis am Stiel aus dem Mund nahm. Tatsächlich war sie auch einige Zentimeter gewachsen. Sie wirkte wirklich wie eine junge Frau und nicht mehr wie ein Kind, auch wenn sie gerade mal 14 war.
„Olaola, unsere kleine Saya hat ein Date“, ärgerte ich sie, aber irgendwas stimmte heute nicht mit mir. Irgendwie schien es mich zu stören, dass sie ein Date hatte. Wahrscheinlich sogar ihr erstes Date. Hatte ich für sie sowas wie brüderliche Gefühle?
Skeptisch zog sie nur eine Augenbraue hoch. Ich sah sie mir nochmal von oben nach unten an. Saya war schon immer ziemlich durchtrainiert gewesen, immerhin spielte sie wie wir Volleyball, aber mir war nie aufgefallen, dass ihre Figur nahezu perfekt war. Was ich nur nicht verstand, war die Tatsache, wieso mir das erst heute auffiel. Außerdem hatte sie eine Hotpants an. Dadurch kamen ihre langen Beine nur noch besser zu Geltung.
„Bis später“, verabschiedete sie sich von uns als sie aus dem Haus ging. Ich sah ihr nach wie vor, verwirrt hinterher.
„Was ist denn mit ihr passiert? Seit wann hat sie so große Dinger? Und allgemein was habe ich verpasst?“, aus irgendeinem Grund, regte mich das auf. Ich wollte Saya nicht als Frau sehen, sie war die kleine Schwester meines besten Freunds, mehr auch nicht. Nicht das ich Gefühle für sie hatte. Sie war eher so etwas wie meine kleine Schwester.
Verständnislos sah Wakatoshi mich an. „Was genau meinst du?“
Um es ihm deutlicher zu machen demonstrierte ich mit meinen Händen die Brust einer Frau vor meiner.
„Sie ist eine Frau, das ist doch normal.“, meinte er darauf hin nur.
„Ja schon. Aber was habt ihr mit ihr gemacht? Ich war drei Monate nicht da und plötzlich sieht sie nicht mehr wie ein kleines Mädchen aus, sondern wie eine junge Erwachsene? Habt ihr ihr irgendwelche Hormone hinzugefügt?“
„Das nennt man im normalem Sprachgebrauch Pubertät, Tendou“
„Hm“, brummte ich. So ganz wahrhaben wollte ich das jedoch nicht.

„Mir ist langweilig“, stöhnte ich und legte die Jump weg. Die Sommerferien waren einfach viel zu lang! Gelangweilt schnappte ich mir mein Handy und schreib meiner Freundin. Ich konnte mich immer noch nicht dran gewöhnen sie so zu nennen. Wir waren jetzt seit drei Wochen zusammen, dennoch war es komisch. Allerdings kam nach 10 Minuten immer noch keine Nachricht von ihr. Sie wohnte nicht in Miyagi, sie kam nur ab und an in den Ferien zu Besuch zu ihren Großeltern. Da von ihr nichts zurückkam, schrieb ich Wakatoshi und lud mich wie selbstverständlich zu sich ein.
Auf dem Weg zu ihm, fragte ich mich wie Sayas Date wohl verlaufen war, jedoch wollte ich auch  nicht zu neugierig sein, denn letztendlich ging mich das eigentlich auch gar nichts an.  An der Tür angekommen klingelte ich und Ushijima-san machte mir auf.
„Hallo Satori, schön dich zu sehen.“, lächelte sie mich einladend an. Trotz ihres Alters sah sie meiner Meinung nach noch jung und gut aus. Sie öffnete mir weiter die Tür und ließ mich rein.
„Hallo Ushijima- san. Wie geht es ihnen? Sie sehen ziemlich glücklich aus.“
„Ach.“, strahlte sie. „Wir haben zurzeit zwar ziemlich viel auf Arbeit zu tun aber mein Mann schafft es trotzdem immer wieder mich zu überraschen“, schwärmte sie.
Grinsend betrachtete ich sie. Sie wirkte glücklich. Ich hatte mir immer vorgenommen, seitdem ich Wakatoshi Eltern kenne, dass wenn ich verheiratet war, mir ein Beispiel an deren Ehe zu nehmen.
„Wakatoshi wartet sicherlich schon auf dich, geh nur hoch“, lächelte sie mich freundlich an, wie eh und je.
„Ja, danke“, meinte ich noch und ging dann die Treppen hoch in Richtung Wakatoshi Zimmer. Vor der Tür konnte ich Wakatoshi und Sayas Stimmer hören. Sie schienen sich zu unterhalten.
„Ich versteh nicht, was die ganzen Leute so an ihm finden.“, beschwerte sie sich. „Wir gehen jetzt seit einer Woche miteinander aus und er hat auch schon gefragt, ob wir zusammen sein wollen, aber irgendwie ist er ganz anders als ich mir ihn vorgestellt hatte. Er wirkt viel langweiliger und wie ein Macho.“
Grinsend öffnete ich die Tür. „Überraschung!“, rief ich als ich reinkam.
„Hallo Tendou“, begrüßte mich Saya neutral auch Wakatoshi nahm zur Kenntnis, dass ich da war und nickte mir kurz zu.
„Wenn er dich nicht interessiert, dann geh doch nicht mit ihm aus.“, Wakatoshi hatte zwar recht, aber ich konnte Saya verstehen. Man wollte Erfahrungen mit Anderen machen, sich verlieben und sich ausprobieren. Aber wieso stimmte mich das so glücklich, dass Saya kein Interesse an ihm hatte? Langsam verstand ich mich selbst nicht mehr. Merkwürdigerweise sah sie heute auch viel besser aus als sonst. Eigentlich sah sie schon immer gut aus, nur war mir nie aufgefallen wie gut. Ihre dunkelgrünen Augen, wirkten viel größer als sonst, auch ihre Lippen wirkten voller, während ihr Gesicht schmaler aussah als sonst. Selbst ihre Haare, die sie zu einem Zopf hochgeschlossen hatte, wirkten glänzender, beinahe schon strahlend blondbraue Haare. Wieso wurde mir das zur Zeit dauerhaft bewusst, wenn ich sie traf?
Stöhnend stand sie auf und wollte gehen. „Ich wusste, dass du das nicht verstehst“, seufzte sie daraufhin. „Tendou was sagst du denn dazu?“
Was sollte ich dazu sagen? Ich durfte dazu keine Meinung haben, das sagte ich mir zu mindestens immer wieder, weil ich es einfach nicht wahrhaben wollte, dass sich irgendetwas zwischen uns geändert hatte.
„Das musst du schon selbst mit dir ausmachen“, meinte ich, das eher zu ihr oder zu mir?

Das zweite Jahr an der Shiratorizawa begann so unspektakulär, wie das Jahr davor. Die Zeremonie langweilte mich, sodass ich beinahe im Stehen einschlief. Auch das Training war wie üblich nach der Schule.
„Wieso siehst du sie eigentlich so komisch an?“
„Wen?“, Kopf schieflegend, sah ich Wakatoshi fragend an.
„Meine Schwester“, vermerkte er.
Ich schluckte einmal hart. War es ihm aufgefallen, dass meine Augen Saya überall hin folgten und jede Bewegung von ihr studierten. War ihm auch aufgefallen, dass ich öfter bei ihm war nur um Saya zu sehen? Ich wusste selbst nicht, wieso ich das tat, immerhin hatte ich eine Freundin, aber Saya machte mich plötzlich neugierig und ich verstand selbst nicht wieso, immerhin kannte ich sie schon ein Jahr.
„Das bildest du dir ein, Wakatoshi“, versuchte ich mich rauszureden.
„Du hast eine Schwester, Wakatoshi?“, Eita drehte sich fragend von seinem Essen zu Wakatoshi, der wie üblich schon aufgegessen hatte.
„Stiefschwester.“, korrigierte er Eita.
„Das wusste ich gar nicht“, nachdenklich sah Reon, Wakatoshi an. „Wie alt ist sie denn?“
„Saya-chan ist 14, sie spielt wie wir Volleyball ist das Ass ihres Teams und ist vor ein paar Jahren mit ihrem Vater ins Haus von Wakatoshi Familie gezogen.“, gab ich eine Kurzbeschreibung.
„Sie spielt Volleyball? Kennt man sie vielleicht?“, Eita wirkte neugierig.
„Nur wenn du die Mittelstufen Volleyballtuniere verfolgst.“, kommentierte Wakatoshi.
„Saya ist wirklich gut, nicht so gut wie Wakatoshi aber auf den guten Weg. Allgemein ist sie genau das Gegenteil von Wakatoshi.“
Amüsiert lachte Reon „,Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Wie kann man das verstehen?“
„Es fängt schon rein äußerlich an. Mal abgesehen, dass sie ein Mädchen ist, ist sie Halbrussin und hat leuchtend grüne Augen.“
Es wurde einen Moment still am Tisch. Keiner sagte etwas, was mich selbst verwirrte. Hatte ich irgendetwas falsches gesagt?
„Ich würde sie gerne mal kennenlernen.“, meinte Eita und Reon nickte zustimmend.
„Sie hat am Wochenende ein Turnier, dort könnt ihr sie sehen.“, Wakatoshi nahm seinen Blick nicht von mir. Wieso war mir das so unangenehme. „Außerdem wurde sie von der Shiratorizawa angesprochen, sie überlegt ebenfalls auf unsere Schule zu kommen.“
„Oh“, stieß ich aus. Das war mir neu. Sie würde ebenfalls auf die Schule kommen? Wieso rebellierte mein Magen gerade dagegen?

„Da das ist sie“, am Bühnenrand auf der Tribüne, deutete ich mit meinem Finger auf Saya.
„Welche genau?“, Eita schien immer noch nicht ganz zu verstehen, wer sie nun sein soll.
„Saya!“, rief Wakatoshi plötzlich und winkte. Ein paar Mädchen drehten sich um, jedoch winkte nur Saya ihm  und kam dann auf uns zu.
„Was machst du hier Toshi?“, glücklich lächelte sie erst mich, dann die Anderen an und blieb dann bei Wakatoshi stehen.
„Pff“, verkniff ich mir das Lachen. „Seit wann nennt sie dich denn Toshi?“
„Seit dem sie 6 ist“, Gesichtsausdruckslos wandte er sich wieder Saya zu. „Das sind Teamkollegen, wir wollten vorbeikommen und uns dein Spiel ansehen.“
„Oh“, verlegen fuhr sie sich durchs Haar. „Äh“, stammelte sie kurz und verbeugte sich schnell. „Unterstützt uns bitte tatkräftig“. Unsicher lächelte sie uns noch einmal an und ging dann zurück zu ihrer Mannschaft. Ihr Zopf wippte dabei von links nach rechts und zurück, jedoch konnte ich mich nicht daran hindern ihr kurz auf den Arsch zu sehen. Innerlich fluchend wollte ich mir am liebsten eine scheuern. Das Signal für den Beginn des Spiels wurde eingeleitet. Wir setzten uns dementsprechend.
„Das ist also Saya“, stellte Eita fest. „Sie ist süß, Tendou.“
„Was? Wieso sagst du mir das?“
Wissend sah er mich an. Ich fühlte mich ertappt.
„Du schwärmst doch für sie. Das hat man schon am Mittagstisch gemerkt als du von ihr erzählt hast. Sie ist tatsächlich genau das Gegenteil von Wakatoshi. Sie wirkt fröhlich.“
„Allerdings ähneln sie sich dennoch ziemlich. Siehst du ihren Gesichtsausdruck? Der Selbe den Wakatoshi macht, wenn er hochkonzentriert ist.“, meinte Reon.
Nachdenklich richtete ich meine aufmerksam aufs Spielgeschehen. Wenn andere bemerkten, dass ich mich für sie interessierte würde, würde sie es auch merken? Es war nicht so als wäre ich in sie verliebt. Ich fand sie nur hübsch und wie Eita meinte, ich schwärmte nur für sie, mehr nicht. Mein Blick schweifte zu Wakatoshi ab. Was er wohl von der Sache hielt? War er wütend? Als Bruder würde es mir auch nicht passen, dass mein bester Freund, der dauernd bei mir ist, auf meine Schwester steht.

„Saya, dein Aufschlag war der Hammer. Hast du denn mit Wakatoshi trainiert?“, Reon und Eita schienen begeistert von ihr zu sein und das nervte mich gewaltig. Irgendwie hatte ich gerade das Bedürfnis sie für mich selbst zu haben, aber das war absolut falsch. Ich konnte sie doch nicht einfach für mich beanspruchen. Außerdem hatte ich eine Freundin! Eine fucking Freundin! Das mit Saya war nur eine Schwärmerei, die würde vorbei gehen auf jeden Fall!
„Ja“, verlegen fuhr sie sich wieder durchs Haar, wir gingen gerade in Richtung Wakatoshis Haus und wollten Saya sicher nachhause bringen. Sie schien ziemlich erschöpft nach drei Spielen.
„Kommst du eigentlich wirklich auf die Shiratorizawa?“, fragend wandte ich mich zu ihr. Mein Herz klopfte mir bis zum Hals.
„Tatsächlich überlege ich noch. Wieso spricht was dagegen?“, amüsiert formten ihre Lippen ein Lächeln.
„Was? Nein.“, erneut fühlte ich mich ertappt. „Ich wusste nur nichts davon.“
„Ich wollte es erzählen, aber ich bin mir immer noch nicht sicher. Immerhin habe ich noch ein Jahr Zeit, bis ich die Wahl pfählen muss.“, sie seufzte einmal laut. „Allerdings will ich auch nicht mit Toshi auf eine Schule gehen, weil jeder ihn kennt.“
„Wieso? Dann bist du doch automatisch beliebt.“, fragend zog ich meine Augenbraue hoch.
„Das will ich ja nicht.“, brummte sie in ihren Schal. Mittlerweile war es schon kalt und der Atem gefror. „Ich habe jetzt schon Probleme damit, dass ich dauert auf ihn angesprochen werde. Entweder von irgendwelchen Mädchen, die mit ihm ausgehen wollen und dann extra nett zu mir sind oder irgendwelchen Typen, die sich als sein Rivale sehen und meinen über mich ihm zu drohen.“
Saya und ich gingen einige Meter weiter entfernt hinter den anderen Dreien. Irgendwie machte mich das nervös, weil ich mich fragte, ob sie mir extra Freiraum gaben, um mit ihr Zeit zu verbringen. Allerdings war das genau das Gegenteil von dem, was ich wollte.
„Aber du hast doch noch mich an der Schule. Ich beschütz dich.“, Gott was sagte ich da? War das nicht zu offensichtlich?
Lächelnd drehte sie sich zu mir und nahm meinen Arm in ihre Hand. Die Wärme, die von ihr ausging, war angenehm, allerdings auch beruhigend zu gleich. Leichte Panik stieg in mir auf. Wieso reagierte ich so bei ihrer Berührung? Wieso kribbelte es an dieser Stelle und mein Magen tanzte.
„Danke, Tendou“, liebevoll lächelnd sah sie mich an. Was stimmte nicht mit mir? Wieso spielte mein Körper nur so verrückt, wenn sie mich so ansah.

Ich vermied innerhalb der letzten Wochen mit Saya allein zu sein. Ich ertrug zur Zeit die Nähe zu ihr nicht. Ich konnte mich selbst nicht entscheiden, ob ich das Gefühl, was sie auslöste, mochte oder hasste. Auch mit meiner Freundin war es komisch. Wir küssten uns zwar, aber irgendwie wünschte ich, es wäre nicht sie, die ich da küsste. Ich mochte sie mittlerweile zwar, aber es war nicht dasselbe. Nicht dieses aufregende nervös machende Gefühl, dass ich hatte, wenn Saya bei mir war. An der Tür zu Wakatoshis Haus klingelte ich, zu meinem Bedauern machte direkt Saya auf. Mein Magen verknotete sich bei ihrem Anblick. Wieso sah sie heute wieder so wunderschön aus?
„Tendou“, überrascht öffnete sie weiter die Tür, um mich rein zu lassen, als ich gerade dabei war mir die Jacke abzustreifen, begann sie zu reden.
„Wakatoshi ist nicht da.“, nachdenklich sah sie mich an. „Er ist mit meinen Eltern unterwegs. Wart ihr verabredet?“
Fuck! Das hatte ich ganz vergessen, dass er heute gar nicht da war. Wieso hatte ich das vergessen?
„Äh“, stammelte ich. „Oh ja, dann werde ich mal wieder gehen“, ich zog mir meine Jacke wieder zurecht und wollte auf dem Absatz kehrt machen.
„Tendou, warte!“, Saya packte meinen Ärmel. „Wenn du willst, können wir was machen, dann bist du nicht ganz umsonst hergekommen“
„Äh, okay?“, was sollte ich jetzt machen? Ich konnte es doch nicht ablehnen. Ja, besser zusagen, besser war es nicht aufzufallen!
„Gut“, freudestrahlend nahm sie sich ihre Schuhe und zog sie an. Wollten wir irgendwas unterwegs machen, oder wie?
„Ich würde gerne in den Buchladen in der Stadt. Der neue Band meiner Mangareihe ist rausgekommen.“
Manga?, nervös fingen meine Hände an zu schwitzen. Sie stand ebenfalls auf Mangas?
„Okay“, nickend war ich einverstanden.

Die Kellnerin brachte uns gerade unsere Getränke. Entzückt nahm Saya einen Schluck von ihrem Kaffee, während ich meinen Milchshake in die Hand nahm. Im Buchladen hatten wir debattiert, welcher Manga wohl der beste war. Saya mochte Shoujo-Mangas, das hätte ich mir auch denken können. Immerhin war sie immer noch auf der Middle School. Bei solchen Diskussionen merkte man tatsächlich, dass sie noch 14 war.
„Danke Tendou, dass du mich begleitet hast.“, wieso sah sie so verdammt glücklich aus? Wieso regte sich mein Herz dabei und schlug doppelt so schnell wieder weiter?
„Ich bin immer noch nicht damit einverstanden, dass Natsuki Rendezvous der beste Anime überhaupt ist.“, brummte ich verstimmt. Meine Laune war im Keller. Dieses ganze Gefühlschaos machte mir zu schaffen.
„Na gut.“, sie verdrehte amüsiert die Augen. „Ich gebe zu im Shounen Genre würde ich vielleicht Monster sagen, obwohl das eher ein Thriller ist.“
„Monster ist einer der besten Animes überhaupt.“, bestätigte ich nickend. „besonders Johann der perfekte Charakter. Mysteriös, psychopathisch. Ich wusste nicht, dass du auf Animes stehst.“, ich stützte meinen Kopf mit meiner Hand auf dem Tisch ab.
Leicht lachend, nahm sie noch einen Schluck von ihrem Kaffee und stellte ihn wieder auf dem Tisch ab. „Wieso denn nicht?“
„Du wirkst nicht so.“, gestand ich.
„Man muss nicht immer gleich ein Otaku sein, wenn man Mangas und Animes mag und dann auch noch so aussehen. Ob du es glaubst oder nicht“, grinste sie. „Und wir haben auch viel mehr gemeinsam als ich dachte“
Dieses verdammte Lächeln. Ihre Augen strahlten mich förmlich an. Was sollte das? Flirtete sie mit mir? Und wenn, ja? Sollte ich darauf eingehen?
„Ich bin auch nicht mit deiner Wahl einverstanden. One Piece ist nicht, der beste Anime überhaupt nur, weil er so beliebt ist und fast 1000 folgen hat.“, Wollte sie mich ärgern? Ihr Gesichtsausdruck wirkte so.
Brummend nahm ich einen Schluck von meinem Milchshake. „Freie Meinungsäußerung“
Lachend, beinahe schon kichernd, lehnte sie sich zurück. Ihr Lachen klang melodisch, angenehm anzuhören. Ihre Augen waren leicht verengt und dennoch konnte man ihre strahlend grünen Pupillen sehen. Dieses wunderschöne grün, dass mich an Wald und Hoffnung erinnerte. Hoffnung darauf, dass sie sich auch in mich verliebte…. Moment? Verliebt? War ich in sie verliebt? Hatte ich mich in sie verliebt? Wann zur Hölle ist das passiert?

„Wakatoshi, wir müssen reden“, anspannend setzte ich mich zu ihm an den Mittagstisch. Er wirkte nicht überrascht darüber, dass ich reden wollte. Ob er sich denken konnte über was ich reden möchte?
Erwartungsvoll sah er mich an.
„Das mit Saya und mir, dass was Eita gesagt hat.“, druckste ich rum.
„Was soll damit sein?“, er zog leicht seine Augenbrauen hoch.
„Also“, begann ich. „Was hältst du davon?“
Abschätzend betrachtete er mich. Ich wirkte wahrscheinlich nervös, sein Blick machte es auch nicht besser. „Was soll ich denn davon halten?“
„Wakatoshi, bitte stell keine Gegenfragen.“, unruhig begann ich unter dem Tisch mit meinen Händen zu spielen. „Ich will einfach nur wissen, was du von dem Gedanken hältst, von mir uns Saya halt.“
„Finde ich gut“, beantwortete er.
Überrascht zog ich die Augenbrauen hoch. „Wie meinst du das?“
„Tendou, ich kenne dich seit einem Jahr. Mir ist es wesentlich lieber, wenn sie mit dir ausgeht, statt mit einem Typen, den ich nicht kenne und nicht kennenlernen will“.
Erleichtert atmete ich aus. Ich hatte nicht mal bemerkt, dass ich meinem Atem angehalten hatte.
„Also ist das okay für dich, dass ich auf Saya stehe?“, fragte ich sicherheitshalber noch mal nach.
„Du wirkst eher verliebt als irgendetwas anderes.“, Reon und Eita setzten sich zu uns. Eita lachte über seinen Kommentar.
Ich verzog das Gesicht. Das private Gespräch hatte wohl ein Ende gefunden.
„Sie kommt doch nächstes Jahr auf die Shiratorizawa, zeig ihr dann doch was für ein- äh-Typ du bist“
Meine Mundwinkel gingen weiter nach unten. Sollte das ein Kompliment sein?
Reon lächelte mich beruhigend an. „Saya,  wirkt wie ein intelligentes Mädchen. Sie hat sicher schon bemerkt, dass du anderes in ihrer Gegenwart bist.“, woher zur Hölle wollte er das denn bitte wissen?
„Wann sagst du ihr, dass du dich in sie verliebt hast“, fragend wandte Eita sich zu mir.
„Was?“, wieso sollte ich ihr das sagen? Ich hatte eine Freundin. „Oh“, stieß ich aus. Ich hatte ganz vergessen, dass zu erwähnen, dass ich schon vergeben war und für mich gar nicht in Frage kam, die Schwester meines besten Freunds zu daten. „Gar nicht.“, antwortete ich ihm. „Ich will es nicht noch komplizierter machen als es eh schon ist. Und außerdem interessiert sie sich nicht für irgendwelche Jungs. Sie hatte sogar ein Date aber der Typ schien sie nicht zu beeindrucken.“
„Aber vielleicht hast du ja trotzdem eine Chance“, versuchte mich Reon auf zu heitern.
„Hm“, brummte ich. „ Sie sieht mich nur als Freund ihres Bruders“
„Das kann sich doch noch ändern.“, Eita und Reon nickten zustimmend. Wollte ich denn das sich etwas ändert?

Was wollte ich eigentlich? Ich konnte doch nicht mit meiner Freundin Schluss machen? Sie war doch auch in mich verliebt. Ich konnte doch nicht, wegen einer Anderen, bei der ich nicht mal wusste, ob ich mit ihr zusammenkommen würde, Schluss machen. Hatte Saya, überhaupt Interesse an mir? Konnte sie ihre Gefühle für mich ändern? Wenn Saya schon vorher so etwas wie eine Schwester für mich war, war es sicherlich bei ihr nicht anders.  Ich konnte nicht schlafen. Die Gedanken schwirrten in meinem Kopf, sie hörten einfach nicht auf. Ich konnte das Grübeln nicht abhalten. Seufzend drehte ich mich in meinem Bett. Ich wollte nichts ändern. Saya sollte denken, dass ich wie immer war. Und selbst wenn sie es merkte, nichts würde sich ändern. Es durfte sich nichts ändern. Wieso machte ich mir eigentlich Gedanken darüber? Sowas konnte ich denken, wenn ich und meine Freundin nicht mehr zusammen waren. Wollte ich noch mit ihr zusammen sein?

Einige Monate waren vergangen, seitdem ich mir eingestand, dass ich Saya ziemlich gut fand. Bis jetzt schien sie auch nichts zu merken. Immerhin machte ich mich auch nicht großartig an sie ran. Ob sie schon einen Verdacht hatte?
Saya und ich, saßen zusammen auf der Couch und sahen uns einen Film an. Wakatoshi hatte bei der Hälfte keine Lust mehr und verschwand in seinem Zimmer. Ihre Eltern waren nicht zuhause, was mich nervös machte immerhin waren Saya und ich ganz allein im Wohnzimmer und die Wahrscheinlichkeit das Wakatoshi zurückkam, war auch eher gering. So nervös wie ich war, musste ich feststellen, dass Saya im Sitzen eingeschlafen war. Sie schien zu frieren, deshalb legte ich die Decke um sie, die auf der Couch lag. Einige Minuten vergingen, indem ich sie nur ansah. Der Film drängte sich in den Hintergrund. Ihre Haare fielen ihr ins Gesicht. Ihre leise sanfte Atmung wirkte regelmäßig und beruhigte mich. Ihre langen Wimpern berührten ihre Wange. Wieso war sie in meinen Augen so wunderschön? Unbewusst streckte ich meine Hand nach ihr aus und wischte ihr die Haare mit dem Zeigefinger aus dem Gesicht. Wenn sie schlief wirkte sie wie ein Engel. Gott, klang das kitschig aber für mich war sie wirklich die schönste Frau der Welt.
Mein Blick fiel auf ihre Lippen. Sie waren eher durchschnittlich, nicht zu voll, nicht zu dünn, allerdings hatten sie eine beinahe schon magische Wirkung auf mich. Sie wirkten weich und ohne Grund, beugte ich mich zu ihr und streifte mit meinen Lippen ihre. Es war nur ein Hauch und genau in der Sekunde, in der ich sie berührte, wurde mir eigentlich erst klar, was ich da tat.
„Scheiße“, jammerte ich und kugelte mich zusammen. Was tat ich da eigentlich? Ich wollte doch gar nicht mit ihr zusammen sein. Aber dieser kleine Kuss. Diese verdammte Berührung, löste so viel in mir aus. Mein Gesicht glühte, mein Magen kribbelte unwohl. Fuck.
„Wieso bist du denn so rot?“
Erschrocken löste ich mich von meinen Beinen und sah zu Wakatoshi hoch. „Was?“, um die Röte zu verdecken, versuchte ich sie unter meinen Händen zu verstecken.
„Ist irgendwas passiert?“, fragend legte er den Kopf schief.
„Was? Nein!“, schnell packte ich meine Sachen zusammen und ging dann in den Flur. „Alles gut. Irgendwie ist mir nur heiß“, irgendwie sprach ich auch viel zu schnell. Die Situation war mir unangenehm. „Ich glaub ich bekomme Fieber.“ Nachdem ich mir schnell die Schuhe und Jacke anzog, verabschiedete ich mich noch schnell und schloss die Tür hinter mir.
„WAAHHHHH“, in die Hocke gehend nahm ich den Kopf in meine Hand. Mein ganzes Gesicht glühte, wie nach einem kalten Tag, indem man dann in das warme Haus ging.  „Scheiße!“, wieso hatte ich sie geküsst? Natürlich wusste ich es, aber ich wollte es mir nicht eingestehen. Scheiße. Ich wollte mit ihr zusammen sein, ich wollte sie küssen und nach meinen letzten Träumen zu Mute, wollte ich noch viel mehr mit ihr machen. Was sollte ich jetzt tun??! Ich hatte das Gefühl in einem Shoujo Manga gefangen zu sein.

Ein Jahr verging und Saya hatte sich letztendlich entschieden an die Shiratorizawa zu kommen. Ich wusste immer noch nicht, ob ich es gut oder schlecht finden sollte. Ich versuchte die Gefühle für sie, so gut es ging zu verdrängen, was auch gut funktionierte. Selbst mit meiner Freundin lief es gut. Beinahe zu gut. Manchmal fragte ich mich, ob ich mir nicht selbst irgendetwas vormachte, wenn ich mit ihr zusammen war. Das wir nun Sex hatten, machte das Ganze auch nicht besser.
Seit Saya an der Schule war, wusste das ganze Team, das ich auf sie stand. Dafür sollte ich mich wahrscheinlich bei Eita bedanken. In den Mittagspausen ließen sie uns größten Teils allein, so dass wenigstens ich meine Ruhe vor ihnen hatte und mir nicht ständig anhören musste, wieso ich nicht endlich einen Schritt auf sie zu machen sollte. Es war schon erstaunlich genug, dass ich irgendwie von dem Status Freund meines Bruders zu meinem besten Freund übergegangen war. Was mich jedoch nervte, war diese Sendai die ständig an Saya klebte. Ich hatte ein ungutes Gefühl bei ihr. Sie wirkte falsch und machte Wakatoshi viel zu sehr schöne Augen, der das wahrscheinlich nicht mal mitbekam. Manchmal fragte ich mich sowieso, ob er überhaupt Interesse an Frauen hatte. Naja, eigentlich eher, ob er überhaupt Interesse an Beziehungen und Partnerschaft hatte, denn er wirkte weiß Gott nicht so.
Gelangweilt stocherte ich in meinem Essen rum. Langsam fragte ich mich echt, wann beide kommen würden. Wakatoshi-Kun war eigentlich immer pünktlich hier und Saya aß nicht regelmäßig in der Cafeteria. Wütend vor sich her stampfend konnte ich Wakatoshi schon von der ferne sehen als er die Cafeteria betritt.
„Was ist dir denn über die Leber gelaufen?“, fragte ich ihn als er an den Tisch kam.
„Sendai hat mir erzählt, dass Saya einen Freund hat.“
Ich hielt kurz inne. Dieser Satz war wie ein Schlag in die Fresse. Aber was hatte ich erwartet? Das sie ewig Single sein würde und ich ihr ewig nachschmachten konnte? Gott, ich fühlte mich gerade so bescheuert. Es war doch klar, dass wenn ich merkte, wie schön Saya war, dass auch andere merkten.
„Wer ist es“, ich schluckte hart bei der Frage. Eigentlich wollte ich es gar nicht wissen aber irgendwie dann doch. Ich hatte gerade das reinste Gefühlschaos in meinem Bauch, schob deshalb mein Essen beiseite.
„Einer von der Karasuno, von deren Volleyballteam.“, brummte er verstimmt. Irgendwie war es neu, ihn mal so wütend zu sehen.
„Und du bist wütend, weil?“, skeptisch betrachtete ich ihn von oben nach unten.
„Sie soll mit dir zusammen sein und nicht mit irgendjemanden, den ich nicht mag.“, kommentierte er.
„Du kennst ihn doch noch gar nicht.“
„Karasuno war mal eine Eliteschule, aber mittlerweile ist ihr Volleyballteam schlichtweg durchschnittlich. Ich will nicht, dass sie mit einem talentlosen Mann ausgeht, der es nie zu etwas in der Volleyballbranche bringen wird.“
„Findest du nicht, dass ist ein bisschen hart?“, ich zögerte kurz. „Wenn Saya glücklich ist, bin ich es auch.“
Wieder brummte er, sagte aber nichts dazu. Saya schien heute wohl nicht mehr zu kommen.
„Saya ist Zuhause. Sie hat sich krankgeschrieben.“, er merkte wohl das ich mich umsah.
„Oh“, stieß ich nur aus.

Saya kam gerade auf den Tisch zu in ihrer Hand hatte sie ihr Handy. Ihr verliebtes glückliches Lächeln nagte an mir. Es war das erste Mal, das ich es sah. Mein Herz fühlte sich beinahe gebrochen an. Ich hatte das Gefühl, das meine Chancen momentan so gering waren, dass sie schon gar nicht mehr vorhanden waren. Ich wollte aber nicht, dass Saya oder sonst wer das mitbekommen würde, deshalb legte ich mein bestes gespieltes Lächeln auf.
„Olaolaola, Wieso grinst du denn so?“ Mir war klar, wieso sie so lächelte. Ich schluckte einmal hart, irgendwie nahm mich das doch mehr mit als ich wollte. Überrascht sah sie auf und schien zu überlegen.
„Das geht dich nichts an.“, grinste sie mich spielerisch an. Ich fühlte mich so mies. Wieso konnte sie mich nicht so verliebt anlächeln. Wieso konnte ein anderer bei ihr diese Gefühle auslösen?
„Unsere liebe Saya, so kalt wie immer.“, nuschelte ich. „Lass mich raten? Dein Lover Boy von der Karasuno?“
Überrascht hob sie eine Augenbraue, grinste dann aber wieder dämlich verliebt.
„Da schon wieder, das Grinsen!“, ich zeigte auf sie. Mir war nach heulen zu mute. Ich wollte nicht sehen, dass sie verliebt ist, nicht wenn es nicht mit mir zu tun hatte.
Verlegen lächelte sie mich an. Ich zu meinem Teil erwiderte es nicht, sah sie einfach nur skeptisch an. Plötzlich entriss Wakatoshi, Saya das Handy. Saya reagierte mild darauf. Zu mindestens zuerst, bis sie wohl realisierte, was Wakatoshi da tat. Erst als Wakatoshi ihr Handy über den Tisch mit Schwung schob, pampte sie ihn an. „Geht’s noch?“
„Ich habe dir gesagt, dass du den Kontakt abbrechen sollst.“, Wakatoshi knirschte mit den Zähnen. Man in letzter Zeit war er schlecht drauf, wegen der Sache mit mir und Saya. Ich wusste es zu schätzen, dass er so für mich mitlitt, aber das musste er nicht. Es war okay, versuchte ich mir zu mindestens einzureden. Immerhin hatte ich auch eine Freundin. Es war okay.
„Seit wann redest du wieder mit mir?“, meinte Saya gereizt.
„Seit jetzt. Breche ihn an“, knurrte er sie an.
„Nein.“, eingeschnappt verschränkte Saya die Arme.  Sie war so stur, wie eh und je.
„Ein Geschwisterstreit, wie nervig“, kommentierte ich das Geschehen. Das konnte ich gerade nicht gebrauchen.
Böse starrten die Beiden mich an. Man konnte bei den Blicken direkt sagen, dass sie Geschwister waren, auch wenn sie nicht blutsverwandt waren. Angepisst stand Saya vom Tisch auf.  
„Willst du nicht aufessen? Du hast kaum was angerührt.“, besorgt sah ich sie an. Sie aß schon allgemein wenig, deshalb machte ich mir seitdem sie auf unsere Schule ging noch mehr Sorgen um sie.
„Nein, danke. Ich habe meinen Appetit verloren.“, mit diesen Worten ging sie.
Schnaubend wandte sich Wakatoshi zu mir. „Macht dich das nicht auch wütend?“
Ich versuchte den Kloss in meinem Hals runterzuschlucken aber ja es machte mir zu schaffen. Ich fantasierte schon so lange von Saya, mittlerweile waren es 1 ½ Jahre. Und wenn ich ehrlich war, wollte ich auch mit ihr zusammen sein und dieses Lächeln, was sie dem Typen von der Karasuno schenkte, mir widmete.  Ich erwiderte nichts zu Wakatoshi Worten. Hoffentlich konnte er zwischen den Zeilen lesen und verstehen, dass ich nicht darüber reden wollte.
„Ich helfe dir.“
„Hä?“, verwirrt sah ich ihn an. „Bei was?“
„Bei Saya. Ich mach das schon!“, selbstbewusst stand er auf und ging. Oh, Gott das konnte doch nicht gut gehen!
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