Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Herr, gib mir die Gelassenheit eines Stuhls - Er muss ja auch mit jedem Arsch zurecht kommen.

GeschichteDrama, Humor / P18 / Gen
OC (Own Character) Tendou Satori Tsukishima Kei Ushijima Wakatoshi Yamaguchi Tadashi
18.11.2018
30.12.2020
61
166.303
56
Alle Kapitel
158 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
16.10.2020 2.809
 
Die ganze Nacht konnte ich nicht schlafen. Ich fühlte mich erbärmlich. Ich konnte mich nicht entscheiden, ob ich wütend, traurig oder einfach nur enttäuscht war. Als ich gerade aus meinem Bett kletterte, klingelte es unten. Ich schleppte mich nach unten und öffnete die Tür. Natürlich wie zu erwarten, stand Tendou vor der Tür. Er sah schuldig aus.
„Saya“, begrüßte er mich. Seine Stimme wirkte brüchig. „Können wir reden? Es ist wichtig.“
Ich musterte ihn von oben nach unten. Er hatte in der Hand eine Rose. War sie für mich? Dachte er damit würde alles gut werden?
„Kann ich reinkommen?“, bittend beinahe flehend sah er mich an.
„Ich weiß nicht. Wo ist denn deine kleine Schlampe, die du gestern im Arm hattest?“, gereizt verschränkte ich die Arme.
„Saya, bitte. Lass mich rein und dir das erklären.“,  er sah mich einen Moment an. „Bitte“
Gleichgültig drehte ich mich um und ging in mein Zimmer, Tendou folgte mir. „Also? Ich bin gespannt auf deine Erklärung“, ungeduldig verschränkte ich wieder die Arme.
„Es ist nicht, wie du denkst“, verteidigte er sich gleich.
Ich lachte höhnisch auf. „Natürlich, dass war deine Schwester, die du so innig geküsst hast.“
„Du weißt, dass ich keine Geschwister habe.“
„Oh, was war es dann?“
Er schwieg, konnte meinem Blick nicht standhalten.
„Ich warte, Tendou!“
Er presste seine Lippen zusammen. Er schien unschlüssig. War er sich unsicher, ob er mir die Wahrheit oder eine Lüge auftischen sollte? „Sie“, er unterbrach sich selbst. „Naja. Sie ist meine Freundin?“
Es dauerte einige Sekunden, bis ich eigentlich realisierte, was er gerade sagte.
„Was?!“, schrie ich. „Ist das dein fucking ernst?“, in Rage fuchtelte ich mit meinen Händen umher. „Und was war ich dann? Deine dumme Affäre?“, was war ich für ihn? Er hatte eine Freundin? War ich nicht seine Freundin? War ich nur sein dummes Spielzeug? Hat er, deshalb unsere Freundschaft aufgegeben, um sich einen Scherz mit mir zu erlauben? Wer dachte er eigentlich wer er war?
„Nein!“, er versuchte mich zu beruhigen, aber das machte mich noch wütender. „Saya. Du bist keine Affäre! Du bist die Einzige für mich!“
Ich schnaubte. „Schon klar.“ Ich schüttelte unfassbar den Kopf „Verpiss dich jetzt“, ich zeigte zur Tür.
„Saya, lass uns das in Ruhe klären. Bitte“, wieder dieser flehende Blick.
„Und dann? Ich dachte, du wärst anders! Du hast mir versprochen niemals eine Andere zu küssen und dann sah ich dich, da mit dieser Dunkelhaarigen! Wie lange läuft das schon mit ihr?“
„Ich bin seit fast drei Jahren mit ihr zusammen.“, Schuldbewusst sah er zur Seite.
„Also, hast du mir vorgemacht, dass ich deine Freundin bin und sie mit mir betrogen.“, stellte ich kalt fest.
„Nein. Also, ja. Irgendwie schon aber ich mein es ernst mit dir. Sonst wäre ich doch nicht hier, Saya.“
Meine Wut verfolg als ich ihn so schlapp und ausgelaugt vor mir sah. Mitleid durchflutete mich. Er sah nicht gut aus. Seine Augen waren rot und er hatte Augenringe. Hatte er auch nicht geschlafen?
„Das was du gestern gesehen hast, war nur ein Abschied. Ich habe mit ihr Schluss gemacht, weil ich mit dir zusammen bin.“, er sah mich unsicher an. „Oder war“
Ich schluckte meine Wut herunter. „Hast du mit ihr geschlafen als du mit mir zusammen warst?“
„Nein“, verneinte er schnell. „Nein, das würde ich nie tun.“
Ich setzte mich erschöpft auf mein Bett. Ich verschränkte meine Hände vor dem Gesicht. Ich musste nachdenken. Ich… ach, keine Ahnung. Ich verstand es nicht. Er hatte seit drei Jahren eine Freundin. Wieso wusste ich das nicht? Wusste Toshi davon? Nein, das konnte ich mir nicht vorstellen, sonst hätte er Tendou nicht unterstützt. Ich seufzte einmal laut und sah wieder Tendou an. Er stand unsicher vor mir. Er schein nicht zu wissen, was er machen sollte. Die Frage, die mich am meisten beschäftigte war, ob ich es einfach so hinnehmen sollte. Ihm noch eine Chance geben sollte. Ich schloss meine Augen und ging in mich. Ich mochte Tendou wirklich gerne aber nach dem er mir die ganze Zeit diesen wichtigen Fakt verheimlicht hatte, wusste ich gar nichts mehr. Er hatte eine Freundin gehabt. Wieso hatte er es mir nie erzählt? Seit verdammten drei Jahren schon! Ich biss wütend die Zähne zusammen. Verdammt! Ich musste mich beruhigen. Ich konnte ihn doch nicht die ganze Zeit anschreien.
„Saya“, er riss mich aus meinen Gedanken.
Meine Augen öffneten sich wieder und fixierten sich auf ihn. Ich seufzte wieder als ich ihn so armselig dastehen sah, fuhr mir durch die Haare.
„Was erwartest du jetzt von mir?“
„Mach nicht Schluss. Bitte. Ich tue alles, damit du mich nicht verlässt.“, er hockte sich vor mir hin. Seine Hände legten sich auf meine Knie. Ich beobachtete jede Bewegung skeptisch. Ich wollte gerade eigentlich nicht von ihm angefasst werden, aber ich ließ es zu.
„Ich muss nachdenken. Ich brauch Zeit.“, ich konnte ihn gerade nicht ansehen. Ich fühlte mich so betrogen von ihm. Nein, nicht betrogen, eigentlich verarscht.
„Ich gib dir alle Zeit der Welt.“, mir tat es leid, dass er so verzweifelt wirkte, allerdings war er ja nicht unschuldig. Vielleicht sollte ich es ihm verzeihen? Tsuki hatte mich auch geküsst und Tendou gefiel es nicht. Aber irgendwie war es anders. Nicht das es mir gefiel, dass er eine andere küsste. Mir gefiel es nur nicht, dass er mir nie erzählt hatte, dass er eine Freundin hatte und dass er sie mit mir betrog. Würde er auch mich betrügen, wenn ich ihm noch eine Chance geben würde? Fakt war, dass ich durch seine Verheimlichtuerei ihm nicht mehr vertraute. Vielleicht ging es ihm genauso.
„Was hast du ihr erzählt als du Schluss gemacht hast? Hast du ihr gesagt, dass du eine Andere hast?“, skeptisch musterte ich ihn. Ich wollte wissen, ob er ihr dasselbe angetan hatte, was Tsuki mir angetan hatte.
„Nein. Ich-„, er zögerte kurz. „Ich habe gesagt, dass ich keine Gefühle mehr für sie habe und dass es besser wäre, wenn wir Schluss machen würden“, gestand er.
„Sag ihr, dass du sie betrogen hast“, zischte ich.
„Das… das kann ich nicht. Ich will sie nicht mehr verletzten als ich sie eh schon verletzt habe.“
„Ist das so?“, ich nickte wütend. „Alles klar, du verletzt und verarscht mich lieber und sagst ihr nicht die Wahrheit, um sie zu verletzen. Ich merk schon, wo bei dir die Prioritäten liegen“
„Saya“, er drückte meine Knie. „Das stimmt doch gar nicht. Ich will es nur nicht schlimmer machen. Du weißt, wie sich das anfühlt, wenn der Freund sich in eine Andere verliebt“
Ich verengte die Augen. „Genau, deshalb wirst du ihr es sagen, damit endgültig Schluss ist! Denkst du etwa sie macht sich keine Hoffnungen, dass es noch funktionieren würde? Gerade weil ich weiß, wie sich das anfühlt, will ich, dass du einen ordentlichen Schlussstrich machst. Meinetwegen komm ich sogar mit. Auch wenn es ihr das Herz brechen würde mich zu sehen.“
Er biss sich unsicher auf die Lippen. „Verzeihst du mir dann?“
„Ich weiß nicht. Kommt drauf an, ob du weiterhin andere Mädchen küsst und mich verarscht.“
„Das wird niemals wieder vorkommen. Ich verspreche es! Für mich gibt es nur dich.“
„Genau“ meinte ich trocken. „Deshalb auch deine zweite Freundin!“
Er seufzte laut. Wahrscheinlich hatte er die Nase voll von diesem Gespräch. Ich aber auch. Ich wollte, dass er ging und mich allein ließ. Was dachte er sich eigentlich dabei? Dachte er, ich würde das niemals rauskriegen? Ich fühlte mich elendig. Wie konnte er mich die ganze Zeit so hinters Licht führen?
Ich spürte einen Schmerz in meiner Brust. Wenn es nicht gebrochen war, dann war es jetzt angerissen. Ich musste wieder an die Szene denken, in der er seine Freundin geküsst hatte. Mir war nach heulen zu Mute. Ich hatte es die ganze Zeit unterdrückt, wollte die starke mimen. Aber das konnte ich nicht mehr. Ich versteckte mein Gesicht mit meinen Händen. Ich wollte ihm nicht zeigen, wie sehr er mich verletzt hatte, wie sehr er mir wehgetan hatte. Wieso hatte ich ihm so schnell vertraut? War ich nur naiv? War unsere Freundschaft nur oberflächlich gewesen? Was war, wenn er eines Tages jemand besseren findet und dann das gleiche mit mir abzog? Einmal Betrüger, immer Betrüger, oder? Ach, keine Ahnung. Ich war so durcheinander. Ich wusste nicht mehr, wo mir der Kopf stand.
Ich spürte vertraute Arme, die mich an seine Brust drückten. Er küsste meinen Kopf. Ich ertrug diese Nähe gerade nicht. Ich wollte sie nicht. Er würde eh wieder eine andere küssen. Was machte ich mir da vor? Natürlich würde das wieder passieren. Mich wollte einfach keiner. Keiner konnte mich so lieben, wie ich die andere Person. Hieß das, dass ich Tendou liebte? Nein, nein, das durfte nicht sein. Wenn ich mir eingestehen würde ihn zu lieben, würde ich ganz zerbrechen. Und das wollte ich nicht.
„Es tut mir leid, Saya.“, wisperte er gegen mein Haar, streichelte mir beruhigend den Kopf.
Erst jetzt merkte ich, dass ich mich nicht mehr zurückhalten konnte und elendig in seinen Armen weinte. Ich weinte ohne Scharm, schlurzte, schniefte, rotzte, alles was dazu gehörte und Tendou versuchte mich einfach nur zu trösten. Es war nett gemeint aber mein Vertrauen zu ihm war verschwunden.
„Tendou, bitte“, wimmerte ich. „Bitte, geh einfach.“
„Ich werde nicht gehen. Nicht nach dem ich dich zum Weinen gebracht habe“, er drückte mich näher an sich heran. Wieso verstand er nicht, dass es mir weh tat ihm so nah zu sein. Ich konnte es gerade nicht. Ich ertrug seine verdammte Nähe nicht.
„Tendou“, jammerte ich. „Wenn du willst das es mit uns weiter geht., dann geh, bitte“, wisperte ich mit brüchiger Stimme.
Er sah mich nachdenklich an. In seinem Blick konnte ich Trauer und Scharm sehen. Ich fragte mich, ob es ihm genauso ging wie mir. Aber das bezweifelte ich. Wie konnte er mir das alles verheimlichen? Wie konnte er mir das antun? Es war doch nicht anders als das was Tsuki gemacht hatte. Er hatte mich angelogen, eine Andere geküsst und dann einfach eine Andere mir vorgezogen. Naja, Tendou hatte mich vorgezogen. Aber das machte die ganze Sache auch nicht besser.
„Bitte geh, Tendou. Wir telefonieren Morgen, okay?“, etwas versöhnlicher sah ich ihm direkt ins Gesicht.
„Okay“, meinte er zögernd. „Rufst du mich wirklich an?“
Ich nickte ihm zu, selbst nicht sicher, ob ich es tat oder nicht. Ich musste erstmal runterkommen und mich der Situation stellen. Ich musste meine Gedanken ordnen und mir klar werden, ob ich so eine Beziehung wirklich wollte. Ich wollte keine weitere Beziehung, die auf Lügen aufbaute. Ich wollte eine Beziehung, bei der ich mir sicher sein konnte, dass mein Partner auch ehrlich zu mir war.
Mit unsicheren Schritten entfernte er sich von mir, sah mich noch einmal schuldig an, ehe er aus meinem Zimmer verschwand.

„Was ist los? Du siehst so bedrückt aus?“, Mum legte die Pancakes auf den Tisch ab.
„Nichts.“, Ich legte mein Handy auf den Küchentisch. Ich überlegte Tendou anzurufen, aber ich war mir nicht sicher. Sollte ich ihm noch eine Chance geben? Sollte ich mich weiter in diese Beziehung vertiefen und versuchen sie am Leben zu lassen und naja, es einfach hinnehmen? Ich war so unsicher. Keiner konnte mir dabei helfen und die Person, die ich normalerweise nach Hilfe fragte, war ja die Person, an der ich am meisten zurzeit zweifelte.
seufzend nahm ich mir einen Pancake und schmierte Nutella drauf. Etwas Süßes brauchte ich jetzt wirklich dringend.
„Alles gut, zwischen dir und Tendou?“, besorgt wandte sich meine Mutter zu mir als sie sich an den Tisch setzte.
Ich knirschte mit den Zähnen. Tendou war eigentlich, das Letzte an das ich denken wollte.
„Ja“, kommentierte ich kurz. Ich wollte nicht darüber reden, besonders nicht mit meiner schwangeren Mutter.
Nachdem ich meine Pancakes aufgegessen hatte, nahm ich mir wieder nachdenklich das Handy. Mein Daumen drückte automatisch auf die Kontakte und blieb bei Tendou stehen. Sollte ich? Ich scrollte die Kontaktliste weiter nach irgendjemanden, der mehr helfen würde. Aber es gab niemanden. Ich seufzte wieder. Mum machte sich sicher sorgen. Wie es ihm wohl ging? Heute war sein erster Unitag. Ob er zurecht kam? Ich starrte weiterhin mein Handy an.
„Ich geh dann mal zur Schule“, meinte ich als ich aufstand und in mein Zimmer ging, um mich fertig zu machen.
Meine Mutter sagte nichts dazu, ich spürte nur ihren durchdringenden Blick auf mir haften.

Das Wetter war ziemlich frisch für Ende März. Die kühle Luft brachte mich zum Zittern. Die Sommeruniform wurde wieder angelegt. Zum Glück hatte ich noch meine dicke Jacke, aber die brachte mir auch nicht viel, wenn meine Beine fierten. Ich versteckte meine Hände in meiner Jackentasche, um sie zu wärmen. Überrascht zog ich einen Zettel heraus, der in ihr lag. Auf ihr standen ein paar Ziffern und ein Name. Da fiel mir wieder ein, dass Anna mir ihre Nummer gegeben hatte. Sollte ich vielleicht mit ihr darüber reden? Ich zog mein Handy heraus, speicherte ihre Nummer und entschied mich ihr eine Nachricht zu schreiben, ob wir uns allein irgendwo treffen könnten. Vielleicht war es gut mit jemanden zu reden, der beide nicht kannte, Tsuki und Tendou. Als ich gerade mein Handy wegstecken wollte, bekam ich eine Nachricht. Sie hatte schnell geantwortet. Sie wollte das wir uns bei McDonalds nach der Schule trafen. Ich schrieb ihr kurz ein okay zurück, ehe ich weiter den Weg zur Schule weiterlief.

Der Unterricht war so langweilig wie immer. Obwohl ich jetzt in dem letzten Jahr war, änderte sich wohl nie etwas. Wenigstens hatten wir gerade Kunst. Wir sollten ein Stillleben nachmalen. Ich war so verdammt schlecht im Zeichnen. Wenn man mir sagte ich sollte Menschen malen, kamen nur Strichmännchen raus. Besonders wenn ich deprimiert war konnte ich nicht malen. Seufzend legte ich den Bleistift weg. Ich hatte kein Nerv dazu. Und ich vermisste meinen Platz an dem Fenster. Wenn mir danach war, konnte ich einfach raussehen und meinen Gedanken nachgehen, aber das ging jetzt nicht mehr, da ich hinten an der Tür saß.

„Schön, dass du dich gemeldet hast.“, Anna umarmte mich überschwänglich. Etwas perplex erwiderte ich die Umarmung.
„Äh, ja“, murmelte ich ihr ins Haar.
„Komm, lass uns reingehen und uns unterhalten. Ich habe schon mega Hunger“, lächelnd zog sie mich an der Hand in den McDonalds. Nachdem wir bestellt hatten, setzten wir uns auf eine Sitzbank an einem Fenster. Da der McDonalds zwei Etagen hatte, konnten wir auf die Menschen heruntersehen und die beschäftigten darunter beobachten.
Anna entpackte ihren Burger und nahm einen großen bissen. „Also“, meinte sie mit vollem Mund und wischte sich mit dem Finger etwas Soße weg. „Ich freue mich ja, dass du mir geschrieben hast, aber ich bin mir sicher, dass du mir jetzt erzählen willst, warum du letztens gegangen bist.“
Ich knabberte an meiner Lippe. Ich war mir immer noch unsicher, ob ich überhaupt mit jemanden darüber reden sollte aber wenn nicht mit ihr, mit wem dann?
„Oder mochtest du uns nicht?“, sie wirkte desinteressiert und schlürfte an ihrer Cola. Sie wirkte so als wenn sie es nicht glauben würde, dass jemand sie nicht mögen würde.
Mein Blick richtete sich nach draußen. Die Leute, die die Straßen entlang gingen, wirkten beschäftigt manche fröhlich, andere gestresst oder mürrisch.
„Na, komm schon. Ich werde dir einfach zuhören mehr nicht.“
„Auf dem Weg zu McDonalds, habe ich meinen Freund gesehen.“, begann ich dann doch letztendlich.
„Und?“, fragend zog sie eine Augenbraue hoch.
„Er hat eine andere geküsst“, es war schlimm es auszusprechen.
Sie hielt inne in ihrer Bewegung und sah mich einfach nur mitleidig an. „Hast du ihn zur Rede gestellt?“
„Ja, es war seine Freundin.“, betrübt sah ich auf mein Essen. Irgendwie hatte ich dann doch keinen Hunger mehr.
„Wie seine Freundin? Hat er dich betrogen?“, fassungslos weiteten sich ihre Augen. „Ehrlich, wer würde dich betrügen. Du bist wunderschön und sympathisch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er dich einfach betrügen würde.“
„Naja, scheinbar ist er seit fast drei Jahren mit ihr zusammen und hat sie mit mir betrogen.“. ich pausierte kurz. „Er hat mir vorgemacht, ich wäre die Einzige für ihn. Dabei hatte er noch eine.“ Ich seufzte frustriert laut.
„Wirst du mit ihm Schluss machen? Oder hast du schon mit ihm Schluss gemacht?“
„Ich“, setzte ich an, konnte den Satz aber nicht beenden. Ich wusste nicht, was ich machen sollte. Sollte ich Schluss machen? „Er ist mein bester Freund. Ich will ihn nicht verlieren.“, gestand ich dann.
„Hm“, brummte sie nachdenklich. „Willst du ihm dann noch eine Chance geben?“
Tränen bildeten sich in meinen Augen. Wollte ich ihm noch eine Chance geben? Ehrlich gesagt ja, aber was wäre, wenn das wieder passieren würde? Ich würde daran zerbrechen. Ich hatte schon so schlechte Erfahrungen mit Tsuki gemacht. Noch einmal wollte ich mich nicht quälen und versuchen etwas aufrecht zu erhalten, was der andere zerbrechen wollte.
„Vielleicht.“, nuschelte ich als ich schließlich in Tränen ausbrach. Ich wusste, dass ich ihn früher oder später verlieren würde, aber so wollte ich das bestimmt nicht.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast