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Herr, gib mir die Gelassenheit eines Stuhls - Er muss ja auch mit jedem Arsch zurecht kommen.

GeschichteDrama, Humor / P18 / Gen
OC (Own Character) Tendou Satori Tsukishima Kei Ushijima Wakatoshi Yamaguchi Tadashi
18.11.2018
30.12.2020
61
166.303
56
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Dieses Kapitel
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24.09.2020 1.960
 
Endlich war Wochenende. Geschafft vom Training, schmiss ich mich einfach auf das Bett. Ich war so fertig. In letzter Zeit, naja was hieß das schon, seit Schulbeginn schrieben wir jeden Tag einen Test, sodass ich die meiste Zeit lernend an meinem Schreibtisch saß. Tendou hatte ich seit Donnerstag nicht mehr gesehen, also eigentlich seit gestern. Ich brummte bei dem Gedanken ihn bald gehen zu lassen. Seine Uni würde bald beginnen. Ich glaube sogar schon nächste Woche. Ich wollte nicht, das er ging. Ich würde ihn so sehr vermissen.
Ich nahm mir mein Kissen und umarmte es, stellte mir vor, dass es Tendou war. Wieder seufzte ich. Ein Kissen würde nie seine Wärme und seinen Geruch wiedergeben. Geschweige denn seine zärtliche Art mich zu berühren. Ach man! Ich schmollte vor mir hin. Toshi war schon wieder nach Tokio gefahren. Ich konnte ihm nicht mal ´tschüss´ sagen.  Ob es ihm gut ging? Wie lief es wohl mit seiner Freundin? Ich vermisste ihn auch. Wir würden ihn kaum noch sehen. Ob ich ihm auch fehlte?

„Hey“, begrüßte ich Chiaki, der vor dem Sportplatz auf mich wartete. Neben ihm standen ein paar Jungs, die angeregt diskutierten über die Verteilung der Mannschaften. Als ich näher auf sie zutrat, erkannte ich auch ein Mädchen, das mich freundlich anlächelte. Ich lächelte zurück. Ich war ein bisschen aufgeregt zwischen all den Leuten zu sein, die ich nicht kannte.
„Oh, Takeda-san, du bist da“, er legte eine Hand an meinen Unterrücken und dirigierte mich zu den anderen. „Das ist die Drittklässlerin, von der ich euch erzählt habe. Ich habe sie heute eingeladen, weil sie Basketball mag“
Verlegen lächelte ich sie an und hob eine Hand. „Hallo, ich bin Takeda Saya. Es reicht, wenn ihr mich Saya nennt“
Ein etwas größerer Typ als Chiaki, legte einen Arm um ihn. Er hatte schwarze Haare und braune Augen, die wirkten als wären sie schwarz. „Du hast gar nicht erwähnt, dass sie so hübsch ist.“
Geschmeichelt spielte ich unsicher mit meinen Fingern. „Äh“, stammelte ich. „Danke“
„Ich bin übrigens Ren“, er zeigte auf einen Jungen mit einem leichten drei Tage Bart. War der noch in der Schule? „Das ist Zeno“, er zeigte weiter auf einen Jungen mit kurzen geschorenen Haaren und einem Leberfleck unter der Lippe. „Izumi und das hier“, er legte einen Arm um das Mädchen, das ihn verliebt anlächelte. „Ist meine Freundin: Anna.“ Anna? Ein deutscher Name? Sie war wirklich hübsch. Sie war blond, hatte Locken und blaue Augen. Sie sah zu unterschiedlich im Gegensatz ihres Freunds aus. Sie hatte nichts Japanisches an sich, beinahe so wie ich.
„Hallo“, meinte ich noch einmal verlegen. Als auch schon diskutiert wurde, wer in welchem Team wäre. Ich wunderte mich etwas, wie nahe sie sich alle standen. Ich fühlte mich etwas Fehl am Platz.
Anna kam schmunzelnd auf mich zu und stelle sich neben mich. „Von woher kommst du?“ Spielte sie auf mein Aussehen an oder fragte sie wo ich wohnte? Sie merkte meinen irritierten Blick und korrigierte sich noch einmal. „Ich meine deine Familie. Meine kommt aus Deutschland. Ich bin mit drei hier her nach Japan gezogen, weil mein Vater versetzt wurde.“
„Oh“, mitleidig sah ich sie an. Dann konnte sie sich gar nicht an ihre Heimat erinnern. „Also, ich wurde in Japan geboren aber meine Eltern kommen aus Russland.“
„Dann haben wir ja etwas gemeinsam. Die Familie meiner Mutter kommt auch ursprünglich aus Russland. Aber eigentlich ist sie vollkommen Deutsch. Hast du Geschwister?“
„Ja, einen Stiefbruder. Der ist ein Jahr älter und noch einen der müsste jetzt 4 sein.“ Da viel mir ein, dass ich vergessen hatte, dass meine Mum schwanger war. „Ach ja. Und auf dem Weg ist noch ein kleiner Bruder. Meine Stiefmutter ist schwanger.“
„Wow“, kommentierte sie neugierig. „Also eine richtige Großfamilie. Ich bin leider Einzelkind.“ Sie seufzte gespielt bestürzt „Meine Eltern waren einfach zu faul noch ein Kind zu machen.“
Ich lachte laut auf. Die Blicke der Jungs landeten auf mir. Ups, das hatte ich nicht beabsichtig. Verlegen sah ich wieder zu Anna. Sie wirkte amüsiert über mein Verhalten.
„Keine Angst, sie beißen nicht.“, kicherte sie.
Die Jungs verdrehten die Augen. Einer stöhnte sogar auf. Ich musste darüber lachen. Das passierte wohl öfters. Als ich die Jungs musterte,  hoffte ich inständig endlich gute Freunde gefunden zu haben, die nicht wie Naomi waren. Anna wirkte auch nicht, wie sie. Vielleicht würden wir ja Freunde werden.
„Okay, so machen wir es!“, Izumi wandte sich zu uns. „Wir werden drei zu drei spielen. Um es gerecht zu machen, bekommt jeder ein Mädchen ins Team.“
Irgendwie war das diskriminierend. Nur, weil ich ein Mädchen war, würde ich nicht automatisch zur Last werden. Ich konnte Basketball spielen, nur konnte ich nicht von einer weiten Distanz den Korb treffen.

Völlig aus der Puste rang ich nach Luft. Ich hatte mich auf meine Knie gestützt. In mein Blickfeld geriet eine Flasche, die mir entgegen gehalten wurde.
„Willst du?“, Chiaki bot mir seine Flasche an.
„Dan…ke“, sagte ich abgehackt. Ich konnte einfach nicht meinen Atem regulieren. Ich nahm die Flasche entgegen, öffnete sie und nahm einen Schluck. Für meine trockene Kehle war es ein Genuss. Das kühle Wasser war erfrischend und wie Balsam für meinen Hals.
Belustigend sah mich Chiaki an. „Da hat aber jemand Durst“
Ich wischte mir den Mund mit meinem Ärmel ab. Wahrscheinlich sah es unweiblich aus aber was solls. „Ja, danke nochmal.“
Er lächelte mich freundlich an. „Kein Problem.“, er nahm selbst einen Schluck vom Wasser. „Wir wollen übrigens noch etwas essen gehen. Willst du mitkommen?“
„Morgen ist frei, also ja, wieso nicht. Ich habe noch Zeit.“
„Gut“ nickte er. Er drehte sich zu den anderen. „Sie kommt mit“, rief er ihnen zu. Sie begannen zu jubeln. Irgendwie, war mir das peinlich.

„Also Saya, du spielst Volleyball?“, fragend wandte sich Ren zu mir.
Nickend bestätigte ich.
„Nicht nur das. Sie vertritt sogar Japan“, pflichtete Chiaki bei.
Peinlich berührt sah ich weg. Wir gingen gerade die Hauptstraße entlang. Ich sah mich um. Es war Abenddämmerung und die Lichter begannen anzugehen. Es war etwas frisch und ich hoffte, nicht krank zu werden, wegen dem ganzen Schweiß. Wir gingen in eine Seitenpassage. Gleich müssten wir am Kino vorbei gehen und bei McDonalds ankommen. Die Jungs um mich herum, redeten angeregt über Basketball und dem Spiel, welches wir vorhin gewonnen hatten. Ich schmunzelte vor mir her als ich  Anna und  Ren beim Flirten zu sah. Sie waren ein süßes Paar.  Auf einmal wünschte ich mir, das Tendou hier wäre. Ich wollte ihn sehen.
Gerade als wir am Kino vorbei gingen, stand ein Paar etwas abseits. Irgendwie erinnerte er mich an Tendou. Aber das bildete ich mir wahrscheinlich nur ein. Sie küssten sich. Ein Kuss auf die Lippen. Eine Umarmung. Als wir näher an sie heran gingen, weil gleich daneben McDonalds war, traute ich meinen Augen nicht.
Es war Tendou.
Er hielt ein schlankes Mädchen in den Armen und lächelte sie an. Sie hatte seine Arme, um ihn gelegt, stellte sich auf Zehnspitzen und küsste ihn. Fassungslos blieb ich stehen. Ich konnte gerade die Information nicht verarbeiten.
„Saya? Was ist?“, Zeno drehte sich fragend zu mir, auch Anna schaute fragend in meine Richtung.
„Äh“, stammelte ich. In dem Moment sah Tendou hoch und sah mich. Das Lächeln auf seinem Gesicht war sofort verschwunden. Einen Moment hatte ich das Gefühl, das die Zeit stillstehen würde, wir sahen uns einfach nur an bis ich verachtend den Blick von ihm wandte und auf die Anderen zu ging, die auf mich warteten. „Tut mir leid. Ich dachte nur, ich habe jemanden gesehen, den ich kenne.“, lächelte ich gezwungen.

„Saya, du wirkst traurig. Alles okay?“, Anna legte sanft eine Hand auf meine. Ich erschreckte mich und zuckte kurz zusammen.
„Oh, Entschuldigung. Ich war nur in Gedanken“, gestand ich. Lächelte ich wieder gezwungen. Ich wollte den Leuten nicht erzählen, dass ich gerade meinen Freund dabei erwischt hatte, wie er eine andere küsste und dass sie sich scheinbar auch ziemlich nahe waren. Ich wollte ihnen nicht mit meinen Problemen belasten und versuchte mich zusammen zu reißen.
Anna sah mich besorgt an. Ich sagte aber nichts mehr dazu. Wahrscheinlich, weil sie merkte, dass ich nicht darüber reden wollte. Ich sollte es auch nicht tun. Ich vertraute den Leuten am Tisch noch nicht. Ich meinte, ich kannte sie kaum.
„Hast du keinen Hunger?“, sprach Izumi mich an. Er merkte wohl, dass ich in meinem Eis rumrührte und nichts aß.
„Naja, nicht wirklich, ehrlich gesagt.“
„Bedrückt dich was?“, Chiaki drehte sich wieder zu mir. Er hatte sich gerade mit Zeno in den Haaren und hatten einen unmännlichen Handkampf ausgetragen.
„Nein. Ich denke ich sollte gehen.“, entschuldigend sah ich in die Runde. „Tut mir leid. Mir geht’s nicht so gut. Ich bin ziemlich erschöpft und müde. War mir aber eine Freude euch kennen zu lernen.“, lächelte ich sie leicht an. Diesmal war es ehrlich gemeint. Ich ging in Richtung Ausgang als Anna mir hinterherrief. Sie sprang schnell auf und drückte mir eine Serviette in die Hand.
„Meine Nummer, falls du reden willst oder du mal wieder etwas mit uns machen willst.“
„Äh“, das war wirklich lieb von ihr. „Danke“

Im Bett angekommen hatte ich endlich Luft zum Atmen. Ich starrte an die Decke. Irgendwie fühlte ich mich leer. Einfach nur leer und einsam. Ich fragte mich nicht mal wieso. Ich war nicht mal wütend. Ich hatte doch gewusst, dass es einfach zu gut lief. Männer waren einfach Idioten. Idioten ohne Hirn und Herz. Sie dachten nur an ihren Schwanz und scheinbar war Tendou da nicht anders. Ich hatte mich so in ihm geirrt. Und obwohl ich mich leer fühlte, zog sich mein Herz schmerzhaft zusammen. Ich verstand es einfach nicht. Erst brachte er mich dazu, dass ich mich in ihn verliebt und jetzt machte er mit einer anderen rum. Musste ich es denn verstehen? Wie würde es nur weiterlaufen? Sollte ich Schluss machen?  Er hatte mir versprochen, dass er niemals so was machen würde, aber letztendlich war er nicht besser als Tsuki. Oder sollte ich darüber hinwegsehen? Wut stieg in mir auf. Wieso sollte ich das? Er hatte eine andere geküsst. Er versprach mir die Sterne vom Himmel. Ich drehte mich im Bett und drückte das Kissen näher an mich heran. Mir war nach weinen zu mute. Ich fühlte mich einsam. Wenn ich wirklich mit ihm Schluss machen würde, wäre ich ganz allein. Ich hätte nicht nur meinen Freund verloren, sondern auch meinen besten Freund. Ich wollte ihn nicht verlieren. Vielleicht sollte ich erstmal abwarten und hoffen, dass er eine plausible Erklärung dafür hatte. Auch wenn ich mir da sicher war, dass es nicht so war. Sie war wirklich hübsch. Schlank, dunkelhaarig, mehr konnte ich leider nicht erkennen. Mir viel wieder der erschrockene Blick ein, den er mir zu warf. Er hatte ganz offensichtlich nicht mit mir gerechnet.


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Hallo liebe Leute, heute Abend gibts mal wieder ein neues Kapitel. Ich danke euch allen für eure zahlreichen Kommentare. Ich habe beschlossen, die Geschichte bis zum Schluss zu schreiben. Insgesamt wird sie wohl ungefähr um die 70 Kapitel haben  zusätzlich mit ein paar Specials. Ganz besonders Danke ich NiciR für ihre vielen Kommentare. Zu meinem Bedauern finde ich leider nicht die Zeit um alle zu beantworten. Bitte nimmt es mir nicht übel aber ich habe sie alle gelesen. Danke an alle <3.

Eine Sache möchte ich allerdings kurz los werden. Diese Geschichte liegt mir wirklich sehr am Herzen, da es meine erste ist, die ich wirklich gerne schreibe und auf FF.de hochlade, deshalb möchte ich nur kurz sagen, dass ich diese Geschichte so schreiben werde, wie ich sie möchte. Ich kann verstehen, dass manche sie vielleicht gerne anders hätten oder sich einen anderen Verlauf wünschen.

Mit diesen Worten wünsche ich euch noch einen schönen Abend

in liebe MissLittleSwagItOut
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