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Herr, gib mir die Gelassenheit eines Stuhls - Er muss ja auch mit jedem Arsch zurecht kommen.

GeschichteDrama, Humor / P18 / Gen
OC (Own Character) Tendou Satori Tsukishima Kei Ushijima Wakatoshi Yamaguchi Tadashi
18.11.2018
30.12.2020
61
166.303
56
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17.02.2020 3.524
 
Das vierte Set gewann die Karasuno. Wenn sie das letzte Set gewinnen würden, hätten sie gewonnen. Momentan stand es 4 zu 5 für Shiratorizawa. Ich hoffte so, sie würden gewinnen. Toshi schlug zu, Tsuki hatte ihn einmal berührt. Er schaffte es jetzt immer schneller das richtige Timing rauszufinden.  Allerdings ging der Punkt dennoch an die Shiratorizawa. Als nächstes schlug Tendou zu, Tsuki blockte wieder ab. Gott ich liebte diesen Kerl einfach. Er wurde von Set zu Set immer besser. Toshi hatte Aufschlag. Er ging ins aus. Allerdings zog der Schiedsrichter es zurück, sodass der Punkt dennoch an Toshi ging. Ich biss mir auf die Lippe. Sie sollten gewinnen. Sie mussten gewinnen. Wieder wurde Toshi angetost. Mit Schwung schlug er den Ball gerade als Tsuki geblockt hatte. Er prallte an Tsukis Hand ab. Aber irgendetwas stimmte nicht. Er hielt sich seine Hand und verzog schmerzerfühlt das Gesicht. Ich war in Alarmbereitschaft. Yachi und sein Bruder rannten runter. Aber ich konnte mich nicht bewegen. Wenn Tsuki ausfallen würde, was würde dann aus dem Sieg werden? Aber das war zweitranig. Ich rannte den beiden schnell hinter her. Unten am Eingang zur Turnhalle angekommen, sah ich Tsuki, wie er sich die Hand hielt. Ich ging schnell auf ihn zu und nahm mir die verletzte Hand. Sie sah nicht gut aus. Nein absolut nicht, sie blutete. Scheinbar hatte er sie sich aufgerissen. Tsuki schlug mir hart seine Hand aus meiner. Verwirrt musterte ich ihn. Er wirkte wütend. War er wütend auf mich oder auf den Spielverlauf?
„Fass mich nicht an!“, knurrte er und ging an mir vorbei. Ich sah ihm verletzt hinter her. Ich müsste mittlerweile daran gewöhnt sein, dass er mich so mies behandelte, aber es tat dennoch immer wieder weh. Ich machte mir doch nur sorgen um ihn. Durfte ich das etwa nicht?
Sein Bruder ergriff das Wort. „Kei so kannst du doch nicht mit deiner Freundin umgehen.“
„Sie ist nicht meine Freundin. Sie ist nur irgendein dahergelaufenes Mädchen, das sich das einbildet.“, Tsuki sah mich nicht einmal mehr an.
Sein Bruder musterte mich. Hielt er mich jetzt für eine Lügnerin? Ich war mit ihm zusammen. Ich sah zu Boden. Mir war wieder nachheulen zu mute. Wieso sagte er sowas? Wieso konnte er vor seinem Bruder nicht eingestehen, dass wir zusammen waren? Er wusste es doch schon. Ich wollte nicht länger hierbleiben. Ich konnte nicht. Ich wollte nicht das sie sehen, wie sehr er mich verletzt hatte mit seinen bescheuerten nicht überlegten Worten, deshalb rannte ich weg. Am besten so weit weg wie es nur ging.

„Saya, was machst du hier?“, fragend legte Tendou den Kopf schief.
„Ich fahr mit euch mit. Ist alles schon abgesprochen.“
„Ist irgendwas passiert? Du siehst verheult aus.“, besorgt kam er näher und nahm mich in den Arm.
„Alls okay. Ich bin nur etwas traurig und erschöpft.“, gestand ich.
„Ich weiß, wir haben versagt, aber das ist doch kein Grund zu weinen.“
Ich biss mir auf die Lippe. Das war ja auch nicht der Grund dafür, sondern dieser dumme Affe, der sich meinen Freund schimpfte.
Er drückte sich etwas von mir weg, sah mich kritisch an.
„Es ist wirklich alles okay. Tendou. Mach dir keine Sorgen.“, langsam hatte ich es satt immer wieder vor zu täuschen als wäre alles in Ordnung. Ich wollte auch zeigen, dass es mir schlecht ging, aber wenn ich das machen würde, würden sich alle nur sorgen machen und das wollte ich nicht.
„Und wie geht es dir?“
„Mir?“, er grinste mich an. „Mir geht’s gut. Wieso auch nicht. Kein hartes Training mehr.“
„Sicher?“
Er legte mir eine Hand auf den Kopf, verwuschelte meine Haare. „Mach dir keine Sorgen Saya-chan. Mir geht’s wirklich gut. Mach dir lieber einen Kopf um die anderen.“
Ich wandte mich zu den anderen. Goshki weinte hemmungslos. Im Nachhinein wünschte ich mir, dass es die Shiratorizawa geschafft hätte zu gewinnen und nicht Tsuki.
Reon ging an uns vorbei. „Hm“, überrascht drehte er sich zu uns. „Seid ihr jetzt zusammen?“
Tendou grinste nur dumm, während ich ihm in die Seite schlug und verneinte.

Im Bus hatte Tendou seinen Kopf an meiner Schulter angelehnt und schlief in Ruhe. Ich sah aus dem Fenster. Die schnell davon führenden Landschaften machten mich nachdenklich. Ich fragte mich die ganze Zeit, ob ich etwas falsch gemacht hatte. Irgendwie gab er mir das Gefühl. Ich hatte mir doch nur sorgen um ihn gemacht, daran war doch nichts falsch. Ich wollte nur sicherstellen, dass es ihm gut ging und er nicht im Sterben lag. Mein Blick wanderte zu Tendou. Ich begann ihn anzustarren. Seine roten Haare waren verwuschelt und nicht mehr so gut hochgestylt wie sonst. Seine großen Augen waren geschlossen, allerdings konnte man dennoch die langen Wimpern sehen, die diese umrandeten. Eigentlich sah Tendou gut aus. Es war kein Wunder das Tsuyu sich in ihn verliebte. Könnte ich das auch? Ich fragte mich, wie lange das mit mir und Tsuki noch weiter gehen sollte. Wann würde er merken, dass er mich nicht so behandeln konnte? Ich hatte es satt Tränen für ihn zu vergießen. Ich wollte einfach nicht mehr weinen. Ohne Freund war man doch besser dran, oder?
„Hm“, summte Tendou. „Gefall ich dir so gut oder wieso starrst du mich an.“
„Woher weißt du das? Deine Augen waren doch zu.“, beschwerte ich mich.
„Intuition.“, murmelte er verschlafen, rieb sich dann die Augen.
„Was hättest du gemacht, wenn ich es nicht getan hätte?“, leicht errötet sah ich ihn an. Keine Ahnung, wieso ich eigentlich rot wurde. War mir das peinlich erwischt zu werden? Irgendwie wusste ich gar nichts mehr. Tsuki hatte mich komplett verwirrt mit seiner Aktion.
„Tja, dann hätte ich dumm dagestanden“
Sein Gesicht war wieder so nah. Machte er das mit Absicht? Ich verglich seine Lippen mit Tsukis. Tendou waren voller als seine. Wie es wohl war sie zu küssen? Verdammt! Was dachte ich da. Verwirrt wandte ich mich wieder dem Fenster. Ich stand nicht auf Tendou. Da war ich mir ziemlich sicher. Aber seit dem Tsuki mich so mies behandelt und mich tagelang ignoriert, hatte ich das Gefühl Tendou immer näher und näher zu kommen, obwohl ich das gar nicht wollte. Malte mein Kopf sich deshalb solche Sachen aus? Weil ich unzufrieden war in dieser Beziehung? Weil ich unsicher war? Weil ich seine Nähe vermisste?

Ich sah mich im Spiegel an. Ein rundes Gesicht mit braunen Haaren und grünen verquollenen Augen sah mir entgegen. War das wirklich ich? Tendou hatte recht. Ich sah verheult aus. Kein Wunder das er sich sorgen machte.  Ich wusch mir das Gesicht, in der Hoffnung, es würde dann besser aussehen, aber das war nur Wunschdenken.
Die Jungs mussten noch 100 Aufschläge machen. Ich überlegte dabei mitzumachen, um meinen Frust abzulassen. Langsam ging ich zurück zur Halle, in der die Jungs sind.
„Goshki“, Toshi sprach wohl gerade.
„Jawohl“
„Ich zähl auf dich“
Ich öffnete die Tür zur Halle, alle starrten mich an. Hatte ich irgendetwas unterbrochen? Fragend sah ich in die Runde. Aber keiner sagte etwas.

Seufzend ergriff Tendou einen Volleyball und machte seine 100 Aufschläge. Während Toshi seine Sprungaufschläge übte, übte er die Standard Aufschläge. Ich schloss mich Toshi an und schmetterte einen nach dem anderen. Umso mehr ich schlug umso wütender wurde ich, aber auch das ließ nach und entwickelte sich zu Trauer. Wieso wollte Tsuki mich seinem Bruder nicht vorstellen? War es ihm mit mir nicht ernst genug? Es frustriete mich. Meine Familie kannte er, doch wieso durfte ich dann nicht seine kennenlernen? Irgendwann nach dem gefühlten 50igsten Schlag, gab ich auf und setzte mich zu Boden, sah den anderen dabei zu, wie sie übten.
„Na, Wut abgelassen?“
Überrascht drehte ich mich zu Taichi. Er war verschwitzt und hatte wohl seine 100 Aufschläge hinter sich. Er setzte sich zu mir.
„Wakatoshi wirkt ziemlich wütend.“
Ich sah zu Toshi. Ich fand das nichts darauf schließen ließ, dass er wütend war. Aber Taichi hatte recht. Er schien angepisst zu sein. Ich konnte ihn verstehen. Ich konnte es zwar nicht nachvollziehen aber verstehen, dass er wütend war. Wahrscheinlich auf sich selbst.
Taichi sah mich von der Seite aus an. Es war mir unangenehm. Zwar wusste jeder, dass ich seine Schwester war, aber ich hatte nicht wirklich viel Kontakt zu den anderen Mitspielern.
„Geht’s dir jetzt besser?“
Fragend wandte ich mich zu ihm. Hatte das jeder mitbekommen?
„Äh“, überlegte ich und sah nach oben an die Turnhallendecke. „Nicht wirklich.“, gestand ich dann.
„Sag mal Takeda-chan, du und Tendou läuft da-„
„Es läuft nichts zwischen mir und Tendou. Ich habe einen Freund.“, unterbrach ich ihn. Ich selbst glaubte ja schon fast das was zwischen mir und ihm lief. Aber da war nichts. Alle versuchten es mir nur einzureden.
„Vielleicht solltest du ihn dann auf Abstand halten.“, versuchte er mir anzuraten.
„Du weißt, dass Tendou beharrlich ist. Selbst wenn ich ihm sagen würde, ich wolle abstand, würde er es ignorieren.“
„Hm“, überlegte er. „Da könntest du recht haben.“
Tendou kam auf uns zu. Er sah erschöpft aus.
„Ich kann nicht mehr“, seufzte er schwer, legte sich dann zu Boden. Sein Kopf platzierte er auf meinem Schoss. „Streichle mich.“, forderte er mich auf.
Ohne darüber nachzudenken, tat ich es. Seine Haare waren nass vom Schweiß. Es störte mich allerdings nicht. „Zuhause solltest du dich ausruhen und ein Bad nehmen, um deine Muskeln zu lockern.“
„Ich schlaf heute bei euch.“, bestimmte er.
Ich hob eine Augenbraue skeptisch. „Hast du kein Zuhause oder wieso bist du bei uns?“
„Wieso bist du so gemein zu mir? Natürlich habe ich ein Zuhause aber bei euch ist es schöner. Außerdem sehe ich dich dann immer jeden Tag.“
Ich konnte nicht verhindern das es mich schmeichelte, dass er so dachte. Manchmal fragte ich mich wie sehr er mich wohl mochte. Er meinte ja das er mich lieben würde. Aber irgendwie konnte ich ihm das nicht abkaufen. Konnte man eine Person lieben, ohne mit ihr zusammen zu sein? Ich wusste es nicht. Ich hatte solche Erfahrungen nicht gemacht.

Das warme Wasser umfing meinen Körper. Das Tropfen des Wasserhahnes wirkte entspannend auf mich. Das Bad war gefüllt mit den Dämpfen des warmen Wassers. Meine schmerzenden Muskeln beruhigten sich und begannen sich zu lockern. Hoffentlich würde mein Muskelkater nicht allzu schlimm werden. Ich versuchte mich zu entspannen, es funktionierte nur nicht. Immer wieder drifteten meine Gedanken zu Tsuki und seinen Worten. Ohne es zu wollen, kamen mir wieder die Tränen. Ich verstand ihn nicht. Wieso tat er mir das an? Wieso verleugnete er mich? Wieso ließ er mich dumm dastehen?
Ich tauchte meinen Kopf Unterwasser in der Hoffnung die Tränen damit zu stoppen. Als ich wieder mit dem Kopf auftauchte, zuckte ich überrascht zusammen als ich Tendou plötzlich im Bad sah.
„Verdammte scheiße! Wie lange stehst du da schon?!“, schnell verdeckte ich mit meinen Händen meinen Busen.
„Ich bin eben erst reingekommen. Hast du das Klopfen nicht gehört?“, belustigend legte er den Kopf schief.
„Wie sollte ich das bitte hören? Ich war mit den Gedanken ganz woanders!“, keifte ich ihn an.
„Stell dich nicht so an. Ich habe gar nichts gesehen.“, sein Blick wanderte meinen Körper entlang. Ich fühlte mich wie Frischfleisch.
„Was willst du hier?“, meinte ich genervt.
„Ich wollte bei dir duschen gehen. Toshi besetzt seit 15 Minuten seine.“, er begann sein T-Shirt auszuziehen.
„Du willst nicht wirklich in die Dusche gehen, während ich in der Badewanne sitze.“
„Wieso nicht?“, er zuckte unbeteiligt mit der Schulter. Ohne weiter darauf ein zu gehen, zog er seine Hose aus. Er stand nur noch in Unterwäsche vor mir. Ich konnte es nicht verhindert ein Blick zu riskieren aber im Nachhinein bereute ich es. Er war in etwa wie Tsuki gebaut nur eben größer. Er hatte einen schönen Rücken und was ich von seinem Arsch sah gefiel mir auch. Ich tauchte wieder unter Wasser. Woher kamen diese Gedanken? War ich einfach zu untervögelt? Ich vermisste Tsuki so sehr, auch wenn ich ihn heute erst gesehen hatte.  Es kribbelte in meinem Bauch, wenn ich daran dachte, dass er mir gestanden hatte, dass er mich liebte. Ich konnte meine Luft nicht mehr anhalten, deshalb tauchte ich wieder auf. Ich hörte das die Dusche an war. Ich wischte mir das Wasser aus dem Gesicht. Ich riskierte wieder einen Blick. Er stand mit dem Rücken zu mir. Ich sah seinen kleinen knack Arsch. Röte stieg mir ins Gesicht. Wieso konnte ich nicht damit aufhören? Wieso machte mich Tendou plötzlich an?
Ohne groß drüber nachzudenken, stand ich aus der Badewanne auf und schnappte mir schnell ein Handtuch, das ich um mich band und verschwand aus dem Zimmer.
Ich lehnte mich gegen die Badezimmertür. Das einzig Gute, was das alles hatte, war das es mich ablenkte von dem Gedanken an Tsuki.

„Was zum Teufel?“, ich beugte mich runter und nahm die Rose in die Hand, die vor der Haustür lag. Eigentlich wollte ich nur die Post reinholen. Ich betrachtete sie und roch an ihr. Sie roch typisch blumig. An ihr war ein kleiner Zettel befestigt. Ich las ihn mir durch. `Ich liebe dich`, war die Rose von Tsuki? In mich rein grinsend ging ich wieder ins Haus, holte mir eine Vase und stellte sie in mein Zimmer. Ich betrachtete die Rose eine Weile. Wollte Tsuki sich so entschuldigen? Glücklich legte ich mich auf das Bett. Es war wirklich süß von ihm.
Ab morgen würde ich suspendiert sein für zwei Wochen und dann würde ich nur noch zwei Woche zur Schule gehen und dann war auch schon das Schuljahr vorbei. Seufzend drehte ich mich zur Blume. Ob er zwischen durch Zeit hatte? Ich würde ihn so gerne sehen.
„Saya, Satori, Wakatoshi! Essen ist fertig“, schrie meine Mutter.
Schnell sprang ich auf und ging runter. Ich hatte schon Hunger.
„Morgen“, begrüßte ich Tendou und Toshi. Meine Mutter hatte ich heute Morgen schon gesehen. „Wo ist Dad?“, fragend wandte ich mich an Mum.
„Er ist noch in seinem Arbeitszimmer und geht ein paar Verträge durch. Er kommt auch gleich.“
Ich nickte verstehend und setzte mich an den Esstisch. Es gab Miso Suppe, Reis, Speck und Spiegeleier mit Toastbrot.
Tendou wirkte noch so als würde er schlafen. Ich wusste, er war kein Morgenmensch. Toshi war wie immer auf Hochtouren, ich hatte ihn noch nie müde gesehen, vielleicht war er einfach zu gut,  es zu verstecken.
„Wieso grinst du denn so?“, Tendou gähnte dabei.
„Ich habe heute eine Rose erhalten von Tsuki“, grinste ich verliebt.
„Wie altmodisch. Habt ihr euch gestritten, oder was?“, fragend hob er eine Augenbraue.
„Naja, nicht wirklich.“, überlegte ich. Eigentlich hatten wir uns nicht gestritten. Ich hätte eine Szene machen können, aber es wäre der falsche Zeitpunkt überhaupt gewesen.

Von da an bekam ich jeden Tag eine Rose mit verschiedenen Nachrichten. Es war süß, dass er sich die Zeit nahm, um mir Blumen vor die Haustür zu legen. In einigen Tagen würde das Schulfest stattfinden. Der Direktor hatte mir erlaubt es zu besuchen, aber ich war mir nicht sicher. Allein dahin zu gehen machte doch keinen Spaß und Freunde hatte ich sowieso kaum welche. Vielleicht sollte ich Hinata fragen, ob er mit mir hingehen würde aber ob Toshi und Tendou ihn sehen wollten, war eine andere Frage. Letztendlich entschied ich mich allein hinzugehen.
„Wohin willst du gehen.“
Fragend drehte ich mich zu meinem Dad , der sich gerade die Schuhe anzog. Scheinbar musste er los zur Arbeit.
„Heute ist das Schulfest. Ich wollte Toshi und Tendou besuchen.“, gestand ich und zog mir ebenfalls die Schuhe an.
„Grüß beide von mir.“, ich nickte ihm bestätigend zu, zog mir dann die Jacke an und ging raus. Mittlerweile wurde es wieder wärmer. Naja, wir hatten auch Ende Februar. Anfang März würde ich bald in die dritte kommen. Nur noch ein Jahr und dann wäre ich raus aus der Schule. Seufzend ging ich zum Bus. Ich wollte nicht, dass die schöne Zeit mit Tendou und Toshi vorbei war. Ich würde sie vermissen, wenn sie in drei Wochen raus sein würden. Beide würden nach Tokio ziehen. Naja, bei Tendou stand es noch aus, ob er angenommen werden würde.

„Hahahahahahahaha!“, ich bekam mich nicht mehr ein als ich Tendou in einem Maidkleid sah. Oh, sah er kacke darin aus. Nicht mal die Beine waren rasiert. Und das Häubchen stand auf seinen hochgestyelten Haaren schief. Ich konnte nicht mehr und hielt mir den Bauch, mir kamen sogar die Tränen.
„Ach, komm Saya. Ich weiß, ich sehe sexy aus. Aber du musste nicht vor Überraschung weinen.“
Ich wischte mir die Tränen aus dem Gesicht. „Wieso trägst du als einziger ein Maidkostüm?“
„Die anderen waren sich zu fein dafür. Aber ich finde mir steht das eigentlich ganz gut.“, er drehte sich einmal im Kreis, um sich ganz zu präsentieren. Ich verkniff mir dabei das Lachen und knabbert zur Ablenkung an meiner Lippe. „Wunderschön, Satori“
„Du hast mich noch nie Satori genannt“, glücklich grinste er mich an.
Verlegen kratze ich mich an der Wange. „Naja, wir kennen uns schon drei Jahre. Ich dachte es wird mal Zeit. Immerhin nennst du mich auch immer beim Vornamen. Und ich weiß nicht, ob ich noch einmal die Gelegenheit habe dich so zu nennen.“ Mir fiel wieder ein, dass er bald weg sein würde. Mein Kinn zitterte vom Unterdrücken der Tränen.
„Ach Saya.“, er kam auf mich zu und nahm mich in den Arm. „Wieso weinst du?“
„Du bist bald weg. Und dann bin ich ganz allein.“, gestand ich heulend. Ich konnte mich nicht zusammenreißen und heulte hemmungslos. Ich krallte mich an sein Kostüm fest.
„Das heißt doch nicht das wir uns nie wiedersehen“, er drückte mich näher an sich und streichelte meinen Kopf. „Du kannst mich doch besuchen kommen und die gesamten Ferien bin ich auch noch hier. Ich komm dich auch besuchen.“
Ich schniefte, es war trotzdem nicht dasselbe ohne ihn. Er brachte mich immer zum Lachen und hellte meine Stimmung auf. Er war für mich wie die Sonne, in der ich Kraft tankte. „Ich will nicht, dass du gehst!“, jammerte ich weiter.
„Saya“, murmelte er und küsste mich auf die Stirn. „Alles ist gut, wenn du nicht aufhörst zu weinen, muss ich auch noch weinen. Wir haben doch noch zwei Monate miteinander. Ich ruf dich auch jeden Tag an. Versprochen.“
„Wirklich“, ich hob meinem Kopf. Unsere Gesichter waren sich wieder zu nah. Ich wandte schnell meinen Kopf ab. War ich die einzige, die bemerkte, dass wir uns schon zum gefühlten 100sten mal fast geküsst hätten. Was war das nur? Wieso zogen mich seine Lippen so an? Wollte ich von ihm geküsst werden?
„Willst du was essen?“, fragte Tendou mich. „Wir haben Waffeln und Crêpes.“
Ich nickte bestätigend. „Und einen Kaffee bitte. Und ich will, dass du es servierst in deinem hübschen Kleidchen.“, ich musste wieder Grinsen, auch wenn mir die Tränen weiterhinab liefen. Ich konnte es aber nicht unterdrücken, amüsiert über sein Kostüm zu sein.
Er dirigierte mich zu seinem leeren Tisch, an dem Toshi saß. Was zum Teufel machte er hier? Sie gingen doch nicht in dieselbe Klasse. Ich setzte mich zu ihm. „Was machst du hier? Macht eure Klasse nichts?“
„Doch, ein Gespensterhaus, aber sie meinten, wenn ich dabei bin, glaubt keiner mir, dass ich ein Gespenst bin, weil ich nicht gruselig genug bin.“
„Pff“, stieß ich amüsiert aus. „Bei deinem eintönigen Gesichtsausdruck, glaub ich das.“
Verständnislos sah er mich an. Ich lächelte, damit er wusste, dass es nicht böse gemeint war.
„Hier bitte sehr.“, Tendou kam wieder und stellte einen Kaffee und Waffeln mit Erdbeeren auf dem Tisch ab. „Wie sie gewünscht haben“, er verbeugte sich. Ich musste wieder lachen, weil ich mir vorstellte, dass man von hinten sicherlich seine Boxer Shorts sehen musste. So kurz wie das Kleid war.
Ich sah mir das Gericht an. Aus dem Sirup hatte jemand ein Herz auf die Waffel gemacht. Hatte jeder ein Herz? Oder wurde das extra aufgetragen. Ich sah zu Toshis Waffel. Da war eine… war das eine Ente? Ich hatte keine Ahnung, was das darstellen sollte. Bekam hier jeder etwas anderes?
„Wozu das Herz?“, fragend wandte ich mich an Tendou.
Er kratze sich am Hinterkopf dabei stoß er sein Häubchen um und fiel zu Boden. Er beugte sich runter. Ich beobachtete ihn dabei und musste feststellen das er Orangen als Brust Ersatz genommen hatte. Ich versteckte mein Grinsen unter meiner Hand. Fuck. Ich konnte mich kaum zusammenreißen. Wieso machte Tendou es mir so schwer, cool zu bleiben. Wieso war er nur so bescheuert?
Er setzte sich wieder das Häubchen auf und antwortete mir endlich. „Naja, weißt du Reon wollte mir etwas unter die Arme greifen und hatte ein Herz aufgemalt. Ich hoffe, du bist nicht böse?“
„Wieso? Ich liebe dich auch als Freund. Warum sollte ich böse sein?“
„Es ist nicht freundschaftlich gemeint, Saya“
„Oh“, stieß ich aus. Man, war ich dumm! Hatte ich ganz vergessen, dass Tendou in mich verliebt war. „Also. Trotzdem die Antwort bleibt dieselbe“, meinte ich trotzig.
Schmunzelnd ging Tendou wieder zur Arbeit.

Zuhause angekommen, war ich komplett erschöpft. Ich war gerade dabei mir die Schuhe auszuziehen als es klingelte. Überrascht sah ich auf die Uhr. Tendou oder Toshi konnte es nicht sein, sie hatten beide noch Training. Selbst nach der Inter High wollten sie noch weiter üben. Toshi zu mindestens. Überrascht öffnete ich die Tür, vor mir stand Tsuki.
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