Herr, gib mir die Gelassenheit eines Stuhls - Er muss ja auch mit jedem Arsch zurecht kommen.

GeschichteDrama, Humor / P18
OC (Own Character) Tendou Satori Tsukishima Kei Ushijima Wakatoshi Yamaguchi Tadashi
18.11.2018
09.12.2019
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Einige Zeit war vergangen und der Alkohol floss nur so vor sich hin. Tendou schien schon ziemlich angetrunken zu sein und Naomi stand ihm in nichts nach. Naomi sang gerade an der Karaoke Maschine ein Lied und tanzte dazu. Allerdings konnte man das weder Tanzen noch singen nennen, da sie hin und her schwankte und nur noch lallte. Lachend beobachtete ich das Schauspiel. Toshi schien weniger begeistert darüber zu sein. Er hatte tatsächlich nichts getrunken, während ich zwei Sekt Gläser hatte.
„Bäh, ist mir schlecht“, Tendou setzte sich zu mir und legte seinen Kopf auf meiner Schulter ab.
„Musst du kotzen? Soll ich dich zur Toilette begleiten?“, ich streichelte sanft sein Haar. Vielleicht hatten die zwei Gläser Sekt bei mir schon gereicht, denn ich fühlte mich selbst ein wenig berauscht.
„Ja.“, schwankend stand er auf. Ich tat es ihm gleich und stützte ihn ein wenig beim Herausgehen.
Als wir im Flur angekommen waren, stolperte er und hielt sich an mir fest.
„Tschuldigung“, meinte er daraufhin.
„Alles okay?“, besorgt sah ich ihn an.
„Ja, alles gut“. Sein Blick ruhte auf mir, ich würde beinahe sagen, er starrte mich an. Es war mir unangenehm so sehr gemustert zu werden. Wieder stolperte er, so dass ich an die Wand gedrückt wurde. Etwas überrascht hielt ich ihn fest, damit er nicht hinfiel. Sein Kopf ruhte wieder an meiner Schulter.
„Saya“, murmelte er.
„Tendou, du hättest nicht so viel trinken sollen“, sanft strich ich ihm über den Rücken. Er umarmte mich.
„Saya“, sein Gesicht er hob sich, sah mir direkt in die Augen. „Saya“, er kam meinem Gesicht immer näher bis seine Lippen meine trafen. Überrascht riss ich die Augen auf. Irgendwas lief hier eindeutig schief.
„Tendou, ich-„, wieder küsste er mich. Ich drückte ihn von mir weg. So was sollte nicht passieren. Ich hatte einen Freund.
„Du bist so wunderschön“, seine Lippen legten sich auf meinen Hals, fingen an zu saugen. Ich versuchte ihn wieder weg zu drücken aber er war zu stark. Was sollte ich jetzt machen?
„Tendou!“ seine Lippen entfernten sich wieder von meinem Hals. Er sah mich an. In seinen Augen war Verlangen zu sehen. Am Anfang hatte ich ja noch gezweifelt, das Tendou etwas für mich empfand aber jetzt war ich mir zu 100% sicher.
Er strich mit seiner Hand über den Knutschfleck, den er gerade gemacht hatte. „Mir gefällt es nicht, dass er dich markiert, als wärst du seins.“
„Na, habt ihr Spaß?“, erschrocken sahen wir beide zu der Person, die gerade geredet hatte. Mir wurde schlecht. Tsuki stand mit Yamaguchi am anderen Ende des Flurs. Sein Blick zeigte pure Verachtung. Ich ließ Tendou sofort los.
„Tsuki, es ist nicht so, wie du denkst!“, verteidigte ich mich.
„Was denk ich denn?“, Tsuki wirkte wütend.
„Wer ist das?“, Tendou wandte sich zu mir.
„Mein Freund“, verärgert sah ich ihn an. Wieso hatte er das getan und wieso war Tsuki unbedingt jetzt hier auftauchen?
„Oh“, steif er aus. Ja, Oh.
„Also? Was soll ich denken? Denn momentan sieht es so aus, als hätte meine Freundin gerne Spaß mit anderen Männern.“
„Ich-„, fing ich an, wurde dann aber von Tendou unterbrochen.
„Ich bin betrunken und Saya hat mich nur zur Toilette bringen wollen“, irgendwie hörte sich das nach einer Ausrede an, auch wenn das wirklich so war.
„Und du hast es ausgenutzt und dich an sie rangemacht?“, Tsuki ballte die Fäuste.
Tendou sagte daraufhin nichts.
Tsuki kam auf mich zu, packte meine Hand, zog mich mit sich.
„Tsuki, was-„, Tsuki unterbrach mich. „Halt die Klappe und komm mit!“, knurrte er mich an.

Draußen angekommen blieb er stehen. Er drehte sich zu mir und sah mich wütend an.
„Habe ich dir nicht gesagt, dass das ne dumme Idee war?!“, er schrie mich an. Ein paar Passanten, die vorbei gingen, sahen uns gespannt zu.
Ich machte mich klein, fühlte mich zu recht gewiesen. Ich wusste, dass Tendou betrunken war und morgen wahrscheinlich alles vergessen würde aber ich wusste nicht, wie ich mich vor ihm rechtfertigen sollte.
„Tsuki, es reicht du hast doch gesehen, dass sie sich gewehrt hat.“, Yamaguchi verteidigte mich.
„Und das macht es jetzt besser oder was? Seh dir ihren Hals an.“, er griff an meinen Hals und strich über die wunde Stelle die Tendou hinterlassen hatte. „Schöner Knutschfleck, hast du es genossen?“
„Nein, natürlich nicht!“, mir war kalt. Es waren gefühlte null Grad draußen. Yamaguchi zog seine Jacke aus und legte sie um meine Schulter. Dankend sah ich ihn an. Tsuki ries mir die Jacke wieder weg und warf sie Yamaguchi zu. „Lass das! Sie ist meine Freundin.“, knurrte er. Diesmal zog er die Jacke aus und warf sie mir entgegen. Ich fing sie, zog sie aber nicht an. Ich fühlte mich so schlecht. Wie konnte das nur passieren?
„Da lässt man dich einmal allein und schon wirfst du dich an den nächst Besten!“
Ich sah zu Boden, ich fühlte mich schuldig.
„Wieso bist du hier Tsuki?“, fragend sah ich ihn an. Er sagte nichts dazu. .„Hast du mich etwa gestalkt?!“, Fassungslosigkeit spiegelte sich in meinem Gesicht.
„Ist ja auch nicht schwer, wenn deine Freundin alles postet.“
Angepisst sah ich ihn an. Wieso tat er das?
„Du vertraust mir nicht“, stellte ich fest.
„Kann ich auch nicht, wie es aussieht“, gab er angepisst zurück. „Jetzt zieh endlich meine Jacke an, es ist kalt!“
Wütend warf ich ihm seine Jacke zurück. „Nein danke!“
„Häh, ist dir Yamaguchis so viel lieber oder sollte ich von diesem Tendou die Jacke holen?“
Höhnisch lachte ich auf. „Du bist so ein Arschloch.“ Ich rieb mir die Arme und ging zurück zum Eingang. Aber Tsuki schien noch nicht fertig zu sein. Er packe mich am Arm und zog mich zurück.
„Was soll das?!“, rief ich.
„Du gehst jetzt nicht, bis wir das geklärt haben!“, er funkelte mich förmlich an mit seinen Augen. Wow, wenn blicke Töten könnten.
„Was gibt’s da zu klären? Tendou hat mich geküsst. Du hast doch sicher gesehen, dass ich mich gewehrt habe  und damit fertig. Ich wollte es nicht.“
„Wenn du es nicht gewollt hättest, dann hättest du dich mehr gewehrt.“, zischte er angepisst.
„Wie denn? Er war betrunken, ich bin nur ein Mädchen und er ist viel stärker als ich!“, ich war es so leid mit ihm zu diskutieren, immer wieder das Selbe.
„Es tut mir leid, okay? Ich habe nichts gemacht, was ihn auffordern würde mich zu küssen. Ich wollte ihn nur stützen und zur Toilette bringen.“, erklärte ich. „Ich habe wirklich nichts gemacht“
„Wieso gab es Alkohol? Macht ihr das immer wenn ihr zusammen weggeht?“, er schien sich etwas beruhigt zu haben.
„Nein“, gestand ich etwas kleinlaut.
„Wieso dann heute?“, skeptisch sah er mich an.
„Ich …“, setzte ich an. Sollte ich es ihm wirklich sagen? „Ich habe heute Geburtstag“
„Was?“, fassungslos sah er mich an. Yamaguchi schien etwas verwirrt zu sein. Das konnte ich verstehen. Er wurde gerade in etwas hineingezogen, was ihn eigentlich nichts anging.
„Wieso hast du mir nichts davon gesagt?“ Im ersten Moment dachte ich, er würde wieder wütend werden aber er schien nur enttäuscht zu sein.
„Ich wollte meinen Geburtstag mit meinen Freunden feiern.“, nervös sah ich zu Boden, rieb mir nach wie vor die Arme.
Er sah mich still schweigend an. Der kalte Wind verwehte meine Haare. Ich versuchte sie mit meinen Händen zu ordnen, vergeblich.
„Du feierst lieber deinen Geburtstag mit ihm statt mit mir?“, er klang niedergeschlagen.
„Nein, Tsuki. Es geht doch nicht nur um ihn. Es geht auch um Toshi und Naomi. Ich kenn sie viel länger und ich wollte etwas Abstand von dir“
„Wieso?“, seine Augen verengten sich. Er schien darüber nach zu denken, weshalb ich Abstand brauchte.
Ich biss mir auf die Lippe. „Wir sollten nicht vor Yamaguchi darüber reden“
Er nickte kurz und zog mich weiter weg von ihm. „Also ich höre“, er verschränkte die Arme.
„Was empfindest du für mich Tsuki?“, ich sah ihn musternd an. Wollte wissen, was er über mich dachte, was er für mich fühlte. Es war doch nicht normal, dass man sich nach dem man zusammen gekommen war, gleich, naja, gleich ins Bett hüpfte. Und das Gefühl, dass er mich für Sex benutzte, wurde auch immer größer. Ich wollte nicht ausgenutzt werden. Tsuki hatte mir nie wirklich gesagt, was er für mich empfand. Ich wusste gar nicht, wo ich bei ihm stand.
„Das solltest du wissen.“
„Nein, das weiß ich eben nicht“, aufgebracht wedelte ich mit den Händen umher. „Du sagst immer nur, du hast Interesse an mir und dass du vielleicht etwas in mich verliebt bist.“, ich wandte mich von ihm ab. „aber was Genaues hast du nie gesagt. Und ich finde das solltest du, weil ich langsam anfange zu zweifeln, ob du es wirklich ernst meinst.“
„Was willst du jetzt von mir hören?“, er legte seine Hände an meine Hüfte, etwas erschrocken drehte ich mich wieder zu ihm.
„Ich mag dich, sehr sogar. Sonst wäre ich doch nicht so wütend, dass sich ein Anderer an dich ranmacht.“, er legte seine Stirn an meine.
„Ich mag dich auch sehr Tsuki“, mir wurde warm ums Herz. Die Unsicherheit war für den Moment verflogen.
„Wolltest du deshalb Abstand, weil ich dich Zappeln gelassen habe?“, fragend sah er mir in die Augen.
„Ja“, nuschelte ich. „Ich will es wieder gut machen.“, ich legte meine Arme um seinen Nacken. „Hast du nächstes Wochenende Zeit?“
„Ja, wieso?“, seine Lippen strichen meine. Ein kurzer Kuss folgte darauf.
„Ich würde gerne mit dir wegfahren. Ein ganzes Wochenende.“, gestand ich. „Meine Eltern haben mir ein Onsen Wochenende geschenkt. Es sind zwei Tickets, wenn du willst, komm doch mit.“
„Hm“, summte er gegen meine Lippen. „Okay“
„Gut“, ich beugte mich weiter etwas vor, um ihn zu küssen. Seine weichen Lippen trafen meine. Ich liebte es ihn zu küssen.
„Willst du noch mit reinkommen?“,  ich lehnte mich zurück.
„Nein, sonst hau ich ihm noch eine rein.“, verstehend nickte ich.
„Sehen wir uns dann nächstes Wochenende?“, fragend sah ich ihn an.
„Kommst du nicht zum Training vorbei?“
„Nein, ich sollte mich auch mal auf mein Training konzentrieren.“
„Okay“, er küsste mich nochmal, wandte sich dann ab und ging zu Yamaguchi.
„Pass auf, dass es nicht wieder passiert.“, schnaubte er „und alles Gute zum Geburtstag“, sein zärtliches Lächeln war auf seinen Lippen zu sehen.
Wieder wurde mir warm ums Herz.

„Wo ist Tendou?“, fragend sah ich Toshi und Naomi an.
„Keine Ahnung, auf Klo?“, Naomi wandte sich zu Toshi.
„Er ist nachhause gegangen.“, gab der nur Schulter zuckend von sich.
„Was, wieso?“
„Du solltest wissen wieso.“, Toshi schien ein wenig genervt zu sein.
Ich biss mir auf die Lippe. War er jetzt wegen mir gegangen? Oder wegen Tsuki? Hätte ich ihn nicht sehen müssen als er raus gegangen war? Ich fühlte mich nach wie vor schlecht. Mir tat es schrecklich leid für Tendou aber er wusste doch, dass ich vergeben war. Das Tsuki aufgetaucht war, war überraschend aber das änderte eigentlich nichts an den Tatsachen.
Betrübt setzte ich mich auf die Couch. Das wars wohl mit meinem Geburtstag. Aber hey, ich sollte es positiv sehen. Ich hatte Geschenke bekommen, einen Kuchen, ein paar küsse, auch wenn sie von verschiedenen Menschen waren aber trotzdem. Alles in allem war mein Geburtstag doch gar nicht so schlecht. Denke ich.
„Hab ich was verpasst oder wieso ist die Stimmung jetzt im Arsch.“
„Nein, du hast nichts verpasst“, log ich.
„Tendou steht auf Saya“
Fassungslos sah ich Toshi an. Was sollte das? Wieso erzählte er es ihr? Naomi war die Plappertasche schlecht hin!
„WAS?!“, entsetzt sah sie mich an, „Seit wann“
„Seit er sie kennt“, Toshi war gerade dabei die Dekoration wieder abzunehmen. Tja, die Party war gelaufen.
„Wirklich? Das glaub ich dir nicht, Tendou und Saya“, nachdenklich tippte sie ihren Finger gegen ihre Lippe. „Irgendwie süß.“, sie wandte sich zu mir. „Viel besser als du und Brillenschlange.“
Hatte sich jetzt jeder gegen uns verschworen? Wieso verstand keiner, dass ich ihn mochte? Man konnte sich doch nicht aussuchen, in wen man sich verliebt. Was denken die sich eigentlich dabei?
„Nicht wahr? Aber Saya will es nicht einsehen.“
„Das ist nicht witzig! Kapiert endlich, dass ich mit Tsuki zusammen bin!“, angepisst warf ich die Balonpackung in Toshis Rucksack.
„Wer weiß, wie lange noch.“, kommentierte Toshi.
„Er benutzt dich doch eh nur!“, warf Naomi in die Diskussion.
„Findet ihr das witzig? Könnt ihr mich nicht mal an meinem Geburtstag damit in Ruhe lassen?“, ich merkte wie meine Augen glasig wurden. Das bekannte ziehen in der Nase deutete an, dass ich gleich weinen würde. Ich wandte mich von Beiden ab. Griff mir meine Tasche und meine Jacke  und ging dann schnurstracks nachhause.

Es war ein beschissener Tag gewesen. Nichts hatte sich erfüllt von dem, was ich mir gewünscht hatte. Gar nichts! Es war alles schief gelaufen! Ich wollte nicht mal mehr darüber nachdenken aber wenn man an etwas nicht denken wollte, dachte man eh darüber nach. Ich war froh das Tsuki meine Einladung angenommen hatte und ich so den Streit ein wenig schlichten konnte. Auf Naomi und Toshi war ich wütend. Sie waren Arschlöcher, die einfach nicht verstanden, wie es war, in jemanden verliebt zu sein. Tendou tat mir leid aber zwischen mir und ihm sollte einfach nichts sein. Ich mochte ihn zwar, wie einen Freund, wenn nicht sogar wie einen zweiten Bruder aber mehr eben nicht. Den Kuss, ich musste es mit ihm klären, dass es einfach nichts werden konnte. Aber wie sprach man sowas an? Ich wollte nicht, dass sich zwischen uns etwas änderte. Ich wollte unsere Freundschaft nicht kaputt machen und vielleicht sah er es ja ein aber vielleicht auch nicht. Die Sache war einfach kompliziert. Was für ein scheiß Geburtstag.
Ich ging auf den Spiegel im Bad zu und sah mir meinen Hals an. Der Knutschfleck von Tendou war riesig und rot, beinahe schon lila. Die Anderen von Tsuki, waren so gut wie verblasst. Nachdenklich fuhr ich mir über die Stelle. Wie sehr mochte mich Tendou nur? War er eifersüchtig auf Tsuki? Sonst hatte er nie ein Anzeichen davon gemacht, wenn mir Andere eine Liebeserklärung machten.
Völlig fertig, ging ich aus dem Bad in mein Zimmer. Ich war müde, der Tag war einfach anstrengend. Ich schmiss mich aufs Bett und schrieb Tsuki noch eine Nachricht, dass ich nun Zuhause war und ich schlafen gehen würde. Aber insgeheim freute ich mich nur noch auf das Wochenende mit Tsuki. Ich war unwiderruflich in ihn verknallt.
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